ARAG Experten über Ursachen, Prävention, Umgang und Abhilfe

Kopfschmerzen: Richtig einordnen und Rechte im Job

ARAG Experten über Ursachen, Prävention, Umgang und Abhilfe bei Kopfschmerzen

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen in Deutschland. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung leidet mehrmals im Jahr darunter; bei Kindern und Jugendlichen berichtet sogar rund jeder Vierte von wöchentlichen Beschwerden. Die Ursachen reichen von harmlosen Auslösern bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Anlässlich des Weltkopfschmerztages am 5. September erklären die ARAG Experten, warum eine genaue Diagnose wichtig ist, wann eine Krankschreibung sinnvoll sein kann und welche Maßnahmen Beschwerden vorbeugen können.

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Die richtige Diagnose ist entscheidend Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz. Tatsächlich unterscheiden Mediziner rund 200 verschiedene Kopfschmerzarten, darunter Spannungskopfschmerzen, Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen. Entsprechend unterschiedlich sind Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Zunächst muss geklärt werden, ob der Kopfschmerz selbst die Erkrankung ist oder als Folge einer anderen Krankheit auftritt, etwa einer Grippe, von Bluthochdruck oder Problemen der Halswirbelsäule. Für Ärzte sind deshalb möglichst genaue Informationen wichtig. Die ARAG Experten empfehlen Betroffenen, ein Kopfschmerztagebuch zu führen. Angaben zu Häufigkeit, Dauer und Intensität der Beschwerden sowie möglichen Auslösern, Begleitsymptomen wie Übelkeit, Sehstörungen oder Ohrgeräuschen, aber auch zu Stress, Schlaf, Medikamenten, Ernährung sowie Alkohol- oder Drogenkonsum erleichtern die Diagnose erheblich.

Wann Kopfschmerzen eine Krankschreibung rechtfertigen Besonders belastend ist für viele Betroffene die Migräne. Rund 40 Prozent der Deutschen geben an, mehrmals im Jahr unter Migräneattacken zu leiden, knapp ein Viertel sogar mehrmals im Monat. Typisch sind anfallsartige, starke Schmerzen, die häufig von Lichtempfindlichkeit, Sehstörungen oder Übelkeit begleitet werden. Während einer Attacke sind Alltag und Beruf für viele kaum zu bewältigen.

Dass auch Kopfschmerzen eine Arbeitsunfähigkeit begründen können, zeigt eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf. Dort sprach das Gericht einem Arbeitnehmer Entgeltfortzahlung zu, nachdem eine behandelnde Ärztin nachvollziehbar darlegen konnte, dass dieser aufgrund von Spannungskopfschmerzen infolge eines Konflikts am Arbeitsplatz arbeitsunfähig war. Zwar gelten Kopfschmerzen als schwer objektiv nachweisbar, dennoch war das Gericht nach Würdigung der ärztlichen Aussage und der Gesamtumstände von der Erkrankung überzeugt (Az.: 3 SLa 138/25).

Doch auch andere Kopfschmerzformen können so stark sein, dass Arbeiten nicht möglich ist. Wer sich gesundheitlich nicht in der Lage fühlt, seine Arbeitsleistung zu erbringen, sollte zu Hause bleiben und sich erholen. Denn Arbeitnehmer sind verpflichtet, ihre vereinbarte Leistung zu erbringen, erinnern die ARAG Experten. Voraussetzung ist allerdings, den Arbeitgeber unverzüglich über die Arbeitsunfähigkeit zu informieren. Spätestens ab dem vierten Krankheitstag muss grundsätzlich eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorliegen. Viele Arbeitgeber verlangen diese jedoch bereits ab dem ersten Tag. Die Krankmeldung wird heute in der Regel elektronisch als eAU (elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) übermittelt und vom Arbeitgeber bei der Krankenkasse abgerufen.

