ARAG Experten ordnen rechtliche Vorgaben und typische Konflikte ein
Der Juni endete mit Rekordtemperaturen und historischen Messwerten von über 41 Grad Celsius. Und der Deutsche Wetterdienst warnt vor lang andauernden Hitzewellen und prognostiziert eine dauerhaft hohe Hitzebelastung in den Sommermonaten. Mit steigenden Temperaturen wächst auch der Wunsch nach Abkühlung in den eigenen vier Wänden. Klimaanlagen gehören deshalb immer häufiger zur Sommerausstattung vieler Haushalte. Doch nicht selten kommt es dadurch zu Konflikten unter Nachbarn, denn die kühlenden Geräte können laut sein und vor allem nachts oder bei ungünstiger Platzierung stören. Die ARAG Experten erklären, welche Regeln für Lärm, Abstände und Genehmigungen gelten und worauf Eigentümer und Nachbarn achten sollten.
Ist für eine Klimaanlage eine Genehmigung nötig?
Ob eine Klimaanlage genehmigungspflichtig ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Zunächst vom Typ der Klimaanlage: Hier unterscheidet man grundsätzlich zwischen sogenannten mobilen Monoblock-Geräten und Split-Klimaanlagen. Monoblock-Geräte leiten als kompakte Einheiten warme Luft über einen Schlauch durch ein geöffnetes Fenster nach außen. Im Gegensatz dazu bestehen Split-Klimaanlagen aus zwei Teilen: einer Inneneinheit zur Kühlung und einer Außeneinheit, in der sich der lautere Kompressor befindet. Letztere Anlagen sind zwar effizienter und im Innenraum leiser, verursachen dafür aber Geräusche direkt an der Fassade. Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass insbesondere Split-Klimaanlagen mit einem Außengerät als bauliche Veränderung gelten können. In Wohnungseigentümergemeinschaften ist für die Montage einer Split‑Klimaanlage deshalb meist die Zustimmung der Gemeinschaft nötig. Eine solche Genehmigung kann per Mehrheitsbeschluss erteilt werden, solange einzelne Eigentümer dadurch nicht unbillig benachteiligt werden. Der Bundesgerichtshof hat hierzu klargestellt, dass dabei im Grundsatz nur die unmittelbar mit der baulichen Veränderung verbundenen Auswirkungen, wie zum Beispiel eine drohende Verschattung, nicht jedoch die Auswirkungen der späteren Nutzung zu berücksichtigen sind (BGH, Urteil vom 23. Mai 2025, Az.: V ZR 128/24).
Auch kommunale Vorgaben oder Denkmalschutzauflagen können eine Rolle spielen. So verbieten viele Städte beispielsweise die Montage von Außengeräten an straßenseitigen Fassaden, um das historische Stadtbild zu wahren. Wer ohne erforderliche Zustimmung montiert, riskiert nicht nur Streit, sondern im Zweifel auch den Rückbau der Anlage.
Wie laut darf die Klimaanlage in Wohngebieten sein?
Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass auch für Klimageräte die allgemeinen Vorgaben zum Schutz vor Lärm gelten. Maßstab ist dabei die sogenannte TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm), die unterschiedlichen Richtwerte für Wohngebiete und Tages- und Nachtzeiten vorsieht. Sie schreibt für reine Wohngebiete tagsüber (6 bis 22 Uhr) Richtwerte von 50 Dezibel (dB)(A) und nachts von 35 dB(A) vor. In allgemeinen Wohngebieten, also Gebieten, die vorwiegend dem Wohnen dienen, in denen aber auch kleine Läden oder Cafés zulässig sind, liegen die Werte mit 55 dB(A) am Tag und 40 dB(A) in der Nacht etwas höher. Das „(A)“ steht dabei für die A-Bewertung, die das menschliche Gehörempfinden berücksichtigt.
Allein die Sorge vor einer möglichen Lärmbelästigung reicht für ein Verbot oder die Ablehnung einer Genehmigung allerdings nicht aus. Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass es konkreter Anhaltspunkte für eine tatsächliche oder zumindest absehbare Beeinträchtigung bedarf; bloße Befürchtungen der Nachbarn genügen nicht (Az.: V ZR 105/24).
