Wie Founder Walks und Startup Scouting den Innovationstransfer fördern
Statt über Lohnkosten zu streiten, sollte Deutschland auf Innovationskultur setzen: Founder Walks bringen Mittelstand und Startups zusammen und beschleunigen den Wandel vom Lohnkosten- zum Innovationswettbewerb.
Die Debatte ist altbekannt: Arbeitszeiten, Lohnkosten, Fachkräftemangel, Standortnachteile. Doch wer glaubt, ein Hochlohnland wie Deutschland könne sich über sinkende Lohnstückkosten gegen Schwellenländer durchsetzen, verkennt die strategische Ausgangslage. Der eigentliche Hebel liegt nicht in der billigeren, sondern in der produktiveren Arbeitsstunde – und Produktivität entsteht durch Innovation, nicht durch Appelle.
Vom Lohnkosten- zum Innovationswettbewerb
Mittelständische Unternehmen sind oft operativ stark und kundennah, verfügen aber selten über die Strukturen, um systematisch nach externen Innovationen zu suchen. Gleichzeitig entwickeln Start-ups Lösungen für Digitalisierung, Automatisierung oder Künstliche Intelligenz, die für den Mittelstand hochrelevant wären. Das Problem ist selten ein Mangel an guten Ideen – sondern dass Mittelstand und Gründerszene zu selten zueinanderfinden.
Genau hier setzt die Arbeit eines Startup Scouts und Innovation Matchmakers an. Statt wahllos Startups zu präsentieren, geht es darum, gezielt relevante Lösungen zu identifizieren, sie mit den Unternehmenszielen abzugleichen und daraus tragfähige Kooperationen zu entwickeln.
„Innovationen entstehen dort, wo Menschen mit Leidenschaft und Mut ihre Ideen umsetzen – und wo sie auf ein Umfeld treffen, das sie unterstützt“, sagt Holger Hagenlocher, der als Startup Coach, Existenzgründungsberater und Innovation Matchmaker in mehreren deutschen Städten aktiv ist.
Konkret umfasst sein Angebot als Start-up Scout und Innovation Matchmaker mehrere Bausteine: eine kontinuierliche Recherche und Sichtung der Start-up-Szene, eine kuratierte „Innovation-Shortlist“ passend zu den jeweiligen Unternehmenszielen, das eigentliche Innovation Matchmaking – also das gezielte Zusammenführen von Unternehmen mit passenden Start-ups –, die Organisation von Matching-Terminen samt Background-Checks sowie ein begleitendes Innovations- und Transformationsmanagement, das bei der Erarbeitung neuer Geschäftsmodelle und deren Umsetzung unterstützt. Für den Mittelstand bedeutet das: aus zufälligen Kontakten mit der Gründerszene wird ein strukturierter, wiederholbarer Prozess.
Founder Walks: Begegnung statt Konferenzraum
Ein innovationsfreundliches Umfeld entsteht nicht allein durch Förderprogramme oder Strategiepapiere, sondern durch persönliche Begegnung. Genau diesen Gedanken verfolgen die Founder Walks: Gründungsinteressierte, Selbstständige, Startups und etablierte Unternehmer gehen gemeinsam spazieren, lernen sich kennen und bauen Kontakte auf – bewusst niedrigschwellig, fernab von Konferenzformaten.
Die Founder Walks verbinden dabei mehrere Ebenen, die für den deutschen Mittelstand entscheidend sind: Startups treffen auf Erfahrung, Innovationen treffen auf Umsetzungskraft, und potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger treffen auf Unternehmer, die ihr Lebenswerk weitergeben möchten. Im Winter werden die Spaziergänge durch Founder Talks ergänzt – persönliche Gesprächsrunden zum gleichen Thema.
Ergänzt wird das Format durch den Podcast Founder Talks, in dem Hagenlocher Erfahrungen rund um Existenzgründung, Startups, Unternehmensnachfolge und Innovation im deutschsprachigen Raum hörbar macht.
