Dr. Fritz Gorzny über die unterschätzte Winkelfehlsichtigkeit

Neuerscheinung: Wenn Sehen zur Belastung wird

Die Deutsche Literaturgesellschaft veröffentlicht mit „Winkelfehlsichtigkeit: Eine Störung des beidäugigen Sehens mit weitreichenden Folgen“ ein ebenso verständliches wie engagiertes Sachbuch des erfahrenen Augenarztes Dr. med. Fritz Gorzny. Der Autor widmet sich darin einer Störung des beidäugigen Sehens, die seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert wird – und nach seiner Erfahrung für Betroffene erhebliche Auswirkungen auf Alltag, Schule, Beruf und Lebensqualität haben kann.

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Kopfschmerzen, angestrengtes Lesen, Konzentrationsprobleme, schnelle Ermüdung bei der Bildschirmarbeit oder Schwierigkeiten beim Schreiben und bei feinmotorischen Aufgaben: Die Ursachen solcher Beschwerden werden häufig an vielen Stellen gesucht. Dr. med. Fritz Gorzny richtet den Blick auf einen Faktor, der seiner Auffassung nach noch immer zu wenig Beachtung findet – das Zusammenspiel beider Augen und die sogenannte Winkelfehlsichtigkeit, wissenschaftlich als assoziierte Heterophorie bezeichnet.

In seinem neuen Buch „Winkelfehlsichtigkeit: Eine Störung des beidäugigen Sehens mit weitreichenden Folgen“ bündelt Gorzny die Erfahrungen eines mehr als fünf Jahrzehnte umfassenden Berufslebens. Das Buch ist ausdrücklich nicht als augenheilkundliches Lehrbuch angelegt. Vielmehr erläutert der Autor allgemeinverständlich, wie Winkelfehlsichtigkeit entstehen kann, welche Folgen er mit ihr in Verbindung bringt und welche Möglichkeiten der Korrektion bestehen. Dabei bezieht er Grundlagen aus Optometrie, Augenheilkunde, Physik und Sinnesphysiologie ein.

Ein Buch für Betroffene und Fachleute

Gorzny richtet sich an Betroffene, die nach Erklärungen für ihre Beschwerden suchen, ebenso wie an Augenärztinnen und Augenärzte sowie Augenoptiker und Optometristen. Ein zentrales Thema ist die Mess- und Korrektionsmethodik nach Hans-Joachim Haase (MKH) und die bis heute bestehende fachliche und berufspolitische Kontroverse um deren Anwendung.

Der umfangreiche Band verbindet Grundlagenwissen mit praktischen Erfahrungen. Kapitel über das beidäugige Sehen, die Physik der Optik und die Wirkung von Prismen stehen neben Themen wie Lesen und Schreiben, Brille, Bildschirmarbeitsplatz und Augenmuskeloperationen. Einen breiten Raum nehmen Berichte von Betroffenen und Einzelfalldarstellungen ein. Hinzu kommen wissenschaftliche Arbeiten und Dialoge, berufspolitische Fragestellungen, Gerichtsurteile sowie weiterführende Informationen und Literatur.

Gerade diese Verbindung von medizinischer Erfahrung, persönlichen Fallgeschichten und der Darstellung einer langjährigen Fachdiskussion macht das Buch zu einer außergewöhnlichen Veröffentlichung: Es möchte informieren, eine Debatte öffnen und vor allem dazu beitragen, dass Beschwerden des beidäugigen Sehens stärker wahrgenommen werden.

Mehr als 50 Jahre Erfahrung mit dem beidäugigen Sehen

Dr. med. Fritz Gorzny, Jahrgang 1938, studierte Humanmedizin in Köln und Freiburg und absolvierte seine Facharztausbildung für Augenheilkunde an der Universitätsaugenklinik Köln mit Schwerpunkt Strabologie. Bereits dort war er am Aufbau einer Sehschule beteiligt und unterrichtete angehende Augenoptikermeister im Fach Augenheilkunde.

Seit 1971 war Gorzny als niedergelassener Augenarzt in Koblenz tätig. Im Jahr 2000 gründete er die Augen- und Laserklinik Koblenz. Von 2006 bis 2021 war er Vizepräsident der Internationalen Vereinigung für Binokulares Sehen (IVBS). Seine wissenschaftliche Tätigkeit und zahlreiche Vorträge beschäftigten sich insbesondere mit prismatischen Korrektionen und Augenmuskeloperationen bei Störungen des beidäugigen Sehens. Seit 2023 befindet er sich im Ruhestand.

