6 Menschen beim Tauchen auf den Malediven gestorben

Die tödliche Illusion von Sicherheit durch Erfahrung

6 Menschen beim Tauchen auf den Malediven gestorben

Tiefe Höhlentauchgänge erfordern spezielle Ausbildung und redundante Sicherheitssysteme. (Bildquelle: Wikimedia Commons Danreind)

Die tödlichen Tauchunfälle ereigneten sich Mitte Mai 2026 im Bereich Dhekunu Kandu im Vaavu Atoll nahe Alimathaa auf den Malediven. Fünf italienische Taucher*innen, darunter ein Dive Guide und eine Forscherin, tauchten in ein Höhlensystem in etwa 55 bis 60 Metern Tiefe. Vier der Verstorbenen wurden tief im Inneren der Höhle gefunden, teilweise in einem Sackgassenbereich, der fünfte nahe dem Höhleneingang. Besonders tragisch: Während der Bergungsarbeiten starb zudem der maledivische Marine-Bergungstaucher Mohamed Mahudhee. Der Fall macht deutlich, wie wichtig der Grundsatz „Selbstschutz vor Fremdschutz“ ist. Offenbar wurde auch dieser bei den ersten Bergungsversuchen von 8 Taucher*innen missachtet.
Fest steht: Auf den Malediven ist Sporttauchen nur bis maximal 30 Meter Tiefe erlaubt. Dennoch fand der Tauchgang weit darunter statt. Die Behörden ermitteln inzwischen gegen Verantwortliche. Dem beteiligten Tauchschiff wurde die Lizenz vorläufig entzogen.
Für die Extremtaucherin, Physikerin und Neurowissenschaftlerin Mag.a Monika Herbstrith-Lappe ist der Fall ein erschütterndes Beispiel dafür, was passiert, wenn Erfahrung mit Sicherheit verwechselt wird. „Die fünf Italiener*innen sind nicht einfach „beim Tauchen“ gestorben. Es wurden bewusst gesetzliche Vorgaben sowie fundamentale Sicherheitsregeln missachtet“, betont die Vortragrednerin.
Die Taucher*innen verwendeten offenbar normales Gerätetauch-Equipment mit Pressluft. Für Tiefen jenseits von 40 Metern braucht es jedoch spezielle technische Ausbildung, redundante Sicherheitssysteme und spezielle Atemgasgemische wie Trimix. Unter hohem Druck kann Stickstoff narkotisierend wirken und die Denk- und Entscheidungsfähigkeit massiv beeinträchtigen.
Zusätzlich handelte es sich um einen tiefen Höhlentauchgang, eine der anspruchsvollsten Formen des Tauchens überhaupt. Dafür gelten weltweit strenge Sicherheitsstandards wie redundante Atemsysteme, Sicherheitsleinen und präzise Gasplanung nach der sogenannten Drittelregel. „Nichts davon wurde offenbar ausreichend berücksichtigt“, so Herbstrith-Lappe.
Auch der verstorbene Bergungstaucher war laut aktuellen Berichten nicht mit technischer Spezialausrüstung für solche Tiefen ausgestattet. Er starb vermutlich an den Folgen einer Dekompressionskrankheit. Dabei bilden sich beim zu schnellen oder unzureichend abgesicherten Auftauchen Stickstoffblasen im Körper, die Blutgefäße blockieren und tödliche Schäden verursachen können.
Für Mag.a Monika Herbstrith-Lappe zeigt der Fall typische menschliche Risikofehler. Einer davon ist die sogenannte Überlebendenverzerrung („Survival Bias“): „Nur weil riskantes Verhalten oft gut gegangen ist, heißt das nicht, dass es sicher war.“
In ihrem Vortrag „Risikobewusst statt angstgetrieben“ beschäftigt sich die Keynote-Speakerin mit genau diesen Mechanismen. Risiken seien auch dann real, wenn sie noch nicht eingetreten sind. Tödliche Ereignisse entstünden fast nie durch einen einzelnen Fehler, sondern durch die Verkettung mehrerer Faktoren.
„Aber auch Angst macht uns nicht handlungsfähig, sondern professionelles Risikobewusstsein“, betont die Neurowissenschaftlerin. Gerade in komplexen Zeiten brauche es die Fähigkeit, Risiken realistisch einzuschätzen und Verantwortung konsequent wahrzunehmen.
Besonders wichtig sei dabei der Mut zur Demut und der „Anfänger*innen-Geist“. Zwar wurde öffentlich vielfach auf die große Erfahrung einzelner Beteiligter verwiesen. Doch Erfahrung sei immer kontextabhängig. „Wer in großer Tiefe Höhlen taucht, bewegt sich in einem völlig anderen Risikoumfeld. Dort braucht es trotz aller Erfahrung die Bereitschaft, Risiken völlig neu zu bewerten“, erklärt Herbstrith-Lappe. Natürlich ist die Taucherfahrung des normalen Presslufttauchens nützlich, wenn man anfängt, das Tief- und Höhlentauchen neu zu erlernen. Die Zukunftsmanagerin appelliert: In unserer Welt im Umbruch ist diese Fähigkeit von entscheidender Bedeutung: Wir müssen als erfahrene Anfänger*innen vom Alten lernen Neues zu machen.“

