ARAG Experten über Verletzungsrisiken, Regeln und No-Gos beim Wintersport
Die Skiunfallzahlen steigen. Laut ARAG-ASU (Auswertungsstelle für Skiunfälle in Kooperation mit der Stiftung für Sicherheit im Skisport) mussten in der Saison 2024/2025 über 50.000 Skisportler ärztlich behandelt werden. Gleichzeitig verändert sich durch veränderte Skitechnik, Ausrüstung und Fahrverhalten die Art der Verletzungen. Anlass für die ARAG Experten, auf wichtige Pisten-Regeln und sinnvolle Absicherungen im Wintersport hinzuweisen.
Ski heil, Bein kaputt
Die „Rentnerband“ hat mit ihrem Song „Ski heil, Bein kaputt“ die Herausforderungen des Skisports bereits in den 80er-Jahren besungen. Und richtig: Skifahren ist mit einem hohen Verletzungsrisiko verbunden. Dabei hat sich die Art der Skiverletzungen in den letzten Jahrzehnten verändert. Früher dominierten Unterschenkelbrüche, vor allem Schienbeinfrakturen. Durch moderne Sicherheitsbindungen, stabilere Skischuhe und bessere Pistenpräparation sind diese Verletzungen zurückgegangen. Heute treten laut ARAG-ASU dagegen häufiger Knieverletzungen auf. Deutliche Anstiege zeigen sich aber auch bei Rumpf-, Hüft- und Oberschenkelverletzungen sowie bei Unterarm- und Handverletzungen.
Der Grund liegt laut ARAG Experten unter anderem in der veränderten Skitechnik und Ausrüstung: Carving-Ski sind kürzer, breiter und taillierter, wodurch höhere Geschwindigkeiten und stärkere Drehkräfte entstehen, die direkt auf das Kniegelenk wirken. Steife Skischuhe allerdings fixieren den Unterschenkel sehr gut, sodass Belastungen nicht mehr durch den Fuß abgefangen werden können.
Schneller, weiter, höher
Aber auch das Fahrverhalten spielt den ARAG Experten zufolge eine Rolle bei zunehmenden Skiverletzungen: Viele Skifahrer überschätzen ihr Können, fahren daher schneller und riskanter. Eine Folge dieser Selbstüberschätzung sind Kollisionsunfälle, deren Anteil an allen Skiverletzungen bei über 20 Prozent liegt. In der Saison 2024/2025 erreichten sie den höchsten Wert in mehr als 40 Jahren.
Verkehrsregeln für die Piste
Um die Gefahren auf der Piste zu minimieren, ist ein internationales Regelwerk unumgänglich: die FIS-Regeln. Benannt nach dem internationalen Skiverband „Federation Internationale de Ski“ gelten diese Regeln weltweit. Auch wenn sie nicht offiziell als Gesetz angelegt sind, weisen die ARAG Experten darauf hin, dass ihre Nichteinhaltung als Verstoß gegen die allgemeine Sorgfaltspflicht gewertet wird und Gerichte FIS-Regeln durchaus in Prozessen heranziehen.
Von Kindesbeinen an
Auch seinen Kindern sollte man trotz Ski-Schule die Inhalte der FIS-Regeln regelmäßig immer wieder nahebringen. Denn abgesehen davon, dass die Kleinen bei einer Kollision oft die Schwächeren sind, macht die Schuldfrage tatsächlich auch vor ihnen nicht halt. So verurteilte das Landgericht Coburg einen Achtjährigen zur hälftigen Mitschuld an einem Unfall, bei dem sich der andere betroffene Skifahrer einen komplizierten Armbruch zufügte. Der Junge sei als bereits erfahrener Abfahrtsläufer in der Lage gewesen, den Unfall zu vermeiden, habe aber gegen die FIS-Regeln verstoßen und sei nicht aufmerksam genug gefahren (Az.: 23 736/05).
Keine Ausnahme für Rodler
Nicht nur Ski- und Snowboardfahrer sind angesprochen. Die FIS-Regeln gelten vielmehr als Maßstab für alle Wintersportler. In einem konkreten Fall wurde ein Rodler, der beim Schlittenfahren einen Fußgänger mittelschwer verletzt hatte, zu einer Schadensersatz- und Schmerzensgeldzahlung verurteilt. Die Richter sahen in diesem Fall das geforderte Fahren auf Sicht nicht umgesetzt, da der Rodler mit 20 Stundenkilometern viel zu schnell unterwegs war und laut ARAG Experten nachweislich weder rechtzeitig noch mit vollem Einsatz gebremst hatte. Da er sich noch dazu auf keiner reinen Rodelbahn befand, wäre umso mehr Rücksicht gefordert gewesen (Oberlandesgericht München, Az.: 7 U 1195/21).