Welche Rolle spielt der Aufstellungsort der Anlage?
Wo eine Klimaanlage montiert ist, hat großen Einfluss auf ihre Wirkung nach außen. Die ARAG Experten erklären, dass Geräte, die direkt an der Grundstücksgrenze, unter Schlafzimmerfenstern oder in Innenhöfen angebracht sind, schneller zu Konflikten führen. In vielen Bundesländern sehen Bauordnungen oder technische Richtlinien Mindestabstände zur Grundstücksgrenze von etwa zweieinhalb bis drei Metern vor. Diese Abstände sollen verhindern, dass Schall unmittelbar auf Nachbargrundstücke übertragen wird. Wird der Mindestabstand unterschritten, kann dies ein Ansatzpunkt für Beanstandungen sein. Dass der Aufstellungsort rechtlich relevant ist, zeigt auch eine Entscheidung des Amtsgerichts München. Dort wurde der Einbau einer Außenklimaanlage als bauliche Veränderung bewertet, die das Gemeinschaftseigentum optisch und baulich beeinträchtigt und daher zustimmungspflichtig war (Az.: 484 C 17510/18).
Was können betroffene Nachbarn tun?
Wer sich durch eine Klimaanlage gestört fühlt, sollte zunächst das Gespräch suchen. Nach Einschätzung der ARAG Experten lassen sich viele Konflikte bereits durch eine andere Einstellung des Geräts oder einen geänderten Betriebszeitraum lösen. Führt das nicht weiter, kann eine Messung der Geräuschentwicklung Klarheit schaffen. Liegt tatsächlich eine Überschreitung der zulässigen Werte vor, kommen weitere Schritte in Betracht – von einer Aufforderung zur Nachbesserung bis hin zu einem Einschreiten der zuständigen Behörde. Voraussetzung ist jedoch, dass die Beeinträchtigung objektiv nachweisbar ist, etwa durch eine fachgerechte Lärmmessung des Ordnungsamtes oder eines unabhängigen Sachverständigen, die zeigt, dass die zulässigen Richtwerte überschritten werden.
Gesundheitsschutz: Kühlung mit Maß und Ziel
Neben den rechtlichen Aspekten betonen die ARAG Experten auch die gesundheitliche Komponente beim Einsatz von Klimaanlagen. Um Erkältungen, Kreislaufprobleme oder einen „steifen Nacken“ zu vermeiden, sollte der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenraum nicht mehr als sechs Grad Celsius betragen. Zudem ist eine regelmäßige Wartung und Reinigung der Filter unerlässlich, da sich sonst Keime und Schimmelpilze in der Anlage ansiedeln und über die Raumluft verteilt werden können.
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Die ARAG ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualitätsversicherer. Sie ist der weltweit größte Rechtsschutzversicherer. Aktiv in insgesamt 18 Ländern – inklusive den USA und Kanada – nimmt die ARAG über ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen Märkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine führende Position ein. Ihren Kunden in Deutschland bietet die ARAG neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgeschäft auch eigene einzigartige, bedarfsorientierte Produkte und Services in den Bereichen Komposit und Gesundheit. Mit mehr als 6.500 Mitarbeitenden erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von über 3,2 Milliarden Euro.