Stimmungsbarometer:unverb. KI-Analyse*

Keynote Speakerin Mag.a Monika Herbstrith-Lappe ist Mathematikerin und Physikerin, Motivationspsychologin und Neurowissenschaftlerin sowie KI- und Zukunftsmanagerin. Sie ist Gründerin und Geschäftsführerin der „Impuls & Wirkung – Herbstrith Management Consulting GmbH“ und seit über 40 Jahren in der Erwachsenenbildung tätig. Das Magazin TRAiNiNG, führendes Medium für Personalentwicklung in Österreich, hat sie als „Speaker des Jahres 2024“ ausgezeichnet. Von der Trainingsorganisation imh GmbH (Vorläufer: IIR), dem Premium Konferenz- und Seminaranbieter in Österreich, wurde sie seit 2008 jährlich als „Speaker/Trainer of the Year“ ausgezeichnet – so auch 2025. Als High Performance Coach hat sie sich auf die Schnittstelle zwischen der subjektiven Sicht des Menschen und der objektiven Welt der Zahlen, Daten, Fakten spezialisiert. Mag.a Monika Herbstrith-Lappe ist DIE Expertin für Innovationsfreude, gesunde Leistungsstärke und Resilienz in der Ära der KI.

Die Motivationspsychologin ist außerdem Speakerin und Zukunftsgestalterin im Future Inspiration Team des österreichischen und deutschen Zukunftsinstituts sowie Vordenkerin im Think Tank Net of Brains und in einem IDG-Hub. Ferner gehört zu den vielfältigen Erfahrungsschätzen von Mag.a Monika Herbstrith-Lappe ihre Arbeit als Lektorin und Entwicklungspartnerin an der Universität für Weiterbildung Krems. Ehrenamtlich engagiert sie sich u.a. als Gründungsvorständin des Clubs Max Reinhardt Seminar, dem Förderverein für Schauspiel- und Regiestudierende an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Als Bündnispartnerin der idg Initiative Digitalisierung Chancengerechtigkeit und als Board Member von WOMENinICT setzt sie sich für Human Centred AI ein. WOMENinICT wurde 2025 mit dem „Award für Digitalen Humanismus in der Praxis“ ausgezeichnet. Von 2021 bis 2023 war sie Vorständin der Vereinigung der Business-Trainer*innen und von 2023 bis 2025 Vizepräsidentin des Chapters Austria der German Speakers Association.