Wenn der Arbeitsplatz Kopfschmerzen verursacht Stress zählt zu den häufigsten Auslösern oder Verstärkern von Kopfschmerzen. Neben privaten Belastungen können auch Arbeitsbedingungen eine entscheidende Rolle spielen. Zeitdruck, hohe Arbeitsbelastung oder ein schlechtes Betriebsklima belasten viele Beschäftigte. Hinzu kommen körperliche Faktoren wie Lärm, grelles Licht oder starke Gerüche. Besonders häufig führen jedoch Bildschirmarbeitsplätze zu Beschwerden. Sind Schreibtisch, Stuhl oder Monitor nicht ergonomisch eingestellt, entstehen Fehlhaltungen, die Nackenverspannungen und Kopfschmerzen begünstigen können. Auch dauerhaft zusammengekniffene Augen, etwa bei ungünstigen Lichtverhältnissen oder einer ungeeigneten Bildschirmposition, können die Nackenmuskulatur zusätzlich belasten.

Im Betrieb und zu Hause vorbeugen Arbeitgeber sind verpflichtet, Arbeitsplätze so zu gestalten, dass gesundheitliche Belastungen möglichst vermieden werden. Grundlage dafür sind unter anderem das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Dazu gehört auch, regelmäßig eine sogenannte Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Dabei werden mögliche Risiken am Arbeitsplatz ermittelt, bewertet und geeignete Schutzmaßnahmen festgelegt. Dies umfasst ausdrücklich auch psychische Belastungen wie anhaltenden Stress.

Aber auch Betroffene selbst können viel tun, um Kopfschmerzen vorzubeugen. Ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, Entspannungsübungen sowie ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz im Homeoffice können Beschwerden häufig reduzieren. Wer jedoch regelmäßig oder besonders starke Kopfschmerzen hat, sollte die Ursachen ärztlich abklären lassen. Nur eine gesicherte Diagnose ermöglicht eine gezielte Behandlung und hilft dabei, Auslöser möglichst zu vermeiden.

