Flugsicherheit, Artenschutz und mögliche Interessenkonflikte werfen neue Fragen zu den Windkraftplänen der Gemeinde Engelskirchen auf.

Neue Hürden für Windkraft im Heckberger Wald

KI-Symbolbild: Flugzeug über dem Heckberger Wald – Flugsicherheit und Windkraft im Fokus

Gegen die von der Gemeinde Engelskirchen geplante Änderung des Flächennutzungsplans zur Ausweisung eines Windenergiegebietes im Heckberger Wald formiert sich immer mehr Widerstand. Neben den bereits bekannten natur- und artenschutzrechtlichen Bedenken rücken dabei auch Fragen der Flugsicherheit in den Fokus. Die Nähe zu einer Einflugschneise des Flughafens Köln/Bonn sowie mögliche Beeinträchtigungen der für den Flugverkehr erforderlichen Funkkommunikation und Anflugsysteme könnten für die weitere Genehmigung der geplanten Windenergieanlagen von Bedeutung sein. Im weiteren Prozess der Genehmigung der Windenergieanlagen müssen daher u. a. die Deutsche Flugsicherung sowie das Luftfahrt-Bundesamt beteiligt werden.Für den Erhalt des Heckberger Waldes, der durch Naturschutz- und FFH-Gebiete geprägt ist und in dem geschützte Vogelarten wie Schwarzstorch, Wespenbussard und Heidelerche zu finden sind, setzt sich auch der Verein „Bergische Bürger für Naturschutz e. V.“ ein. Dass sich das stark frequentierte Naherholungsgebiet nicht für den Bau von Windenergieanlagen eignet, mit denen z. B. Vogelschlag, die Versiegelung ökologisch hochwertiger Flächen und das Risiko von Waldbränden verbunden sind, wurde auch in einem durch den Verein in Auftrag gegebenen umweltrechtlichen Gutachten bestätigt. Im Gegenteil bestehen aufgrund der hohen Dichte geschützter Vogelarten sogar grundsätzlich die Voraussetzungen für eine Anerkennung als Vogelschutzgebiet nach EU-Recht.„Das bestätigt auf fachlich fundierter Grundlage unsere seit Langem bestehende Einschätzung zur außergewöhnlich hohen ökologischen Bedeutung des Heckberger Waldes als größtem zusammenhängenden und bislang unzerschnittenen Waldgebiet im Oberbergischen Kreis“, so Ute Wagner, Vorsitzende des Vereins. „Wir erwägen daher, den Prozess zur Anerkennung als Vogelschutzgebiet zeitnah in Gang zu setzen.“Dass die Gemeinde Engelskirchen die Planungen zur Errichtung von Windenergieanlagen vorantreibt, obwohl mit „Metabolon“ eine bereits genehmigte Fläche zur Verfügung steht, ist auch für den 2. Vorsitzenden Volker Lenz nicht nachvollziehbar: „Metabolon wurde durch den Oberbergischen Kreis genehmigt, im weiteren Verlauf hat die Gemeinde Engelskirchen jedoch gegen die Genehmigung geklagt. Die Gründe sind für uns unklar, wir befürchten jedoch, dass hier bestimmte Akteure im Verfahren bevorzugt behandelt werden sollen.“ Eigentümer der entsprechenden Flächen am Heckberg sind Stift Ehreshoven sowie die Katholische Kirchengemeinde in Engelskirchen.Besonders pikant: Mit Clemens Frhr. v. Boeselager sitzt für die CDU der Kurator des Stifts Ehreshoven im Planungs- und Umweltausschuss der Gemeinde Engelskirchen. Stift Ehreshoven wäre der größte Verpächter und damit direkter Nutznießer der Erträge: Je Windrad und Jahr werden hier Summen um 100.000 € gezahlt. Sollte die geplante Anzahl von sechs bis acht Windrädern an den Start gehen, würden sich damit bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 20 Jahren zwischen 12.000.000 und 16.000.000 € für die beiden Verpächter erwirtschaften lassen.Für Stift Ehreshoven geht mit Windparkbetreiber Abo Energy ein Unternehmen ins Rennen, das sich aktuell in finanziellen Schwierigkeiten befindet. Ob die Insolvenz abgewendet werden kann, ist noch ungewiss. „Hier wird jedoch sichtbar, dass für private Anleger, die im Rahmen der Bürgerbeteiligung Rendite aus erneuerbaren Energien erzielen wollen, ein finanzielles Risiko bis zum Totalverlust verbunden ist“, so Ute Wagner.Die Offenlegung als nächster Schritt im weiteren Verfahren wird für den Herbst erwartet.

