Kuriose Rechtsfälle: Von Pizza, Pferden und Penunzen

ARAG Experten mit ungewöhnlichen Fällen aus der Rechtsprechung

Kuriose Rechtsfälle: Von Pizza, Pferden und Penunzen

ARAG Experten mit ungewöhnlichen Fällen aus der Rechtsprechung

Kuriose Fälle gibt es auch in der Justiz. Ob ein Einbrecher, der nach seinem Coup eine ganze Pizzeria zum Essen einlädt, ein Vermögen, das im Heizkessel buchstäblich in Rauch aufgeht, oder ein sündhaft teures Dressurpferd, das sich als Fehlkauf entpuppt – manchmal landen die ungewöhnlichsten Geschichten vor Gericht. Die ARAG Experten stellen drei skurrile Fälle vor.

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Eine Lokal-Runde überführt den Einbrecher
Manche Zeche ist eben höher als gedacht. Weil ein Mann seine über mehrere Wochen angehäuften Schulden in einer Pizzeria nicht bezahlen konnte, kehrte er kurzerhand nachts zurück. Allerdings nicht, um die Rechnung zu begleichen, sondern um einzubrechen. Dabei erbeutete er mehrere tausend Euro. Als er tags darauf nicht nur seine Schulden zahlte, sondern alle Gäste zu einer Lokalrunde mit Pizza einlud, schöpfte der Gastwirt Verdacht und alarmierte die Polizei. Die konnte den generösen Dieb wenig später festnehmen. Nach Auskunft der ARAG Experten war der Mann geständig, hatte sich glaubhaft beim Pizzeria-Wirt entschuldigt und Besserung gelobt. Zudem steckte er in finanziellen Schwierigkeiten und stand zum Zeitpunkt des Einbruchs unter dem Einfluss von Kokain. Daher kam er glimpflich mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung davon (Amtsgericht München, Az.: 822 Ds 257 Js 139878/19).

Teures Dressurpferd oder bockiger Ackergaul?
Für ein gutes Dressurpferd greifen manche tief in die Tasche. Doch was, wenn sich das hochdotierte Pferd als bockiger Ackergaul entpuppt? Macht in dem Fall ein deutlich zu hoher Kaufpreis einen Vertrag automatisch sittenwidrig? Mit dieser Frage hatte sich das Landgericht Osnabrück zu befassen. Eine US-amerikanische Betreiberin einer Reitanlage hatte in Deutschland ein Dressurpferd für 710.000 Euro gekauft. Später zeigten sich allerdings Leistungs- und Verhaltensdefizite, sodass sie am Wert des Tieres zweifelte. Daher ließ die Reitanlagenbesitzerin ein Gutachten anfertigen, das ihre Vermutung bestätigte: Das Pferd war tatsächlich weniger als die Hälfte wert gewesen. Sie fühlte sich über den Tisch gezogen und verlangte wegen Wuchers die Rückabwicklung des Kaufvertrags. Ohne Erfolg: Nach Auskunft der ARAG Experten stellte das Gericht klar, dass ein auffälliges Missverhältnis zwischen Preis und Wert allein nicht genügt. Für Wucher muss unter anderem hinzukommen, dass eine Zwangslage oder Unerfahrenheit bewusst ausgenutzt wurde. Die Käuferin hatte das Pferd jedoch mehrfach probegeritten, weitere Tiere besichtigt und betreibt selbst eine professionelle Reitanlage. Das sprach gegen eine schutzbedürftige Unerfahrenheit. Der Kaufvertrag blieb daher wirksam (Landgericht Osnabrück, Az.: 1 O 305/26; Urteil noch nicht rechtskräftig).

Eine halbe Million Euro beim Heizen verbrannt
Wer Wertsachen vor Einbrechern verstecken möchte, sollte sich sein Versteck gut überlegen. Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen glaubte, den perfekten Ort gefunden zu haben: Er versteckte rund 540.000 Euro Bargeld im Heizkessel seiner Werkstatt. Während seines Urlaubs bat er einen Freund, gelegentlich nach dem Rechten zu sehen. Als dieser bemerkte, dass es in den Räumen empfindlich kalt war, schaltete er die Heizung ein. Er ahnte natürlich nicht, dass er damit das Vermögen seines Freundes buchstäblich verheizte. Der verlangte daraufhin Schadensersatz. Doch ohne Erfolg: Nach Auskunft der ARAG Experten entschied das Landgericht Arnsberg, dass niemand damit rechnen muss, Bargeld ausgerechnet im Heizkessel zu finden. Der Freund habe daher keine Sorgfaltspflicht verletzt und müsse den Schaden nicht ersetzen. Die Moral der Geschichte: Das kreativste Versteck ist nicht immer das sicherste (Az.: I-2 O 347/18).