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Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • ARAG (Wikipedia)
    ARAG bezeichnet die ARAG SE, ein Versicherungskonzern die ARAG (Range), bestehend aus den Häfen Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und Gent
  • Arbeitsplatz (Wikipedia)
    Als Arbeitsplatz (englisch work place) bezeichnet man in der Organisationslehre eine räumlich eingegrenzte, mit Arbeitsmitteln ausgestattete Stelle in einer Wirtschaftseinheit, an der eine Arbeitskraft ihre Arbeitsaufgaben verrichten kann.
  • Arbeitsunfähigkeit (Wikipedia)
    Arbeitsunfähigkeit (in Österreich Krankenstand) ist im Arbeits- und Sozialrecht ein unbestimmter Rechtsbegriff, wonach ein Arbeitnehmer wegen Krankheit seine zuletzt ausgeübten Arbeitsaufgaben nicht mehr oder nur unter der Gefahr der Verschlimmerung der Erkrankung ausführen kann. Gegensatz ist die Arbeitsfähigkeit. Nicht jede Krankheit führt zur Arbeitsunfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit ist nicht gleichbedeutend mit Leistungsunfähigkeit.
  • Beruf (Wikipedia)
    Ein Beruf ist „jede auf Erwerb gerichtete Beschäftigung, die sich nicht in einem einmaligen Erwerbsakt erschöpft“ (BVerfGE 97,228). Unter „Beruf“ wird oft eine systematisch erlernte, spezialisierte, meistens mit einem Qualifikationsnachweis versehene Tätigkeit verstanden. Der Begriff ist abzugrenzen vom umgangssprachlichen Ausdruck Job, der eine Tätigkeit zum Erwerb bezeichnet, die nur vorübergehend ausgeübt wird oder nicht an eine besondere Eignung oder Ausbildung gebunden ist.
  • eAU (Wikipedia)
    Eau (franz. für „Wasser“) steht für: eau (/o/), französischstämmiger Trigraph River Eau, Nebenfluss des River Trent in Lincolnshire, England, UK L’Eau, Album (2006) von Jeanne Cherhal EAU steht für: Empfehlungen des Arbeitsausschusses Ufereinfassungen, siehe Deutsche Gesellschaft für Geotechnik Eurasische Union (Eurasische Wirtschaftsunion) Estimated Annual Units (wirt., fin.: geschätzte jährliche Anzahl von Einheiten) East Africa Uganda, internationales Kfz-Kennzeichen von Uganda European Association of Urology Chippewa Valley Regional Airport (IATA-Code), Flughafen im Chippewa County (Wisconsin), Wisconsin eAU steht für: elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Siehe auch: Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel mit Eau beginnt Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel Eau enthält
  • Erkrankung (Wikipedia)
    Krankheit, teils synonym mit Gebrechen, teils mit Erkrankung, ist ein Zustand verminderter Leistungsfähigkeit, der auf Funktionsstörungen von einem oder mehreren Organen, der Psyche oder des gesamten Organismus eines Lebewesens beruht. Diese Störungen werden ihrerseits wahrscheinlich durch strukturelle Veränderungen von Zellen und Geweben hervorgerufen. Im Gegensatz zu Begriffsbestimmungen pragmatischer Art gibt es jedoch keine allgemeingültige naturwissenschaftliche Definition von Krankheit. Karl Jaspers sagte: „Daß in dem Worte ‚Krankheit‘ sich Wertbegriffe und Seinsbegriffe immer miteinander verschlingen, führt zu Täuschungen, die fast unvermeidlich erscheinen“. In der Tiermedizin wird der Begriff Tierkrankheit verwendet, für besonders ansteckende Krankheiten mit erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung der Begriff Tierseuche. Die Lehre von den Krankheiten ist die Pathologie, während die Nosologie sich mit der systematischen Einordnung, Einteilung und Beschreibung der Krankheiten beschäftigt. Die Lehre von der Entstehung und Entwicklung einer Krankheit ist die Pathogenese.
  • Kopfschmerzen (Wikipedia)
    Als Kopfschmerz oder Kopfweh (auch Cephalgie, Kephalgie und Kephalalgie sowie Zephalgie und Cephalea, in alten Texten auch Hauptweh) werden Schmerzempfindungen im Bereich des Kopfes bezeichnet. Sie beruhen auf der Reizung von schmerzempfindlichen Kopforganen (Schädel, Hirnhäute, Blutgefäße im Gehirn, Hirnnerven oder oberste Spinalnerven). Die eigentliche Gehirnsubstanz (ein Teil des Zentralnervensystems) ist nicht schmerzempfindlich. Nach ICD-10 R50-R69 zählt Kopfschmerz zu den Allgemeinsymptomen.
  • Kopfschmerztagebuch (Wikipedia)
    Ein Kopfschmerztagebuch erleichtert dem Arzt die Diagnose wiederkehrender Kopfschmerzen, es dient der Überwachung einer Behandlung und kann helfen, mögliche Auslöser (Trigger) zu identifizieren. Ein Kopfschmerztagebuch kann zudem bei sozialrechtlichen Anträgen auf Nachteilsausgleich zum Beispiel zum Grad der Behinderung, zur verminderten Erwerbsfähigkeit oder zur Berufsunfähigkeitsrente als Beweismittel hilfreich sein.