Promille auf der Piste tabu
Klar ist: Alkohol und Skisport sind eine ganz schlechte Mischung! Trotzdem gibt es nur in Italien eine feste Promillegrenze von 0,5 Promille, ab 0,8 drohen sogar strafrechtliche Konsequenzen. In Ländern wie Österreich, Deutschland, Frankreich oder der Schweiz existieren zwar keine festen Grenzwerte. Aber die ARAG Experten weisen darauf hin, dass sich Pistenbetreiber das Recht vorbehalten, stark alkoholisierten Wintersportlern den Skipass zu entziehen. Zudem verlieren angetrunkene Pistenrowdies bei einem Unfall unter Umständen ihren Versicherungsschutz und müssen für etwaige Schäden selbst aufkommen.
Welche Versicherungen sind für Wintersportler sinnvoll?
Für Wintersportler raten die ARAG Experten zu einigen besonders relevanten Absicherungen, die über den Basisschutz hinausgehen: Neben der privaten Haftpflichtversicherung, die im Pistenalltag unabdingbar ist, weil sie Schadensersatzansprüche bei Zusammenstößen abdeckt, gehört eine private Unfallversicherung mit Wintersport-Einschluss dazu. Diese sichert nicht nur Invalidität ab, sondern sollte idealerweise auch Such-, Rettungs- und Bergungskosten nach einem Sturz oder bei einem Hubschraubereinsatz übernehmen. Ein Kostenpunkt, der sonst schnell teuer wird. Ebenso wichtig ist eine Auslandskrankenversicherung, denn die gesetzliche Krankenversicherung im europäischen Ausland deckt oft nicht alle Behandlungen, Rücktransporte oder Bergungseinsätze ab. Für den gebuchten Winterurlaub lohnt sich zusätzlich eine Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherung, die bei plötzlicher Erkrankung oder Unfall vor und während der Reise Stornokosten erstattet. Bei hochwertigen Skiern, Snowboards oder Schutzkleidung raten die ARAG Experten zudem zu einer Sportgeräte- bzw. Geräteversicherung, um bei Diebstahl oder Beschädigung finanziellen Ersatz zu erhalten.
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Die ARAG ist das größte Familienunternehmen in der deutschen Assekuranz und versteht sich als vielseitiger Qualitätsversicherer. Sie ist der weltweit größte Rechtsschutzversicherer. Aktiv in insgesamt 19 Ländern – inklusive den USA und Kanada – nimmt die ARAG über ihre internationalen Niederlassungen, Gesellschaften und Beteiligungen in vielen internationalen Märkten mit ihren Rechtsschutzversicherungen und Rechtsdienstleistungen eine führende Position ein. Ihren Kunden in Deutschland bietet die ARAG neben ihrem Schwerpunkt im Rechtsschutzgeschäft auch eigene einzigartige, bedarfsorientierte Produkte und Services in den Bereichen Komposit und Gesundheit. Mit mehr als 6.100 Mitarbeitenden erwirtschaftet der Konzern ein Umsatz- und Beitragsvolumen von über 2,8 Milliarden Euro.
