ARAG Experten über Leichtfahrzeuge und wichtige Regeln für Fahrer

Microcars: Klein, praktisch – aber sicher?

ARAG Experten über Leichtfahrzeuge und wichtige Regeln für Fahrer

Sogenannte „Microcars“ werden immer beliebter: Seit 2022 ist die Zahl der zugelassenen Leichtfahrzeuge um fast 80 Prozent gestiegen. Gleichzeitig fällt die Schadenhäufigkeit auf. Die kleinen Fahrzeuge können gerade im Stadtverkehr eine praktische Alternative sein, unterscheiden sich bei Ausstattung und Sicherheit aber deutlich von klassischen Pkw. Die ARAG Experten erklären, wer ein Microcar fahren darf, welche Vorteile die Fahrzeuge bieten und worauf Fahrer achten sollten.

Stimmungsbarometer:unverb. KI-Analyse*

Was ist ein Microcar?
Sie sehen aus wie kleine Autos, unterliegen aber nicht denselben Bestimmungen wie herkömmliche Pkw. Ein Microcar, auch Moped-Auto genannt, ist ein vierrädriges Leichtkraftfahrzeug der EU-Fahrzeugklasse L6e. Es darf höchstens 45 Kilometer pro Stunde fahren und maximal zwei Personen einschließlich Fahrer befördern. Das Gesamtgewicht darf laut ARAG Experten 425 Kilogramm nicht überschreiten.

Eine reguläre Zulassung und eine TÜV-Untersuchung sind nicht erforderlich. Vorgeschrieben ist allerdings eine Haftpflichtversicherung, die durch ein jährlich zu ernuerndes Versicherungskennzeichen nachgewiesen wird. Wegen ihrer begrenzten Höchstgeschwindigkeit dürfen Microcars nicht auf Kraftfahrstraßen und Autobahnen fahren, auf normalen Straßen im Stadtverkehr sowie auf Landstraßen sind sie dagegen erlaubt. Mittlerweile gibt es die kleinen Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor sowie als Elektroversion.

Wer darf ein Microcar fahren?
Ein Grund für die Beliebtheit dürfte das vergleichsweise niedrige Mindestalter sein: Bereits ab 15 Jahren dürfen Jugendliche ein Microcar fahren. Voraussetzung ist die Fahrerlaubnis der Klasse AM, die beispielsweise auch für Mopeds und Quads gilt. Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass bis zum 16. Geburtstag diese Fahrerlaubnis allerdings nur innerhalb Deutschlands gilt. Fahrten ins Ausland sind vorher daher nicht möglich. Wer einen Pkw-Führerschein der Klasse B besitzt, benötigt keinen zusätzlichen Nachweis. Die Fahrerlaubnis schließt Microcars mit ein. Damit können die Kleinstfahrzeuge nicht nur für Jugendliche, sondern auch für Erwachsene eine Alternative im Stadtverkehr sein. Das zeigt sich an den Zulassungszahlen: Während 2022 knapp 26.000 dieser Moped-Autos unterwegs waren, waren es laut
Gesamtverband der Versicherer gut drei Jahre später bereits rund 46.000.

Welche Vorteile bieten Microcars?
Für Jugendliche liegt der größte Vorteil auf der Hand: Das Microcar ist das einzige geschlossene Fahrzeug, das sie bereits ab 15 Jahren fahren dürfen. Auch der Preis kann für manche Käufer interessant sein. Neufahrzeuge gibt es ab etwa 10.000 Euro und damit deutlich günstiger als klassische Pkw. Hinzu kommt die geringe Größe. Microcars brauchen wenig Platz und lassen sich auch in kleinere Parklücken manövrieren. Beim Querparken raten die ARAG Experten allerdings zur Vorsicht. Zwar gibt es eine bereits ältere Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus 1962 (Az.: 4 StR 93/63), nach der Querparken unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sein kann. Die Straßenverkehrs-Ordnung schreibt grundsätzlich jedoch vor, Fahrzeuge am rechten Fahrbahnrand abzustellen. Das wird üblicherweise als Längsparken zur Fahrbahn verstanden.

Eine eindeutige Regelung für besonders kleine Fahrzeuge gibt es laut ARAG Experten nicht. Wer wegen Querparkens ein Knöllchen erhält, kann sich daher gegebenenfalls auf die Rechtsprechung berufen. So hatte etwa das Amtsgericht Viechtach einer Autofahrerin das Querparken mit einem Smart zugestanden, weil dadurch vorhandener Parkraum besser genutzt wurde und keine Gefahrerhöhung entstand (Az.: 7 II OWi 605/05). Ob die Argumentation im Einzelfall greift, hängt allerdings von den konkreten Umständen ab.

