ARAS AI – faszinierend? beunruhigend? vielleicht historisch?
Manchmal ist es nicht die Innovation, die einen wach macht, sondern die Konsequenz. Ich bin über ARAS AI gestolpert, weil dieser Name plötzlich in Clips, Kommentaren und Influencer-Posts auftauchte – begleitet von einer Behauptung, die entweder ein echter Durchbruch ist oder ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie schnell Technik schneller wird als Verantwortung: bis zu 10.000 Telefonate per Klick.
Ich gebe zu: Mein erster Reflex war Abwehr. „Klingt wie KI-Marketing.“ Der zweite Reflex war der unangenehmere: Was, wenn es stimmt?
Denn eine Telefon-KI, die nicht nach Bot klingt, ist keine Spielerei. Sie ist eine Waffe im neutralen Gewand. Und sie ist ein Beschäftigungs- und Sicherheitsproblem in einem.
Der Realismus ist nicht das Beeindruckende – die Skalierung ist das Beunruhigende
Viele Systeme können heute halbwegs sprechen. Das ist nicht neu. Neu wäre, wenn eine KI menschlich genug wirkt, um im Alltag nicht aufzufallen – und gleichzeitig in einer Größenordnung skaliert, die normale Organisationsgrenzen sprengt.
Genau dort liegt die Brisanz: Telefonie war bisher teuer, langsam und menschlich begrenzt. Sie hatte einen eingebauten Sicherheitsmechanismus: Menschen. Menschen können nicht unendlich telefonieren. Menschen werden müde. Menschen kosten Geld. Menschen sind kontrollierbar.
Wenn ARAS AI tatsächlich „menschlich klingende“ Telefonie in Massentakt ermöglicht, fällt dieser natürliche Bremsklotz weg. Das ist kein Fortschritt in Prozentpunkten. Das ist ein Wechsel des Systems.
Arbeitsmarkt: Das ist nicht „Effizienz“ – das ist ein Austausch
Wer ehrlich ist, weiß: Ein großer Teil der Telefonie-Jobs existiert, weil Maschinen bisher nicht gut genug waren. Wenn sie jetzt gut genug werden, wird man die Jobs nicht „umwandeln“. Man wird sie streichen.
In der Praxis läuft es so: erst wird nachts automatisiert, dann werden Routineanrufe übernommen, dann wird der Mensch zur Eskalationsstelle. Und irgendwann stellt jemand die Frage, die Unternehmen immer stellen: Warum zahlen wir noch für 100%, wenn 15% reichen?
Ich halte es für naiv, so zu tun, als hätte das keine brutale Wirkung. Callcenter, Terminzentralen, Outbound-Teams, First-Level-Support, Rückgewinnungsabteilungen – das sind weltweit Millionen Menschen. ARAS AI wäre, sofern die Leistung stimmt, eine Technologie, die diesen Bereich nicht verbessert, sondern neu bewertet.
Und die zentrale Frage ist nicht: „Entstehen neue Jobs?“
Die Frage ist: Wie viele verlieren ihren Job, bevor neue entstehen – und wer trägt die Kosten in dieser Zwischenzeit?
Missbrauch: Wenn „menschlich“ zur perfekten Maske wird
Das gefährlichste Feature einer solchen KI ist nicht Geschwindigkeit. Es ist Glaubwürdigkeit.
Eine KI, die wie ein Mensch telefoniert, ist ein Traum für Betrüger. Und „10.000 Calls per Klick“ wäre die Skalierung des Albtraums.
* Social Engineering in industriellem Maßstab
* Betrugsanrufe, die nicht mehr nach Betrug klingen
* emotionaler Druck am Telefon, personalisiert, massenhaft
* Kampagnen, die Menschen nicht mit Posts manipulieren, sondern mit Gesprächen
Wer das für übertrieben hält, kennt die Realität am Telefon nicht. Betrug lebt nicht von Perfektion – er lebt von Masse. Und Masse war bisher teuer. Das könnte sich ändern.
