BITMi fordert konkreten Fahrplan für Europas Digitale Souveränität
Aachen/Berlin, 18. Juni 2026 – Der Bundesverband IT-Mittelstand e. V. (BITMi) begrüßt das gestern veröffentlichte deutsch-französische Positionspapier zur digitalen Souveränität als wichtigen Impuls für eine europäische Digitalpolitik, die technologische Selbstbestimmung, Wettbewerbsfähigkeit und europäische Wertvorstellungen in den Vordergrund rückt. Das Papier benennt den akuten Handlungsbedarf, der aus außereuropäischen Abhängigkeiten entsteht und betont die entscheidende Rolle des Mittelstands auf dem Weg in eine digital-souveräne Zukunft, allerdings verbleibt es weitestgehend bei einer Bestandsaufnahme.
Verbandpräsident Dr. Oliver Grün kommentiert: „Es braucht eine klare Vision für die digitale Souveränität Europas – mit ambitioniertem Fahrplan und einem Staat, der vorangeht, indem er konsequent auf europäische Lösungen setzt.“
Das Positionspapier listet eine Vielzahl möglicher Umsetzungskritierien zur Erreichung digitaler Souveränität auf. Offen bleibt jedoch, wie, wann und in welcher Reihenfolge diese Maßnahmen umgesetzt werden sollen. „Solange die Maßnahmen unverbindlich bleiben, lassen sie Spielraum für Souveränitätswashing und werden den akuten geopolitischen Herausforderungen nicht gerecht“, so Grün.
Mit Blick auf die Definition digitaler Souveränität unterstützt der IT-Mittelstand den risikobasierten Ansatz und den Verweis auf das handfeste Kriterium der Europarechtstreue als Umsetzungswerkzeug. Digitale Souveränität wird darin nicht als Isolation verstanden, sondern als Fähigkeit zur selbstbestimmten Gestaltung. Dies entspricht dem Verständnis des BITMi: Digitale Souveränität erfordert technologische Selbstbestimmung, den Abbau einseitiger Abhängigkeiten und die Stärkung lokaler Wertschöpfung „Made in Germany & Europe“.
Gleichzeitig vermisst der BITMi konkrete Maßnahmen zur gezielten Stärkung des europäischen IT-Mittelstands. Aus Sicht des Verbands braucht es hierfür insbesondere:
– gezielten Bürokratieabbau für den IT-Mittelstand, etwa bei Berichts- und Dokumentationspflichten,
– passgenaue Förderinstrumente für KMU, zum Beispiel durch regulatorische Sandboxes und einen vereinfachten Zugang zu Wachstumskapital,
– verpflichtende Souveränitäts- und EU-Präferenzklauseln im Vergaberecht, damit öffentliche Aufträge prioritär an europäische Anbieter mit nachweisbarer Europarechtstreue vergeben werden,
– die verbindliche Einbindung des Mittelstands in zukünftige Begleitgremien, etwa in das deutsch-französische Zukunftswerk.
Das deutsch-französische Positionspapier enthält einige vielversprechende Ansätze. Damit digitale Souveränität jedoch auch in der Praxis umgesetzt und nachhaltig verankert werden kann, müssen die operativen Hebel – insbesondere für den Mittelstand – konkretisiert werden.
Der Bundesverband IT-Mittelstand e.V. (BITMi) vertritt über 2.500 IT-Unternehmen und ist damit der größte IT-Fachverband für ausschließlich mittelständische Interessen in Deutschland.
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- Datenhoheit (Wikipedia)
Datenhoheit, auch als Datensouveränität oder Data Sovereignty bekannt, bezeichnet die virtuelle bzw. physische Verfügungsgewalt und die Kontrolle über die Verbreitung und Verwendung von Daten, obwohl an Daten kein Eigentum begründet werden kann. - Digitale Souveränität (Wikipedia)
Unter digitaler Souveränität werden im politischen Diskurs Möglichkeiten zur selbstbestimmten Nutzung und Gestaltung von Informationstechnik durch Gesellschaften, Staaten, Unternehmen und Individuen diskutiert. Dies umfasst sowohl die digitale Kompetenz als Sachkenntnis als auch die Kompetenz im Sinne von Befugnis, Tätigkeiten auch eigenständig ausüben zu dürfen. - Innovationspolitik (Wikipedia)
Die Innovationspolitik umfasst alle Instrumente, um den Prozess von der Idee innerhalb eines Unternehmens hin zu marktfähigen Produkt zu unterstützen. Dazu gehören die Förderung von Wissenschaft und Forschung, die Begleitung des Prozesses von der Innovation zur Marktreife in Form von Beratung und Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Unterstützung bei der Anmeldung eines Patents. Die Wirtschaft wird im Innovationsmanagement und im Clustermanagement unterstützt. Die einzelnen Staaten und andere Institutionen geben die Leitlinien in Grundlagen wie Förderprogrammen oder Innovationsstrategien vor. In diesen werden individuelle Schwerpunkte und Wirtschaftsbereiche festgelegt. Grundlage für die Feststellung des Handlungsbedarfs sind Managementmethoden wie die SWOT-Analyse. Das Ziel ist die Entwicklung neuer Produkte und damit verbunden die Stärkung der eigenen Wirtschaft. Dies wird durch zahlreiche Aktivitäten wie Kooperationen und Preisverleihungen unterstützt. Die Innovationspolitik ist ein Querschnittsbereich mit Verbindungen zu anderen Politikfeldern wie der Wirtschaftspolitik, der Umweltpolitik und der Technologiepolitik. - Lieferkettenresilienz (Wikipedia)
Eine resiliente Lieferkette bezeichnet im Rahmen des Supply-Chain-Managements die Fähigkeit einer Lieferkette, angesichts von Veränderungen fortzubestehen, sich anzupassen oder sich zu transformieren. Auch in deutschen Veröffentlichungen ist der englische Begriff supply chain resilience gebräuchlich. - Wet (Wikipedia)
WET steht für: Western European Time, Westeuropäische Zeit, siehe UTC±0 Wet (Computerspiel), Third-Person-Shooter Wet: The Sexy Empire, Erotikvideospiel Whole Earth Telescope, Netzwerk zur Kooperation astronomischer Observatorien Wert-Erwartungstheorie, psychologische Handlungstheorie W.E.T. steht für: W.E.T. Automotive Systems, deutscher Automobilzulieferer W.E.T. (Band), US-amerikanische Rockband wet steht für: Perai, Dialekt der malayo-polynesischen Sprache Wetar (ISO-639-3-Code), siehe Wetar (Sprache) #Wetar Siehe auch: De Wet Wet Wet Wet, britische Popband - Wettbewerbsfähigkeit (Wikipedia)
Wettbewerbsfähigkeit bedeutet, dass Wirtschaftssubjekte (zum Beispiel Unternehmen, Branchen, Volkswirtschaften) imstande sind, im Wettbewerb auf ihren Märkten langfristig Gewinne zu erwirtschaften. Wettbewerbsfähigkeit ist Forschungsgegenstand von Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre.