Staatssekretäre Jungk und Teichert besuchen das LPI

Zuwendungsbescheid für die First-in-Patient-Unit über 6 Millionen Euro

Staatssekretäre Jungk und Teichert besuchen das LPI

Besuch der Delegation in Jena. (Bildquelle: Andrea Borowsky/Leibniz-IPHT)

Mit dem Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI) entsteht in Jena ein Translationszentrum, um lichtbasierte Innovationen aus der Forschung in die medizinische Anwendung zu überführen. Eine gemeinsame Delegation des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK), unter Leitung der Staatssekretäre Dr. Rolf-Dieter Jungk und Prof. Dr. Steffen Teichert, besuchte das LPI am 16. Februar 2026 in Jena am Standort des Leibniz-Instituts für Photonische Technologie. Neben den neuesten Entwicklungen und Strategien des LPI beschäftigte sich das Treffen mit den Perspektiven des LPI und der Hightech Agenda Deutschland.
Der weltweite Anstieg von antimikrobiellen Resistenzen erschwert zunehmend die effektive Behandlung von Infektionskrankheiten. Das Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI) adressiert den starken Bedarf nach zügiger Diagnostik sowie personalisierter Therapie in diesem Kontext: Der Transfer innovativer Technologien aus der Forschung in die klinische Praxis soll hier beschleunigt und unterstützt werden. Das LPI zeichnet sich, mit der Einheit für klinische Studien (First-in-Patient-Unit) auf einer Intensivstation im Universitätsklinikum Jena (UKJ), durch seine einzigartige Infrastruktur aus.
Eine gemeinsame Delegation des BMFTR und des TMBWK erhielt nun vor Ort einen greifbaren Einblick in das LPI. Im Fokus des Besuchs stand das LPI als neuartige Translationsinfrastruktur. Vorgestellt wurden das Gesamtkonzept des Zentrums sowie die weiteren Schritte zu dessen struktureller Umsetzung. Staatssekretär Dr. Jungk würdigte das LPI: „Mit dem LPI wird ein Ansatz gestärkt, der Forschung, Technologieentwicklung und klinische Erprobung konsequent zusammenführt. Das schafft verlässliche Strukturen für den Transfer innovativer Lösungen in die medizinische Praxis. Ganz im Sinne der Hightech Agenda Deutschland schlagen wir so die Brücke von der Wissenschaft zur Wirtschaft und machen Deutschland so zum Top-Technologieland.“ Mit den vorhandenen Technologien und Strategien des LPI zeigte das Treffen auf, wo sich die Themen der Hightech Agenda Deutschland mit der Ausrichtung des LPI überschneiden.
Die LPI-Geschäftsführung erläuterte neben der strategischen Ausrichtung des Zentrums auch dessen Bedeutung für Thüringen, Deutschland und Europa. Staatssekretär Prof. Dr. Teichert betonte die Relevanz des Vorhabens für den Wissenschaftsstandort Thüringen: „Das LPI verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit klarer Umsetzungsorientierung. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur Profilierung Thüringens im Bereich der Gesundheitsforschung.“ Die Vertreter des BMFTR und des TMBWK unterstützen das Zentrum auf dem Weg der weiteren Etablierung, der auch den Neubau eines Laborgebäudes auf dem Gelände des UKJ vorsieht.
Unter Leitung von Prof. Dr. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologie (Leibniz-IPHT), präsentierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-IPHT und des UKJ eine Auswahl bereits verfügbarer Technologien mit hohem Potenzial für translationale Forschung und klinische Anwendung. Deutlich wurde dabei, welche Möglichkeiten sich eröffnen, um innovative photonische Ansätze künftig effektiver in die klinische Praxis zu überführen.
Ein wichtiger Meilenstein wurde bereits Anfang Februar erreicht: Das UKJ erhielt einen Zuwendungsbescheid des BMFTR für die First-in-Patient-Unit (FiPU). Die FiPU ist ein speziell konzipierter Abschnitt der Intensivstation am UKJ, der Patientenzimmer und Laboreinheiten räumlich verbindet und somit ermöglicht, innovative diagnostische und therapeutische Verfahren kontrolliert und patientennah zu erproben. Mit einer Förderung von über 6 Millionen Euro kann der Umbau am UKJ nun beginnen. „Wir freuen uns mit dem FiPU-Baustart das LPI weiter voranzutreiben. Die neue Station ist essenziell für die translationale und klinische Forschung.“, unterstreicht Prof. Dr. Thomas Kamradt, wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Medizinischen Fakultät am UKJ. Die FiPU bildet den ersten Abschnitt der LPI-Infrastruktur und schafft die Voraussetzungen, neue diagnostische Verfahren und innovative Therapien gegen Infektionskrankheiten zu etablieren. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Bundes im Rahmen des Projekts „Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI)“.
Der konstruktive Austausch zwischen Bund und Land und den Akteuren in Jena bildet eine wichtige Grundlage für die weitere gemeinsame Entwicklung des LPI-Zentrums.

