ARAG Experten mit Gerichtsurteilen rund ums Tanzen

Recht auf der Tanzfläche: Wer haftet bei Missgeschicken?

ARAG Experten mit Gerichtsurteilen rund ums Tanzen

Ob in der Disco oder bei einem privaten Fest: Wo getanzt wird, kann es schnell wild zugehen. Verschüttete Getränke, strenge Einlasskontrollen oder ein missglückter Paartanz können rechtliche Folgen haben, die vielen gar nicht bewusst sind. Die ARAG Experten erklären drei typische Situationen und was Gerichte dazu entschieden haben.

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Wenn die Tanzfläche zur Rutschbahn wird
Ausgelassen tanzen, feiern, mit einem Drink in der Hand. Was nach einem typischen Discoabend klingt, kann für Clubbetreiber teuer werden. Nämlich dann, wenn die Tanzfläche plötzlich zur Rutschbahn wird. In einem konkreten Fall war eine Discobesucherin am Rand der Tanzfläche auf einer Getränkepfütze ausgerutscht und hatte sich dabei schwer verletzt. Sie hatte sich Knochenbrüche am Sprunggelenk und am Schienbeinkopf zugezogen und musste operiert werden. Die Krankenkasse der Frau übernahm zunächst die Behandlungskosten, verlangte das Geld anschließend aber von der Clubbetreiberin zurück. Die weigerte sich und der Fall landete vor Gericht. Dort gaben die Richter der Krankenkasse Recht. Wer eine Diskothek betreibt, muss dafür sorgen, dass die Tanzfläche möglichst frei von Gefahren ist. Dazu gehört nach Ansicht der Richter, den Boden regelmäßig auf verschüttete Getränke oder Scherben zu kontrollieren. Dabei muss laut ARAG Experten zwar nicht ständig jemand mit dem Wischmopp zwischen den Tanzenden unterwegs sein, eine bloße Sichtkontrolle von der Seite reicht bei einer gut gefüllten Tanzfläche aber auch nicht aus. Vor allem dann, wenn Gäste ihre Getränke mit auf die Tanzfläche nehmen dürfen, sind regelmäßige und gründliche Kontrollgänge Pflicht. Am Ende musste die Betreiberin rund 37.000 Euro an Behandlungskosten und Krankengeld erstatten (Oberlandesgericht Karlsruhe Az.: 7 U 125/21).

Wenn der Türsteher den Eintritt verweigert
Ein Mann von Mitte 40 wollte mit seiner jüngeren Partnerin tanzen gehen. Doch der Türsteher ließ ihn aufgrund seines Alters nicht hinein. Der abgewiesene Partygast fühlte sich diskriminiert und verlangte laut ARAG Experten vom Veranstalter 1.000 Euro Entschädigung. Doch dieser wies darauf hin, dass die Zielgruppe seiner Party-Events junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren seien, auch wenn es kein generelles Einlassverbot für ältere Menschen gäbe. Vor Gericht zog der Mann den Kürzeren. Denn die Richter entschieden, dass ein gefilterter Einlass – in diesem Fall nach Alter – aus Sicht des Veranstalters nachvollziehbar sei. Er dürfe selbst eine entsprechende Auswahl treffen, weil die Zusammensetzung des Besucherkreises eine besondere Bedeutung für eine Veranstaltung habe (Bundesgerichtshof, VII ZR 78/20).

Wenn der Tanzpartner plötzlich loslässt
Auf einer Geburtstagsfeier hatte ein Mann eine Bekannte zum Paartanz aufgefordert. Die Frau meinte zwar, sie könne nicht tanzen und das Ganze sei ihr zu schnell. Trotzdem ließ sie sich auf das Tänzchen ein. Es begann gleich recht schwungvoll. Doch als ihr Tanzpartner sie bei einer Drehbewegung losließ, um sich selbst zu drehen, verlor die unerfahrene Tänzerin prompt das Gleichgewicht, stürzte und verletzte sich erheblich. Anschließend verlangte sie Schadensersatz von ihrem Tanzpartner. Doch damit kam sie vor Gericht nicht weit. Die Richter waren der Ansicht, dass bei einem freiwilligen Paartanz grundsätzlich jeder selbst das Risiko trägt. Schließlich sei die Gefahr eines Sturzes beim Tanzen allgemein bekannt, besonders dann, wenn jemand wenig Erfahrung habe. Die Frau hätte laut ARAG Experten den Tanz ablehnen, stehen bleiben oder die Tanzfläche verlassen können (Oberlandesgericht Frankfurt, Az.: 13 U 222/16).

