Eitorf, 31. Juli 2026. Retzer Industry wird in Eitorf keine weiteren Investitionen außerhalb des bestehenden Werkstandortes tätigen. Das Unternehmen hat sein Kaufangebot für das ehemalige Betriebsgelände von Krewel Meuselbach zurückgezogen. Als Grund nennt Retzer Industry veränderte Rahmenbedingungen im laufenden Verkaufsprozess.
„Unsere Familie hat in den vergangenen Monaten erhebliche Zeit, personelle Ressourcen und finanzielle Mittel investiert, um ein tragfähiges Entwicklungskonzept für den Standort zu erarbeiten“, erklärt Prof. Dr. Oleg Retzer, Geschäftsführer von Retzer Industry. Ziel sei es gewesen, das Areal kurzfristig zu revitalisieren und einer nachhaltigen gewerblichen Nutzung zuzuführen.
Nach Angaben des Unternehmens lagen den zuständigen Stellen sämtliche erforderlichen Unterlagen sowie ein umfassendes Entwicklungskonzept vor. Vorgesehen waren unter anderem Ansiedlungen aus den Bereichen Gesundheitswesen, Bildung, Rechenzentrum, Logistik und weiteren gewerblichen Nutzungen. Mit zahlreichen Interessenten wurden bereits konkrete Gespräche geführt, teilweise lagen Absichtserklärungen, sogenannte Letters of Intent, vor. Ziel war es, erste Unternehmen noch im Laufe dieses Jahres am Standort anzusiedeln.
„Wir sind davon ausgegangen, dass das Verfahren auf der Grundlage der mit uns geführten Gespräche fortgeführt wird. Auf dieser Grundlage gingen wir auch davon aus, bereits vor der Eigentumsübertragung Mietverträge abschließen zu können. Eine endgültige Finanzierungsbestätigung unserer Bank lag ebenfalls vor. Nachdem sich der Verkaufsprozess verändert und weitere Kaufinteressenten in das Verfahren einbezogen wurden, haben wir entschieden, unser Kaufangebot zurückzuziehen“, so Oleg Retzer.
Retzer Industry betont, dass Investitionsentscheidungen ein hohes Maß an Planungssicherheit und Verlässlichkeit voraussetzen. „Langfristige Investitionen benötigen klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Aus unserer Sicht waren diese Voraussetzungen zuletzt nicht mehr gegeben.“
Nach Angaben von Retzer Industry war der Erwerbsprozess bereits weit fortgeschritten. Das Unternehmen hatte eine umfangreiche Due Diligence durchgeführt, die Finanzierung des Vorhabens vorbereitet und auf Grundlage der geführten Gespräche konkrete Schritte zur Entwicklung und Vermietung des Standorts eingeleitet. Im weiteren Verlauf änderten sich aus Sicht von Retzer Industry wesentliche Rahmenbedingungen des bis dahin abgestimmten Vorgehens. Für das Unternehmen war damit die notwendige Verlässlichkeit der Rahmenbedingungen nicht mehr gegeben. Retzer Industry entschied deshalb, das Kaufangebot zurückzuziehen.
Mit dem Rückzug endet zugleich das Engagement der Unternehmerfamilie hinsichtlich weiterer Immobilienentwicklungen in Eitorf. Im Zusammenhang mit den Planungen für den ehemaligen ZF-Standort hatte Retzer Industry ebenfalls Gespräche mit potenziellen Nutzern geführt und konkrete Nutzungsmöglichkeiten geprüft. Dabei wurde auch erörtert, Beschäftigten des Standorts bei künftigen Ansiedlungen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen. Im weiteren Verlauf wurde der Standort öffentlich zum Kauf beziehungsweise zur Vermietung angeboten. Vor diesem Hintergrund entschied Retzer Industry, auch die eigenen Überlegungen zu einem Erwerb des ZF-Standorts nicht weiterzuverfolgen.
