Wie entsteht das öffentliche Bild von Clankriminalität – und wie unterscheidet es sich von polizeilichen Befunden? Die Publikation „Die mediale Darstellung von Clankriminalität. Eine vergleichende Analyse polizeilicher Lagebilder und dokumentarischer Filme“ beleuchtet diese Frage aus soziologischer Perspektive. Erschienen im Mai 2026 im GRIN-Imprint Academic Plus, analysiert das Buch die Wechselwirkungen zwischen medialer Berichterstattung, behördlicher Datenerfassung und gesellschaftlicher Wahrnehmung.
Clankriminalität ist seit Jahren ein emotional aufgeladenes Thema in Politik, Medien und Öffentlichkeit. Schlagzeilen über spektakuläre Straftaten, groß angelegte Razzien und bekannte Familiennamen prägen das Sicherheitsgefühl und beeinflussen politische Entscheidungen. Die vorliegende Publikation „Die mediale Darstellung von Clankriminalität“ untersucht erstmals systematisch, wie stark sich diese medialen Narrative von der polizeilich‑kriminologischen Erfassung unterscheiden. Im Zentrum steht eine vergleichende qualitative Inhaltsanalyse von polizeilichen Lagebildern aus Berlin und Nordrhein‑Westfalen sowie ausgewählten Fernsehdokumentationen. Die Studie zeigt, dass Medien und Polizei das Phänomen aus unterschiedlichen institutionellen Logiken heraus konstruieren – mit teils erheblichen Folgen für gesellschaftliche Debatten, politische Maßnahmen und die Stigmatisierung ganzer Familienverbünde.
Zwischen medialer Inszenierung und behördlicher Realität
In der Analyse wird deutlich, dass dokumentarische Filme häufig auf Emotionalisierung, Personalisierung und Dramatisierung setzen, während polizeiliche Lagebilder vor allem statistische Daten, Deliktfelder und administrative Definitionen in den Vordergrund stellen. Diese unterschiedlichen Darstellungsweisen verstärken sich gegenseitig und tragen zur Entstehung vereinfachender Deutungsmuster bei. Insbesondere ethnische Zuschreibungen und moralische Bewertungen prägen den öffentlichen Diskurs, während strukturelle Ursachen wie soziale Benachteiligung, Diskriminierung und Integrationsbarrieren oft ausgeblendet bleiben. Die Publikation ordnet diese Mechanismen mithilfe etablierter soziologischer Theorien wie Framing, Labeling und Moral Panic ein und zeigt, wie daraus politische Handlungslogiken entstehen, die nicht immer auf empirischen Befunden beruhen.
Das Buch richtet sich an Studierende und Fachleute aus Soziologie, Kriminologie, Medien‑ und Politikwissenschaft ebenso wie an Journalist:innen, Behördenvertreter:innen und eine kritisch interessierte Öffentlichkeit. Sie bietet eine fundierte Grundlage, um das Spannungsfeld zwischen medialer Berichterstattung, polizeilicher Praxis und gesellschaftlicher Wahrnehmung differenziert zu verstehen und trägt zu einer sachlicheren Auseinandersetzung mit einem hochpolitisierten Thema bei.
Das Buch ist im Mai 2026 im GRIN-Imprint Academic Plus erschienen (ISBN: 978-3-389-19149-1).
