ARAG Experten erläutern rechtliche Folgen von ungewöhnlichen Begegnungen
Wenn vermeintlich harmlose Situationen plötzlich rechtliche Folgen haben, lohnt es, genauer hinzuschauen. Wer haftet nach einem Unfall im Streichelzoo? Wer trägt das Risiko, wenn ein Tier beim Einschläfern die Ärztin verletzt? Und dürfen Städte das Füttern von Tauben wirklich verbieten? Die ARAG Experten ordnen drei aktuelle Entscheidungen ein.
Umgerannt im Streichelzoo: Wer trägt das Risiko?
In einem Tierpark betrat eine Urlauberin das Streichelgehege mit afrikanischen Zwergziegen. Dort wurde sie von einer Ziege umgerannt und verletzte sich so schwer am Knie, dass eine Operation und eine längere Krankschreibung notwendig wurden. Ihre Krankenkasse verlangte anschließend vom Tierpark die Erstattung von rund 30.000 Euro Behandlungskosten. Nach Auskunft der ARAG Experten sah das Landgericht Stralsund dafür jedoch keine Grundlage (Az.: 2 O 77/25). Wer ein Streichelgehege betritt, muss mit typischem Tierverhalten rechnen. Im konkreten Fall konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Ziege besonders aggressiv war oder die Frau gezielt angegriffen hat. Entscheidend war für die Richter zudem, dass der Tierpark seine Sorgfaltspflichten erfüllt hatte. Die eingesetzte Ziegenrasse ist für Streichelgehege üblich, die Tiere waren ausreichend versorgt und es lagen keine Hinweise auf besondere Gefahren vor.
Pony fällt bei Einschläferung auf Ärztin: Wer haftet?
In einem weiteren Fall sollte eine Tierärztin ein schwer krankes Pony einschläfern. Während des Eingriffs verlor das Tier die Kontrolle über seinen Körper, kippte zur Seite und fiel auf die behandelnde Ärztin. Diese wurde verletzt und verlangte von der Halterin des Ponys Schmerzensgeld. Begründung: Es habe sich eine typische Tiergefahr verwirklicht, für die die Halterin nach Paragraf 833 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) hafte. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main bewertete die Situation anders (Az.: 3 U 127/25). Nach Darstellung der ARAG Experten argumentierten die Richter, dass ein Pony, das gerade eingeschläfert wird, nicht mehr eigenständig „tierisch“ handelt. Das Umfallen sei in diesem Stadium nicht Ausdruck unberechenbaren Tierverhaltens, sondern allein der injizierten Betäubung und der Schwerkraft geschuldet. Die Bewegung des Tieres sei durch den medizinischen Eingriff verursacht worden, nicht durch eine spontane Reaktion.
Ist das Füttern von Tauben Tierschutz?
Die ARAG Experten berichten über einen Fall, bei dem eine Bürgerin in der Innenstadt von Emsdetten regelmäßig Futter für Tauben auslegte. Die Kommune untersagte ihr dieses Verhalten per Bescheid. Die Frau klagte dagegen und berief sich auf ihre moralische Verpflichtung, die Tiere zu versorgen. Das Verwaltungsgericht Münster bestätigte das Verbot (Az.: 1 K 1474/21). Das Taubenfüttern ist kein grundrechtlich geschütztes Verhalten, das Städte hinnehmen müssen. Kommunen dürfen das Füttern untersagen, um die Taubenpopulation zu begrenzen und Verschmutzungen durch Taubenkot zu reduzieren. Auch das Argument der Klägerin, aus Tierschutzgründen handeln zu müssen, überzeugte das Gericht nicht. Der Tierschutz ist zwar ein wichtiger Aspekt, muss aber mit anderen öffentlichen Interessen, wie Sauberkeit und Ordnung im Stadtgebiet, abgewogen werden.