Künftige Investitionen außerhalb des bestehenden Werkstandortes werden nun an anderen Unternehmensstandorten erfolgen.
„Wir bedauern diese Entwicklung ausdrücklich. Unser Ziel war es, den Standort weiterzuentwickeln, Unternehmen neue Ansiedlungsmöglichkeiten zu eröffnen und zusätzliche Perspektiven für Beschäftigte zu schaffen. Künftig werden wir unsere Investitionen auf Standorte konzentrieren, an denen langfristige Projekte unter verlässlichen Rahmenbedingungen umgesetzt werden können. Dem künftigen Eigentümer und allen Beteiligten wünschen wir für die weitere Entwicklung des Standorts viel Erfolg.“
Der Rückzug aus den laufenden Erwerbsverfahren bedeutet ausdrücklich keinen Rückzug aus dem bestehenden Engagement von Retzer Industry in Eitorf. Das ehemalige Schoeller-Gelände entwickelt das Unternehmen weiterhin konsequent weiter.
„Dort haben wir Verantwortung übernommen, und zu dieser Verantwortung stehen wir“, erklären Prof. Dr. Oleg Retzer und Elke Retzer.
Bildunterschrift: Elke Retzer und Prof. Dr. Oleg Retzer von Retzer Industry (Hinweis: Das Bild wurde mit KI bearbeitet.)
Retzer Industry ist ein familiengeführtes Unternehmen, das sich auf die Entwicklung und Revitalisierung von Industrie- und Gewerbestandorten spezialisiert hat. Geschäftsführende Gesellschafter sind Elke Retzer und Prof. Dr. Oleg Retzer. Gemeinsam mit ihren Söhnen Christian und Martin Retzer, die als Prokuristen eingebunden sind, wird das Unternehmen in zweiter Generation geführt.
Die Grundlage bildet ein über mehr als 35 Jahre aufgebautes Immobilienportfolio. Prof. Dr. Oleg Retzer bringt seine langjährige Erfahrung als Immobiliengutachter und Sachverständiger ein. Christian und Martin Retzer sind Master of Science im Bereich Immobilienbewertung, Ingenieure und als Senior-Immobiliengutachter (MRICS) tätig.
Im Fokus steht die langfristige Weiterentwicklung bestehender Standorte, darunter das ehemalige Schoeller-Gelände in Eitorf, mit dem Ziel einer nachhaltigen und wirtschaftlich tragfähigen Nutzung.
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- ansiedlung (Wikipedia)
Ansiedlung steht für Siedlung, zum Zwecke des Wohnens oder dauernden Aufenthaltes Habitat, der Lebensraum von Organismen Niederlassung (Wirtschaft), von Unternehmen Siehe auch: Siedlung (Begriffsklärung) - Due Diligence (Wikipedia)
Eine Due-Diligence-Prüfung (von englisch due diligence ‚Sorgfaltspflicht‘, ‚gebührende Sorgfalt‘, lateinischer Ursprung diligentia), entsprechend dem englischen Rechts- und Geschäftsjargon oft verkürzt zu Due Diligence (DD), ist der Anglizismus für eine sorgfältige Prüfung, die – im Regelfall durch den Käufer veranlasst – beim Unternehmenskauf, Erwerb von Unternehmensbeteiligungen oder Immobilien sowie bei einem Börsengang erfolgt. - Eitorf (Wikipedia)
Eitorf ist eine Gemeinde und ein Mittelzentrum des östlichen (rechtsrheinischen) Rhein-Sieg-Kreises im Süden Nordrhein-Westfalens. - Gewerbe (Wikipedia)
Ein Gewerbe ist jede erlaubte wirtschaftliche selbständige Tätigkeit, die auf eigene Rechnung, eigene Verantwortung und auf eine gewisse Dauer mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben wird, mit Ausnahme freiberuflicher Tätigkeit und der Urproduktion. Im engeren Sinne versteht man unter Gewerbe die produzierenden und verarbeitenden Gewerbe in Industrie und Handwerk sowie diverse dienstleistende Unternehmen. Ein Gewerbe wird durch einen Gewerbetreibenden in einem Gewerbebetrieb ausgeübt. - Immobilienentwicklung (Wikipedia)