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Die ARAG ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualitätsversicherer. Sie ist der weltweit größte Rechtsschutzversicherer. Aktiv in insgesamt 18 Ländern – inklusive den USA und Kanada – nimmt die ARAG über ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen Märkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine führende Position ein. Ihren Kunden in Deutschland bietet die ARAG neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgeschäft auch eigene einzigartige, bedarfsorientierte Produkte und Services in den Bereichen Komposit und Gesundheit. Mit mehr als 6.500 Mitarbeitenden erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von über 3,2 Milliarden Euro.

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Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • Ackergaul (Wikipedia)
    Ackergaul ist eine herablassende Bezeichnung für ein Arbeitspferd (auch Gaul), das als Zugtier in der Landwirtschaft (auf dem Acker) eingesetzt wird. Wo immer möglich wurden für diese Arbeit möglichst schwere Pferde eingesetzt, daher gehört zu dem Wort „Ackergaul“ die Assoziation „schwerfällig“. Vor dem Aufkommen der Mechanisierung und Motorisierung (Traktoren) in der Feldbearbeitung spielten Zugpferde nicht nur in Deutschland eine große Rolle. Es handelt sich in der Regel um Kaltblüter. In ebenem Gelände wurden schwere Rassen, wie beispielsweise das Rheinisch-Deutsche Kaltblut eingesetzt, in bergigem Gelände wurden leichtere Rassen wie das Schwarzwälder Kaltblut eingesetzt. Ackergaul wurde und wird auch als Synonym für ein genügsames, fleißiges Arbeitstier verwendet. Als das Gegenteil zum Arbeitstier gilt oft das Reitpferd. Daraus leitet sich auch der alte Sinnspruch ab: Aus einem Ackergaul kann man kein Rennpferd machen! Pferde wurden in der Landwirtschaft für folgende Arbeiten eingesetzt Pflügen des Ackers Eggen des Ackers Zur Aussaat Zur Getreideernte Zum Dreschen Zum Transport der landwirtschaftlichen Produkte als Lasttier oder mit dem Wagen Zum Betrieb eines Pferdegöpels beispielsweise zur Förderung von Wasser Hinzu kommen leichtere Pferde als Reitpferde für Hirten, meist Rinderhirten, wie es auch heute noch in einigen Gegenden Spaniens (Vaquero), Frankreichs (Gardian), Italiens (Buttero), Ungarns (Csikós), Argentinien (Gaucho), Chiles (Huaso), Mexikos (Charro) und der USA (Cowboy) verwendet wird.
  • ARAG (Wikipedia)
    ARAG bezeichnet die ARAG SE, ein Versicherungskonzern die ARAG (Range), bestehend aus den Häfen Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und Gent
  • Einbrecher (Wikipedia)
    Einbrecher steht für: den Täter bei einem Einbruch Einbrecher (Film), ein Film von Hanns Schwarz mit Willy Fritsch und Heinz Rühmann Siehe auch: Der Einbrecher
  • heizen (Wikipedia)
    Heizen steht: in Physik und Prozesstechnik allgemein für die Zufuhr thermischer Energie in Form von Wärme in der Wirtschaft und Bautechnik für die Temperierung von Gebäuden und Anlagen, siehe Gebäudeheizung in der Umgangssprache für (mit einem Kraftfahrzeug) sehr schnell fahren.
  • Justiz (Wikipedia)
    Rechtspflege im materiellen Sinn ist die Anwendung des Rechts auf den Einzelfall durch den Staat bzw. durch seine Organe (Behörden). Rechtspflege im formellen Sinn ist der Sammelbegriff für sämtliche von den Gerichten und von weiteren Organen der Rechtspflege wahrgenommenen Aufgaben und Angelegenheiten. Rechtspflege ist im weiteren Sinne Sorge für einen geordneten Ablauf der Rechtsbeziehungen zwischen den Menschen. Als Oberbegriff für die „Gesamtheit des organisierten Rechts“ ist auch der Begriff Rechtswesen gebräuchlich. Das Rechtswesen umfasst neben der Rechtspflege auch die Rechtsetzung. Der Begriff der Justiz bzw. des Justizwesens wird teils