Warum digitales Unternehmertum dringend wieder mehr Vernunft braucht.
EinKommentar zur Digitalkonferenz von Bernhard Schindler
Berlin. Wir haben eine ganze Unternehmergeneration geschaffen, die beschäftigt wirkt – aber nicht mehr verkauft. Früher hat ein Unternehmer morgens den Hörer in die Hand genommen. Heute nimmt er das Handy in die Hand und schaut erst mal, wer seinen letzten LinkedIn-Post geliked hat. Genau da beginnt das Problem. Plattformen wie LinkedIn oder XING waren ursprünglich brillante Werkzeuge. Sichtbarkeit. Recruiting. Kontakte. Positionierung. Alles richtig. Aber irgendwann ist aus einem Werkzeug eine digitale Dauerbespaßung geworden, die vielen Unternehmern jeden Tag heimlich Stunden klaut – und zwar unter dem Deckmantel von „Business“.
Da sitzen Geschäftsführer mittlerweile morgens mit Kaffee am Handy und fühlen sich produktiv, weil sie drei Kommentare geschrieben, zwei Beiträge geliked und eine „spannende Vernetzung“ angenommen haben. Manche feiern mittlerweile ernsthaft eine LinkedIn-Nachricht wie früher einen Großauftrag. „Wow, da hat mir jemand geschrieben!“ Ja Wahnsinn. Früher hätte man dafür einfach telefoniert. Und genau das ist die stille Krankheit unserer Zeit: Wir verwechseln digitale Bewegung mit echtem Fortschritt. Hauptsache beschäftigt. Hauptsache sichtbar. Hauptsache aktiv wirken. Aber während der eine seinen dritten „Leadership-Post“ der Woche schreibt, macht der andere zehn kalte Anrufe, fährt zu drei Kunden und macht zwei Abschlüsse.
Die Wahrheit ist doch brutal einfach: Viele Social-Media-Plattformen leben mittlerweile davon, dass Unternehmer möglichst lange online bleiben – nicht davon, dass sie möglichst erfolgreich werden. Aufmerksamkeit ist das Geschäftsmodell. Nicht dein Unternehmenserfolg.
Und deswegen fühlt sich Business Social Media inzwischen oft an wie ein riesiges digitales Großraumbüro voller Menschen, die sich gegenseitig erzählen, wie unglaublich beschäftigt sie sind, während draußen jemand anderes das Geschäft macht.
Dazu kommt dieser absurde Reichweiten-Wahnsinn. Unternehmen zahlen heute teilweise 80, 120 oder mehrere hundert Euro pro Lead auf LinkedIn. Organische Reichweiten werden künstlich runtergedrückt, damit mehr Anzeigen gekauft werden. Gleichzeitig werden die Feeds voller, die Aufmerksamkeitsspanne kürzer und die Inhalte austauschbarer. Überall dieselben Buzzwords. Dieselben Fotos. Dieselben KI-Propheten. Dieselben „Ich bin dankbar“-Texte. Manchmal hat man das Gefühl, halb LinkedIn besteht nur noch aus Menschen, die sich gegenseitig zu ihrer eigenen Sichtbarkeit gratulieren.
Und jetzt wird“s unangenehm: Viele Unternehmer haben mittlerweile mehr Energie für ihre Außenwirkung als für ihr eigentliches Geschäft. Die Präsentation läuft besser als der Vertrieb. Das Branding besser als die Kundenbindung. Die Reichweite besser als die Realität.
Dabei entstehen die größten Deals bis heute nicht durch einen Herz-Emoji-Kommentar unter irgendeinem Post. Sie entstehen durch Vertrauen. Durch direkte Gespräche. Durch Timing. Durch Mut. Durch echtes Matchmaking. Durch Menschen, die bereit sind, zum Hörer zu greifen, statt den nächsten Carousel-Post über „5 Learnings aus meiner Unternehmerreise“ zu bauen.
Wir brauchen deshalb dringend wieder mehr Vernunft. Weniger digitale Dauerbeschallung. Weniger Online-Ego. Weniger künstliches Unternehmer-Theater. Nicht jeder Geschäftsführer muss plötzlich Thought Leader werden. Nicht jeder Mensch mit WLAN und Ringlicht ist automatisch relevant.
Was wir brauchen, sind Plattformen, die echte Relevanz schaffen. Systeme, die Menschen intelligent zusammenbringen. Nicht nach hübschem Profilbild oder möglichst cleverer Headline. Sondern nach Lösungen, Geschwindigkeit, Energie, Problemen, Chancen und echtem unternehmerischem Mehrwert.
