Digitalisierung als Chance? Vorbehalte im Handel nehmen ab

Zweite Umfrage zur Digitalisierung im deutschen Mittelstand unter rund 7.500 Unternehmen

Digitalisierung als Chance? Vorbehalte im Handel nehmen ab

Hamburg, 29. September 2020. Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft nach wie vor im Griff. Besonders der Handel bekommt die Auswirkungen zu spüren und ist wie kaum eine andere Branche von Kurzarbeit betroffen (44 Prozent). Das geht aus der neuen Digitalisierungs-Umfrage der Star Finanz hervor, die dem deutschen Mittelstand zum zweiten Mal nach 2019 auf den Zahn fühlt. Die Umfrage, an der branchenübergreifend rund 7.500 Unternehmen teilgenommen haben, bescheinigt den Betrieben eine positive Einstellung gegenüber der Digitalisierung. Demnach steigt sowohl der Anteil an Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung beschäftigen (von 77 auf 79 Prozent), als auch der Anteil derer, welche die digitale Transformation als Chance begreifen, von 83 auf 87 Prozent leicht an. Der Handel sieht im digitalen Wandel noch öfter eine Bedrohung als andere Branchen (16 Prozent), doch auch hier nehmen die Vorbehalte im Vorjahresvergleich leicht ab. Handelsbetriebe beschäftigen sich zudem häufiger mit Digitalisierung, hier verzeichnet die Umfrage einen Anstieg von 78 Prozent im Vorjahr auf 82 Prozent in 2020.

Corona: Handel so stark von Umsatzrückgängen betroffen wie keine andere Branche
Die aktuelle Corona-Pandemie hinterlässt in puncto Digitalisierung deutliche Spuren: So glauben 48 Prozent der Handelsbetriebe, dass Corona die Entwicklung in Richtung Digitalisierung des eigenen Geschäftsmodells beschleunigen wird. 40 Prozent der befragten Unternehmen planen, die in der Corona-Krise ergriffenen Maßnahmen wie den verstärkten Einsatz digitaler Tools oder Möglichkeiten zum Home Office auch über die Krise hinaus beizubehalten.

Konkrete Auswirkungen zeigt die Corona-Krise bei Aufträgen und Umsätzen. Während Letztere branchenübergreifend regelrecht eingebrochen sind – jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) beklagt Rückgänge – stechen bei knapp einem Viertel der befragten Betriebe die fehlenden Aufträge hervor (22 Prozent). Erfreulich: Immerhin 31 Prozent gaben an, keinerlei Auswirkungen zu spüren. Der Handel ist dagegen stärker von der Pandemie betroffen. So blickt dieser zum einen auf stärkere Umsatzrückgänge (61 Prozent). Zum anderen geben die Unternehmen in geringerem Umfang an (17 Prozent), nicht von den jüngsten Entwicklungen betroffen zu sein.

Interessant ist zudem ein Blick auf die Maßnahmen, die Unternehmen zur Eindämmung des Corona-Virus umgesetzt haben. In etwa gleich ausgeprägt sind hier der Ausbau von Homeoffice-Möglichkeiten (37 Prozent), Kurzarbeit (34 Prozent) oder der verstärkte Einsatz digitaler Tools (33 Prozent) zu nennen. Lediglich sechs Prozent der Unternehmen sahen sich genötigt, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu kündigen. Der Handel ist mit 44 Prozent am stärksten von Kurzarbeit betroffen. Homeoffice spielte im Handel mit 30 Prozent eine geringere Rolle als in vielen anderen Branchen.

Digitalisierungsängste nehmen mit zunehmender Unternehmensgröße ab
Sowohl für den Handel als auch für alle anderen untersuchten Branchen gilt: Umso größer die Unternehmen, desto positiver stehen sie der Digitalisierung gegenüber. Der Anteil der Unternehmen, die Digitalisierung als Chance wahrnehmen, steigt von 82 Prozent bei den Klein- und Kleinstbetrieben (bis 0,5 Millionen Euro Umsatz) auf 95 Prozent in der umsatzstärksten Gruppe (über 20 Millionen Euro Jahresumsatz). Auch die Bereitschaft, sich mit der Digitalisierung auseinanderzusetzen, sinkt mit abnehmender Unternehmensgröße. Von den 21 Prozent, die sich nicht damit auseinandersetzen, haben 65 Prozent der Betriebe weniger als zehn Mitarbeiter. In der Handelsbranche ist dieser Trend besonders ausgeprägt. Während 69 Prozent der Kleinstbetriebe (bis zu neun Mitarbeiter) sagen, dass sie sich nicht mit Digitalisierung beschäftigen, sinkt der Anteil der Digitalisierungsmuffel ab einer Unternehmensgröße von 50 Mitarbeitern auf unter zwei Prozent.

