Einen Monat nach der Reform: Wie Digitalisierung und KI die Sanktionsdebatte versachlichen können

Outplacement-Experte Dr. Marc Wagener plädiert für Fortschrittsmessung statt starrer Anwesenheitskontrolle

Einen Monat nach der Reform: Wie Digitalisierung und KI die Sanktionsdebatte versachlichen können

Vom Vorschlagshammer zur Präzision

Die seit dem 1. Juli 2026 geltende Reform der Grundsicherung hat die Debatte über „Fordern und Fördern“ erneut entfacht. Dr. Marc Wagener, Geschäftsführer der Outplacement Beratung Wagener & Wagener, argumentiert in einem aktuellen Fachbeitrag: Das eigentliche Problem liegt nicht in der Frage nach mehr oder weniger Sanktionen – sondern in einem System, das über Jahrzehnte gewachsen ist und wie ein Vorschlaghammer wirkt: schlecht dosierbar und selten präzise.

Stimmungsbarometer:unverb. KI-Analyse*

Fordern am falschen Hebel
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Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen: 85,5 Prozent aller Sanktionen betreffen versäumte Termine – ein Mechanismus, der administrativ leicht zu prüfen ist, aber die Falschen trifft. Während er die alleinerziehende Mutter mit kurzfristig erkranktem Kind sanktioniert, ist er für taktisch agierende Leistungsempfänger leicht zu umgehen. Gleichzeitig werden den Jobcentern laut IAB nur noch 40 Prozent aller offenen Stellen gemeldet – die Arbeitswilligkeit lässt sich also nur bei einem Bruchteil des Marktes überhaupt prüfen.

Digitalisierung ermöglicht Individualisierung
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„Die meisten Digitalisierungsansätze zielen auf Effizienz ab – digitale Anträge, Video-Beratung, Apps“, so Wagener. „Der eigentliche Hebel liegt jedoch in der Individualisierung: KI-gestützte Systeme können auf persönliche Hürden jedes Einzelnen eingehen und erstmals den tatsächlichen Fortschritt messen – nicht nur Anwesenheit.“

Konkret skizziert Wagener drei Ansätze:
– Hybride Wissensvermittlung: KI-gestütztes Lernen mit menschlicher Betreuung dort, wo sie Mehrwert stiftet
– Fortschrittsmessung statt Anwesenheitskontrolle: Verzahnung mit Jobplattformen ermöglicht Erfolgsmessung anhand realer Bewerbungsaktivitäten
– Neue Kompetenzen: Schulung für eine KI-gesättigte Bewerbungswelt, in der sprachlich perfekte Anschreiben zur Massenware geworden sind

Sachgerechtes Fordern, maßgeschneidertes Fördern
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„Digitalisierung und KI ermöglichen es, die oft ideologisch geführte Diskussion auf eine sachlichere Ebene zu heben“, fasst Wagener zusammen. „Der Staat erhält Instrumente für ein individuelles Fordern, das sich an echten Fortschritten orientiert. Der Arbeitsuchende erhält eine Förderung, die den Namen verdient.“

Wie KI-gestützte Systeme Anwesenheitskontrolle durch echte Fortschrittsmessung ersetzen können, lesen Sie im vollständigen Beitrag:
https://wagener-wagener.com/sanktionsdebatte-individualisierung/

Wagener & Wagener GmbH ist ein spezialisiertes Beratungsunternehmen im Großraum München mit Fokus auf innovative Outplacement-Lösungen, inverses Headhunting und den verdeckten Stellenmarkt. Auf Basis des Beratungsansatzes der Individualisierten Skalierung bietet das Unternehmen flexible Beratungspakete für Privatpersonen und Unternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf persönlicher Beratung durch die Gründer, die über jahrzehntelange Erfahrung als Geschäftsführer von Tochterunternehmen großer Konzerne sowie als Personalleiterin eines schnell wachsenden DAX-Unternehmens verfügen.

Kontakt
Wagener & Wagener GmbH
Marc Wagener
Freisinger Str. 30b
85435 Erding
081229098488
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https://wagener-wagener.com

Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • Arbeitsmarktpolitik (Wikipedia)
    Arbeitsmarktpolitik ist ein Teilbereich der Arbeitspolitik und umfasst alle Maßnahmen der öffentlichen Hand, die eine regulierende Funktion auf das Zusammenspiel von Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage in einer Volkswirtschaft haben. Der Einsatz von arbeitsmarktpolitischen Instrumenten im Arbeitsförderungsrecht resultiert aus der politischen Auffassung, dass ein freier bzw. unregulierter Arbeitsmarkt Phänomene zeitigt, die gesellschaftlich nicht wünschenswert sind. Arbeitsmarktpolitik kann insofern sowohl explizit Gegenstand einer politischen Programmatik, wie etwa in einer sozialen Marktwirtschaft sein oder auch implizit aus pragmatischem Handeln in liberalen Wirtschaftssystemen resultieren.
  • Bürgergeld (Wikipedia)
    Das Bürgergeld-Gesetz, Langtitel Zwölftes Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze – Einführung eines Bürgergeldes (Bürgergeld-Gesetz), vom 16. Dezember 2022 ist ein deutsches Artikelgesetz, mit dem insbesondere das Zweite Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) geändert und die sogenannten Hartz-IV-Regelungen abgelöst wurden. Mit Wirkung zum 1. Januar 2023 wurde die im SGB II geregelte Grundsicherung für Arbeitsuchende (Arbeitslosengeld II – umgangssprachlich Hartz IV – und Sozialgeld) in „Bürgergeld“ umbenannt. Unabhängig vom Bürgergeld bestand weiterhin die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung für diejenigen Personen, denen (wegen hohem Alter oder schwerer Krankheit/Behinderung) keine Vermittlung in den Arbeitsmarkt mehr zumutbar war. Zum 1. Juli 2026 wurde das Bürgergeld im Zuge der Neuen Grundsicherung in Grundsicherungsgeld umbenannt.
  • Digitalisierung (Wikipedia)
    Unter Digitalisierung (von lateinisch digitus ‚Finger‘ und englisch digit ‚Ziffer‘) versteht man die Umwandlung von analogen, d. h. stufenlos darstellbaren Werten bzw. das Erfassen von Informationen über physische Objekte in Formate, welche sich zu einer Verarbeitung oder Speicherung in digitaltechnischen Systemen eignen. Die Information wird hierbei in ein digitales Signal umgewandelt, das nur aus diskreten Werten besteht. Zunehmend wird unter Digitalisierung auch die Nutzung primär digitaler Repräsentationen, zum Beispiel durch Digitalkameras oder digitale Tonaufzeichnungssysteme verstanden. Die Möglichkeit der informationstechnischen (Weiter-)Verarbeitung ist ein Prinzip, das allen Erscheinungsformen der Digitalen Revolution und der Digitalen Transformation im Wirtschafts-, Gesellschafts-, Arbeits- und Privatleben zugrunde liegt.
  • Grundsicherung (Wikipedia)
    Als Grund- oder Mindestsicherung, auch Grundversorgung, werden pauschalierte Sozialleistungen bei Hilfebedürftigkeit zur Sicherstellung des Existenzminimums bezeichnet. Hervorgegangen sind diese Leistungen aus der Armenhilfe bzw. -fürsorge.
  • Jobcenter (Wikipedia)
    Ein Jobcenter ist eine gemeinsame Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit und eines kommunalen Trägers (§ 44b, § 6d SGB II) oder die Einrichtung eines zugelassenen Landkreises oder einer zugelassenen kreisfreien Stadt (§ 6a, § 6d). Es ist unter anderem zuständig für die Arbeitsvermittlung, Qualifizierung und Grundsicherung für Arbeitsuchende (Grundsicherungsgeld) nach dem SGB II. Aufgabe der Jobcenter ist, Leistungen nach dem SGB II zu gewähren und durch „das Fördern und Fordern“ den betroffenen Personen die Perspektive und Möglichkeit zu eröffnen, ihren Lebensunterhalt künftig aus eigenen Mitteln und Kräften, langfristig und ohne weitere öffentliche Unterstützung zu bestreiten. Im Konzept ist der Aufgabenbereich jedoch weiter gefasst. Die Benennung Jobcenter geht zurück auf den Abschlussbericht der Hartz-Kommission.
  • Künstliche Intelligenz (Wikipedia)
    Künstliche Intelligenz (kurz KI, englisch artificial intelligence, kurz AI) ist ein Forschungs- und Anwendungsgebiet der Informatik. Es handelt sich dabei um verschiedene Klassen von Problemlösungsverfahren, die anhand von Eingaben aus ihrer Umgebung Handlungen ausführen.
  • Sanktionen (Wikipedia)
    Als Sanktion wird in Strafrecht, Außenpolitik und Wirtschaft ein Zwangsmittel bezeichnet, durch das rechtsnormwidriges oder verhaltensnormwidriges Handeln dem so Handelnden Nachteile bringen soll, um ihn zur Einhaltung dieser Normen zu bewegen. Der Begriff hat in verschiedenen Wissenschaften jeweils eine modifizierte Bedeutung.
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