Denn ganz ehrlich: Der Mittelstand braucht aktuell keine weiteren Motivationsposts. Er braucht Kunden. Lösungen. Mitarbeiter. Geschwindigkeit. Vertrauen. Umsatz.
Vielleicht müssen wir uns deshalb endlich wieder daran erinnern, wie Business eigentlich entstanden ist. Nicht durch Likes. Nicht durch Algorithmen. Sondern durch Gespräche. Mut. Klarheit. Handschlagqualität. Und manchmal einfach durch ein verdammt gutes Telefonat.
Der SCHINDLER Circle ist die Heimat für Unternehmer:innen, die echten Fortschritt wollen. Mit Bernhard als persönlichem Sparringspartner entwickelst du monatlich live und persönlich neue Brands, gehst mutige Wege in deiner Positionierung, entfaltest klare Strategien, öffnest ungeahnte Türen und bringst sogar neue Produkte konsequent auf die Straße. Dazu kommen die starken Matches der legendären Powerdays und die Fähigkeit, deine unternehmerische Helikopterperspektive zu schärfen. Eine einmalige Kombination aus Sparring, Umsetzung und Matchmaking, die dein Business nachhaltig transformiert.
Kontakt
Innovation Circle Managementgesellschaft mbH
Andreas Wagner
Gewerbering 38a
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- Bernhard Schindler (Wikipedia)
Bernhard Schindler ist der Name folgender Personen: Bernhard Schindler (Boxer), deutscher Boxer Bernhard Schindler (Journalist) (* 1936), Schweizer Journalist und Autor Bernhard Schindler (Galerist) (* 1965), Schweizer Galerist und Kunsthändler - Digitalisierung (Wikipedia)
Unter Digitalisierung (von lateinisch digitus ‚Finger‘ und englisch digit ‚Ziffer‘) versteht man die Umwandlung von analogen, d. h. stufenlos darstellbaren Werten bzw. das Erfassen von Informationen über physische Objekte in Formate, welche sich zu einer Verarbeitung oder Speicherung in digitaltechnischen Systemen eignen. Die Information wird hierbei in ein digitales Signal umgewandelt, das nur aus diskreten Werten besteht. Zunehmend wird unter Digitalisierung auch die Nutzung primär digitaler Repräsentationen, zum Beispiel durch Digitalkameras oder digitale Tonaufzeichnungssysteme verstanden. Die Möglichkeit der informationstechnischen (Weiter-)Verarbeitung ist ein Prinzip, das allen Erscheinungsformen der Digitalen Revolution und der Digitalen Transformation im Wirtschafts-, Gesellschafts-, Arbeits- und Privatleben zugrunde liegt. - mittelstand (Wikipedia)
Als (gewerblicher) Mittelstand werden im deutschsprachigen Raum (mit Ausnahme der Schweiz, siehe Mittelschicht) je nach gewählter Definition die Gesamtheit aller Unternehmen bezeichnet, die als kleines oder mittleres Unternehmen gelten (nicht mehr als 500 Beschäftigte und nicht mehr als 50 Mio. € Jahresumsatz), oder bei denen noch mindestens ein wirtschaftlich unabhängiges Gründungsmitglied beteiligt ist. Eine allgemein gültige und akzeptierte Definition gibt es nicht. Der Ausdruck aus der Ständegesellschaft bekam diese Hauptbedeutung erst in jüngeren Jahren. Im Duden steht er noch im Jahre 2001 für die Mittelschicht. Besonders in der Schweiz wird er weiterhin so benutzt. Mangels äquivalenter Übersetzungen hat das Wort als Lehnwort mittelstand in die englische und spanische Sprache Eingang gefunden. - Unternehmer (Wikipedia)
Unternehmer ist, wer als natürliche oder juristische Person allein oder gemeinsam mit anderen Mitunternehmern ein Unternehmen betreibt. - wirtschaft (Wikipedia)
Wirtschaft oder Ökonomie ist die Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung der Bedürfnisse dienen. Zu den wirtschaftlichen Einrichtungen gehören Unternehmen, private und öffentliche Haushalte, zu den Handlungen des Wirtschaftens Herstellung, Absatz, Tausch, Konsum, Umlauf, Verteilung und Recycling/Entsorgung von Gütern. Solche Zusammenhänge bestehen zum Beispiel auf welt-, volks-, stadt-, betriebs- und hauswirtschaftlicher Ebene.