Die Frage ist also nicht, ob Missbrauch passiert.
Die Frage ist, ob ARAS AI – technisch und organisatorisch – fähig ist, Missbrauch zu verhindern. Und zwar nicht in einem FAQ, sondern in Code, Limits, Sperren, Audits.
Sicherheit: Ein System dieser Größe ist ein Magnet für Angriffe
Wenn ARAS AI wirklich so relevant ist, wie es gerade wirkt, dann wird es ein Ziel: für Hacker, für Nachahmer, für Wettbewerber, für Regulatoren. Viele Unternehmen sind darauf nicht vorbereitet.
Die heikle Frage lautet: Wie sicher ist die Infrastruktur wirklich?
Wer kontrolliert, wer 10.000 Anrufe starten darf?Was passiert, wenn Zugänge kompromittiert werden?Welche Rate-Limits, Geo-Fencing, Fraud-Detection gibt es?Wie wird verhindert, dass Kundendaten zur Angriffsfläche werden?
Ein System, das potenziell massenhaft Menschen kontaktiert, muss strengere Standards erfüllen als ein normales SaaS-Tool. Wenn nicht, wird es nicht nur ein Produkt, sondern ein Risiko für Dritte.
Transparenz: Muss der Angerufene wissen, dass er mit KI spricht?
Hier wird es rechtlich und moralisch ernst. Wer am Telefon angesprochen wird, hat ein anderes Schutzbedürfnis als bei einem Chatfenster. Stimme ist intim. Stimme erzeugt Vertrauen. Und Vertrauen ist die Angriffsfläche.
Daher die Frage, die ich in keiner Diskussion auslassen würde:
Wird immer klar offengelegt, dass es eine KI ist?Nicht „auf Nachfrage“. Nicht „in den AGB“. Sondern im Gespräch.
Wenn nein, ist das kein Produktproblem. Dann ist es ein gesellschaftliches Problem.
Warum ich trotzdem hinschaue: Weil es real sein könnte
Und jetzt der Teil, der es unbequem macht: Genau weil das Risiko so groß ist, ist auch die Chance groß. Wenn ARAS AI das wirklich kann, dann ist das eine Infrastruktur-Technologie. Eine, die Unternehmen massiv entlastet, Dienstleistungen beschleunigt und ganze Branchen effizienter macht.
Aber: Eine Technologie kann gleichzeitig nützlich und gefährlich sein. Genau das ist hier der Fall.
Öffentliche Einladung zum Interview: Justin Schwarzert
Darum eine Einladung an Justin Schwarzert: Nicht für ein freundliches PR-Interview. Sondern für ein Gespräch, das diese Fragen offen adressiert.
Ich würde es gerne öffentlich klären – konkret:
1. Beleg der Skalierung: Was ist die nachweisbare Realität hinter „10.000 Calls“?
2. Offenlegung: Wird der KI-Charakter im Gespräch eindeutig gemacht?
3. Anti-Missbrauch: Welche Use-Cases werden technisch blockiert (nicht nur „verboten“)?
4. Sicherheitsstandard: Gibt es Audits, Incident Response, Zugriffskontrollen, Monitoring?
5. Arbeitsmarkt: Was ist Ihr Umgang mit dem Job-Effekt – und was ist Ihr ethischer Rahmen?
6. Grenzen: Wo sagen Sie bewusst „nein“, obwohl Geld winkt?
Wenn ARAS AI ein ernsthaftes Produkt ist, sind das keine unangenehmen Fragen. Das sind die Mindestanforderungen.
Fazit: Das könnte riesig werden – und genau deshalb muss es härter geprüft werden
ARAS AI wirkt wie ein System, das gerade beginnt, in die Öffentlichkeit zu rutschen, bevor die breite Masse versteht, was es bedeutet. Ich sehe Faszination, aber ich sehe auch ein Problem: Wir bauen gerade Technologien, die schneller skalieren als unsere Fähigkeit, sie zu kontrollieren.