Mehr als ein Netzwerktreffen
Für den Mittelstand ist die Verbindung von Gründung, Nachfolge und Innovation strategisch bedeutsam. Nicht jede Innovation entsteht auf der grünen Wiese – auch die Übernahme eines bestehenden Betriebs kann ein Innovationspfad sein, wenn neue unternehmerische Energie auf gewachsene Strukturen trifft. Coaching für Gründende, Beratung für Unternehmensnachfolgen und gezieltes Innovation Matchmaking greifen dabei ineinander: Aus zufälligen Kontakten wird so systematisch tragfähige Zusammenarbeit.
Auch jenseits der Industrie gibt es ungenutzte Hebel. In Deutschland wird Innovation noch immer vor allem industriell gedacht – neue Maschinen, neue Werkstoffe, neue Verfahren. Doch ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte zeigt: Auch Dienstleistungen können ganze Märkte verändern. Aldi und Lidl haben den Lebensmitteleinzelhandel nicht durch ein technisches Produkt revolutioniert, sondern durch ein Geschäftsmodell aus Sortimentsdisziplin, Prozessstandardisierung und konsequenter Kostenkontrolle. Uber hat den Beförderungsmarkt nicht durch ein neues Auto verändert, sondern durch Plattformlogik und digitale Vermittlung. McDonald’s und Burger King waren im Kern Prozessinnovationen: Standardisierung, Skalierung, schnelle Verfügbarkeit. Solche Beispiele zeigen, dass Innovation auch bedeuten kann, vorhandene Leistungen anders zu organisieren und radikal vom Kunden her zu denken – vorausgesetzt, Regulierung und Bürokratie bremsen neue Ideen nicht aus, bevor sie überhaupt eine Chance hatten.
Auch die öffentliche Verwaltung selbst ist Teil der Produktivitätsfrage. Langsame Genehmigungen, uneinheitliche Verfahren und fehlende digitale One-Stop-Strukturen kosten Unternehmen Zeit und Geld – die OECD weist ausdrücklich darauf hin, dass solche Bürokratielasten Unternehmensdynamik und Innovationstätigkeit beeinträchtigen. Verwaltungsinnovation bedeutet deshalb mehr, als Formulare zu digitalisieren: Sie bedeutet, Verwaltung vom Ergebnis her zu denken. Das gilt besonders für die Wirtschaftsförderung. Wo Erfolgskriterien fehlen, werden Tätigkeitsnachweise leicht wichtiger als Wirkung – Veranstaltungen, Broschüren und Berichte sind noch kein Erfolg. Entscheidend wäre, ob mehr tragfähige Gründungen entstehen, ob Arbeitsplätze geschaffen werden und ob Innovationen tatsächlich in die regionale Wirtschaft diffundieren. Denkbar wären deshalb stärker wirkungsorientierte Modelle: externe Partner, klare Leistungsindikatoren und erfolgsabhängige Vergütung statt reiner Aktivitätsnachweise.
Was jetzt notwendig ist – 5 Punkte zur wirtschaftlichen Transformation
1. Vom Lohnkosten- zum Innovationswettbewerb wechseln: Wettbewerbsfähigkeit entsteht durch produktivere, nicht durch billigere Arbeitsstunden.
2. Start-ups systematisch mit dem Mittelstand vernetzen: Strukturiertes Scouting und Matchmaking statt Zufallskontakte auf der nächsten Messe.
3. Dienstleistungs- und Verwaltungsinnovationen ernst nehmen: Neue Geschäftsmodelle entstehen nicht nur in der Industrie, sondern auch im Handel, in der Mobilität und im öffentlichen Sektor.
4. Wirtschaftsförderung wirkungsorientiert ausrichten: Erfolg an Gründungen, Arbeitsplätzen und Steueraufkommen messen statt an Tätigkeitsnachweisen.
