Wir optimieren Arbeit, Körper, Schlaf und inzwischen sogar unsere Erholung. Warum aus einem guten Leben zunehmend ein Leistungsprojekt wird – und weshalb die Autorin Corinna Busch dafür plädiert, nicht noch besser zu funktionieren.
Selbstoptimierung bis zur Erschöpfung: Wann ist gut endlich gut genug?
Warum aus dem guten Leben ein Leistungsprojekt geworden ist – und weshalb die Autorin Corinna Busch in ihrem neuen Buch „20 Wege zu einem Leben, von dem man keinen Urlaub braucht“ dafür plädiert, nicht noch besser zu funktionieren.
Wir zählen Schritte, optimieren unseren Schlaf, planen Erholung und machen selbst aus dem Wochenende ein Projekt. Was einmal helfen sollte, besser zu leben, wird zunehmend zu einer weiteren Aufgabe, die wir möglichst erfolgreich erledigen wollen.
„Wir behandeln uns und unser Leben immer häufiger wie ein Unternehmen mit schlechter Quartalsbilanz“, sagt die Autorin und psychologische Beraterin Corinna Busch. „Selbst unsere Erholung muss messbar etwas bringen.“
Dahinter steckt ein gesellschaftliches Ideal, das lange ausgesprochen erfolgreich war: Wer leistungsfähig, belastbar und gut organisiert ist, gilt als jemand, der sein Leben im Griff hat. Problematisch wird es dort, wo Funktionieren nicht mehr nur eine Fähigkeit ist, sondern zum Maßstab für den eigenen Wert wird.
Wenn Leistung den Selbstwert übernimmt
Viele Menschen bemerken diese Verschiebung nicht an einem spektakulären Zusammenbruch. Im Gegenteil: Sie funktionieren weiterhin hervorragend. Sie arbeiten, treffen Entscheidungen, kümmern sich um ihre Beziehungen und Familie – und verlieren dabei immer häufiger das Gefühl dafür, ob das Leben, das sie selbst führen, überhaupt noch zu ihnen passt.
„Das Problem beginnt dort, wo Leistung unseren Wert bestätigen soll“, sagt Busch.
Genau hier setzt ihr neues Buch „20 Wege zu einem Leben, von dem man keinen Urlaub braucht“ an. Es ist kein Plädoyer gegen Arbeit, Ehrgeiz oder Reisen und auch keine Anleitung zum Ausstieg. In 20 psychologischen Essays beschäftigt sich Busch unter anderem mit Selbstwert und Leistung, Bindungsmustern, Arbeit, Erschöpfung, Entscheidungen und der Frage, warum Menschen häufig erst dann etwas verändern, wenn es nicht mehr anders geht.
Auch Erholung ist zur Leistung geworden
Besonders sichtbar wird die Logik der Selbstoptimierung dort, wo eigentlich ihr Gegenstück beginnen sollte: in der Freizeit.
Der Urlaub soll außergewöhnlich sein. Das Wochenende erholsam. Sport soll Körper und Psyche verbessern. Meditation soll Stress reduzieren. Schlaf wird aufgezeichnet und bewertet. Und wer einfach einmal faul auf dem Sofa liegt braucht dafür inzwischen häufig eine Begründung.
Dabei entsteht ein eigentümlicher Widerspruch: Wir versuchen, uns von einem leistungsorientierten Alltag zu erholen – und wenden auf die Erholung dieselben Leistungskriterien an.
Busch plädiert deshalb nicht für die nächste Methode, sondern für eine andere Frage:
„Vielleicht müssen wir nicht immer besser darin werden, unser Leben zu bewältigen. Vielleicht dürfen wir uns irgendwann fragen, ob dieses Leben überhaupt noch zu uns passt.“
Ihr Buch richtet sich damit besonders an Menschen, denen man ihre Erschöpfung häufig nicht ansieht: Menschen, die beruflich und privat funktionieren und nach außen wenig Anlass zur Sorge geben.
Über die Autorin
Corinna Busch ist Autorin, Juristin mit dem Schwerpunkt Kriminalpsychologie und psychologische Beraterin. Fast zwanzig Jahre arbeitete sie als internationale PR-Managerin, unter anderem als persönliche PR-Agentin von Stars in Hollywood. Zuvor war sie Redakteurin der Harald Schmidt Show. Heute beschreibt sie unter „Psychologie der Lebenskunst“ psychologische Zusammenhänge unseres Alltags.