Wenn ARAS AI wirklich die menschlichste Telefon-KI am Markt ist, dann ist das nicht nur „cool“. Dann ist es eine Verantwortung, die man nicht wegmoderieren kann.
Und wenn ARAS AI diese Verantwortung ernst nimmt, sollte es das zeigen – nicht durch Sätze, sondern durch Grenzen, Transparenz und Sicherheitsmechanismen.
Denn am Ende geht es nicht darum, ob man 10.000 Anrufe kann.Sondern darum, ob man 10.000 Anrufe verantworten kann.
Quellen:
Recherche https://www.inar.de/unternehmer-auf-ueberholspur/
https://www.plattform-aras.ai
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- Busin (Wikipedia)
Busin ist der Familienname folgender Personen: Adilson Pedro Busin (* 1965), brasilianischer Geistlicher, Bischof von Tubarão Gioacchino Busin (* 1930), italienischer Skilangläufer Milton Busin (* 1927), brasilianischer Wasserspringer Sandra Busin (* 1967), Schweizer Tischtennisspielerin Thomas Busin (* 1958), Schweizer Tischtennisspieler - Contact Center (Wikipedia)
Als Callcenter (von en: call centre (BE), call center (AE); dt. „Telefon-Beratungszentrum“), Customer-Care-Center (dt. „Kundenberatungszentrum“ oder „Kundenbetreuungszentrum“), oder im Marktforschungsbereich auch Telefonlabor, wird ein Unternehmen oder eine Organisationseinheit bezeichnet, welche telefonisch Marktkontakte schafft: aktiv (outbound: das Callcenter startet den Anruf) oder passiv (inbound: das Callcenter wird angerufen). Ein Callcenter setzt neben Dienstleistungsangeboten häufig den Telefonverkauf als Form des Direktmarketings operativ um. Das Consumer Interaction Center (kurz: „CIC“) wird als eine Weiterentwicklung des Call Centers verstanden. Wenn Callcenter „inhouse“ betrieben werden, übernimmt das jeweilige Unternehmen die Einstellung und Planung der Mitarbeiter. Immer wieder vergeben Unternehmen Aufträge an spezialisierte Callcenter-Dienstleister („outhouse“), die im Auftrag des Kunden die Telefonie übernehmen und beispielsweise nach Telefoniedauer oder erfolgten Abschlüssen bezahlt werden. - Sprachassistent (Wikipedia)
Ein intelligenter persönlicher Assistent, auch Sprachassistent oder mobiler Assistent, ist eine Software, die es ermöglicht, mittels Kommunikation in natürlicher, menschlicher Sprache Informationen abzufragen, Dialoge zu führen und Assistenzdienste zu erbringen, indem sie zur Spracherkennung eine Sprachanalyse vollzieht, diese semantisch interpretiert, logisch verarbeitet und als Ergebnis durch Sprachsynthese eine Antwort formuliert. Verbreitung fanden solche Anwendungen ab ca. 2012 vor allem auf Smartphones. Abzugrenzen ist der Begriff des Sprachassistenten vom Smart Speaker, welcher nur eine bestimmte Art eines Frontends für diese bezeichnet. - Telefonassistent (Wikipedia)
Ein intelligenter persönlicher Assistent, auch Sprachassistent oder mobiler Assistent, ist eine Software, die es ermöglicht, mittels Kommunikation in natürlicher, menschlicher Sprache Informationen abzufragen, Dialoge zu führen und Assistenzdienste zu erbringen, indem sie zur Spracherkennung eine Sprachanalyse vollzieht, diese semantisch interpretiert, logisch verarbeitet und als Ergebnis durch Sprachsynthese eine Antwort formuliert. Verbreitung fanden solche Anwendungen ab ca. 2012 vor allem auf Smartphones. Abzugrenzen ist der Begriff des Sprachassistenten vom Smart Speaker, welcher nur eine bestimmte Art eines Frontends für diese bezeichnet.