  • Krankheit (Wikipedia)
    Krankheit, teils synonym mit Gebrechen, teils mit Erkrankung, ist ein Zustand verminderter Leistungsfähigkeit, der auf Funktionsstörungen von einem oder mehreren Organen, der Psyche oder des gesamten Organismus eines Lebewesens beruht. Diese Störungen werden ihrerseits wahrscheinlich durch strukturelle Veränderungen von Zellen und Geweben hervorgerufen. Im Gegensatz zu Begriffsbestimmungen pragmatischer Art gibt es jedoch keine allgemeingültige naturwissenschaftliche Definition von Krankheit. Karl Jaspers sagte: „Daß in dem Worte ‚Krankheit‘ sich Wertbegriffe und Seinsbegriffe immer miteinander verschlingen, führt zu Täuschungen, die fast unvermeidlich erscheinen“. In der Tiermedizin wird der Begriff Tierkrankheit verwendet, für besonders ansteckende Krankheiten mit erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung der Begriff Tierseuche. Die Lehre von den Krankheiten ist die Pathologie, während die Nosologie sich mit der systematischen Einordnung, Einteilung und Beschreibung der Krankheiten beschäftigt. Die Lehre von der Entstehung und Entwicklung einer Krankheit ist die Pathogenese.
  • Krankmeldung (Wikipedia)
    Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung, Krankschreibung; in der Schweiz Arztzeugnis, in Österreich Arbeitsunfähigkeitsmeldung genannt) ist im Arbeitsrecht die Bescheinigung eines Arztes über eine festgestellte Erkrankung der namentlich genannten Person, die diese am Erbringen ihrer Arbeitsleistung hindert. Die Bescheinigung über die Hinderung zur Arbeit (Arbeitsunfähigkeit) muss dem Arbeitgeber nach deutschem Arbeitsrecht spätestens an dem Arbeitstag vorliegen, der auf den dritten Kalendertag der Arbeitsunfähigkeit folgt, kann jedoch vom Arbeitgeber auch schon früher verlangt werden (§ 5 EFZG). Für die Krankenversicherung ist die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung die leistungsauslösende Schadensmeldung. Umgangssprachlich wird die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auch manchmal als Krankenschein bezeichnet.
  • Krankschreibung (Wikipedia)
    Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung, Krankschreibung; in der Schweiz Arztzeugnis, in Österreich Arbeitsunfähigkeitsmeldung genannt) ist im Arbeitsrecht die Bescheinigung eines Arztes über eine festgestellte Erkrankung der namentlich genannten Person, die diese am Erbringen ihrer Arbeitsleistung hindert. Die Bescheinigung über die Hinderung zur Arbeit (Arbeitsunfähigkeit) muss dem Arbeitgeber nach deutschem Arbeitsrecht spätestens an dem Arbeitstag vorliegen, der auf den dritten Kalendertag der Arbeitsunfähigkeit folgt, kann jedoch vom Arbeitgeber auch schon früher verlangt werden (§ 5 EFZG). Für die Krankenversicherung ist die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung die leistungsauslösende Schadensmeldung. Umgangssprachlich wird die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auch manchmal als Krankenschein bezeichnet.
  • Migräne (Wikipedia)
    Die Migräne (wie französisch migraine über mittellateinisch hemigrania, einseitiger Kopfschmerz, von altgriechisch ἡμικρανία hēmikranía, deutsch ‚Kopfschmerz auf der einen Seite, Migräne‘, dieses von altgriechisch ἡμι hēmi, deutsch ‚halb‘ sowie altgriechisch κρανίον kraníon, deutsch ‚Hirnschale‘) ist eine neurologische Erkrankung, unter der rund 10 % der Bevölkerung leiden. Sie tritt bei Frauen etwa dreimal so häufig auf wie bei Männern, ist vor der Pubertät aber zwischen den Geschlechtern gleich verteilt und hat ein vielgestaltiges Krankheitsbild. Es ist bei Erwachsenen typischerweise gekennzeichnet durch einen periodisch wiederkehrenden, anfallartigen, pulsierenden und halbseitigen Kopfschmerz (eine Form der Neuralgie), der von zusätzlichen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit (Photophobie) oder Geräuschempfindlichkeit (Phonophobie) begleitet sein kann. Bei manchen Patienten geht einem Migräneanfall eine Migräneaura voraus, während der insbesondere optische oder sensible Wahrnehmungsstörungen auftreten. Es sind aber auch motorische Störungen möglich. Die Diagnose wird nach Ausschluss anderer Erkrankungen als Ursachen üblicherweise mit Hilfe einer Anamnese gestellt.
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