synonym mit dem der Rechtspflege bzw. des Rechtswesens gebraucht. Der Begriff Justiz geht auf den oströmischen Kaiser Justinian I. zurück, der die Neukodifikation des römischen Rechts als Corpus iuris civilis durchführen ließ. Auf diese Weise blieb das römische Recht für die europäische Rechtswissenschaft erhalten. Schon Jahrhunderte vor Justinians Kodifizierung des überlieferten römischen Rechts, war die personifizierte Justitia ein gelegentliches Motiv auf römischen Münzrückseiten, so zum Beispiel des Kaisers Hadrian, der sich besonders um die Rechtspflege kümmerte. Im staatsrechtlichen Sinn ist Justiz ein Synonym für Judikative. In einem engeren Sinn umfasst der Justiz-Begriff die ordentliche Gerichtsbarkeit, die Staatsanwaltschaft, die Justizverwaltung, die Strafvollstreckungskammer und das Notariat.
  • Penunzen (Wikipedia)
    Geld sind die in einer Gesellschaft allgemein anerkannten Tausch- und Zahlungsmittel.
  • Pferde (Wikipedia)
    Die Pferde (Equus) sind die einzige rezente Gattung der Familie der Equidae. Zur Gattung gehören die Wildpferde (das Przewalski-Pferd und der heute ausgestorbene Tarpan), die verschiedenen Wildeselformen (der Afrikanische und der Asiatische Esel beziehungsweise der Kiang) sowie wenigstens drei Zebra-Arten (das Steppen-, das Berg- und das Grevyzebra). Sie schließt auch die aus den Wildtieren domestizierten Hausformen ein. Die Anzahl der Arten und ihre Abgrenzung zueinander sind bis heute umstritten. Insgesamt werden häufig sieben oder acht Arten unterschieden, von denen die Mehrzahl in ihrem Bestand gefährdet ist. Die Tiere leben heute in Afrika südlich der Sahara und im südlichen sowie zentralen und östlichen Asien. Die bewohnten Habitate bestehen aus offenen, häufig grasbestandenen Landschaftsräumen, die mitunter auch sehr trocken bis wüstenartig sein können. An diese Regionen sind Pferde durch ihren kräftigen Körperbau und die langen, schlanken Gliedmaßen angepasst. An den Beinen findet sich auch das kennzeichnende Merkmal der Gattung, da sowohl die Vorder- als auch die Hinterfüße jeweils nur eine Zehe aufweisen, die von einem breiten Huf bedeckt wird. Der Rückgang der Zehenanzahl, der den Pferden auch die höherrangige Bezeichnung „Einhufer“ einbrachte, ermöglicht eine schnelle und reibungsarme Fortbewegung in den Steppen- und Savannengebieten. Generell sind Pferde gesellig lebende Tiere. Es lassen sich zwei Gruppentypen in der Sozialgemeinschaft unterscheiden: einer mit Mutter-Jungtiergruppen und einzeln lebenden Hengsten und ein zweiter mit größeren Gruppen aus Stuten und Jungtieren, die auch ein oder mehrere männliche Tiere mit einschließen, die sogenannten „Harems“. Die Ausbildung des einen oder anderen Grundtyps ist in der Regel von äußeren Faktoren abhängig. Dazu zählt vor allem das Nahrungsangebot, das über das Jahr beständig oder – durch den stärkeren Einfluss von Jahreszeiten – auch wechselnd sein kann. Die Hauptnahrung der Tiere besteht aus Gräsern, gelegentlich fressen sie auch Blätter und Zweige. Zum Zerkauen der harten Grasnahrung bildeten sich bei den Pferden Backenzähne mit extrem hohen Zahnkronen heraus, was als ein weiteres typisches …
  • Pizza (Wikipedia)
    Eine Pizza (Aussprache [ˈpɪtsa], italienisch [ˈpitːsa], deutscher Plural: die Pizzas oder die Pizzen) ist ein vor dem Backen würzig belegtes Fladenbrot aus einfachem Hefeteig aus der italienischen Küche. Die heutige international verbreitete Variante mit Tomatensauce und Käse als Basis stammt vermutlich aus Neapel. 2017 wurde die neapolitanische Kunst des Pizzabäckers (Art of Neapolitan ‘Pizzaiuolo’) in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Neben Spaghetti ist die Pizza heute das bekannteste italienische Nationalgericht; sie wird weltweit angeboten.
  • Pizzeria (Wikipedia)