Nach Darstellung des Autors beruhen seine Schlussfolgerungen zur Winkelfehlsichtigkeit auf der Beobachtung und Behandlung von weit über 1.000 Fällen. Mit dem Buch möchte er seine jahrzehntelangen Erfahrungen nun einem größeren Publikum zugänglich machen und zugleich eine fachübergreifende Diskussion über Diagnose, Korrektion und Versorgung von Menschen mit Binokularstörungen anregen.

Über das Buch

Fritz Gorzny
Winkelfehlsichtigkeit: Eine Störung des beidäugigen Sehens mit weitreichenden Folgen
ISBN 978-3-03831-365-6

Deutsche Literaturgesellschaft

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Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • assoziierte Heterophorie (Wikipedia)
    Mit Winkelfehlsichtigkeit wird in der Augenoptik ein verstecktes (auch: latentes) Schielen bezeichnet. Dieses unterscheidet sich von anderen latenten Schielformen darin, dass es mit ausschließlich einer einzigen Untersuchungsmethode festgestellt und gemessen wird, die der Augenoptiker und Uhrmacher Hans-Joachim Haase entwickelt hat. Eine weitere Eigenheit besteht darin, dass für ein so erkanntes Schielen ausschließlich eine Art der Behandlung empfohlen wird, nämlich mit speziellen Prismengläsern. Zusammengefasst wird diese Verfahrensweise MKH genannt, Mess- und Korrektionsmethodik nach Hans-Joachim Haase. Sie wird in der Fachwelt von Augenärzten, Orthoptisten und Augenoptikern kontrovers diskutiert. In der optometrischen Terminologie ist die Bezeichnung „Winkelfehlsichtigkeit“ seit dem Jahr 1993 eingeführt, in der wissenschaftlich fundierten Optik fehlt sie jedoch. Sie hat sich dort bei Beratungsgesprächen als nützlich erwiesen, da einfache und anschauliche Bezeichnungen (zum Beispiel Kurzsichtigkeit für Myopie, grauer Star für Katarakt) die Verständigung mit dem Kunden erleichtern sollen. Darüber hinaus geht man durch die Vermeidung der korrekten Übersetzung von „Heterophorie“ als „verstecktes Schielen“ einer entsprechenden Verbindung zu medizinischen Inhalten aus dem Weg und vermittelt mit dem Zusatz „Fehlsichtigkeit“ dem Kunden eine eher optisch-funktionale Perspektive. Nach dem Wörterbuch der Optometrie haben die Begriffe „Winkelfehlsichtigkeit“ und „assoziierte Heterophorie“ die gleiche Bedeutung. Somit könnten danach beide Bezeichnungen wahlweise verwendet werden.
  • Augenheilkunde (Wikipedia)
    Die Augenheilkunde oder Ophthalmologie (auch Augenmedizin, fachsprachlich auch Ophthalmiatrie; von altgriechisch ὀφθαλμός ophthalmos, deutsch ‚Auge‘, auch ‚Sehen‘) ist die Lehre vom Bau, der Funktion und den Erkrankungen und Funktionsstörungen des Sehorgans, seiner Anhangsorgane sowie des Sehsinnes und deren Prävention, Diagnostik und Therapie. Sie ist eine der ältesten medizinischen Teildisziplinen. Augenarzt (Synonym: Ophthalmologe) ist die (als ougenarzt erstmals 1401 belegte) Berufsbezeichnung des Facharztes, der sich mit der Augenheilkunde beschäftigt. Früher wurden Augenheilkundige auch als Okulisten bezeichnet. Die anatomischen Grenzen der Augenheilkunde bilden vorn die Lid- und Gesichtshaut und hinten die Knochen der Augenhöhle. Mit den Untersuchungsmöglichkeiten der Sehbahn und der Sehrinde reichen sie darüber hinaus bis an die Rückseite des Schädels. Es bestehen enge Beziehungen zur Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, zur Dermatologie und zur Neurologie. Wegen der häufigen Beteiligung des Auges an Allgemeinerkrankungen und der Möglichkeit, mikroskopische Untersuchungen an lebendem Gewebe vorzunehmen, werden ophthalmologische Befunde häufig zur Diagnosefindung für die Innere Medizin und die Neurologie (Neuroophthalmologie) herangezogen. Moderne ophthalmologische Untersuchungsmethoden erfordern eine umfangreiche und kostspielige technische und apparative Ausstattung. Wichtigstes Untersuchungsgerät ist heute die Spaltlampe, ein mit spezieller Steuer- und Beleuchtungsmechanik versehenes, starkes Stereomikroskop. Die Augenheilkunde zählt zu den chirurgischen Teildisziplinen, obwohl ihr zahlreiche, wirksame und hochentwickelte Medikamente und Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Mit der Operation der Katarakt (grauer Star) stellt die Augenheilkunde die am häufigsten durchgeführte und in der Summe kostenträchtigste Operation der Medizin weltweit.
