Schweizer Präzision, deutsche Verzögerung

Warum Unternehmer in der Schweiz schneller entscheiden: Ein Gespräch mit Bernhard Schindler

Schweizer Präzision, deutsche Verzögerung

Ein Gespräch mit Bernhard Schindler:

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Zürich. Beim Unternehmer-Dinner im FIVE Zurich sprach Unternehmer Bernhard Schindler vor rund 40 Unternehmern über die Verschiebung im europäischen Standortwettbewerb. Im Anschluss an seine Keynote erklärt er im Interview, warum sich Dynamiken zunehmend zugunsten der Schweiz verändern – und wo Deutschland an Geschwindigkeit verliert.

Herr Schindler, Sie haben in Ihrer Keynote sehr klar formuliert, dass sich die wirtschaftliche Wahrnehmung im D-A-CH-Raum verschiebt. Was beobachten Sie konkret?

Schindler: Ich beobachte vor allem eine Verschiebung im operativen Alltag von Unternehmern. Die Schweiz steht aktuell für Tempo, Verlässlichkeit und Planbarkeit. Entscheidungen werden getroffen, Prozesse funktionieren. In Deutschland hingegen erleben viele Unternehmen zunehmend Verzögerungen – nicht punktuell, sondern strukturell.

Worin liegt dieser Unterschied aus Ihrer Sicht?

Schindler: Die Schweiz hat ein System, das konsequent auf Umsetzung ausgelegt ist. Genehmigungen sind Prozesse, keine Unsicherheitsfaktoren. Verwaltung ist Dienstleistung. Das schafft Vertrauen. In Deutschland dagegen entsteht oft Reibung durch Komplexität – längere Verfahren, mehr Abstimmungen, mehr Regulierung. Das kostet Zeit. Und Zeit ist heute ein zentraler Wettbewerbsfaktor für viele Unternehmen.

Wie wirkt sich das konkret auf Unternehmer aus?

Schindler: Sehr direkt. Unternehmer denken in Zyklen: Investition, Umsetzung, Skalierung. Wenn sich bereits der erste Schritt verzögert, verschiebt sich alles. Kapital wird vorsichtiger eingesetzt oder wandert dorthin, wo Abläufe verlässlicher sind.
Deshalb sehen wir aktuell, dass viele Unternehmen Alternativen prüfen – nicht aus Überzeugung gegen Deutschland, sondern aus betrieblicher Notwendigkeit.

Sie sprechen häufig von „Geschwindigkeit“. Warum ist sie so entscheidend?

Schindler: Weil sie heute über Wettbewerbsfähigkeit entscheidet. Märkte verändern sich schneller als früher. Wer schneller entscheidet, setzt sich durch.
Die Schweiz hat diesen Faktor verstanden. Deutschland hat die Substanz – aber die Geschwindigkeit fehlt zunehmend im System.

Ist das ein temporäres Problem oder eine strukturelle Entwicklung?

Schindler: Aus meiner Sicht ist es strukturell. Wenn Prozesse dauerhaft länger dauern, wenn Regulierung zunimmt und Entscheidungen komplexer werden, entsteht ein Muster.
Das ist kein einzelnes politisches Thema, sondern ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Zumeist aber nicht einfach gedacht. Dort wo zunehmend Beamtenapparate aufgebaut werden, verlieren wir das pragmatische Denken und Handeln.

Wie wird Deutschland aktuell von Unternehmern wahrgenommen?

Schindler: Immer noch als starker Standort mit enormer Substanz. Aber gleichzeitig auch als zunehmend schwerfällig, behäbig, schwer im Tun. Das ist keine pauschale Kritik, sondern eine Beobachtung aus vielen Gesprächen. Deutschland könnte führen – aber es muss wieder schneller werden. Weniger Bürokratie, weniger Nein, mehr Macher Mentalität wie wir Sie auch früher hatten.

Ihr Fazit aus dem heutigen Abend in Zürich?

Schindler: Die Gespräche waren sehr klar. Viele Unternehmer bestätigen die Attraktivität der Schweiz – insbesondere wegen der Verlässlichkeit im System. Besonders aber auch die positive Stimmung hat mich begeistert. Lange nicht mehr erlebt.
Gleichzeitig wünschen sich viele, dass Deutschland seine Stärken wieder besser ausspielen kann. Die Voraussetzungen dafür sind ja da.

Was müsste aus Ihrer Sicht passieren?