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- Abfahrt (Wikipedia)
Die Abfahrt (Synonym: das Abfahrtsrennen) ist eine Disziplin des alpinen Skisports. Sie gilt als Königsdisziplin und ist der längste sowie der (nach dem Slalom) zweitälteste alpine Skiwettbewerb. Die Regeln wurden erstmals 1921 durch Sir Arnold Lunn für die britischen Landesmeisterschaften festgelegt. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit gilt die Abfahrt als die riskanteste aller Disziplinen. Bei Weltcuprennen erreichen die Abfahrtsläufer Geschwindigkeiten von mehr als 130 km/h. Beim Hahnenkammrennen in Kitzbühel werden teilweise 150 km/h erreicht, beim Lauberhornrennen in Wengen bis zu 160 km/h. Abfahrtsläufer müssen über große Kraft, Ausdauer, exzellente Skitechnik und viel Mut verfügen, um in der Weltspitze mithalten zu können. - ARAG (Wikipedia)
ARAG bezeichnet die ARAG SE, ein Versicherungskonzern die ARAG (Range), bestehend aus den Häfen Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und Gent - Fahrverhalten (Wikipedia)
Die Fahrdynamik ist ein Spezialgebiet der Dynamik, das sich, ausgehend von den Gesetzen der Technischen Mechanik und versuchsmäßig gefundenen Abhängigkeiten, mit der Bewegung von Landfahrzeugen (Rad-, Ketten- und Schienenfahrzeugen) befasst. Dabei umfasst die Fahrdynamik Ermittlungen zu Weg Zeit Geschwindigkeit Beschleunigung Energieaufwand bzw. Wirkungsgrad Antriebskräften Leistungen und Bewegungswiderständen, bei schienengebundenen Fahrzeugen auch zu den zu befördernden Anhängelasten. Die Fahrdynamik nutzt technische, physikalische, mathematische und statistische Grundlagen und bietet ihrerseits Grundlagen für sich anschließende maschinentechnische, bautechnische, betriebliche und wirtschaftliche Untersuchungen. - Kollision (Wikipedia)
Kollision (von lateinisch collisio „Zusammenstoß“, „Zusammenprall“) steht für: Zusammenstoß: im Flugverkehr, siehe Flugunfall im Straßenverkehr, siehe Straßenverkehrsunfall im Schienenverkehr, siehe Gefährliches Ereignis von Schiffen, siehe Havarie Naturwissenschaften: Chemie: Zusammenstoßen einzelner Teilchen, siehe Stoßtheorie Physik: Kollision beliebiger physikalischer Objekte, siehe Stoß (Physik). Astronomie: nahe Begegnung zweier Sterne, siehe Sternkollision Geologie: Aufeinandertreffen von Lithosphärenplatten unter Bildung von Gebirgen, siehe Gebirgsbildung #Kollision von Kontinentalblöcken Mathematik/Informatik: Mathematik: Berühren oder Überlappen geometrischer Objekte, siehe Kollisionserkennung (Algorithmische Geometrie) gleichzeitiger Zugriff mehrerer Computer auf ein gemeinsames Kommunikationsmedium, siehe Datenkollision Kryptologie: zwei Zeichenketten, zu denen eine kryptographische Hashfunktion den gleichen Hashwert berechnet, siehe Kollisionssicherheit Rechtswesen: gleichzeitige Gültigkeit verschiedener Rechtsnormen für denselben Sachverhalt, siehe Kollisionsregel Zusammenprall von Grundrechten, siehe Normkollision gleichzeitiges Aufeinandertreffen mehrerer Handlungspflichten, siehe Pflichtenkollision Markenrecht: Kollision von zwei Marken, siehe Markenschutz Kultur: Polizeiruf 110: Kollision, Kriminalfilm (1977) Sonstiges: Zusammenprall von Meinungen, siehe Konflikt Siehe auch: Kollisionsverhütungsregeln Kollusion - piste (Wikipedia)
Unter Piste versteht man: einen nicht ausgebauten Verkehrsweg in unwegsamem Gelände, siehe Naturstraße, Schotterstraße in der Luftfahrt eine Start- und Landebahn im Wintersport eine Skipiste im Zirkus die Einfassung der Manege, siehe Manege (Zirkus) im Motorsport eine mit geeignetem Belag versehene Straße, siehe Motorsport-Rennstrecke sowie: Stadtmagazin piste, eine lokale Zeitschrift in Norddeutschland Siehe auch: - Rodler (Wikipedia)
Rodler ist ein Sportler, der rodelt. Rodler ist der Familienname folgender Personen: Daniela Rodler (* 1976), deutsche Tierärztin, Autorin, Schauspielerin und Unterwasser-Performerin Martin Rodler (* 1989), österreichischer Fußballspieler Rachel Rodler (1878–1944), deutsche Pathologin Walther Rodler (1867–1931), österreichischer Politiker Siehe auch: - Skifahrer (Wikipedia)