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- Clankriminalität (Wikipedia)
Als Clankriminalität wird eine Form der organisierten Kriminalität in Deutschland und Schweden bezeichnet; als örtliche Schwerpunkte gelten Berlin, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Malmö, Göteborg und Stockholm. In Deutschland werden knapp 0,6 Prozent aller aufgenommenen Straftaten der Clankriminalität zugeordnet, in Berlin 0,2 Prozent. Die Täterkreise gehören Großfamilien und Clans an, die oft aus dem arabischen Kulturkreis stammen. Kriminelle Clans werden Stand 2020 durch das BKA definiert als ethnisch abgeschottete Subkulturen, die in der Regel patriarchalisch-hierarchisch organisiert sind und einer eigenen Werteordnung folgen. Damit etablierte sich eine Paralleljustiz im Bereich der Clankriminalität. - Integration (Wikipedia)
Integration steht für: Integration (Soziologie), sozialer Einbezug bisher ausgeschlossener Individuen oder Gruppen Schulische Integration, gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht behinderten Menschen Integration von Zugewanderten, auch Ausländerintegration, Aufnahme von Immigranten in das nationale Sozialgefüge Integration (Technik), das Zusammensetzen von Modulen oder Baugruppen Integration (Software), das Zusammenfassen von Anwendungen Integration, Berechnung des Integrals, siehe Integralrechnung Formen der Unternehmenskonzentration: Vertikale Integration und Horizontale Integration Integration (Zeitschrift), Vierteljahreszeitschrift vom Institut für Europäische Politik Virusintegration, Integration eines Virus- in das Wirtsgenom, vermittelt durch ein Integrase-Enzy; siehe Provirus Siehe auch: Integrationsmodell (Wirtschaftswissenschaft) Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel Integration enthält Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel mit integrativ beginnt Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel mit integriert beginnt Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel mit integrated beginnt - Medien (Wikipedia)
Medien steht für: Presse (Medien) in einem erweiterten Sinne als Vierte Gewalt in der Demokratie Massenmedien, öffentlich verbreitete Kommunikationsmittel Alternativmedien, deren Journalisten arbeiten unabhängig, einzeln oder von sozialen, ökologischen, kulturellen und politischen Organisationen Plural von Medium, verschiedene Bedeutungen siehe dort Geographie: Medien (Land), historisches Land im heutigen Iran, Heimat der antiken Meder Medien, historischer Name von Warkallen, 1938 bis 1946 Roloffseck, Kreis Gumbinen, Ostpreußen, seit 1946: Dwinskoje (Kaliningrad), Siedlung im Rajon Gussew, Oblast Kaliningrad, Russland Medien, Dorf im Kreis Heilsberg, Ostpreußen, seit 1945: Medyny in der Gmina Lidzbark Warmiński, Powiat Lidzbarski, Woiwodschaft Ermland-Masuren, Polen Siehe auch: Mediensozialisation Medium (Kommunikation) Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel mit Medien beginnt Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel Medien enthält - Polizei (Wikipedia)
Die Polizei (von altgriechisch πολιτεία politeía, deutsch ‚Staatsverwaltung‘, wie altgriechisch πολιτική ‚Politik‘, ‚die staatlichen Angelegenheiten betreffendes‘, altdeutsch Polizey) ist ein Exekutivorgan eines Staates. Die Polizeibehörden, die Polizeibeamten, die Polizeigewalt und im übertragenen Sinn auch ein Polizeigebäude werden als „Polizei“ bezeichnet. - Stigmatisierung (Wikipedia)
Stigmatisierung bezeichnet in den Sozialwissenschaften die Zuschreibung einer abgewerteten sozialen Identität an Individuen oder Gruppen auf Grundlage zugeschriebener oder wirklich existierender diskreditierbarer Merkmale. Von einigen Soziologen und Sozialpsychologen wird Stigma als sichtbares oder unsichtbares Merkmal definiert, das die Zugehörigkeit zu einer Gruppe kennzeichnet, die aufgrund dieses Merkmals abgewertet wird. Stigmatisierung ist der Prozess der Unterscheidung und Ausgrenzung, der von hinsichtlich dieses Merkmals nicht stigmatisierten Personen ausgeht. In Anlehnung an Erving Goffman ist Stigmatisierung ein Prozess, durch den Individuen bestimmte andere Individuen in eine bestimmte Kategorie von Positionsinhabern einordnen, durch Zuschreibung von Merkmalen und Eigenschaften, die diskreditierbar sind; durch Diskreditierung von Merkmalen und Eigenschaften, die diskreditierbar sind; durch Diskreditierung bereits vorhandener, sichtbarer Merkmale und Eigenschaften. Einer Stigmatisierung kann Diskriminierung folgen, es können jedoch auch nicht stigmatisierte Personen von Diskriminierung betroffen sein.