Mit Projektentwicklung wird in der Immobilienbranche die Konzeption und Koordination von Bauprojekten bezeichnet. Der Projektentwickler versucht durch eine Standortanalyse eine geeignete bauliche Nutzung für ein gegebenes Grundstück zu finden oder ein Grundstück für eine angestrebte Nutzung. Er wird von einem Investor beauftragt oder sucht selber nach einem Investor oder einer anderen Finanzierungmöglichkeit. Optional kann der Projektentwickler: die Finanzierung des Vorhabens konzipieren und sicherstellen oder auch selber die Rolle des Investors einnehmen, das Grundstück erwerben, Bedarfsplanung, sowie teilweise auch Grundlagenermittlung, Vorplanung, Kostenberechnung und weitere Schritte der Bauplanung nach HOAI ausführen, nötige (baurechtliche) Genehmigungen einholen, als Bauträger, Bauherr und/oder Projektsteuerer auftreten. Führt der Projektentwickler die Arbeitsschritte nicht selber aus, sucht er nach geeigneten Partnern, die er beauftragt, oder denen er das Projekt z. B. als Bauträger, Investor (Eigentümer) oder Mieter übergibt. - Investitionen (Wikipedia)
Unter einer Investition (lateinisch investire ‚einkleiden‘) versteht man in der Wirtschaft allgemein den Einsatz von Kapital oder Sachgütern für einen bestimmten Verwendungszweck durch Wirtschaftssubjekte bei sich selbst oder bei anderen Wirtschaftssubjekten. Gegensatz ist die Desinvestition. - Krewel Meuselbach (Wikipedia)
Krewel Meuselbach (früher Krewel-Werke) ist ein mittelständisches Pharma-Unternehmen aus Eitorf bei Köln. Krewel ist bekannt für seine Produkte Aspecton, Hedelix, Mallebrin und das Neurosedativum Eusedon. 2024 musste das Unternehmen Insolvenz anmelden, woraufhin Dr. Theiss Naturwaren als Investor einstieg. Das Stammwerk in Eitorf wurde 2025 geschlossen. - Standortentwicklung (Wikipedia)
Unter Gemeindeplanung in der Schweiz Ortsplanung versteht man die vorausschauende Gestaltung und Entwicklung des Gebietes einer Gemeinde. Sie stellt üblicherweise die unterste Ebene innerhalb des Stufenbaus der Raumplanung dar, welche von öffentlichen Stellen (Europäische Union, Bund, Länder, Körperschaften auf regionaler Ebene wie Regionalverbände, Kreise oder Bezirke, Gemeinden) durchgeführt wird. Auf Ebene der Ortschaften spricht man von „Ortplanung“ oder auch von „Ortsentwicklung“. Die beiden Sonderformen der Gemeindeplanung sind die Stadtplanung für die Stadt- und die Dorferneuerung für die ländlichen Gemeinden (Landentwicklung). Im Rahmen der Gemeindeplanung sollen Ziele für die räumliche Entwicklung z. B. betreffend Bebauung, Landschaft oder Verkehr definiert werden, die durch entsprechende Maßnahmen umzusetzen sind. Hierfür stehen u. a. die Instrumente der Bauleitplanung zur Verfügung, in denen z. B. die Nutzung von Flächen (Flächennutzungsplan, Flächenwidmungsplan) innerhalb des Gemeindegebietes festgelegt wird oder das Maß und die Gestalt der zukünftigen Bebauung (Bebauungsplan). Dabei sind die überörtlichen Planungsvorgaben zu berücksichtigen. Die Gemeindeplanung kann in ländlichen Gemeinden durch Dorferneuerungspläne, allgemein durch Ortsentwicklungskonzepte oder Lokale Nachhaltigkeitsstrategien ergänzt werden. Neben diesen Instrumenten sind einzelne Entwicklungsinstrumente wie z. B. Förderungen bestimmter Nutzungen (Nahversorgung), Investitionen usw. als Maßnahmen der Gemeindeplanung einsetzbar. - Unternehmensentwicklung (Wikipedia)
