Elbwald-Rodung: Warum schaut der Hamburger Senat zu, wie die grüne Lunge im Hafen stirbt?

Die Hoffnungen ruhen jetzt auf der Bürgerschaftspräsidentin

Elbwald-Rodung: Warum schaut der Hamburger Senat zu, wie die grüne Lunge im Hafen stirbt?

Unten: Übergabe der Unterschriften, da war die Welt noch in Ordnung. Oben rollen bereits die Bagger.

Obwohl sich die Hamburgische Bürgerschaft in der nächsten Woche mit der erfolgreich abgeschlossenen Volkspetition Elbwald retten beschäftigen wird, hat die Hamburg Port Authority am Montag mit der Rodung der rund 300 Bäume begonnen. Somit wird das, worüber verhandelt werden soll, einige Tage zuvor zerstört. Damit es nicht zu dieser grotesken Situation kommt, haben die Initiator:innen der Petition sich mit einem offenen Brief an Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit, gewandt.

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Wir dokumentieren dieses Schreiben hier im Wortlaut:

„Sehr geehrte Frau Bürgerschaftspräsidentin Veit, haben Sie vielen Dank für Ihr Schreiben vom 2. November, in dem Sie uns über das erfolgreiche Auszählungsergebnis unserer Volkspetition und den weiteren Ablauf des Verfahrens informiert haben.
Umso mehr irritiert uns, dass wir nun bereits zum zweiten Mal eine merkwürdige zeitliche Übereinstimmung erleben: Am 30. September, dem Tag, an dem wir Ihnen in der Bürgerschaft die Unterschriftenlisten übergeben haben, vergab die HPA den Rodungsauftrag für den gesamten Elbwald. Und an dem Tag, an dem Sie uns das positive Auszählungsergebnis mitgeteilt haben, begann die HPA mit den Baumfällungen.
Dieser Ablauf führt unsere Petition ad absurdum. Mehr als 15.000 Hamburgerinnen und Hamburger haben sich für den Elbwald eingesetzt. Aus unserer Sicht wird ihr demokratisches Engagement damit missachtet, und es wird eine große Chance vertan, Vertrauen in demokratische Prozesse zu stärken oder zurückzugewinnen.

Wir fragen uns, welchen Sinn die von Ihnen terminierten Verhandlungen über den Elbwald noch haben können, wenn es ihn bis dahin nicht mehr gibt. Auch über sinnvolle Ausgleichsflächen in Hamburg lässt sich kaum noch verhandeln, da die HPA bereits festgelegt hat, dass der Ausgleich außerhalb der Hansestadt erfolgen soll.
Hinzu kommt: Wie der Senat gestern bekannt gegeben hat (Drucksache 23/5780), soll mit dem Bau der Kaimauern erst im Jahr 2030 begonnen werden. Es gibt also keinen Anlass, schon jetzt zu roden. Gerade mit Blick auf die Hamburger Klimaziele ist es ein herber Verlust, dass der Elbwald vernichtet statt aufgeforstet werden soll.

Was derzeit geschieht, ist in jeder Hinsicht kontraproduktiv: für die Bäume, für das Klima und für die Demokratie.
Wir appellieren deshalb an Sie, sich kraft Ihres Amtes dafür einzusetzen, dass die Rodung unverzüglich gestoppt oder zumindest bis zur Verhandlung der Volkspetition ausgesetzt wird. Noch ist der Schaden überschaubar: Bisher wurden fast nur jene Bäume gefällt, die ohnehin für die notwendige Drehkreiserweiterung weichen müssten.
Auch die Medienresonanz ist eindeutig (siehe Anhänge): Hamburg wird mittlerweile sogar schon mit einer „Bananenrepublik“ verglichen. Das finden wir traurig.

Bitte handeln Sie schnell.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Kessenhagen-Koch
Franz Hermann
Dirk Lehmann
Jan Mittelstein

Verein Elbwald retten

Kontakt
Elbwald Hamburg
Franz Hermann
Elbchaussee 13
22765 Hamburg
+49 40 30742065
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http://www.elbwaldretten.de

Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • Bananenrepublik (Wikipedia)
    Bananenrepublik ist eine abwertende Bezeichnung für autokratische Staaten, in denen Korruption und Bestechlichkeit vorherrschen. Die Bezeichnung geht zurück auf kleine Länder in den tropischen Gebieten Amerikas, die besonders vom Export von Bananen leben und von fremdem, meist US-amerikanischem Kapital abhängig sind.
  • Bäume (Wikipedia)
    Bäume bezeichnet: holzige Pflanzen, die aus einer Wurzel, einem daraus hochgewachsenen Stamm und einer Krone bestehen, siehe Baum Die Bäume, Prosastück von Franz Kafka (1903/4) Siehe auch: Baum (Begriffsklärung)
  • Hafen (Wikipedia)
    Ein Hafen ist ein Bereich an einer Meeresküste oder am Ufer eines Flusses, Sees oder Kanals, an dem Schiffe anlegen können. Meist ist der Hafen ausgestattet mit Anlagen zum Beladen oder Löschen der Schiffe sowie weiterer Infrastruktur. Er besteht insbesondere aus dem oder den Hafenbecken sowie aus Kais und Molen. Werden natürliche Gegebenheiten genutzt, spricht man in diesem Abschnitt von einem Naturhafen. Häfen bildeten häufig die Keimzelle für die Gründung und Expansion der zugehörigen Hafenstadt.
  • Hamburg (Wikipedia)
    Hamburg ([ˈhambʊʁk] ; regiolektal auch [ˈhambʊɪ̯ç] ; niederdeutsch Hamborg [ˈhambɔʁχ]), amtlich Freie und Hansestadt Hamburg (niederdeutsch Friee un Hansestadt Hamborg), ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Der amtliche Name verweist auf die Geschichte Hamburgs als Freie Reichsstadt und als Mitglied des Handelsbundes der Hanse. Hamburg ist mit rund 1,87 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum. Mit rund 755 Quadratkilometern ist Hamburg die zweitgrößte Gemeinde Deutschlands. Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe. Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit und macht Hamburg zusammen mit dem internationalen Flughafen zu einem bedeutenden Logistikstandort. Wirtschaftlich und wissenschaftlich ist die Metropole vor allem im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik, der Biowissenschaften und der Informationstechnik sowie für die Konsumgüterbranche und als Medienstandort bedeutend. Seit 1996 ist Hamburg zudem Sitz des Internationalen Seegerichtshofs (ISGH). Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Weitere bekannte Kulturdenkmäler und Wahrzeichen sind das Hamburger Rathaus und die fünf Hauptkirchen. Typisch für das Stadtbild sind weiterhin viele Klinkerfassaden sowie die Wassernähe mit zahlreichen Flüssen, Fleeten und Kanälen. International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.
  • T: (Wikipedia)
    T bzw. t (gesprochen: [tʰeː]) ist der 19. Buchstabe des klassischen und der 20. Buchstabe des modernen lateinischen Alphabets. Er ist ein Konsonant. Der Buchstabe T hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 6,15 %. Er ist damit der siebthäufigste Buchstabe in deutschen Texten. Das Fingeralphabet Deutschlands, Luxemburgs und der Romandie für Gehörlose bzw. Schwerhörige stellt den Buchstaben T dar, indem die geschlossene Hand nach links zeigt, während der Zeigefinger nach links gestreckt ist. Der Daumen liegt auf dem Zeigefinger und zeigt nach oben. Beim Fingeralphabet Österreichs, Liechtensteins und der Deutschschweiz wird die geschlossene Hand nach vorne gezeigt, der Daumen nach oben gestreckt und der Zeigefinger auf den Daumen gelegt.
  • Umweltschutz (Wikipedia)
    Umweltschutz bezeichnet die Gesamtheit aller Maßnahmen zum Schutze der Umwelt, um die Gesundheit des Menschen zu erhalten. Der Umweltschutz hat mehrere Funktionen und beinhaltet verschiedene Prinzipien. Er beugt Beeinträchtigungen der Umwelt vor (Prävention), drängt sie zurück (Repression) und stellt Naturressourcen wieder her, soweit das möglich ist (Reparation). Ihre Verursacher sollen Verantwortung für den Umgang mit der Umwelt übernehmen (Verursacherprinzip) und deren Nutzung nicht zu einseitigem Vorteil erfolgen (Kooperationsprinzip). Zum Umweltschutz gehören auch ethische und ästhetische Aspekte. Das Augenmerk des Umweltschutzes liegt sowohl auf einzelnen Teilbereichen der Umwelt (wie Boden, Wasser, Luft, Klima), als auch auf den Wechselwirkungen zwischen ihnen. Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung und des Strebens nach einem möglichst hohen Lebensstandard in Verbindung mit einer zunehmenden globalen Vernetzung sowie technischem und wissenschaftlichem Fortschritt steigt die globale Wirtschaftsleistung permanent an. Dies hat zu einem zunehmenden anthropogenen Einfluss auf die gesamte Biosphäre geführt, die den Umweltschutz immer wichtiger werden lässt. So gibt etwa der renommierte Wissenschaftliche Beirat der deutschen Bundesregierung „Globale Umweltveränderungen“ in seinem Gutachten von 1999 dem Schutz der Umwelt „die höchste Priorität aus überlebensstrategischen Gründen“ und mahnt dazu, „die Begrenztheit des Handelns zu erkennen“. Der Umweltschutz ist im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (GG) Artikel 20 a als Staatsziel verankert. Die Schweizerische Bundesverfassung fordert in Artikel 74 „den Schutz des Menschen und seiner natürlichen Umwelt“.
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