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- ARAG (Wikipedia)
ARAG bezeichnet die ARAG SE, ein Versicherungskonzern die ARAG (Range), bestehend aus den Häfen Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und Gent - Grundstücksgrenze (Wikipedia)
Ein Grundstück ist ein räumlich abgegrenzter Teil der Erdoberfläche. In vielen Ländern – insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz – werden Grundstücke in öffentlichen Registern bzw. Katastern (dem Grundbuch) verzeichnet. Ein Grundstück ist als abgegrenzter Teil von einer Grundstücksgrenze umgeben, die als Begrenzungslinie das Grundstück gegenüber Nachbargrundstücken abgrenzt. Erst durch Grundstücksgrenzen verwandelt sich die weite, ungeteilte Erdoberfläche in Grundstücke. Das Herrschaftsrecht des Eigentümers endet an der Grundstücksgrenze, die optisch sichtbar auch durch Abmarkungen oder Einfriedungen gekennzeichnet werden kann. Als Abmarkung zwischen landwirtschaftlichen Grundstücken dienten unter anderem über Jahrhunderte und partiell noch heute Lesesteinhaufen. Diese Steine mussten zur Kultivierung mühsam per Hand von den Feldern geräumt werden und wurden platzsparend an den Rändern von Äckern zu Haufen aufgetürmt. Einfriedungen erfüllten den gleichen Zweck und bestanden aus Pflanzen (wie Hecken) oder Materialien (wie Zäunen). Grundstücksgrenzen sind vermessungstechnisch festgelegte gedachte Linien, die ein Grundstück von einem anderen Grundstück trennen. - Hitze (Wikipedia)
Den Begriff Hitze verwendet man für eine als ungewöhnlich hoch empfundene Temperatur. Den Prozess oder den Zustand von zu viel Hitze bezeichnet man als Überhitzung. - Hitzewelle (Wikipedia)
Eine Hitzewelle ist in Meteorologie und Klimatologie eine ungewöhnlich lange Phase aufeinander folgender ungewöhnlich heißer Tage, auch Hitzeperiode genannt. Etwas abgeschwächt spricht man auch von Wärmewelle für Phasen abnorm hoher Temperaturen. Hitzewellen sind Extremwetterereignisse, die die menschliche Gesundheit, die Ökosysteme und die Infrastruktur schädigen können. - Innenraum (Wikipedia)
Als Innenraum bezeichnet man in der Architektur oder bei Fahrzeugen einen Raum, der vor Witterungseinflüssen geschützt ist. Er ist zu großen Teilen von Wänden und Dachflächen umgeben (Umbauter Raum), muss allerdings von den Umgrenzungsfläche(n) nicht völlig eingeschlossen sein – beispielsweise das Innere einer Nische, oder einer Säulenstellung. Die Formgebung des Innenraums liegt im Arbeitsbereich des Hochbau-Architekten, Designer oder Konstrukteur. Die Ausgestaltung und Dekoration bzw. die Nutzungsprämisse gestaltet unter Umständen ein spezialisierter Innenarchitekt oder Raumausstatter. Ein innenliegender Raum ist dagegen ein Raum, der an keine Außenwand grenzt und keine Fenster hat (evtl. Oberlichter). - Klimaanlage (Wikipedia)
Eine Klimaanlage ist eine Anlage der Luft- und Klimatechnik zur Erzeugung und Aufrechterhaltung einer angenehmen oder benötigten Raumluft-Qualität (Temperatur, Feuchtigkeit) unabhängig von Wetter, Abwärme sowie menschlichen und technischen Emissionen. Eine Klimaanlage hat die Aufgabe, die Luft eines Raums in einen bestimmten Zustand zu bringen und zu halten („konditionieren“). Oft wird unter einer Klimaanlage jedoch insbesondere eine Anlage zur Kühlung der Raumluft verstanden. Die Funktionen einer Klimaanlage sind demnach: Änderung der Lufttemperatur (heizen oder kühlen), Änderung der Luftfeuchtigkeit (befeuchten oder trocknen). Klimaanlagen schaffen in Industrie-, Arbeits- und Wohnräumen sowie in Schiffen, Zügen und anderen Verkehrsmitteln die notwendigen Umgebungsbedingungen für technische Anlagen oder ein für den Menschen angenehmes Raumklima, was üblicherweise mit einer Temperatur von etwa 22 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von rund 50 % angenommen wird. - Lärm (Wikipedia)