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- ARAG (Wikipedia)
ARAG bezeichnet die ARAG SE, ein Versicherungskonzern die ARAG (Range), bestehend aus den Häfen Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und Gent - Behandlungskosten (Wikipedia)
Als Krankheitskosten (oder Behandlungskosten, Gesundheitskosten; englisch cost-of-illness) werden in der Gesundheitswirtschaft und im Versicherungswesen jene Kosten bezeichnet, die durch eine Krankheit, durch Unfall oder durch sonstige vereinbarte Leistungen einschließlich solcher bei Schwangerschaft und Entbindung sowie für ambulante Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten nach gesetzlich eingeführten Programmen verursacht wurden. - Einschläferung (Wikipedia)
Als Tiereuthanasie, Einschläfern oder Einschläferung bezeichnet man die Tötung eines kranken oder verletzten Tieres durch befugte Personen wie Veterinärmediziner, Polizei oder auch Jäger. Die Tötung muss begründet sein und eine Methode angewendet werden, die dem Tier möglichst wenig Angst und Schmerz verursacht. Die rechtlichen Regelungen zur Tiereuthanasie variieren je nach Tierart, Situation und dem Land, in welchem das Tier eingeschläfert werden soll. Beispielsweise gelten für Nottötungen nach Unfällen besondere Regelungen. In manchen Fällen von anzeigepflichtigen Tierseuchen kann die Keulung behördlich angeordnet werden. - Gericht (Wikipedia)
Ein Gericht ist ein Organ der Rechtsprechung (Judikative). In der Rechtsgeschichte sind etliche Formen als Vorläufer der heutigen Gerichte bekannt. - Pferd (Wikipedia)
Pferd steht für: die Familie der Pferde, siehe Equidae die Gattung der Pferde innerhalb dieser Familie Hauspferd, ein weit verbreitetes Haustier Wildpferd, verschiedene Arten wildlebender Pferde, teilweise auch verwilderte Hauspferde Ferner: ein chinesisches Tierzeichen, siehe Erdzweige Pferd (Wappentier), das Pferd als häufig auftretendes Wappentier Pauschenpferd, ein Turngerät eine Figur beim Schachspiel, siehe Springer (Schach) Markenname des Werkzeugherstellers August Rüggeberg Peerd, ein Tau, das unter den Rahen befestigt ist und die Arbeiten an der Rah ermöglicht Siehe auch: - Pony (Wikipedia)
Pony steht für: Pony (Pferd), Pferd mit Stockmaß bis 148 cm Pony (Frisur), Frisur Pony (Magazin), Stadtmagazin in Göttingen Pony (Marke), Modelabel aus den Vereinigten Staaten Pony (Programmiersprache), objektorientierte Programmiersprache Pony (Texas), Stadt in Texas Pony (Zeitschrift), Zeitschrift für Kinder Pony (Band), Kindermusikgruppe Pony, anders für Damengedeck in der Gastronomie Pony, Hauptfigur der Zeichentrickserie Das ist Pony! Fahrzeuge: Citroën Pony (auch Namco Pony), Pkw-Modell von Citroën Hyundai Pony, Pkw-Modell von Hyundai NSU 201 ZD Pony, ein Motorradmodell der NSU D-Rad Vereinigte Fahrzeugwerke A. G. Beepo Pony, Pkw-Modell von Beepo Electric Vehicles Pony Motos, Motorfahrrad von Amsler & Co Pony, Baureihe Be 2/4 der Straßenbahn Zürich, siehe VBZ Be 4/6 (Tram 2000) Jenbach Pony, Feldbahnlokomotive Siehe auch: Pony Club, Reiter-Jugendorganisation Pony-Express, Postbeförderungsdienst in den Vereinigten Staaten Pony Lake, See auf der Ross-Insel, Antarktis Mein kleines Pony, US-amerikanische Fernsehserie und Spielfigur Pawnee (gesprochen [pɔˈni]), nordamerikanischer indigener Stamm - Sorgfaltspflicht (Wikipedia)
Sorgfalt ist in der Umgangssprache die Gewissenhaftigkeit und Genauigkeit beim Handeln und in der Rechtswissenschaft die Rechtspflicht von Rechtssubjekten, sich nach den Rechtsnormen zu verhalten. Gegensatz ist die Sorglosigkeit. Sorgfalt ist nicht legaldefiniert. - Streichelzoo (Wikipedia)
Als Streichelzoo wird eine Gehegeeinrichtung bezeichnet, in der ausgesuchte Haustiere gehalten werden, die als friedfertig und handzahm gelten und speziell Kindern direkten Zugang und Kontakt zu den Tieren ermöglichen sollen. Streichelzoos sind für gewöhnlich Teil öffentlicher Tierparks und/oder Zoos. - Tauben (Wikipedia)