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Das Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung Jena (LPI)
Das LPI ist eine nutzeroffene Translationsinfrastruktur, in der innovative photonische Technologien vom Forschungskonzept beschleunigt in die medizinische Anwendung überführt werden sollen. Dabei begleitet das LPI den gesamten Weg der Translation, von technischer Entwicklung und Validierung bis zu klinischen Studien und Vorbereitung zu marktfähigen Produkten und Services. Photonik-basierte Ansätze bilden eine leistungsfähige Alternative im Kampf gegen Infektionskrankheiten und antimikrobielle Resistenzen. Sie ermöglichen schnelle und zuverlässige Diagnostik und neue Therapiemöglichkeiten. Die Infrastruktur bietet zukünftig eine First-in-Patient-Unit im Klinikum sowie eine Laborinfrastruktur im eigenen Neubau. Das LPI ist ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen der Nationalen Roadmap für Forschungsinfrastrukturen gefördertes Vorhaben. Als Gesellschafter wird das LPI von dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Leibniz-Institut für Naturstoffe und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut (Leibniz-HKI), der Friedrich-Schiller-Universität sowie dem Universitätsklinikum Jena getragen.

Kontakt
LPI – Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung gGmbH
Sarah Krautwurst
Mälzerstr. 3
07745 Jena
0173-2658738
14ba1ab051bce6fddb1f61749d3035fe768368b9
http://www.lpi-jena.de

Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • forschung (Wikipedia)
    Unter Forschung versteht man, im Gegensatz zum zufälligen Entdecken, die systematische Suche nach neuen Erkenntnissen sowie deren Dokumentation und Veröffentlichung. Publiziert wird überwiegend als wissenschaftliche Arbeit in relevanten Fachzeitschriften und/oder über die Präsentation bei Fachtagungen. Forschung und Forschungsprojekte werden im wissenschaftlichen und industriellen, aber auch im künstlerischen Rahmen betrieben.
  • innovation (Wikipedia)
    Innovation (wörtlich „Neuerung“ oder „Erneuerung“; von lateinisch innovare ‚erneuern‘ abgeleitet) wird in der Umgangssprache im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen und für deren wirtschaftliche Umsetzung verwendet. Im engeren Sinne resultieren Innovationen erst dann aus Ideen, wenn diese in neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren umgesetzt werden, die tatsächlich erfolgreich Anwendung finden und den Markt durchdringen (Diffusion). Der komplementäre Prozess zur Innovation ist die Exnovation, die Abschaffung von nicht mehr wirksamen oder gewünschten Prozessen, Produkten oder Technologien. In die Wirtschaftswissenschaft wurde der Begriff durch Joseph Schumpeter mit seiner Theorie der Innovationen eingeführt; hier ist er als Aufstellung einer neuen Produktionsfunktion definiert. Die Innovation ist ein willentlicher und gezielter Veränderungsprozess hin zu etwas Erstmaligem, „Neuem“. Wirtschaft und Gesellschaft wandeln sich, wenn Produktionsfaktoren auf eine neuartige Art und Weise kombiniert werden. Auch in der Geisteswissenschaft und der Kultur wird der Begriff Innovation verwendet. Das forschende Suchen nach neuen Erkenntnissen oder künstlerischen Lösungswegen und Lösungen setzt Neugier, Kreativität und Lust auf Erneuerung voraus. Merkmal künstlerischer Avantgarden ist es, bisher unbekannte („innovative“) Ausdrucksformen zu finden und zu nutzen.
  • Jena (Wikipedia)
    Jena ist eine deutsche Universitätsstadt und kreisfreie Großstadt in Thüringen in der Metropolregion Mitteldeutschland. Sie liegt an der Saale zwischen Muschelkalkhängen der Ilm-Saale-Platte und ist mit 109.725 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2024) nach der Landeshauptstadt Erfurt die zweitgrößte Stadt Thüringens und eines der Oberzentren des Freistaats. Zudem ist Jena auf Platz 74 der größten Städte Deutschlands. In Jena befindet sich die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die 1558 gegründet wurde und mit 17.015 Studenten die größte Universität Thüringens ist. Jena begann sich ab dem Bau der Saalbahn 1874 zu einer Industriestadt zu entwickeln. Sie ist ein Zentrum der deutschen Optik- und Feinmechanikindustrie rund um das Unternehmen Carl Zeiss. Das Kombinat Carl Zeiss mit etwa 60.000 Mitarbeitern war seinerzeit auch das größte Kombinat der DDR. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wandelte sich Jena vom Industrie- zum Bildungs- und Wissenschaftszentrum. In Jena haben zahlreiche Forschungslabore und Institute ihren Sitz. Zwei der frühesten deutschen Hochhäuser wurden in der Stadt errichtet, der Zeiss Bau 15 und Bau 36. Das 144,5 m (mit Antenne 159,60 m) hohe Bürohochhaus Jentower war bei seiner Vollendung 1972 das höchste Hochhaus Deutschlands. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verlieh Jena 2008 den Titel Stadt der Wissenschaft. Die Stadt Jena wirbt für sich auch mit dem Namen Lichtstadt Jena. 2016 wurde Jena der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ durch die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.
  • Medizin (Wikipedia)
    Die Medizin (von lateinisch medicina) ist die Wissenschaft der Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Krankheiten, Verletzungen und Behinderungen bei Menschen und Tieren. Sie wird von medizinisch ausgebildeten Heilkundigen ausgeübt mit dem Ziel, die Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen. Dabei handelt es sich meist um Ärzte, aber auch um Angehörige weiterer Heilberufe. Zum Bereich der Medizin gehören neben der Humanmedizin die Zahnmedizin, die Veterinärmedizin (Tiermedizin) und in einem weiteren Verständnis auch die Phytomedizin (Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen). In diesem umfassenden Sinn ist Medizin die Lehre vom gesunden und kranken Lebewesen. Die Kulturgeschichte kennt eine große Zahl von unterschiedlichen medizinischen Lehrgebäuden, beginnend mit den Ärzteschulen im europäischen und asiatischen Altertum, bis hin zur modernen Vielfalt wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Medizin umfasst auch die anwendungsbezogene Forschung ihrer Vertreter zur Beschaffenheit und Funktion des menschlichen und tierischen Körpers in gesundem und krankem Zustand, mit der sie ihre Diagnosen und Therapien verbessern will. Die (natur)wissenschaftliche Medizin bedient sich dabei seit etwa 1845 zunehmend der Grundlagen, die Physik, Chemie, Biologie und Psychologie erarbeitet haben. Als Mediziner bezeichnet man eine Person, die Medizin studiert hat.
  • Photonik (Wikipedia)
    Die Photonik (griechisch Photon „Lichtteilchen“ und Suffix -ik „Kunde von, Lehre von“) ist ein Wissenschaftszweig mit Schwerpunkt in der Physik. Er umfasst die Grundlagen und die Anwendungen optischer Verfahren und Technologien auf die Bereiche der Übertragung, Speicherung und Verarbeitung von Information. Im engeren Sinne steht Photonik für Optoelektronik; im weiteren Sinne wird es über die Nachrichtentechnik hinaus verwendet für nicht-klassische optische Technologien, z. B. beim Gebrauch optischer Prozessoren.
  • Thüringen (Wikipedia)
    Thüringen ([tʰyːʁɪŋən] ; amtlich Freistaat Thüringen, Abkürzung TH) ist ein Bundesland der Bundesrepublik Deutschland. Es gehört zu den kleineren von 16 Bundesländern (zwölftgrößtes nach Bevölkerung, elftgrößtes nach Fläche). Größte Stadt ist die Landeshauptstadt Erfurt, einzige weitere Großstadt ist Jena. Der Name Thüringen tritt als Gebietsbezeichnung seit dem Thüringerreich im frühen 6. Jahrhundert auf. Danach bildete Thüringen kein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet mehr, auch wenn es dem Landgrafen von Thüringen für kurze Zeit gelang, große Teile der Region zu kontrollieren. Dennoch blieb der Name für die Landschaft erhalten und wurde 1920 aufgegriffen, als sich sieben der acht „Thüringischen Staaten“ vereinigten und das Land Thüringen gründeten. Infolge der Auflösung Preußens kam am 9. Juli 1945 dessen Regierungsbezirk Erfurt hinzu. Nach der Auflösung der Länder in der DDR 1952 wurde es erst am 3. Oktober 1990 aus den drei Bezirken Erfurt, Gera und Suhl sowie einigen angrenzenden Gebieten wiedergegründet und ist heute in 17 Landkreise sowie fünf kreisfreie Städte gegliedert. Seit 1993 trägt Thüringen wie Bayern und Sachsen offiziell den Namenszusatz Freistaat, der historisch auf die Ablösung der Monarchie durch die Demokratie zurückzuführen ist. Die Wirtschaft Thüringens konnte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten nach der Wende in der Zeit nach der Jahrtausendwende stabilisieren, sodass die Arbeitslosenquote heute etwa im Bundesdurchschnitt liegt. Die Struktur wird vor allem von kleinen Unternehmen dominiert, wobei einige Regionen wie Südthüringen oder das Eichsfeld nach wie vor vom produzierenden Gewerbe geprägt sind. Größere Unternehmen finden sich hauptsächlich in Jena (Zeiss, Jenoptik, Schott) und Eisenach (Opel, Bosch), während Erfurt mit seiner diversifizierten Struktur das wichtigste wirtschaftliche Zentrum des Landes ist. Bedeutende Standorte von Bildung und Forschung im Freistaat sind Jena mit der viertgrößten Universität der neuen Bundesländer, Erfurt und Ilmenau mit seiner Technischen Universität. Kulturelles Zentrum des Landes ist Weimar mit seiner traditionsreichen Bauhaus-Universität Weimar, der Musikhochschule und seinen zahlreichen …
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