    Eine Pizzeria (Plural ital. Pizzerie, dt. Pizzerias, auch Pizzerien) ist ein Restaurant, dessen Spezialität die Herstellung und der Verkauf von Pizza ist.
  • Recht (Wikipedia)
    Recht bezeichnet die Gesamtheit genereller Verhaltensregeln, die von der Gemeinschaft gewährleistet werden. Solche Verhaltensnormen entstehen entweder als Gewohnheitsrecht, indem Regeln, die von der Gemeinschaft als verbindlich akzeptiert werden, fortdauernd befolgt werden, oder als gesetztes („positives“) Recht, das von staatlichen oder überstaatlichen Gesetzgebungsorganen oder von satzungsgebenden Körperschaften geschaffen wird. Das Recht umfasst damit alle Regeln zur Konfliktverhütung und -lösung, damit ein geordnetes und friedliches Miteinander möglich ist, weil sie von allen Mitgliedern einer Gesellschaft eingehalten werden sollen. Diese generellen Regeln werden als objektives Recht bezeichnet. Es ist zu unterscheiden von subjektiven Rechten, den konkreten Rechten des Einzelnen, etwas zu tun, zu unterlassen oder von einem anderen zu verlangen. Das subjektive Recht kann sich entweder unmittelbar aus dem allgemeinen objektiven Recht ergeben oder in ihm seine (Ermächtigungs-)Grundlage haben. Zu solchen subjektiven Rechten gehören insbesondere die individuellen Freiheitsrechte, die sich aus den generellen Grundrechtsgarantien ergeben (z. B. das Recht, seinen Beruf zu wählen), ferner Ermächtigungen zu rechtswirksamen Handlungen (z. B. ein Kündigungsrecht, durch das ein Mietvertrag beendet werden kann) und schließlich Ansprüche, von einem anderen etwas zu verlangen. Die rechtliche Gewährleistung für solches „Verlangenkönnen“ liegt darin, dass der Berechtigte vor Gericht klagen und dieses dadurch verpflichten kann, ihm zur Durchsetzung seines Rechts zu verhelfen (ubi actio ibi ius). Eine wesentliche Komponente eines subjektiven Rechts ist also eine rechtlich gewährleistete Durchsetzungsinitiative. Objektives Recht und subjektives Recht gelten als „zwei verschiedene Seiten derselben Medaille“.
  • Werkstatt (Wikipedia)
    Eine Werkstatt oder Werkstätte ist eine Arbeitsstätte mit vorhandenen Werkzeugen oder Maschinen zur Fertigung oder Reparatur von Produktionsgütern. Es ist der Raum, in dem ein Gewerk ausgeübt wird, insofern dieses nicht unter freiem Himmel stattfinden kann oder muss. Von vorindustrieller Zeit bis heute sind Werkstätten die Orte, in denen handwerkliche oder kunsthandwerkliche Güter produziert werden (siehe auch Manufaktur). Verbreitet sind heute Werkstätten vor allem in Handwerksbetrieben, wie etwa in Tischler- oder Schlosserwerkstätten, Kunstschmieden, Schneidereien, Spenglereien, Autowerkstatt (oder Mietwerkstatt) bzw. im künstlerischen Bereich als Ateliers. In verschiedenen Gewerken existieren auch Schauwerkstätten, die die handwerklichen Arbeitsprozesse für Besucher anschaulich darbieten. Im Kulturbetrieb gibt es zudem Kultur- oder Theaterwerkstätten. Im Zuge der Do-it-yourself-Bewegung entstanden viele Hobbywerkstätten im privaten Bereich (Heimwerker). Die Werkstattfertigung bezeichnet einen Produktionstyp, bei dem die Ressourcen nach dem Verrichtungsprinzip organisiert und räumlich zusammengefasst sind, z. B. in der Autowerkstatt und der Schreinerei. Eine Werkstatt kann im übertragenen Sinne eine Zusammenkunft oder eine Lerneinheit sein. Dieser Begriff betont das Lösen von Problemen oder auch das direkte Üben am Thema.
  • Zeche (Wikipedia)
    Der Begriff Zeche wird in der deutschen Sprache in mehrfacher Form verwendet und hat dabei eine unterschiedliche Bedeutung. Der Begriff wird in der beruflichen Sprache zur Bezeichnung von beruflichen Verbänden verwendet. Des Weiteren wird er im allgemeinen Sprachgebrauch und in der Bergmannssprache verwendet.
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