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Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • ARAG (Wikipedia)
    ARAG bezeichnet die ARAG SE, ein Versicherungskonzern die ARAG (Range), bestehend aus den Häfen Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und Gent
  • Disco (Wikipedia)
    Disco bezeichnet: Disco (Musik), eine Stilrichtung der Popmusik Disco (Fernsehsendung), eine Musiksendung mit Ilja Richter zwischen 1971 und 1982 Disco (Album), Studioalbum der australischen Popsängerin Kylie Minogue (2020) Disco (Band), ein finnisches Popduo Diskothek, einen Veranstaltungsort Disco ist der Name folgender Orte in den Vereinigten Staaten: Disco (Illinois), im Hancock County Disco (Michigan), im Macomb County Disco (Tennessee), im Blount County Disco (Wisconsin), im Jackson County DISCO steht für: DISCO – Europäisches Wörterbuch der Fertigkeiten und Kompetenzen DISCO, ein Protokoll zur Bekanntmachung von Web-Services D.I.S.C.O., einen #2-Hit (1979) sowie das gleichnamige Studioalbum (1980) der französischen Discoband Ottawan Siehe auch
  • Missgeschick (Wikipedia)
    Das Missgeschick (russisch Беда, Beda) ist eine Kurzgeschichte des russischen Schriftstellers Anton Tschechow, die am 1. Dezember 1886 in der Peterburgskaja gaseta erschien. Fünf Tage ist der Angestellte Nikolai Maximytsch Putochin weder zum Dienst erschienen, noch hat er sich daheim bei seiner lieben Ehefrau Mascha blicken lassen. Nun – wieder bei Besinnung – stört ihn nicht so sehr die Standpauke des Chefs mit anschließender fristloser Entlassung, sondern der anstehende Kniefall vor Mascha. Was soll Nikolai, der alles vertrunken hat, vorbringen? Mit seinem ehemaligen Kollegen Fjodor Jelissejitsch hechelt er den Problemfall Mascha in der Schenke durch. Eigentlich sieht Fjodor kein größeres Problem. Mascha wird schimpfen und auch wieder aufhören. Nikolai weiß Bescheid. Ein Mann kann seine Frau verprügeln, sie mit einer anderen betrügen und er kann altern. Alles das verzeiht sie ihm. Doch die Armut verzeiht sie ihm nicht. Insbesondere Mascha wird Nikolai tagelang mit Verachtung, also mit Schweigen, strafen, wird sodann sticheln und schließlich jammern. Fjodor sinnt und rät dem Freunde zum Kniefall. Nein, bei Mascha wird dieser nicht ankommen. Die tugendhafte Frau kann einem Sünder schwerlich vergeben. Daheim fehlt Nikolai die Kraft zur klärenden Rede. So kommuniziert er mit Mascha zunächst über einen mit Bleistift bekritzelten Zeitungsrand. Dem Sünder wird schriftlich verziehen. Er wird von seiner Frau sogar zu Bett gebracht. Nach einer Woche Suchens findet Nikolai eine neue Stellung.
  • Paartanz (Wikipedia)
    Ein Paartanz ist ein Tanz, der von zwei Personen (sogenannte Tanzpartner) gemeinsam getanzt wird. Im Gegensatz zum Einzel- und Gruppentanz findet hier ein abgestimmtes Zusammenspiel zwischen zwei Personen statt. In der Regel wird die Führenderolle (Herr) von einem Mann und die Folgenderolle (Dame) von einer Frau eingenommen, aber auch die umgekehrte Rollenverteilung ist möglich.
  • Rutschbahn (Wikipedia)
    Rutschbahn bezeichnet: eine Rutsche, ein Gerät zum Rutschen Rutsche (Bergbau), im Bergbau eine Konstruktion aus geneigten Ebenen zum Einfahren Rutschbahn (Film), deutsch-britischer Stummfilm von Richard Eichberg (1928) Rutschbahn (Hamburg), eine Straße in Hamburg-Rotherbaum Rutschbahn (Mallorca), Tanzlokal auf Mallorca Siehe auch: Glitsche, eine Gleitfläche aus Eis bzw. vereistem Schnee Schlitterbahn, Begriffsklärung
  • Tanzen (Wikipedia)