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Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • angst (Wikipedia)
    Angst ist ein Grundgefühl, das sich in als bedrohlich empfundenen Situationen in Form einer Besorgnis und unlustbetonten Erregung äußert. Auslöser können dabei erwartete oder unerwartete Bedrohungen, etwa der körperlichen Unversehrtheit, der Selbstachtung oder des Selbstbildes sein. Krankhaft übersteigerte oder nicht rational begründbare Angst wird als Angststörung bezeichnet.
  • Entscheidungen (Wikipedia)
    Entscheidungen ist ein deutscher Fernsehfilm von Franziska Hörisch aus dem Jahr 2019. Es handelt sich um den dritten Film der ARD-Reihe Der Ranger – Paradies Heimat. Die deutsche Erstausstrahlung erfolgte am 3. Januar 2020 auf dem ARD-Sendeplatz „Endlich Freitag im Ersten“.
  • Malediven (Wikipedia)
    Die Malediven ([maleˈdiːvn̩], amtlich die Republik Malediven, Dhivehi ދިވެހިރާއްޖޭގެ ޖުމްހޫރިއްޔާ Dhivehi Raajjeyge Jumhooriyyaa) sind ein Inselstaat im Indischen Ozean südwestlich von Sri Lanka. Der Archipel besteht aus mehreren Atollen und etwa 1200 Inseln, von denen 220 von Einheimischen bewohnt und weitere 144 für touristische Zwecke genutzt werden. Der Staat ist Gründungsmitglied der SAARC (Südasiatische Vereinigung für regionale Kooperation). Zudem ist er seit 1982 – mit einer Pause vom 13. Oktober 2016 bis 1. Februar 2020 – Mitglied des Commonwealth of Nations. Der Inselstaat hat sich seit den 1970er Jahren zu einem immer beliebteren Touristenziel entwickelt, was steigenden Wohlstand für die Bewohner des Landes brachte, aber gleichzeitig ökologische und soziale Probleme verursachte. Das Fortbestehen des Archipels ist vom durch den Klimawandel steigenden Meeresspiegel bedroht.
  • Risiko (Wikipedia)
    Risiko weist je nach Fachgebiet einen unterschiedlichen Begriffsinhalt auf, allgemein wird hierunter die Möglichkeit des Eintritts künftiger Ereignisse, die nachteilige Auswirkungen wie Verlustgefahren in sich bergen, verstanden. Komplementärbegriff ist die Sicherheit.
  • Sicherheit (Wikipedia)
    Sicherheit bezeichnet allgemein den Zustand, der für Individuen, Gemeinschaften sowie andere Lebewesen, Objekte und Systeme frei von unvertretbaren Risiken ist oder als gefahrenfrei angesehen wird. Für Individuen und Gemeinschaften bezeichnet Sicherheit den Zustand des Nicht-bedroht-Seins der Freiheit ihrer ungestörten Eigenentwicklung in zweierlei Hinsicht: im Sinne des tatsächlichen (objektiven) Nichtvorhandenseins von Gefährdung – als Sicherheit im objektiven Sinne, sowie im Sinne der Abwesenheit von (subjektiver) Furcht vor Gefährdung – als Sicherheit im subjektiven Sinne. Der Begriff „Sicherheit“ umfasst innere wie äußere Sicherheit von Gemeinschaften und schließt – insbesondere im Fall von Staaten – die politische, militärische, ökonomische, soziale, rechtliche, kulturelle, ökologische, technische u. a. Sicherheiten in sich ein.
  • Tauchen (Wikipedia)
    Als Tauchen wird im Allgemeinen das Eindringen eines Körpers in eine Flüssigkeit bezeichnet. In der Regel ist damit das Tauchen von Menschen unter Wasser gemeint. Im Gegensatz zum Schwimmen und Schnorcheln ist beim Tauchen der gesamte Körper unter der Wasseroberfläche. Die Bedingungen über dem Wasser unterscheiden sich stark von denen, die unter Wasser herrschen, was besondere Anforderungen an den Menschen und die Technik stellt, denen mit besonderen erlernten Fähigkeiten und entsprechender Ausrüstung begegnet wird. Personen werden Taucher genannt.
  • Tauchunfall (Wikipedia)
    Als Tauchen wird im Allgemeinen das Eindringen eines Körpers in eine Flüssigkeit bezeichnet. In der Regel ist damit das Tauchen von Menschen unter Wasser gemeint. Im Gegensatz zum Schwimmen und Schnorcheln ist beim Tauchen der gesamte Körper unter der Wasseroberfläche. Die Bedingungen über dem Wasser unterscheiden sich stark von denen, die unter Wasser herrschen, was besondere Anforderungen an den Menschen und die Technik stellt, denen mit besonderen erlernten Fähigkeiten und entsprechender Ausrüstung begegnet wird. Personen werden Taucher genannt.
  • Verantwortung (Wikipedia)
    Verantwortung ist vorrangig die Fähigkeit, das eigene Können und die möglichen Folgen von Entscheidungen einzuschätzen und so zu handeln, dass die erwarteten Ziele mit größter Wahrscheinlichkeit erreicht werden. Häufig ist damit das Bewusstsein verbunden, im Falle des Scheiterns Schuld und Scham zu tragen. In diesem Zusammenhang kann aus der Verantwortung die freiwillige (verantwortungsbewusste) oder (bei Unwissenheit oder Fremdbestimmung) unfreiwillige Übernahme einer Verpflichtung hervorgehen, für die möglichen Folgen einer Handlung oder einer getroffenen Entscheidung einzustehen und gegebenenfalls dafür Rechenschaft abzulegen oder Strafen zu akzeptieren. Verantwortungsgefühl setzt ein Gewissen, die Kenntnis der Wertvorstellungen sowie der rechtlichen Vorschriften und sozialen Normen voraus. Im Rechtswesen wird der Begriff verbreitet als die einer handelnden Person oder Personengruppe (Subjekt) gegenüber einer anderen Person oder Personengruppe (Objekt) zugeschriebene Pflicht definiert, die aufgrund eines normativen Anspruchs entsteht, der durch eine Instanz eingefordert werden kann. Handlungen und ihre Folgen können je nach gesellschaftlicher Praxis und Wertesystem für den Verantwortlichen zu Konsequenzen wie Lob und Tadel, Belohnung, Bestrafung oder Forderungen nach Ersatzleistungen führen. Die Beziehung (Relation) zwischen den beteiligten Akteuren knüpft am Ergebnis des Handelns an. Die der Verantwortung zugrunde liegenden gesellschaftlichen Normen können einen rechtlichen, weltanschaulichen oder moralischen Ursprung haben. Die Verantwortung kann aber auch auf einem selbst gewählten Ideal als einer nur individuell gültigen Norm beruhen. Allerdings ist auch in diesem Fall der Anspruch an Wirkungen gegenüber anderen Personen oder Institutionen gebunden. Denn nur unter Einbeziehung der Mitwelt ergibt der Begriff der Verantwortung einen Sinn. In jedem Fall setzt die Zuschreibung von Verantwortung die Annahme einer Handlungsfreiheit und eines wirksamen Einflusses des Handelnden auf das Handlungsergebnis voraus. Ob und in welchem Maß eine solche Selbstbestimmung gegeben ist, ist umstritten und wird in der Philosophie des Geistes kritisch diskutiert. Indem …
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