Wie im Vorjahr erwartet fast die Hälfte aller Unternehmen (46 Prozent) in den kommenden fünf Jahren eine Veränderung ihres Geschäftsmodells. Gleichzeitig leitet daraus weiterhin nur etwa jedes zehnte Unternehmen unmittelbaren Handlungsdruck ab – lediglich 12 Prozent wollen diese Veränderung aktiv in die Hände nehmen und das eigene Modell in naher Zukunft anpassen. Der Handelssektor, der in den letzten Jahren wohl die umfassendste Disruption erlebt hat, geht als einzige der untersuchten Branchen überwiegend von einer Veränderung ihres Geschäftsmodells aus (53 Prozent). Und wiederum ist es der Handel, der mit 15 Prozent Zustimmung Veränderungen des Geschäftsmodells vergleichsweise als am notwendigsten betrachtet.

Die Digitalisierung bestehender Prozesse (69 Prozent) sowie Online-Marketing (56 Prozent) sind für den Handel die häufigsten Gründe für die Beschäftigung mit dem Thema Digitalisierung. Die Analyse von Big Data ist immerhin schon für 15 Prozent der Unternehmen ein Thema, 5 Prozent setzen sich mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) auseinander.

Dr. Christian Kastner, Geschäftsführer der Star Finanz, sagt: „Unternehmen der Handelsbranche nehmen die Auswirkungen der Digitalisierung bereits heute spürbar wahr. Dennoch setzt sich der Großteil noch selten mit den wirklich disruptiven Veränderungstreibern wie neuen Geschäftsmodellen, digitalen Produkten, Big Data oder künstlicher Intelligenz auseinander. Die Anpassung ihres Geschäftsmodells sollte aber weiterhin als Priorität verstanden werden, um langfristig erfolgreich am Markt agieren zu können.“

Zur Umfrage:
Die Star Finanz führte im Juni 2020 eine Online-Umfrage unter Einzelunternehmern, mittelständischen Firmen und Konzernen in ganz Deutschland durch. Ziel der Umfrage war es, Erkenntnisse zum Digitalisierungsgrad sowie zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf deutsche Unternehmen zu gewinnen. Insgesamt nahmen rund 7.500 Firmen an der Befragung teil, darunter 750 Betriebe, die sich der Handelsbranche zuordnen. Ein Großteil der Antwortgeber besetzt in den Unternehmen leitende Positionen. Über die Hälfte (57 Prozent) sind Inhaber oder Geschäftsführer, knapp ein Viertel (24 Prozent) leitende Angestellte.

Über Star Finanz:
Star Finanz, ein Unternehmen der Finanz Informatik, ist führender Anbieter von multibankenfähigen Online- und Mobile-Banking-Lösungen in Deutschland. Seit mehr als zwanzig Jahren prägt das Unternehmen mit Sitz in Hamburg und Hannover mit rund 300 Mitarbeitern das Online-Banking entscheidend mit.
Privatkunden, Mittelständlern und großen Unternehmen bietet die Star Finanz eine umfassende Palette an innovativen Finanzprodukten, darunter die Produktlinien StarMoney, StarMoney Deluxe, StarMoney für Mac und StarMoney Business sowie die Electronic-Banking-Software SFirm. StarMoney für Privatanwender ist über die StarMoney Flat auf iPhone und iPad, Android-Smartphone und Android-Tablet, Windows PC sowie dem Mac durch den StarMoney Synchronisations- und Backup-Dienst miteinander verbunden. Zum Leistungsspektrum gehören ebenso die Unterschriftenmappe, eine App zur mobilen Zahlungsfreigabe für Geschäftsleute mittels EBICS sowie das Finanzcockpit, eine High-Business-App, speziell auf die Bedürfnisse von Firmenkunden zugeschnitten.
Darüber hinaus realisiert Star Finanz erfolgreich individuelle Software-Lösungen, mit denen Unternehmen und Finanzinstitute neue Maßstäbe setzen. Dazu gehört die App Sparkasse für die Sparkassen-Finanzgruppe, die zu den führenden Mobile-Banking-Anwendungen für iOS sowie Android zählt oder das pushTAN-Verfahren, das den Empfang und die Verwendung von TANs auf ein- und demselben Endgerät ermöglicht. Die mobilen Finanzapplikationen der Star Finanz wurden inzwischen mehr als 30 Millionen Mal in den unterschiedlichen App-Stores heruntergeladen (Stand: Mai 2020).
Mit dem Sparkassen Innovation Hub als zentralen „Andockpunkt“ der Sparkassen-Finanzgruppe für FinTechs etabliert sich das Unternehmen zudem als Treiber von innovativen Entwicklungen. Darüber hinaus verantwortet Star Finanz die kontinuierliche Weiterentwicklung und den technischen Betrieb des Onlinebezahlverfahrens giropay.

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