Beim Skifahren (in Österreich oft auch Schifahren geschrieben) oder Skilaufen (Schilaufen) gleitet ein Skifahrer auf einer Skipiste oder im freien Gelände auf zwei Skiern über den Schnee. Wird mit dem Ausdruck Skifahren in der Regel die breitensportliche Variante definiert, so hat der Wettkampfsport die Bezeichnung „Ski Alpin“. Skilauf als Gesamtkonzept des Wintersports umfasst auch den Langlauf. - Skipiste (Wikipedia)
Eine Skipiste, in Österreich Schipiste, ist ein Teil eines Berges, der für das Skifahren und das Snowboardfahren vorgesehen ist. Eine Skipiste wird in der Regel vom Betreiber eines Skigebiets angelegt, je nach Schwierigkeitsgrad farblich markiert und durch Fangnetze und weitere Maßnahmen gesichert. Auf Skipisten gelten die in der Regel vom Internationalen Skiverband (FIS) aufgestellten Verhaltensregeln, die FIS-Regeln. Der Betreiber präpariert in der Regel die Pisten mit Pistenfahrzeugen, sichert sie gegen alpine Gefahren wie Lawinen und sorgt für die Kontrolle durch den Rettungsdienst. Die Anlage von Skipisten größeren Umfanges erfordert zudem eine ausreichende verkehrliche bzw. touristische Erschließung durch Individualverkehr oder ÖPNV. Unter Berücksichtigung von Naturschutz und Verkehrslenkung geplante Skipisten können ein wesentlicher Beitrag dazu sein, „wildes“ Skifahren gerade auch im Interesse des Biotopschutzes zu unterbinden. Rechtlich kann festgelegt werden, dass die Anlage einer Skipiste nicht oder nur bis zu einem bestimmten Ausmaß zu irreversiblen Schäden an der Umwelt führen darf. Schäden an der Grasnarbe führen in aller Regel zu Bodenerosion. Außerhalb der Skisaison können – je nach Rechtslage – Skipistenbetreiber gezwungen werden, dass Schäden, die der Skibetrieb der Umwelt zugefügt hat, beseitigt werden und gegebenenfalls die Streckenführungen verändert werden. Dies ist vor allem erforderlich, wenn es die Regeneration der Vegetation einer über Gebühr und damit eigentlich unzulässigerweise in Anspruch genommenen Fläche mehr als die zwischensaisonale Zeit erfordert. Eine Skipiste kann sich auch in einer Skihalle befinden, aufgrund der künstlichen und meist deutlich kürzeren sowie weniger variantenreichen Abfahrten sind diese aber nicht vollständig mit den Bedingungen in echten Skigebieten vergleichbar. Zur Überwindung von Wegstrecken befinden sich neben oder nahe der Skipisten Skilifte, Sessellifte und andere Transportmittel. - Skisport (Wikipedia)
Skisport, in Österreich auch Schisport, ist der Sammelbegriff für alle Sportarten, zu deren Ausübung das Sportgerät Ski benötigt wird. Skisport zählt zusammen mit dem Snowboardsport zum Schneesport und ist eine Wintersportart. - Skiunfall (Wikipedia)
Als Skiunfälle bzw. Schiunfälle bezeichnet man Unfälle einzelner oder mehrerer Skiläufer mit dadurch verursachten Verletzungen. - Skiverband (Wikipedia)
Skiverband steht für: Dänischer Skiverband Deutscher Skiverband Bayerischer Skiverband Schwäbischer Skiverband Skiverbände Baden-Württemberg Westdeutscher Skiverband Fédération Française de Ski Federazione Italiana Sport Invernali Liechtensteinischer Skiverband Österreichischer Skiverband Federação Portuguesa de Esqui Schwedischer Skiverband Schweizer Skiverband Kanadischer Skiverband Russian Ski Association Hungarian Ski Federation USSA Belarusian Alpine Skiing and Snowboard Federation Siehe auch: Fédération Internationale de Ski (FIS) European Ski Federation Organisation der Alpenländer-Skiverbände - Wintersport (Wikipedia)
Unter Wintersport werden im deutschsprachigen Raum Sportarten verstanden, die sinnbildlich für Winter stehen, weil sie auf Schnee und Eis ausgeübt werden. Früher fanden diese wegen der jahreszeitlichen Abhängigkeit nur im Winter statt, heutzutage sind sie durch Eis- und Skihallen sowie Verfügbarkeit von Kunstschnee zu jeder Jahreszeit und in allen klimatischen Gebieten möglich. In anderen Kulturkreisen, etwa dem nordamerikanischen, versteht man unter Wintersport hingegen jene Sportarten, die in der Regel im Winter in der Halle und bei künstlichem Licht ausgeübt werden, wie z. B. Gymnastik, Basketball oder Eishockey.