5. Unternehmergeist und Eigenverantwortung als Mindset stärken: Mehr Risikobereitschaft, mehr Vernetzung, mehr Bereitschaft, Verantwortung für Wandel zu übernehmen.
Kultureller Wandel als Standortfaktor
Technologische Innovation allein reicht nicht aus – entscheidend ist ein Mindset, das Eigenverantwortung, Unternehmergeist und Vernetzung fördert. Formate wie die Founder Walks zeigen, wie aus Begegnung Kooperation und aus Kooperation wirtschaftliche Dynamik entsteht: ein Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des deutschen Mittelstands, der sich nicht in Lohnkostendebatten erschöpft, sondern auf Innovationskultur setzt.
Über Holger Hagenlocher:
Holger Hagenlocher berät Startups, Existenzgründende und mittelständische Unternehmen als Coach, Startup Scout und Innovation Matchmaker. Mit den Founder Walks, den Founder Talks und seinem Podcast schafft er Begegnungsräume zwischen Startups, Mittelstand und Unternehmensnachfolge.
Holger Hagenlocher ist ein Experte für digitale Transformation und Unternehmenskommunikation aus Singen am Hohentwiel. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler arbeitet als Startup-Scout, Innovation Matchmaker, Berater, Dozent und freier Journalist.
Hagenlocher verfügt über fast drei Jahrzehnte Erfahrung in den Bereichen Unternehmenskommunikation, Internet, Social Media und KI.
Seit 2015 arbeitet Hagenlocher als selbständiger Berater. Er unterstützt Firmen bei der Strategieentwicklung und begleitet Startups und Existenzgründende.
Als Dozent lehrt er an Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen.
Hagenlochers Expertise umfasst die ganzheitliche Betrachtung der digitalen Transformation, wobei er technologische und menschliche Aspekte berücksichtigt. Er ist Experte für digitale Trends und Innovationen – und legt dabei seinen Fokus auf die speziellen Rahmenbedingungen der jeweiligen Branche.
Firmenkontakt
Holger Hagenlocher – Berater, Coach und Dozent
Holger Hagenlocher
Bühlstraße 2
78224 Singen
07731 – 7913362
07731 – 83 55 47

https://holger-hagenlocher.de
Pressekontakt
Hagenlocher PR – Agentur Holger Hagenlocher
Holger Hagenlocher
Bühlstraße 2
78224 Singen
07731 – 799 0 344
07731 – 799 0 346

https://hagenlocher-pr.de
- digitale Transformation (Wikipedia)
Die digitale Transformation (auch „digitaler Wandel“) bezeichnet einen fortlaufenden, tiefgreifenden Veränderungsprozess in Wirtschaft und Gesellschaft, der durch die Entstehung immer leistungsfähigerer digitaler Techniken und Technologien ausgelöst worden ist. Im engeren Sinne wird als digitale Transformation häufig der Veränderungsprozess innerhalb eines Unternehmens bezeichnet, der durch digitale Technologien oder die darauf beruhenden Kundenerwartungen ausgelöst wird. Die sogenannte digitale Transformation ist verwandt mit der ehemaligen New Economy und der sich daraus entwickelten Digital Economy oder auch Internetökonomie. - Innovationskultur (Wikipedia)
Unter dem Begriff Innovationskultur werden alle Normen, Wertvorstellungen und Denkhaltungen verstanden, die das Verhalten der am Neuerungsprozess beteiligten Personen prägen und an denen diese sich orientieren. Da es sich bei Innovationsprozessen regelmäßig um bereichsübergreifende Vorgänge handelt, fungiert die Innovationskultur als eine Art Querschnittskultur, die von sämtlichen Prozessbeteiligten geprägt und getragen wird. Die Innovationskultur beschreibt eine spezifische Ausprägung der Organisationskultur, die vor allem die Generierung von Innovationen im Unternehmen fördern soll. Die durch die Innovationskultur geschaffenen positiven Anreize auf die Mitarbeiter führen zu einer Erhöhung der Innovationskraft des Unternehmens. - mittelstand (Wikipedia)
