Zum verstärkten interoperablen Austausch von Smart-Meter-Daten am Netzrand
Dienstag, 14. April 2026: Die DLMS User Association (DLMS UA), eine führende Vereinigung für den interoperablen und sicheren Datenaustausch, und der Branchenverband OpenADR Alliance haben eine globale Kooperationsvereinbarung bekannt gegeben. Gemeinsam wollen sie den interoperablen, standardbasierten Austausch von Stromdaten am Netzrand fördern. Die Vereinbarung umfasst den nahtlosen, sicheren Datenaustausch zwischen dem weit verbreiteten Standard DLMS/COSEM für Smart-Meter-Daten und den bidirektionalen Datensignalen des OpenADR-Standards, der Lastregelung, das Management dezentraler Energieressourcen (DER) sowie Flexibilität im Netz ermöglicht.
Viele Versorgungsbetriebe modernisieren derzeit ihre Netzabläufe und skalieren ihre DER- und Energieflexibilitätsprogramme. Das macht klar definierte Schnittstellen zwischen der regulierten Versorgungsinfrastruktur und dynamischen Energiemanagement-Umgebungen in Privathaushalten und Gebäuden immer wichtiger. Durch die Verknüpfung von standardisierten Datenmodellen und Flexibilitätssignalen entsteht eine Grundlage für skalierbare, interoperable Implementierungen, ohne die architekturelle Flexibilität bei der Lösungsentwicklung oder die Marktfreiheit einzuschränken.
Dank der Vereinbarung sind DLMSUA und OpenADR nun in der Lage, technische Informationen auszutauschen, Arbeiten schon im Entwurfsstadium zu überprüfen und zu kommentieren, spontan Projektteams einzusetzen und technische Aktivitäten zu koordinieren. So können sie zweckmäßige, interoperable und standardbasierte Lösungen für Energieflexibilität sowie Einblicke in das Verbraucherverhalten schneller voranbringen. Beide Organisationen bleiben unabhängig und betreiben die eigenen Programme und Zertifizierungsprojekte weiterhin getrennt voneinander.
„Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einer verstärkten Interoperabilität am Netzrand“, so Sergio Lazzarotto, Präsident der DLMS User Association. „DLMS/COSEM stellt ein robustes, international anerkanntes Datenmodell für die intelligente Zählerstandablesung bereit. Durch die Schaffung eines klaren, standardisierten Mappings mit OpenADR definieren wir eine zweckmäßige Schnittstelle zwischen Wirkungsgradmessung und Flexibilitätsmärkten. Dies ermöglicht eine skalierbare, zukunftssichere Lösung mit der Präzision, die für regulierte und messtechnisch relevante Anwendungen erforderlich ist.“
Rolf Bienert, Managing und Technical Director bei der OpenADR Alliance, fügt hinzu: „Durch diesen Zusammenschluss entsteht zum ersten Mal eine klar definierte Brückenoption zwischen Smart-Meter-Systemen und kundenseitigen Flexibilitätsressourcen. OpenADR legt Wert darauf, dass Kunden das Equipment, das sie besitzen und für das sie bezahlt haben, auch selbst kontrollieren. Allerdings sind wir uns durchaus bewusst, dass Systeme mit größerem Verbrauch in engere Kontrollmechanismen eingebunden sein müssen. Durch die Brücke zwischen DLMS und OpenADR ergibt sich eine hervorragende Möglichkeit, beides zu erreichen.“
Im Rahmen der Vereinbarung werden sich DLMS UA und die OpenADR Alliance auf spezifische Arbeitsbereiche konzentrieren, wie etwa technisches Mapping, internationale Standardisierungspfade, die Koordination von Zertifizierungen und zweckmäßige Lösungen für die Energiebranche.
Kernaufgaben sind:
-Entwicklung eines strukturierten Mappings zwischen den COSEM- und OpenADR-Datenmodellen, um die einheitliche Interpretation der relevanten Informationen am Netzrand zu gewährleisten.
-Bildung von einer oder mehreren Arbeitsgruppen innerhalb von internationalen Standardisierungsorganisationen zur Veröffentlichung und Pflege des standardisierten Mappings.
-Beurteilung der potenziellen Vorteile eines Übergangs von DLMS/COSEM zu OpenADR, einschließlich Anwendungsfälle, bei denen Daten mit messtechnischer Relevanz involviert sind.
-Koordinierung von Zertifizierungsverfahren, sofern zutreffend, wobei jede Organisation die eigenen Zertifizierungsprogramme weiterhin unabhängig verwaltet.