Schindler: Mehr Fokus auf Umsetzung. Schnellere Verfahren. Weniger Komplexität.
Am Ende geht es darum, unternehmerisches Handeln wieder zu erleichtern – nicht zu erschweren. Weniger zerreden in der Presse. Auch da ist vieles nicht mehr objektiv. Man glaubt ja fast nur noch negatives zu lesen jeden Tag.

Schlussgedanke:

Der Wettbewerb der Standorte entscheidet sich zunehmend über Tempo und Planbarkeit. Für viele Unternehmer ist die Frage längst nicht mehr theoretisch – sondern Teil ihrer täglichen Entscheidungen, für viele Unternehmer stellt sich bei der Abwanderung in die Schweiz solch eine Frage auch nicht mehr, wie ich beeindruckend heute erleben durfte. Fakt ist, wir tun unser gutes dazu, der Schindler Circle wird hier in Zürich, Luzern und schon am 8. Juni in Meggen mit den Corporate Circle Alliances starten, worauf ich mich sehr freue.

Der SCHINDLER Circle ist die Heimat für Unternehmer:innen, die echten Fortschritt wollen. Mit Bernhard als persönlichem Sparringspartner entwickelst du monatlich live und persönlich neue Brands, gehst mutige Wege in deiner Positionierung, entfaltest klare Strategien, öffnest ungeahnte Türen und bringst sogar neue Produkte konsequent auf die Straße. Dazu kommen die starken Matches der legendären Powerdays und die Fähigkeit, deine unternehmerische Helikopterperspektive zu schärfen.

Kontakt
Innovation Circle Managementgesellschaft mbH
Andreas Wagner
Gewerbering 38a
91341 Röttenbach
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https://schindler-circle.de/

Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • CEO (Wikipedia)
    Chief Executive Officer (CEO) bezeichnet in vielen anglophonen Staaten ein geschäftsführendes Vorstandsmitglied (vgl. Geschäftsführer), einen Vorstandsvorsitzenden oder einen Generaldirektor (vgl. Vorsitzender oder Präsident der Geschäftsleitung) eines Unternehmens oder allgemein dessen allein zeichnungsberechtigten Geschäftsführer. Gelegentlich werden angelsächsische Titulierungen wie diese im Zuge der Internationalisierung von Unternehmen im deutschsprachigen Raum verwendet, ohne dass sie jedoch eine handels- oder gesellschaftsrechtliche Relevanz besitzen.
  • interview (Wikipedia)
    Ein Interview [ˈɪntɐvjuː] ist als Anglizismus im Journalismus eine Form der Befragung mit dem Ziel, persönliche Informationen, Sachverhalte oder Meinungen zu ermitteln.
  • mittelstand (Wikipedia)
    Als (gewerblicher) Mittelstand werden im deutschsprachigen Raum (mit Ausnahme der Schweiz, siehe Mittelschicht) je nach gewählter Definition die Gesamtheit aller Unternehmen bezeichnet, die als kleines oder mittleres Unternehmen gelten (nicht mehr als 500 Beschäftigte und nicht mehr als 50 Mio. € Jahresumsatz), oder bei denen noch mindestens ein wirtschaftlich unabhängiges Gründungsmitglied beteiligt ist. Eine allgemein gültige und akzeptierte Definition gibt es nicht. Der Ausdruck aus der Ständegesellschaft bekam diese Hauptbedeutung erst in jüngeren Jahren. Im Duden steht er noch im Jahre 2001 für die Mittelschicht. Besonders in der Schweiz wird er weiterhin so benutzt. Mangels äquivalenter Übersetzungen hat das Wort als Lehnwort mittelstand in die englische und spanische Sprache Eingang gefunden.
  • Schweiz (Wikipedia)
    Die Schweiz (schweizerdeutsch Schwiz, französisch [sɥis(ə)], italienisch [ˈzvitːsera], rätoromanisch [ˈʒviːtsrɐ] oder [ˈʒviːtsʁɐ], lateinisch Helvetia), amtlich Schweizerische Eidgenossenschaft (schweizerdeutsch Schwizerischi Eidgnosseschaft, französisch Confédération suisse, italienisch Confederazione Svizzera, rätoromanisch , lateinisch Confoederatio Helvetica), ist ein föderalistischer, demokratischer Staat in Mitteleuropa. Er grenzt im Norden an Deutschland, im Osten an Österreich und Liechtenstein, im Süden an Italien und im Westen an Frankreich. In der Schweiz wohnen 9'104'063 Menschen auf 41'291 Quadrat­kilometern (30. September 2025). Mit einem Anteil von 27,6 Prozent an Einwohnern ohne Schweizer Bürgerrecht gehört die Schweiz zu den Ländern Europas mit dem höchsten Anteil. Der Staat zählt mit 220 Einwohnern pro Quadratkilometer zu den dichter besiedelten Staaten Europas, wobei sich die Bevölkerung im Mittelland, der Beckenzone zwischen Jura und Alpen, sowie im südlichen Tessin konzentriert. Die acht grössten Städte respektive Wirtschaftszentren sind Zürich, Genf, Basel, Lausanne, Bern, Winterthur, Luzern und St. Gallen. Der Staat hat Anteil an vier Sprachräumen: dem deutschen in der Deutschschweiz, dem französischen in der Romandie, dem italienischen in der italienischen Schweiz und dem rätoromanischen in der rätoromanischen Schweiz (in Teilen des Kantons Graubünden). Deutsch, Französisch und Italienisch sind die Amtssprachen des Bundes; nur im Verkehr mit rätoromanisch sprechenden Personen ist auch Rätoromanisch Amtssprache des Bundes. Alle vier Sprachen sind Landessprachen auf Bundesebene. Im deutschen und italienischen Sprachgebiet werden im Alltag Dialekte gesprochen; in der französischen und in der rätoromanischen Sprachregion dominieren die Standardsprachen. Um keine der Landessprachen zu bevorzugen, lautet das Landeskennzeichen «CH», die Abkürzung der lateinischen Bezeichnung Confoederatio Helvetica. Die Schweizerische Eidgenossenschaft ist ein Bundesstaat, der aus 26 teilsouveränen Kantonen besteht. Sitz der Regierung und des Parlaments ist die Bundesstadt Bern. Die Schweiz gilt als Willensnation; nationale Identität und der Zusammenhalt der …
  • Unternehmer (Wikipedia)
    Unternehmer ist, wer als natürliche oder juristische Person allein oder gemeinsam mit anderen Mitunternehmern ein Unternehmen betreibt.
  • Unternehmertum (Wikipedia)
    Der Begriff Unternehmertum (englisch entrepreneurship, von französisch entreprendre ‚unternehmen‘), auch Unternehmergeist, Gründertum, Gründerszene oder Gründerkultur, beschäftigt sich als wirtschaftswissenschaftliche Teildisziplin mit dem Gründungsgeschehen oder der Gründung von neuen Organisationen als Reaktion auf identifizierte Möglichkeiten und als Ausdruck spezifischer Gründerpersönlichkeiten, die ein persönliches Kapitalrisiko tragen. Entrepreneur war im Französischen seit dem 16. Jahrhundert eigentlich ein Begriff für einen militärischen Anführer. So wurde im 18. Jahrhundert zuerst von B. F. de Belister eine Person genannt, die Waren zum kontrahierten Preis verkauft und versucht, sie möglichst billig einzukaufen (sog. Arbitrage, also im Unterschied zu späteren Definitionen ein risikoloses Geschäft). Die klassischen Definitionen des Entrepreneurs heben seine gesamtwirtschaftliche Erneuerungsfunktion hervor. In der modernen Entrepreneurship-Literatur finden sich zahlreiche, teils breitere Definitionsansätze. Entrepreneurship ist mehr als Unternehmensgründung und effiziente Nutzung von Ressourcen. Es schließt kreative Elemente wie die systematische Identifizierung von (Markt-)Chancen, das Finden von neuen (Geschäfts-)Ideen und deren Umsetzung in Form von neuen Geschäftsmodellen ein und ist nicht zwingend mit der Eigentümerfunktion verbunden. Das heißt, Unternehmertum kann auch innerhalb bestehender Unternehmen von Nicht-Eigentümern praktiziert werden (Intrapreneurship). Der deutsche Begriff „Unternehmertum“ bezeichnet außerdem die Gesamtheit der Unternehmer eines Landes bzw. die soziale Klasse der Unternehmer (z. B. das „österreichische Unternehmertum“), wobei die Abgrenzung zum Kleinunternehmertum unscharf verläuft. Zur Kennzeichnung der Charakteristika von innovativen, persönlich risikotragenden Gründern wird heute in der deutschen Sprache meist der Entrepreneurbegriff verwendet. Hingegen wird ein Gründer ohne innovative Geschäftsideen, ohne eigene Mitarbeiter und ohne Wachstumspotenzial im Unterschied zum Entrepreneur oft als Existenzgründer bezeichnet. Als Start-Up bezeichnet man eine frühe und zeitlich begrenzte Entwicklungsphase eines innovativen …
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