Stimmungsbarometer:unverb. KI-Analyse*

Der gemeinnützige Verein Bergische Bürger für Naturschutz e. V. mit Sitz in Much engagiert sich seit seiner Gründung für den Schutz von Natur und Landschaft im Bergischen Land. Im Fokus stehen der Erhalt des Heckberger Waldes, der Schutz seltener Arten und eine naturverträgliche Energiepolitik. Der Verein fördert den offenen Dialog über Klimaschutz, Landschaftserhalt und nachhaltige Entwicklung in der Region.

Kontakt
Bergische Bürger für Naturschutz e.V.
Ute Wagner
Heckhaus 25
53804 Much
02245610349
4bc85698be372fedfff03ae5d25035b115cdb8a7
http://www.naturschutz-bergisch.de

Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • Artenschutz (Wikipedia)
    Artenschutz (auch Artenerhalt) umfasst den Schutz und die Pflege bestimmter wild lebender Arten durch den Menschen, entweder aufgrund ethischer oder ästhetischer Prinzipien oder aufgrund ökologisch begründeter Erkenntnisse. Hierdurch unterscheidet sich der Artenschutz vom Tierschutz, bei dem Menschen das individuelle Tier um seiner selbst willen schützen wollen. Gegenstand des Artenschutzes sind demgegenüber wildlebende Populationen der von ihm zu schützenden Zielarten. Ist diese Population lebensfähig, sind Tod und Verlust von Individuen hinnehmbar. Artenschutz bezieht sich im Prinzip ausschließlich auf wild lebende Tier- oder Pflanzenarten. Vergleichbare Bemühungen bestehen in der Landwirtschaft auch für selten werdende Nutztierrassen oder alte Obst-, Gemüse- und Getreidesorten. Übergreifendes Ziel ist der Schutz der biologischen Vielfalt (Biodiversität). Seit 1966 werden Rote Listen gefährdeter Arten erstellt, durch die versucht werden soll, den Grad der Gefährdung von Arten zu beziffern. Artenschutzprogramme zielen auf den Schutz meist einer einzelnen gefährdeten bzw. vom Aussterben bedrohten Art ab. Artenschutz ist Teil des Naturschutzes. Dieser befasst sich neben dem Schutz von Populationen einzelner Arten auch besonders mit dem Schutz ganzer Lebensräume (Biotope, Ökotope). Man spricht auch vom Biotopschutz (Lebensraumschutz). (Direkter) Artenschutz und Biotopschutz gleichermaßen sollen das Artensterben verhindern oder verlangsamen.
  • Flugsicherheit (Wikipedia)
    Die Verkehrssicherheit in der Luft, auch Flugsicherheit, umfasst die Theorie, Untersuchung und Einordnung von Flugunfällen sowie deren Vermeidung durch Sicherheitsvorschriften, Kontrollen, Ausbildung des Personals (Piloten, Fluglotsen, Flugzeugmechanikern usw.) und dessen Training. Ein Aspekt der Flugsicherheit ist die Luftsicherheit; sie befasst sich mit der Abwehr äußerer Gefahren im Luftverkehr. Als äußere Gefahren gelten z. B. Flugzeugentführungen, Sabotageakte und andere Angriffe oder Eingriffe. Flugsicherheit ist nicht mit Flugsicherung zu verwechseln. Diese dient der sicheren Verkehrslenkung im Luftraum (Sonderpolizeifunktion).
  • Heckberger Wald (Wikipedia)