Über die DLMS User Association
Die DLMS User Association ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der Standardisierung von Datenmodellen und -formaten für den telekommunikationsunabhängigen Datenaustausch im Energie- und Wassersektor widmet. Die DLMS UA entwickelt und pflegt die weltweit anerkannten DLMS-Spezifikationen, die das DLMS/COSEM-Datenmodell, das Datenformat und die Anwendungsschicht definieren und einen sicheren und interoperablen Datenaustausch zwischen Mess- und Managementsystemen im Energie- und Wassersektor ermöglichen. DLMS/COSEM ist das einzige standardisierte, interoperable, evolutive und rechtlich relevante Datenmodell. Es ist weltweit in über 300 Millionen Geräten im Einsatz und wird durch ein robustes Zertifizierungsprogramm unterstützt. Weitere Informationen unter https://www.dlms.com/.
Die OpenADR Alliance ist eine gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, die Entwicklung, Einführung und Einhaltung von OpenADR und ähnlichen Standards zu fördern. Sie hilft Versorgungsbetrieben, immer größere Mengen an dezentralen Energieressourcen (DER) zu verwalten, darunter erneuerbare Energien, Energiespeicher, Lastregelung und Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge. Der OpenADR-Standard unterstützt die Kommunikation mit allen DER-Ressourcen, um Änderungen der Lastverteilung, Energiezufuhr und Leistungsdaten von DER-Anlagen zu verwalten. Über den EcoPort-Standard können zusätzliche intelligente Geräte angebunden werden. Weitere Informationen unter http://www.openadr.org/
Kontakt
OpenADR
Silja Ingham
111 Deerwood Road Suite 200
94583 San Ramon, CA
+442083986588

https://www.openadr.org
- Energiemanagement (Wikipedia)
Zum Energiemanagement gehört die Planung und der Betrieb von energietechnischen Erzeugungs- und Verbrauchseinheiten. Ziele sind sowohl die Ressourcenschonung als auch Klimaschutz und Kostensenkungen, bei Sicherstellung des Energiebedarfs der Nutzer. Der Teilbereich Energiecontrolling unterstützt das kosten- und materialeffiziente Energie- und Stoffstrommanagement. - energiewende (Wikipedia)
Energiewende, auch Energietransition, bezeichnet im Deutschen den Übergang von einer fossilen Energieversorgung zu einem nachhaltigen Energiesystem auf Basis erneuerbarer Energien. In einigen Ländern – etwa Deutschland – umfasst dieser Prozess auch den Ausstieg aus der Kernenergie. International ist überwiegend der englische Begriff energy transition gebräuchlich, während Energiewende im engeren Sinne meist die deutsche Ausprägung dieses Transformationsprozesses bezeichnet. Der Begriff wurde nach dem 1980 erschienenen Buch Energiewende – Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran des Öko-Instituts kulturell rezipiert und teilweise als Lehnwort in andere Sprachen übernommen (beispielsweise „The German Energiewende“ oder „A Energiewende alemã“). Ziel der Energiewende ist, die von der konventionellen Energiewirtschaft verursachten ökologischen, gesellschaftlichen und gesundheitlichen Probleme zu minimieren und die dabei anfallenden, bisher im Energiemarkt kaum eingepreisten, externen Kosten vollständig zu internalisieren. Angesichts der maßgeblich vom Menschen verursachten Globalen Erwärmung ist heutzutage besonders die Dekarbonisierung der Energiewirtschaft durch Beendigung der Nutzung von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Kohle und Erdgas von Bedeutung. Ebenso stellen die Endlichkeit fossiler Energieträger sowie die Gefahren der Kernenergie wichtige Gründe für die Energiewende dar. Die Lösung des globalen Energieproblems gilt als zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Die Energiewende umfasst die drei Sektoren Strom, Wärme und Verkehr, ferner auch die perspektivische Abkehr von fossilen Rohstoffen etwa zur Herstellung von Kunststoff oder zur Stickstoffdünger-Synthese (Haber-Bosch-Verfahren). Ein mit der Energiewende verbundener Kohle- und Ölausstieg bedeutet auch, dass wesentliche Mengen dieser vorhandenen Energieträger nicht gefördert werden dürfen. Wesentliche Elemente der Wende sind der Ausbau der erneuerbaren Energien, verbunden mit dem Aufbau von Energiespeichern, die Steigerung der Energieeffizienz sowie Energieeinsparung. Zu den erneuerbaren Energien zählen Bioenergie, Erdwärme, Wasserkraft, Meeresenergie, Sonnenenergie (Solarthermie, … - Smart Grid (Wikipedia)