Die Tauben (Columbidae), von mittelhochdeutsch tūbe (als „die Dunkle“ vermutlich zu germanisch dūƀon), sind eine artenreiche Familie der Vögel. Sie sind die einzige Familie der Ordnung der Taubenvögel (Columbiformes). Eine männliche Taube heißt Tauberich, Täuberich (Nachbildung von „Enterich“), Tauber (seit dem 14. Jahrhundert von mittelhochdeutsch tūber) oder auch Täuber. Eine weibliche Taube wird manchmal auch Täubin genannt. Die Arten der Familie haben einen recht einheitlichen Körperbau mit kräftigem Rumpf und relativ kleinem Kopf, der beim Laufen in charakteristischer Weise vor und scheinbar zurück bewegt wird: Er wird nach jedem Schritt „nachgeholt“, so dass das Bild auf der Netzhaut bis dahin ruht – ein Stellreflex. Bei den meisten Arten ist das Gefieder grau, graublau oder braun gefärbt. Einige Arten, die meist zu den Fruchttauben gehören, haben ein sehr farbenprächtiges Gefieder. Tauben ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung, die von den meisten Arten unzerteilt verschluckt wird. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vögeln heben Tauben den Kopf beim Trinken nicht an – das wäre das übliche „Schöpftrinken“ –, sondern saugen das Wasser auf: „Saugtrinken“. Die Nester der Tauben sind meist sehr einfache Gebilde. Das Gelege besteht aus einem bis zwei Eiern. Zu den Besonderheiten der Taubenvögel zählt die Bildung der sogenannten Kropfmilch, mit der die Jungvögel ernährt werden. Die Nestlinge wachsen sehr schnell heran, bei vielen Arten sind sie bereits nach zwei Wochen flügge. Die Familie umfasst etwa 42 Gattungen und mehr als 300 Arten, die größte Artenvielfalt gibt es im Bereich Südasien bis Australien. In der Paläarktis kommen 29 Arten vor, davon fünf in Mitteleuropa. - Tier (Wikipedia)
Tiere sind vielzellige Lebensformen, die eine Form des heterotrophen Stoff- und Energiewechsels betreiben, somit in der Ernährung auf Körpersubstanz oder Stoffwechselprodukte anderer Organismen angewiesen und keine Pilze sind. Innerhalb der irdischen Lebensformen bilden die Tiere ein eigenes Reich namens Animalia. Dieses Reich wird heutzutage gleichgesetzt mit dem Taxon der Metazoa. Demzufolge ist die Gruppe der eigentlichen Tiere deckungsgleich mit der Gruppe der vielzelligen Tiere. Nach moderner Auffassung existieren keine einzelligen Tiere, obwohl dies traditionell anders gesehen wurde. Sämtliche Tiere entwickelten sich aus einer gemeinsamen Stammform und sind untereinander näher verwandt als mit allen anderen Lebewesen. Die Tierwelt wird mit dem Begriff der Fauna umschrieben. Die Naturwissenschaft von den Tieren heißt Zoologie. Der Mensch wird in der Biologie zu den Tieren gezählt. Bestimmte nicht-naturwissenschaftliche Disziplinen – darunter Rechtswissenschaft und Theologie – rechnen ihn nicht zu ihnen. Das Verhältnis zwischen Tier und Mensch ist Forschungsgegenstand der Tierphilosophie. - Tierärztin (Wikipedia)
Ein Tierarzt, Tiermediziner, Veterinär (von französisch vétérinaire; aus lateinisch veterinarius = „zum Zugvieh gehörig“), Veterinärmediziner oder Veterinärarzt ist ein Hochschulabsolvent der Tiermedizin (Veterinärmedizin, Tierheilkunde). Dieses Studium qualifiziert unter anderem zur medizinischen Betreuung und Behandlung von Tieren. In den meisten Ländern ist die Berufsbezeichnung geschützt und die Berufsausübung bedarf einer staatlichen Erlaubnis (Approbation). Neben der kurativen Tätigkeit in einer Tierarztpraxis oder Tierklinik sind Tierärzte auch im Veterinärwesen, in der Forschung und in der Industrie (vor allem in der Pharmaindustrie) tätig. - Tierpark (Wikipedia)
Ein zoologischer Garten (altgriechisch ζῷον zōon [dzɔ̂ːon], deutsch ‚Lebewesen, Tier‘), kurz Zoo, auch Tiergarten oder Tierpark, ist eine große, meist parkartige Anlage zur Haltung und öffentlichen Zurschaustellung verschiedener Tierarten. Auf Grundlage der geschichtlichen Entwicklung gelten vor allem wissenschaftlich geleitete Parks als Zoo. In der breiten Öffentlichkeit werden aber auch andere Tierhaltungen wie größere Wildgehege und Volierensammlungen als Zoo verstanden. Zoos dienen der Bildung, Forschung, Erholung sowie dem Natur- und Artenschutz, zum Beispiel durch Nachzucht seltener Tiere und deren Auswilderung, sind aber von einer Tierschutz- oder Tierrechtsposition aus umstritten. Im europäischen Recht ist der Begriff Zoo legaldefiniert in Art. 2 der Richtlinie 1999/22/EG des Rates vom 29. März 1999 über die Haltung von Wildtieren in Zoos, in Deutschland in § 42 Bundesnaturschutzgesetz als „dauerhafte Einrichtung, in der lebende Tiere wild lebender Arten zwecks Zurschaustellung während eines Zeitraumes von mindestens sieben Tagen im Jahr gehalten werden“, ausgenommen sind unter anderem Zirkusse und Tierhandlungen, übernommen. - Unfall (Wikipedia)