Zum Buch
Corinna Busch 20 Wege zu einem Leben, von dem man keinen Urlaub braucht Für alle, die nicht noch ein Jahr nur überstehen wollen 198 Seiten, Paperback 16,90 Euro erschienen am 8. September 2026 ISBN 978-3-69630-810-0
Weitere Informationen: www.corinnabusch.com
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Corinna Busch
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- Erschöpfung (Wikipedia)
Erschöpfung steht für: Ermüdung (Physiologie), Folge körperlicher Anstrengung Rechtswegerschöpfung, Zustand, nachdem rechtliche Mittel ausgeschöpft wurden Zur Erschöpfung von Immaterialgüterrechten siehe Erschöpfungsgrundsatz Siehe auch: Burn-out, Zustand der totalen Erschöpfung Fatigue, krankhafte Erschöpfung und Entkräftung, die oft im Rahmen einer chronischen Erkrankung auftritt Exhaustion Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS), eine chronische Krankheit Seafarer Fatigue für (arbeitsbedingte) Ermüdung, Übermüdung und Erschöpfung bei Seeleuten - Leistungsgesellschaft (Wikipedia)
Leistungsgesellschaft (engl. achieving society, meritocracy) ist die Modellvorstellung einer Gesellschaft, in welcher die Verteilung angestrebter Güter wie Macht, Einkommen, Prestige und Vermögen entsprechend der besonderen Leistung erfolgt, die einem jeden Gesellschaftsmitglied jeweils zugerechnet wird (Leistungsprinzip, Leistungsgerechtigkeit). Im engeren Sinne ist damit eine Gesellschaft gemeint, die rechtliche Grundlagen und politische Instrumente schafft, um Lebenschancen an „Leistung“ zu binden, und die sich diskursiv darüber verständigt, was damit gemeint ist und wie es ermittelt wird. - mentale Gesundheit (Wikipedia)
Psychische Gesundheit (auch seelische, geistige, oder mentale Gesundheit; englisch Mental Health) ist ein Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann. Psychische Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität, Lebensbewältigung und soziale Teilhabe. In angelsächsischen Ländern wird mental health auch damit assoziiert, dass sich ein Mensch produktiv in seine Gemeinschaft einbringen, also erfolgreich für sich und sein Gemeinwesen oder seine Gemeinschaft agieren kann. Umgekehrt wird dort auch betont (und ist empirisch belegt), wie wichtig die Gemeinschaft und das Gefühl von Dazugehörigkeit für die psychische Gesundheit sind. Dadurch wird die Bedeutung sozialer gemeindebasierter Interventionen zum Erhalt der psychischen Gesundheit im Vergleich zu rein psychiatrischen Interventionen deutlich. - Psychologie (Wikipedia)
Die Psychologie (von altgriechisch ψυχή psȳchḗ für „Seele, Gemüt“, und λόγιος lógios für „Kunde, Wissenschaft“), deutsch historisch auch Seelenkunde genannt, ist eine empirische Wissenschaft, deren Ziel es ist, menschliches Erleben und Verhalten, deren Entwicklung im Laufe des Lebens sowie alle dafür maßgeblichen inneren und äußeren Faktoren und Bedingungen sowie Verfahren zu ihrer Veränderung zu erforschen, zu beschreiben und zu erklären. Personen, deren Berufsbild durch die Anwendung psychologischen Wissens charakterisiert ist und deren Bezeichnung in Deutschland ein Hochschulstudium im Hauptfach Psychologie voraussetzt, sind Psychologen. - Selbstoptimierung (Wikipedia)
Selbstoptimierung kann sich beziehen auf: Perfektionismus (Psychologie) Neuro-Enhancement Selbstoptimierung in Kompaktreglern - Selbstwert (Wikipedia)
Unter Selbstwert (auch: Selbstwertgefühl, Selbstwertschätzung, Selbstachtung) versteht man in der Psychologie die Bewertung, die man an sich selbst vorgenommen hat. Die Begriffe werden wenig trennscharf verwendet, wobei Selbstvertrauen (Selbstsicherheit) sich auf die Kompetenzüberzeugungen (Fähigkeiten des Individuums) bezieht und als Teilkomponente des Selbstwertes verstanden werden kann, der sich darüber hinaus auch auf Eigenschaften beziehen kann, die nichts mit Kompetenzen zu tun haben. Der Selbstwert könnte sich beispielsweise auf Persönlichkeit und die Erinnerungen an die Vergangenheit und das Ich-Empfinden oder auf das Selbstempfinden beziehen. Auf das Selbstvertrauen wird in der Verhaltenstherapie vor allem unter dem Begriff Selbstwirksamkeitserwartung Bezug genommen. Sowohl ein gesteigertes als auch ein geringes Selbstwertgefühl (Insuffizienzgefühl) kann ein Symptom einer psychischen Störung sein. Unterschieden wird nicht nur, ob der Selbstwert einer Person hoch oder niedrig ist, sondern auch ob er stabil oder instabil, kontingent oder nicht-kontingent, explizit (bewusst kognitiv) oder implizit (unbewusst affektiv erfahrungsbedingt), sicher oder fragil ist. Laut Leary und Mitarbeitern dient der Selbstwert als ein Indikator für die soziale Integration eines Menschen (Soziometer-Theorie). Nach dem kognitiven Modell von Aaron T. Beck wird der Selbstwert auch stark von Denkprozessen (Grundannahmen, automatische Gedanken, verzerrte Informationsverarbeitung) beeinflusst. Äußere Faktoren können das Selbstvertrauen prägen, wenn bei bestimmten Anforderungen hinreichend objektive Gründe gegeben sind, wie zum Beispiel Methodenkompetenz, ausreichende Kenntnisse oder Erfahrungen, wiederholte Tätigkeiten in ähnlichen Situationen oder Ähnliches. Selbstwert ist darüber hinaus auch eine politisch-moralische Kategorie, die beispielsweise die Gewissheit begründet, in einer bestimmten Situation „im Recht“ zu sein, bzw. ein zustehendes Recht wahrzunehmen, einzufordern oder zu erstreiten. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Selbstwert auch unpräziser Weise mit Selbstbewusstsein gleichgesetzt. Seltener wird der Begriff Eigenwert benutzt, der heute eine Eigenschaft linearer … - Stress (Wikipedia)
Stress bezeichnet in der Medizin und Psychologie zum einen durch innere und äußere Reize (Stressoren) hervorgerufene psychische und physische Reaktionen bei Lebewesen, die zur Bewältigung besonderer Anforderungen befähigen, und zum anderen die dadurch entstehende körperliche und geistige Belastung.