Wo liegen die Sicherheitsrisiken?
Bei der Sicherheitsausstattung unterscheiden sich Microcars deutlich von herkömmlichen Pkw. Viele Sicherheitssysteme, die bei modernen Autos üblich sind, sind für die kleinen Leichtfahrzeuge nicht vorgeschrieben. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Fahrerassistenzsysteme oder elektronische Stabilitätsprogramme. Auch Airbags müssen nicht zwingend vorhanden sein. Das macht die Mini-Fahrzeuge nicht automatisch gefährlich. Allerdings kann ein Unfall für die Insassen schwerwiegendere Folgen haben, weil die Fahrzeuge weniger Schutz bieten als größere Pkw. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) liegt die Schadenhäufigkeit jährlich bei rund 50 Schäden je 1.000 versicherte Microcars und damit auf einem ähnlichen Niveau wie bei Pkw. Bei vergleichbarer Unfallhäufigkeit sind die Folgen für die Insassen eines weniger geschützten Fahrzeugs jedoch entsprechend zu berücksichtigen.

Ein möglicher Grund für die begrenzte Sicherheitsausstattung ist laut ARAG Experten das vorgeschriebene Gewichtslimit von 425 Kilogramm. Zusätzliche Sicherheitstechnik lässt sich in einem so leichten Fahrzeug nur begrenzt unterbringen. Gleichzeitig sind gerade viele junge Fahrer noch wenig erfahren. Für sie kommt es daher besonders darauf an, die Grenzen des Fahrzeugs zu kennen und die im Vergleich zum Pkw geringere Sicherheitsreserve zu berücksichtigen.

Sie wollen mehr von den ARAG Experten lesen oder hören?
Dann schauen Sie im ARAG newsroom vorbei.

Die ARAG ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualitätsversicherer. Sie ist der weltweit größte Rechtsschutzversicherer. Aktiv in insgesamt 18 Ländern – inklusive den USA und Kanada – nimmt die ARAG über ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen Märkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine führende Position ein. Ihren Kunden in Deutschland bietet die ARAG neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgeschäft auch eigene einzigartige, bedarfsorientierte Produkte und Services in den Bereichen Komposit und Gesundheit. Mit mehr als 6.500 Mitarbeitenden erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von über 3,2 Milliarden Euro.

ARAG SE ARAG Platz 1 40472 Düsseldorf
Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Dr. h. c. Paul-Otto Faßbender
Vorstand Dr. Renko Dirksen (Vorsitzender)
Dr. Matthias Maslaton
Wolfgang Mathmann
Dr. Shiva Meyer
Hanno Petersen
Dr. Joerg Schwarze

Sitz und Registergericht Düsseldorf HRB 66846 USt-ID-Nr.: DE 119 355 995

Firmenkontakt
ARAG SE
Jennifer Kallweit
ARAG Platz 1
40472 Düsseldorf
+49 211 963-3115
8c05c764658be5a9f0d61f2ea7c816a6c1b69582
http://www.ARAG.de

Pressekontakt
Klaarkiming Kommunikation
Claudia Wenski
Steinberg 4
24229 Dänischenhagen
+49 4349 – 22 80 26
8c05c764658be5a9f0d61f2ea7c816a6c1b69582
http://www.ARAG.de

Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • ARAG (Wikipedia)
    ARAG bezeichnet die ARAG SE, ein Versicherungskonzern die ARAG (Range), bestehend aus den Häfen Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und Gent
  • fahrer (Wikipedia)
    Als Fahrer werden Personen bezeichnet, die bestimmte Fahrzeuge führen. Im Verkehrsrecht spricht man deshalb auch vom Fahrzeugführer. Zum Führen des entsprechenden Fahrzeuges gehört neben der Bedienung der Lenkung auch die des Antriebs, der Bremse und je nach Ausrüstung weiterer Komponenten. Bei fast allen Fortbewegungsarten durch Motor- oder andere Kräfte werden das Ablegen von Eignungstests, Prüfungen und der Besitz von Lizenzen, Patenten, Berechtigungen oder Bescheinigungen bis hin zu Berufsausbildung und Studium gesetzlich gefordert.
  • Haftpflichtversicherung (Wikipedia)
    Eine Haftpflichtversicherung in Deutschland, zu deren Einführung maßgeblich der Versicherungsunternehmer Carl Gottlob Molt beigetragen hat, ist eine Schadenversicherung, über die zwischen dem Versicherer und dem Versicherungsnehmer ein Versicherungsvertrag abgeschlossen wird. Die Hauptpflichten des Versicherers aus dem Vertrag bestehen in erster Linie in der Abwehr von unberechtigten Schadensersatzansprüchen Dritter gegen den Versicherungsnehmer (§ 101 VVG) und in zweiter Linie in der Freistellung des Versicherungsnehmers bei berechtigten Schadensersatzansprüchen des Geschädigten (§ 100 VVG). Die Hauptpflicht des Versicherungsnehmers besteht in der Zahlung der Versicherungsprämie.
  • Landstraße (Wikipedia)
    Landstraße steht für: Außerortsstraße in Deutschland, eine Straße außerhalb geschlossener Ortschaften, die nicht Autobahn oder Kraftfahrstraße ist Freilandstraße in Österreich, eine Straße außerhalb von Ortschaften Eine Straßenkategorie im Fürstentum Liechtenstein, siehe Strassensystem in der Schweiz und in Liechtenstein #Landstrassen und Gemeindestrassen historisch: Chaussee, gut ausgebaute feste Fahrstraße Landstraße I. und II. Ordnung in Deutschland, eine 1934 eingeführte Straßenklasse (BRD bis 1960, DDR bis 1990), siehe Landesstraße Landstraße, namentlich: Landstraße (Wien), 3. Wiener Gemeindebezirk Landstraße (Wiener Bezirksteil), Stadtteil Wiens Landstraße (Linz), Hauptstraße der oberösterreichischen Stadt Linz Siehe auch: Landesstraße, eine Straße in Verwaltung der Länder (Deutschland, Österreich) Landstrass, ein Kloster Kinder der Landstrasse Radgenossenschaft der Landstrasse Rollende Landstraße Überlandstraße (Begriffsklärung) Landstrassen und Gemeindestrassen
  • Leichtfahrzeug (Wikipedia)
    Ein Leichtfahrzeug (amtlicher Begriff Leichtkraftfahrzeug bzw. leichtes vierrädriges Kraftfahrzeug; kurz Lkfz) ist ein meist vierrädriges motorisiertes Fahrzeug, das deutlich leichter und kleiner ist als ein klassisches Automobil. Auch die Bezeichnungen Leichtmobil und Kleinfahrzeug sowie Mopedauto werden verwendet. Es nimmt dadurch in ruhendem und fließendem Verkehr und im Stau weniger Platz ein. Bis zu drei solcher Fahrzeuge passen auf einen PKW-Parkplatz. Das Leichtfahrzeug schließt die Lücke zwischen Motorrad bzw. Quad und dem herkömmlichen Personenkraftwagen (PKW). Dementsprechend nehmen Leichtfahrzeuge im Regelfall eine oder zwei Personen auf und haben einen Wind- und Wetterschutz. Sie sind auch sparsamer ausgestattet als Autos.
  • Microcar (Wikipedia)
    Microcar steht für: Fahrzeuge bis zu einer Länge von 3 m, siehe EU-Fahrzeugklasse L6e Microcar (Automarke)
  • Mindestalter (Wikipedia)
    Altersgrenze bezeichnet das Lebensalter, bis zu dem (Höchstalter) oder ab dem (Mindestalter) ein bestimmtes Ereignis stattfinden kann oder bestimmte Rechte (zum Beispiel Schutzalter) gelten. Zur Zulässigkeit von Altersgrenzen im Hinblick auf Diskriminierungsverbote siehe Altersdiskriminierung.
  • Stadtverkehr (Wikipedia)
    Stadtverkehr ist der innerstädtische Personen- und Güterverkehr. Unterschieden wird meist nur zwischen Individualverkehr und öffentlichem Verkehr (Stadtverkehr wird zum ÖPNV im Stadtgebiet). Voraussetzung ist das Vorhandensein einer städtischen Infrastruktur.
  • Versicherungskennzeichen (Wikipedia)
    Das Kfz-Kennzeichen (allgemeinsprachlich auch Nummernschild oder nur Kennzeichen) ist in Deutschland die gemäß der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) von den Kraftfahrzeug-Zulassungsstellen ausgegebene amtliche Kennzeichnung von Fahrzeugen für Kraftfahrzeuge und gegebenenfalls deren Anhänger sowie Sonderfahrzeuge. Das Kfz-Kennzeichen besteht aus einem Unterscheidungszeichen (ein bis drei Großbuchstaben, z. B. RA) und der Erkennungsnummer (ein oder zwei Großbuchstaben und bis zu vier Ziffern, beispielsweise KL 8136). Für zulassungspflichtige Kraftfahrzeuge dienen sie zusammen mit der Zulassungsbescheinigung als Nachweis für die Zulassung von Fahrzeugen zum Straßenverkehr durch eine örtlich und sachlich zuständige Straßenverkehrsbehörde (je nach Wohnsitz bzw. Unternehmenssitz). Fahrzeuge, für die eine allgemeine Betriebserlaubnis oder Typgenehmigung genügt (zulassungsfreie Fahrzeuge), benötigen ein Versicherungskennzeichen. Diese gelten zulassungsrechtlich nicht als amtliche Kennzeichen, da sie von der Kfz-Haftpflichtversicherung ausgegeben werden. Der Begriff Kfz-Kennzeichen steht gleichermaßen für die alphanumerische Zeichenfolge wie für das eigentliche Kennzeichenschild. Die Liste der Kfz-Kennzeichen in Deutschland enthält alle derzeit festgelegten Unterscheidungszeichen, also auch inklusive aller ehemals aufgehobenen und nach der Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung 2012 wiedereingeführten Unterscheidungszeichen. Zu den aufgehobenen Unterscheidungszeichen, also solchen, die nicht mehr zugeteilt werden (dürfen), siehe die Liste der deutschen Kfz-Kennzeichen, die nicht mehr ausgegeben werden. Zu allen in Deutschland bisher ausgegebenen Unterscheidungszeichen mit Angaben zu den Zeiträumen siehe die Liste aller Kfz-Kennzeichen der Bundesrepublik Deutschland. Die aktuellen Kfz-Kennzeichen sind nach der Norm DIN 74069:2022-10 herzustellen.
Werbung
connektar.de