    Der Heckberger Wald, auch der Heck oder Im Heck genannt, ist ein Waldgebiet am Dreiländereck von Rhein-Sieg-Kreis, Rheinisch-Bergischem Kreis und Oberbergischem Kreis in Nordrhein-Westfalen im Bergischen Land, das größtenteils zum zuletzt genannten Kreis und zudem zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten im Naturpark Bergisches Land gehört. Zugleich ist der Heckberger Wald laut dem Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands eine naturräumliche Einheit mit der Ordnungsnummer 339.3 und gehört zu dem übergeordneten Naturraum 339 (Oberagger- und Wiehltalland).
  • Vogelschutz (Wikipedia)
    Vogelschutz ist grundsätzlich eine Sammelbezeichnung für sämtliche Maßnahmen, die zur Erhaltung, Förderung oder Ansiedlung von Vögeln geeignet sind. Der Vogelschutz ist eine Teileinheit des Naturschutzes und ist in vielerlei Hinsicht mit der Ornithologie verknüpft. Vogelschutz-Maßnahmen können auf bestimmte Vogelarten oder auf mehrere bzw. alle Spezies zielen, die in einem bestimmten Areal vorkommen bzw. angesiedelt werden sollen. Die historischen Ursprünge eines Vogelschutz-Gedankens, der mit einem konkreten Konzept verbunden war, sind im deutschsprachigen Raum etwa für das späte 19. Jahrhundert anzusetzen, als im Zuge der Industrialisierung die Verbreitung erster Vogelarten merklich zurückging. Einer der bedeutendsten Wegbereiter dieser frühen Vogelschutz-Bewegung war der thüringische Berufsoffizier Hans Freiherr von Berlepsch. Je nachdem welche Spezies gefördert oder angesiedelt werden sollen, können verschiedene Maßnahmen zweckmäßig sein. Bekannte und populäre Maßnahmen zum Vogelschutz sind das Aufhängen von Nistkästen und die Winterfütterung. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind zudem seit langem bestimmte Behörden und Forschungseinrichtungen, insbesondere die Vogelwarten und Vogelschutzwarten, sowie Vereine und andere Naturschutzorganisationen mit dem Vogelschutz befasst. Für die Europäische Union ist der Vogelschutz unter anderem durch die Vogelschutzrichtlinie (79/409/EWG) und die FFH-Richtlinie (92/43/EWG) unionsrechtlich festgeschrieben.
  • Wi (Wikipedia)
    WI steht für: Indonesien (Java, Kalimantan) nach dem ICAO-Code Gott der Sioux-Indianer, siehe Wakan Wirtschaftsinformatik, Wissenschaft und Studienfach Wirtschaftsingenieur, siehe Wirtschaftsingenieurwesen, Wissenschaft und Studienfach Wisconsin, US-Bundesstaat als postalische Abkürzung Women’s Institutes, eine 1915 gegründete britische lokale Frauenorganisation, der 2000 Alternative WI Calendar des Rylstone & District Women’s Institute lieferte die Vorlage für den Film Calendar Girls von 2003 Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie für nachhaltige Entwicklung White Airways (IATA-Code), portugiesische Fluggesellschaft Wi ist der Familienname folgender Personen: Wi Hwui-won (* 2002), südkoreanische Tennisspielerin Wi Jong-sim (* 1997), nordkoreanische Fußballspielerin WI als Unterscheidungszeichen auf Kfz-Kennzeichen: Deutschland: kreisfreie Stadt Wiesbaden Polen: Warszawa Śródmieście, Stadtbezirk von Warschau Siehe auch: WIE Wii VI
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