Der Begriff intelligentes Stromnetz (englisch smart grid) bezeichnet ein elektrisches Versorgungssystem, bei dem der Fokus auf der regelungstechnischen Steuerung liegt, um die Auslastung der vorhandenen Infrastruktur zu verbessern. Hiermit soll der zeit- und kapitalintensive Ausbau der physischen Infrastruktur (Freileitungen, Kabel, Transformatoren etc.) möglichst gering gehalten oder verzögert werden. Mit größer werdenden Anteilen erneuerbarer Energien in den Stromnetzen steigen besonders die Anforderungen an die Verteilnetze, d. h. der Niederspannungs- und Mittelspannungsebene. Sie übernehmen heute nicht nur die Aufgabe, elektrische Energie von den Übertragungsnetzen abzunehmen und an Endverbraucher zu verteilen, sondern zunehmend auch die Aufgabe, dezentral erzeugten Strom in die höheren Netzebenen zurückzuspeisen. Smart Grids, d. h. Innovationen in der Netzsteuerung mit moderner Regelungs- und Leittechnik sollen diese zusätzlichen Herausforderungen lösen. Die Bundesnetzagentur schreibt dazu: Während die Hochspannungsnetze bereits heute weitestgehend intelligent gesteuert werden und der Zubau neuer Leitungen das Gebot der Stunde ist, ist in den Verteilnetzen auch eine Verbesserung der Netzinfrastruktur und der Steuerungsmöglichkeiten erforderlich. Investitionen „in Kupfer“ müssen Hand in Hand gehen mit Investitionen in „Intelligenz“. - Smart Meter (Wikipedia)
Ein intelligentes Messsystem (abgekürzt: iMSys), intelligenter Zähler oder Smart Meter (englisch smart meter) ist ein Gas-, Wasser- oder Stromzähler, der digital Daten sendet und empfängt und dazu in ein Kommunikationsnetz (zur Fernübertragung) eingebunden ist. Es besteht aus einer modernen Messeinrichtung (mME), die den Energie- bzw. Stofffluss digital zählt und speichert, und einer Kommunikationseinheit, dem Smart-Meter-Gateway (SMGW), das die Daten zwischen Verbraucher, Netzbetreiber und Lieferant überträgt. Gesendete Daten sind z. B. die Menge der durchgeleiteten elektrischen Energie, empfangene Daten sind z. B. Steuerbefehle für eine Laststeuerung. Intelligente Stromzähler sind im Verbund mit automatischem Last- und Ressourcenmanagement Bestandteil von intelligenten Stromnetzen (englisch Smart Grid). In leitungsgebundenen Energieversorgungnetzen sollen intelligente Zähler in Verbindung mit Smart Meter Gateways auch zur Reduzierung von Netzengpässen, zur Optimierung des Netzausbaus und des Netzbetriebs verwendet werden. Darüber hinaus sind sie im Rahmen der bereits 1996 mit einer EU-Richtlinie eingeleiteten Liberalisierung des Energiemarkts notwendig, um für alle Marktteilnehmer insbesondere für die Letztverbraucher Kostentransparenz zu gewährleisten. Mit intelligenten Messsystemen bzw. modernen Messeinrichtungen kann der Kunde weitergehende aktuelle und protokollierte Verbrauchswerte betrachten, auslesen und für variable Tarife nutzen. Intelligente Stromzähler sind schon seit den 1990er Jahren vor allem für Großkunden im Einsatz. Seit ungefähr 2010 werden sie auch für variable Tarife Privathaushalten angeboten. Modellabhängig können intelligente Zähler Daten auch im schnellen Rhythmus an das Energieversorgungsunternehmen übertragen, was diesem eine bessere Netz- und Ressourcensteuerung ermöglichen soll. Neben Stromzählern werden im weiteren Sinne auch zur Fernübertragung ausgerüstete Zähler für den Gas-, Wasser- und Fernwärmeverbrauch als intelligente Zähler bezeichnet. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern sind intelligente Messsysteme in Deutschland wenig verbreitet. In einer repräsentativen YouGov-Umfrage von September 2024 gaben 60 … - Stromnetz (Wikipedia)
Der Begriff Stromnetz bezeichnet ein Netzwerk zur Übertragung (Übertragungsnetz) und Verteilung (Verteilnetz) elektrischer Energie. Es besteht aus elektrischen Leitungen wie Freileitungen und Erdkabeln sowie den dazugehörigen Einrichtungen wie Schalt- und Umspannwerken. Große, räumlich benachbarte und elektrisch verbundene Stromnetze werden als Verbundnetz bezeichnet, kleine, räumlich getrennte Stromnetze als Inselnetze. Elektrische Netze in Fahr- und Flugzeugen heißen Bordnetze. Eine historische Bezeichnung für das Stromnetz ist Lichtnetz, weil elektrische Energie anfänglich fast nur zur Beleuchtung mit Glühlampen diente.