    Tanz (von altfranzösisch danse; Plural: Tänze) bezeichnet in der Regel die Umsetzung von (zumeist musikalischen) Schallreizen in Bewegung. Tanzen hat in den menschlichen Gesellschaften viele soziale Funktionen, kann aber auch Selbstzweck oder Zeitvertreib sein. Tanz ist Bestandteil von Ritualen und Bräuchen, eine darstellende Kunstgattung, eine Sportart, eine Therapieform, eine Form sozialer Interaktion oder eine individuelle Gefühlsäußerung und in spezialisierten Gesellschaften auch Grundlage einer Berufstätigkeit. Ritualisiertes Tanzen drückt Zusammengehörigkeit und Emotionen aus und kann als festlicher Initiationsritus die Aufnahme neuer Mitglieder in eine Gemeinschaft begleiten, etwa wenn junge Mädchen beim Debütantinnenball der Gesellschaft vorgestellt werden oder wenn Schüler beim Abschlussball eine bestandene Prüfung feiern. Vor religiösem Hintergrund werden mit Tanzritualen Götter geehrt oder um Beistand gebeten, während böse Geister abgewehrt oder vertrieben werden. Tanzen als Sport fördert Muskelaufbau, Motorik, Koordination und Gleichgewichtssinn. Das Erlernen, Planen und Umsetzen komplexer Bewegungsabläufe kann das Selbstvertrauen stärken und ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper entwickeln. Als Kunstform dient Tanzen dazu, Gefühle und Handlungen bildlich darzustellen. Mimik, Gestik und ganzkörperliche Tanzbewegungen bilden zusammen mit Musik das Arbeitsmaterial des künstlerischen Tanzes, der dem Zuschauer Eleganz und Ausdruckskraft des menschlichen Körpers vor Augen führen will.
  • Tänzerin (Wikipedia)
    Tänzerin steht für: eine Frau, die Tanz ausübt, insbesondere beruflich Die Tänzerin steht für: Die Tänzerin (Erzählung), eine Erzählung von Mori Ōgai aus dem Jahr 1890 Die Tänzerin (1915), deutscher Spielfilm von Georg Jacoby Die Tänzerin (Lied) (1983), Lied von Edo Zanki, gesungen von Ulla Meinecke Die Tänzerin (1989), deutsch-japanischer Spielfilm von Masahiro Shinoda Die Tänzerin (Animation) (2003), animierte Silhouette einer tanzenden Frau Die Tänzerin (2016), französischer Spielfilm von Stéphanie Di Giusto Siehe auch: Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel Tänzerin enthält Liste bedeutender Tänzer (und Tänzerinnen) Tänzer (Begriffsklärung)
  • Tanzfläche (Wikipedia)
    Die Tanzfläche (oder Tanzboden) ist jener Bereich in einer Lokalität oder im Freien, der zum Tanzen vorgesehen ist. Der Bereich kann durch Markierungen abgegrenzt sein oder durch „stillschweigende Übereinkunft“ einfach entstehen. Wichtig ist für eine Tanzfläche, dass sie eben ist, um zu vermeiden, dass die Tänzer stolpern. Weiter muss sie glatt genug sein, dass von den Tänzern Drehungen ausgeführt werden können. Letztlich muss sie strapazierfähig genug sein, um der durch das Tanzen entstandenen Belastung standhalten zu können.
  • Tanzpartner (Wikipedia)
    Ein Paartanz ist ein Tanz, der von zwei Personen (sogenannte Tanzpartner) gemeinsam getanzt wird. Im Gegensatz zum Einzel- und Gruppentanz findet hier ein abgestimmtes Zusammenspiel zwischen zwei Personen statt. In der Regel wird die Führenderolle (Herr) von einem Mann und die Folgenderolle (Dame) von einer Frau eingenommen, aber auch die umgekehrte Rollenverteilung ist möglich.
  • Türsteher (Wikipedia)
    Türsteher – auch Einlasser, Pförtner oder aus dem Englischen Bouncer genannt – gehören zum Wachpersonal, welches in der Regel nur ausgewählte Gäste in Gastronomiebetriebe oder Veranstaltungsstätten einlässt und dabei eine augenscheinliche Zutrittskontrolle durchführt.
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