Ein Unfall ist ein plötzliches, zeitlich und örtlich bestimmbares und von außen einwirkendes Ereignis, bei dem eine natürliche Person unfreiwillig einen Körperschaden erleidet (Personenschaden) oder eine Sache unbeabsichtigt beschädigt wird (Sachschaden). Die häufigsten Unfallereignisse für Körperschäden sind Stürze, Verkehrsunfälle, Haushaltsunfälle, Sportunfälle und Verbrennungen sowie penetrierende Verletzungen (in erster Linie Stich- und Schnittverletzungen) und Stromunfälle. Unfallursache ist in den meisten Fällen menschliches Versagen. Weitere Unfallereignisse mit der Folge von Körperschäden sind unter anderem Maschinenunfälle, Bauunfälle (unterschieden in Hochbau-Unfälle und Tiefbau-Unfälle), Bergbauunfälle, Gebirgsunfälle, Hochseeunfälle, Wasserunfälle, Stromunfälle (Elektrounfälle), Brandunfälle, Druckluftunfälle (etwa beim Tauchgang) und Strahlenunfälle. Während das deutsche Versicherungsvertragsgesetz (VVG) bei der Sachversicherung auf eine Definition verzichtet, wird der Unfall im Rahmen einer (Personen-)Unfallversicherung in § 178 Abs. 2 Satz 2 VVG wie folgt definiert: „Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.“ Im Rahmen der Sachversicherung wird der Unfallbegriff von den Versicherern in ihren Allgemeinen Versicherungsbedingungen definiert. Dabei kommt es auch zu Abweichungen in den Formulierungen, die eine unterschiedliche Reichweite des Versicherungsschutzes zur Folge haben können. - Zwergziege (Wikipedia)
Die Westafrikanische Zwergziege ist eine Rasse bzw. Rassengruppe der Hausziege (Capra aegagrus hircus). Die Zwergziegen Westafrikas werden, je nach regionaler Herkunft, mit einer Vielzahl von Namen bezeichnet, unter vielen anderen etwa Nigerianische oder Kamerun-Zwergziege (die Reinrassenzucht nach europäischem Brauch mit Herdbuch ist in Afrika nicht üblich, es handelt sich in europäischer Terminologie um Landrassen). Generell werden als „Zwergziegen“ alle Ziegenrassen mit einer Widerristhöhe unter 50 Zentimeter zusammengefasst. Diese kommen vor allem in West- und Zentralafrika vor. 1996 wurde abgeschätzt, dass etwa 38 Prozent der 38 Millionen Hausziegen in den humiden Regionen Westafrikas zu den Zwergziegenrassen gehören. Zu den Westafrikanischen Zwergziegen gehörende Schläge und Landrassen sind die wirtschaftlich bedeutendsten Ziegenrassen in 18 Staaten West- und Zentralafrikas. Die meisten (11 Millionen) leben in den humiden Regionen Ost-Nigerias. Über 90 Prozent werden von Kleinbauern gehalten. In Kamerun leben 6,2 Millionen. Die Tiere werden vor allem zur Fleischproduktion gehalten, sind aber oft das einzige Kapital der armen Landbevölkerung und ihr Verkauf in Notzeiten deren letzte verbleibende Einkommensquelle. Bei genetischen Untersuchungen, etwa an Kameruner Zwergziegen, zeigte sich anhand der genetischen Marker eine wahrscheinliche Einwanderungsroute, dem Niltal folgend, aus Nordostafrika, möglicherweise den historischen Wanderungen der Bantu-Völker folgend, die sie als Haustiere eingeführt hätten. Innerhalb der Region war der Unterschied zwischen verschiedenen Landrassen gering und die Inzuchtrate innerhalb der Populationen hoch, was vermutlich mit den Zuchtbedingungen vor Ort zusammenhängt. Die Westafrikanischen Zwergziegen als Gruppe zeigen aber eine genetische Diversität, die keinen Inzuchteinfluss erkennen lässt und der bei ihrer ursprünglichen Einführung nach Westafrika entsprechen könnte. Bekannt ist die besondere Resistenz der Nigerianischen Zwergziegen gegen Parasitenerkrankungen wie die (regional extrem bedeutende) afrikanische Trypanosomiasis und den Magenwurm Haemonchus contortus. Die Westafrikanischen Zwergziegen sind in der Fellfarbe …