Als Lärm oder auch Krach werden Geräusche (Schall) bezeichnet, die durch ihre Struktur (meist Lautstärke) auf die Umwelt (insbesondere Menschen) störend (Störschall), belastend oder gesundheitsschädigend wirken. Ob Geräusche als Lärm bewusst wahrgenommen werden, hängt besonders von der Bewertung der Schallquelle durch den Hörer ab. Trotz akustischer Gewöhnung kann Lärm unbewusst weiter auf Körper und Psyche wirken. Lärm kann den biologischen Rhythmus (siehe auch Tag-Nacht-Rhythmus) stören (Ruhestörung) und Schlafstörungen verursachen bzw. fördern. - Schutzmaßnahme (Wikipedia)
Schutzmaßnahme steht für: eine Maßnahme gegen den elektrischen Schlag infolge gefährlicher Berührungsspannung, siehe Schutzmaßnahme (Elektrotechnik) Schutzleitungssystem im IT-Netz eine grenzüberschreitende zivilrechtliche Maßnahme zum temporären Schutz von Personen, siehe Verordnung (EU) Nr. 606/2013 (Schutzmaßnahmen-Verordnung) eine grenzüberschreitende strafrechtliche Maßnahme zum temporären Schutz von Personen, siehe Richtlinie 2011/99/EU über die Europäische Schutzanordnung eine Maßnahme der elektronischen Kriegsführung, siehe Elektronische Schutzmaßnahmen (EloSM) eine Maßnahme zum Schutz von Boden, Wasser und Luft im Pflanzenbau, siehe Schutzmaßnahmen im Integrierten Pflanzenbau eine Maßnahmen zu Abwehr sogenannter böser Kräfte, siehe Apotropaion Abstandsaktive Schutzmaßnahmen in der Militärtechnik Tatort: Schutzmaßnahmen, Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort Siehe auch: Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel mit Schutzmaßnahmen beginnt Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel Schutzmaßnahmen enthält Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel mit Schutzmaßnahme beginnt Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel Schutzmaßnahme enthält Schutz Protektion Protektor - Temperatur (Wikipedia)
Die Temperatur ist eine physikalische Zustandsgröße aus der Thermodynamik. Sie wird mit einem Thermometer in den SI-Einheiten Kelvin (K) und Grad Celsius (°C) gemessen. Im Alltag ist sie mit dem Gefühl von „warm“ und „kalt“ verbunden, die gemessene Temperatur kann sich aber erheblich von der gefühlten Temperatur unterscheiden. Bringt man zwei Körper mit unterschiedlichen Temperaturen in thermischen Kontakt, findet Wärmeübertragung statt. Die Wärme fließt dabei stets vom heißeren zum kälteren Körper. Dadurch nimmt die Temperaturdifferenz so lange ab, bis sich die beiden Temperaturen einander angeglichen haben. Wenn die Temperaturen gleich sind, herrscht thermisches Gleichgewicht, in dem kein Wärmeaustausch mehr stattfindet. Die tiefste überhaupt mögliche Temperatur ist 0 K, gleichbedeutend mit −273,15 °C. Sie heißt Absoluter Nullpunkt. Die niedrigste im Universum jemals gemessene Temperatur wurde im Jahr 2018 im Bremer Fallturm der Universität Bremen erzeugt. Sie betrug für zwei Sekunden lediglich 38 Pikokelvin (38 Billionstel Grad Celsius über dem Absoluten Nullpunkt). Die mikroskopische Deutung der Temperatur ergibt sich in der statistischen Physik, die davon ausgeht, dass jeder materielle Stoff aus vielen Teilchen zusammengesetzt ist (meist Atome oder Moleküle), die sich in ständiger ungeordneter Bewegung befinden und eine Energie haben, die sich aus kinetischer, potentieller sowie gegebenenfalls auch innerer Anregungsenergie zusammensetzt. Eine Erhöhung der Temperatur verursacht eine Erhöhung der durchschnittlichen Energie der Teilchen. Im Zustand des thermischen Gleichgewichts verteilen sich die Energiewerte der einzelnen Teilchen statistisch gemäß einer Häufigkeitsverteilung, deren Form durch die Temperatur bestimmt wird (siehe – je nach Art der Teilchen – Boltzmann-Statistik, Fermi-Dirac-Statistik, Bose-Einstein-Statistik). Dieses Bild ist auch anwendbar, wenn es sich nicht um ein System materieller Teilchen, sondern um Photonen handelt (siehe Wärmestrahlung). Im idealen Gas ist die gesamte innere Energie allein durch die kinetische Energie aller Teilchen gegeben, wobei der Durchschnittswert pro Teilchen proportional zur Absoluten Temperatur ist. Die … - Wohngebiet (Wikipedia)
Ein Wohngebiet ist ein Baugebiet, das ausschließlich oder überwiegend dem Wohnen dient.