Als (gewerblicher) Mittelstand werden im deutschsprachigen Raum (mit Ausnahme der Schweiz, siehe Mittelschicht) je nach gewählter Definition die Gesamtheit aller Unternehmen bezeichnet, die als kleines oder mittleres Unternehmen gelten (nicht mehr als 500 Beschäftigte und nicht mehr als 50 Mio. € Jahresumsatz), oder bei denen noch mindestens ein wirtschaftlich unabhängiges Gründungsmitglied beteiligt ist. Eine allgemein gültige und akzeptierte Definition gibt es nicht. Der Ausdruck aus der Ständegesellschaft bekam diese Hauptbedeutung erst in jüngeren Jahren. Im Duden steht er noch im Jahre 2001 für die Mittelschicht. Besonders in der Schweiz wird er weiterhin so benutzt. Mangels äquivalenter Übersetzungen hat das Wort als Lehnwort mittelstand in die englische und spanische Sprache Eingang gefunden. - Produktivität (Wikipedia)
Als Produktivität wird in der Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre eine betriebswirtschaftliche bzw. volkswirtschaftliche Kennzahl bezeichnet, die das Verhältnis zwischen produzierten Gütern/Dienstleistungen und den dafür benötigten Produktionsfaktoren beschreibt. - Unternehmergeist (Wikipedia)
Der Begriff Unternehmertum (englisch entrepreneurship, von französisch entreprendre ‚unternehmen‘), auch Unternehmergeist, Gründertum, Gründerszene oder Gründerkultur, beschäftigt sich als wirtschaftswissenschaftliche Teildisziplin mit dem Gründungsgeschehen oder der Gründung von neuen Organisationen als Reaktion auf identifizierte Möglichkeiten und als Ausdruck spezifischer Gründerpersönlichkeiten, die ein persönliches Kapitalrisiko tragen. Entrepreneur war im Französischen seit dem 16. Jahrhundert eigentlich ein Begriff für einen militärischen Anführer. So wurde im 18. Jahrhundert zuerst von B. F. de Belister eine Person genannt, die Waren zum kontrahierten Preis verkauft und versucht, sie möglichst billig einzukaufen (sog. Arbitrage, also im Unterschied zu späteren Definitionen ein risikoloses Geschäft). Die klassischen Definitionen des Entrepreneurs heben seine gesamtwirtschaftliche Erneuerungsfunktion hervor. In der modernen Entrepreneurship-Literatur finden sich zahlreiche, teils breitere Definitionsansätze. Entrepreneurship ist mehr als Unternehmensgründung und effiziente Nutzung von Ressourcen. Es schließt kreative Elemente wie die systematische Identifizierung von (Markt-)Chancen, das Finden von neuen (Geschäfts-)Ideen und deren Umsetzung in Form von neuen Geschäftsmodellen ein und ist nicht zwingend mit der Eigentümerfunktion verbunden. Das heißt, Unternehmertum kann auch innerhalb bestehender Unternehmen von Nicht-Eigentümern praktiziert werden (Intrapreneurship). Der deutsche Begriff „Unternehmertum“ bezeichnet außerdem die Gesamtheit der Unternehmer eines Landes bzw. die soziale Klasse der Unternehmer (z. B. das „österreichische Unternehmertum“), wobei die Abgrenzung zum Kleinunternehmertum unscharf verläuft. Zur Kennzeichnung der Charakteristika von innovativen, persönlich risikotragenden Gründern wird heute in der deutschen Sprache meist der Entrepreneurbegriff verwendet. Hingegen wird ein Gründer ohne innovative Geschäftsideen, ohne eigene Mitarbeiter und ohne Wachstumspotenzial im Unterschied zum Entrepreneur oft als Existenzgründer bezeichnet. Als Start-Up bezeichnet man eine frühe und zeitlich begrenzte Entwicklungsphase eines innovativen …