  • Augenoptik (Wikipedia)
    Augenoptiker sind auf das Anfertigen und Anpassen von Sehhilfen – in der Regel Brillen und Kontaktlinsen – spezialisiert. Zur Berufsausübung gehört das Einarbeiten der Brillengläser in Brillenfassungen, die Durchführung von Sehtests, die Vermessung des dioptrischen Apparates der Augen, die Bestimmung und Korrektur optischer Fehlsichtigkeiten, sowie die Beratung und Unterstützung des Kunden bei der Wahl der Fassung, Gläsertypen und Hilfsmitteln wie Lesegeräten und Lupen bei Sehbehinderten. Auch die Prüfung zum Beispiel des beidäugigen Sehens sind Bestandteil des Leistungsspektrums. Gleichwohl besitzt die Augenoptik die Möglichkeit anhand von screening-Tests Auffälligkeiten am Auge aufzudecken und diese Verdachtsdiagnosen dann beim Facharzt abklären zu lassen. International können diese Aufgaben durch Gesetze und Berufsordnungen unterschiedlich geregelt sein. In Deutschland ist die Qualifizierung in Gesellen und Meister unterteilt. In jeder Betriebsstätte gibt es durch die Berufsordnung die Meisterpräsenzpflicht, d. h., es muss ein Meister verantwortlich und präsent die Betriebsstätte leiten. Diplom-Ingenieure haben dieselben Rechte wie Meister und dürfen auch eine Betriebsstätte führen. Im englischsprachigen Raum nennt man die Meister auch optometrists. Die Herstellung von Brillenfassungen aus Metallen und Kunststoffen, sowie das Schleifen von Linsen wird in der Ausbildung gelehrt, wegen der heute meist industriellen Fertigung aber in der Praxis immer seltener angewandt. Dagegen nehmen die Beratung und die Auswertung der Sehtests auch im Zusammenhang mit Medikamenten und anderen medizinischen Zusammenhängen zur ganzheitlichen Beratung des Sehens einen immer größeren Raum ein.
  • Binokularsehen (Wikipedia)
    Unter Binokularsehen (binokular = beidäugig) versteht man alle sensorischen und motorischen Aspekte des gemeinsamen Sehens von rechtem und linkem Auge. Demgegenüber bezeichnet man das Sehen mit nur einem Auge oder auch die unabhängig voneinander stattfindende Benutzung mehrerer Augen als Monokularsehen. Beim Menschen, wie bei Primaten im Allgemeinen, sind die Augen nach vorne gerichtet. Hierdurch ist zwar das Blickfeld kleiner, aber die damit verbundene größere Überlappung der Gesichtsfelder der beiden Augen kommt dem räumlichen Sehen zugute. Dieses benötigt allerdings zusätzliche sensorische und motorische Fähigkeiten, die Teilaspekte des Binokularsehens sind, und die mitunter gestört sein können.
  • MKH (Wikipedia)
    MKH steht als Abkürzung für: Medien Kultur Haus in Wels Mess- und Korrektionsmethodik nach Hans-Joachim Haase, siehe Winkelfehlsichtigkeit Multikulturhaus in Neu-Ulm Muthesius Kunsthochschule in Kiel
  • Optometrie (Wikipedia)
    Die Optometrie (altgriechisch ὀπτική optikē, deutsch ‚Lehre vom Sichtbaren‘ von ὀπτικός optikós, deutsch ‚zum Sehen gehörend‘ zu ὄψις ópsis, deutsch ‚das Sehen‘, und altgriechisch μέτρον metron, deutsch ‚Maß‘, siehe -metrie) ist die Lehre der Messungen und Bewertungen von Sehfunktionen. Sie umfasst die biologische und physikalische Optik. Die Grundlagen für die Fach- und Hochschulausbildung auf dem Gebiet der Optometrie wurden in Deutschland maßgeblich durch Hermann Pistor entwickelt. Optometrie bezeichnet zudem ein Tätigkeitsfeld, welches sich mit der Korrektur von Fehlsichtigkeiten beschäftigt. Optometrie stellt insofern eine Ergänzung zur „monokularen“ Augenoptik dar, als sie sich mit „binokularen“ Störungen auseinandersetzt.
  • Prismenbrille (Wikipedia)
    Eine Prismenbrille ist eine spezielle Brille, deren Gläser eine das Licht umlenkende (prismatische) Wirkung besitzen, und die vor allem im augenheilkundlichen Bereich der Strabologie als therapeutisches und diagnostisches Hilfsmittel verwendet wird. In der Regel besitzt jedes Brillenglas in jeder vom Hauptdurchblickspunkt abweichenden Blickrichtung unterschiedliche prismatische Wirkungen, die, wenn sie nicht beabsichtigt sind und dem therapeutischen Nutzen dienen, auch zu teils erheblichen Beschwerden führen können.
  • Strabologie (Wikipedia)
    Die Strabologie (auch Strabismologie, griechisch στραβός strabós, deutsch ‚Schieler‘) ist eine Spezialdisziplin der Augenheilkunde. Sie beschäftigt sich präventiv, diagnostisch und therapeutisch mit allen Arten und Auswirkungen von Schielerkrankungen, Augenmuskelgleichgewichtsstörungen, Nystagmus und okulär bedingten Kopfzwangshaltungen. Gängige konservative Diagnose- und Therapieverfahren finden sich in der Orthoptik und Pleoptik. Zu den chirurgischen Behandlungen zählen unterschiedlichste Verfahren von Augenmuskeloperationen, die Einfluss auf die Mechanik, Beweglichkeit und Stellung der Augen zueinander nehmen. Neben entsprechend ausgebildeten Augenärzten gehören insbesondere Orthoptisten zu den in der Strabologie tätigen Fachleuten. Ausübung findet dieses Gebiet in entsprechenden Fachabteilungen (umgangssprachlich: Sehschulen), die an fast allen Augenkliniken und in vielen Augenarztpraxen zu finden sind. Als einer der bedeutenden Protagonisten dieser vergleichsweise jungen Wissenschaft wird Alfred Bielschowsky genannt, der Ende des 19. Jahrhunderts zusammen mit dem Physiologen Ewald Hering die Grundlagen für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Strabologie schuf, und die bis heute Gültigkeit besitzen. Die Verbreitung und Anerkennung der Strabologie in Deutschland als medizinisches Fachgebiet ab den 1950er Jahren ist im Wesentlichen Curt Cüppers zu verdanken.
  • Winkelfehlsichtigkeit (Wikipedia)
    Mit Winkelfehlsichtigkeit wird in der Augenoptik ein verstecktes (auch: latentes) Schielen bezeichnet. Dieses unterscheidet sich von anderen latenten Schielformen darin, dass es mit ausschließlich einer einzigen Untersuchungsmethode festgestellt und gemessen wird, die der Augenoptiker und Uhrmacher Hans-Joachim Haase entwickelt hat. Eine weitere Eigenheit besteht darin, dass für ein so erkanntes Schielen ausschließlich eine Art der Behandlung empfohlen wird, nämlich mit speziellen Prismengläsern. Zusammengefasst wird diese Verfahrensweise MKH genannt, Mess- und Korrektionsmethodik nach Hans-Joachim Haase. Sie wird in der Fachwelt von Augenärzten, Orthoptisten und Augenoptikern kontrovers diskutiert. In der optometrischen Terminologie ist die Bezeichnung „Winkelfehlsichtigkeit“ seit dem Jahr 1993 eingeführt, in der wissenschaftlich fundierten Optik fehlt sie jedoch. Sie hat sich dort bei Beratungsgesprächen als nützlich erwiesen, da einfache und anschauliche Bezeichnungen (zum Beispiel Kurzsichtigkeit für Myopie, grauer Star für Katarakt) die Verständigung mit dem Kunden erleichtern sollen. Darüber hinaus geht man durch die Vermeidung der korrekten Übersetzung von „Heterophorie“ als „verstecktes Schielen“ einer entsprechenden Verbindung zu medizinischen Inhalten aus dem Weg und vermittelt mit dem Zusatz „Fehlsichtigkeit“ dem Kunden eine eher optisch-funktionale Perspektive. Nach dem Wörterbuch der Optometrie haben die Begriffe „Winkelfehlsichtigkeit“ und „assoziierte Heterophorie“ die gleiche Bedeutung. Somit könnten danach beide Bezeichnungen wahlweise verwendet werden.
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