Business Development, deutsch Geschäftsfeldentwicklung oder Unternehmensentwicklung, irrtümlich häufig auch Geschäftsentwicklung, bezeichnet die zielgerichteten Maßnahmen zur Weiterentwicklung einer wirtschaftlich ausgerichteten Organisation. Die im Business Development angewandten Techniken umfassen u. a. die Bewertung von Marketing-Chancen und Absatzmärkten, die Geschäftsanalyse von Kunden und Wettbewerbern, die Anbahnung zukünftiger Geschäfte und Folgegeschäfte sowie das Verfassen von Geschäftsplänen und das Entwerfen konkreter Geschäftsmodelle. Konkrete Business-Development-Maßnahmen beginnen meist mit der Evaluation eines innovativen oder von der Organisation noch nicht erschlossenen Geschäftsfeldes. Im Verlauf der Evaluation können Informationen aus den Bereichen Produktmanagement, Marketing, Vertrieb und Kundenbetreuung hinzugezogen werden. Je nach Gesamtbild können dann evtl. neue Geschäftsentwürfe entwickelt werden. Im wirtschaftlichen Alltag ist Business Development meist keine punktuelle Maßnahme, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Als Disziplin kann Business Development nicht auf wenige Standardverfahren reduziert werden, die in allen Situationen gleichermaßen angewendet werden können. Erfolgreiches Business Development beruht meistens auf einem interdisziplinären Ansatz. Kreativität und die Bereitschaft, bestehende Denkmuster in Frage zu stellen und sich neuen und unvorhergesehenen Herausforderungen zu stellen, sind ein wesentliches Merkmal dieser Tätigkeit. Die Kundensicht im Business Development geht über den reinen Vertriebsgedanken hinaus. Eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung der Geschäftsentwürfe spielen neben der kreativen Tätigkeit oft auch Finanzplanung, rechtliche Aspekte und Werbekonzeption. Viele kleine und mittlere Unternehmen verfügen über keine Strukturen und Prozesse für Business Development, sondern setzen vielmehr auf die Pflege bereits bestehender Kundenkontakte. In größeren, insbesondere technologieorientierten Unternehmen wird Business Development zwar wahrgenommen, beschränkt sich aber häufig auf die Pflege strategischer Partnerschaften und Allianzen. In solchen Situationen nutzen die Beteiligten üblicherweise das … - Verkaufsprozess (Wikipedia)
Ein Verkaufsprozess beschreibt die Verknüpfung einer Reihe von (Verkaufs-)stufen/Aktivitäten zur Erreichung eines definierten Arbeitsergebnisses, in der Regel „x“ (genau definierte) Vertragsabschlüsse. Der Verkaufsprozess im engeren Sinne zielt auf den Persönlichen Verkauf ab und schließt im weiteren Sinne auch den Vertrieb mit ein. - Wirtschaftsförderung (Wikipedia)
Als Wirtschaftsförderung bezeichnet man die von öffentlichen Organen oder privaten Unternehmen bzw. Initiativen betriebenen Anstrengungen, die Wirtschaft in einer bestimmten Region zu beleben. Dies geschieht in Form von materieller, personeller und finanzieller Unterstützung. Bei erfolgreicher Förderung amortisieren sich die Fördermaßnahmen durch Beschäftigungszuwachs, Steuermehreinnahmen und Attraktivitätsgewinn des Standorts. Auch private Wirtschaftsförderung wird in Einzelfällen betrieben. Man unterscheidet zwischen exogener und endogener Wirtschaftsförderung.