60 Events an über 45 Orten vom 11. September bis 11. Oktober – Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk gastiert – Dank zahlreicher Unterstützer viele Veranstaltungen kostenfrei
Vom Zauberberg ins Taubertal
43. Baden-Württembergische Literaturtage machen Bad Mergentheim vier Wochen lang zur Bühne – Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk gastiert
Bad Mergentheim (dk). Tausend Seiten können eine ziemlich lange Reise sein – Thomas Mann brauchte sie für seinen 1924 erschienenen „Zauberberg“. Schauspielerin Meike Rötzer schafft die Strecke an einem einzigen Abend. Wenn sie den Jahrhundertroman bei den 43. Baden-Württembergischen Literaturtagen neu erzählt, wird aus Weltliteratur eine dreistündige Erzählperformance. Und vom Zauberberg führt der literarische Weg direkt hinein ins Taubertal. Dort wartet mit Olga Tokarczuk eine Literaturnobelpreisträgerin, die mit „Empusion“ selbst an Manns großen Kurroman anknüpft. Dass sich diese literarischen Wege 2026 in Bad Mergentheim kreuzen, könnte passender nicht sein: Die Stadt feiert 200 Jahre Heilquellen sowie 100 Jahre „Bad“ und blickt auf eine erstaunliche literarische Gästeliste zurück: Eduard Mörike, Hans Fallada, Martin Walser, Eugen Roth und Max Frisch hinterließen einst Spuren in der Kurstadt und schrieben über ihre Aufenthalte.
Vom 11. September bis 11. Oktober schlägt Bad Mergentheim ein neues Kapitel auf: Mehr als 60 Veranstaltungen an über 45 Orten hat das kuratorische Team Beatrice Faßbender und Ulrich Rüdenauer unter dem Motto „LiteraKUR“ zusammengestellt. Literatur zieht dabei hinaus in die Stadt und die Region – auch an weniger klassische Lesungsorte wie Geschäfte, einen Flugzeughangar oder den Wildpark.
Die Bandbreite ist groß: Iris Wolff eröffnet im Kurpark, Giulia Enders widmet sich nach ihrem Millionenbestseller „Darm mit Charme“ in „Organisch“ erneut dem menschlichen Körper. Mit Judith Hermann ist eine der berühmtesten deutschen Gegenwartsautorinnen zu Gast, Dilek Güngör und Deniz Utlu erzählen von Familie, Migration, Zugehörigkeit und Schweigen. Am 8. Oktober kommt Olga Tokarczuk mit „Empusion“ – den deutschen Text liest Schauspieler Johann von Bülow.
Hinzu kommen Matthias Brandt mit Jens Thomas und die Kafka-Revue von Denis Scheck und Anne-Dore Krohn. Politisch wird es mit Alt-Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Hannah Arendt, philosophisch beim „Bronnbacher Diskurs“, wenn Julian Nida-Rümelin, Anna-Verena Nosthoff und Martina Klärle über die Zukunft diskutieren. Es moderiert Gert Scobel.
Neben den großen Namen hält das Festival besondere Geschichten bereit: Achim Bogdahns Bericht über seine Besteigung der höchsten Berge aller 16 Bundesländer wird mit einer Wanderung auf den Katzenberg kombiniert, Vincent Klink nimmt sein Publikum mit auf eine kulinarisch-kulturelle Reise durch Schwaben, im Wildpark geht es live um Wolf, Schaf und Esel.
Ungewöhnliche Formate gehören ebenfalls zum Konzept: Jo Lendle liest über Flugpionierin Amelia Earhart zwischen Flugzeugen im Hangar. Bei der „Silent Reading Party“ im Café Alma lautet das Programm: Handy aus, Getränk bestellen, Buch auf.
Einen festen Treffpunkt bekommt das Festival im Schlosscafé. Dort lädt eine Bibliothek mit Büchern der teilnehmenden Autoren zum Blättern, Lesen und Weiterreden ein. Dank zahlreicher Unterstützer ist ein Großteil der Veranstaltungen kostenfrei. Verliehen wird im Rahmen der Literaturtage zudem der Baden-Württembergische Verlagspreis.
Bildunterschrift:
Freuen sich auf die Literaturtage in Bad Mergentheim (hinten von links): Denise Amann (Stv. Leiterin Stadtbücherei) und Lukas Wegner (Sachgebiet Tourismus & Kultur). Vorne von links: Udo Glatthaar (Oberbürgermeister Bad Mergentheim), Beatrice Faßbender (Kuratorin), Ulrich Rüdenauer (Kurator) und Kersten Hahn (Bad Mergentheimer Tourismusdirektor). Foto: Linda Hener.
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- Bad Mergentheim (Wikipedia)
Bad Mergentheim (, bis 1926 Mergentheim, mundartlich Märchedol [ˈmɛʀxəˌdɔːl]) ist eine Stadt an der Tauber im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs, etwa 35 Kilometer südwestlich von Würzburg bzw. 56 Kilometer nordöstlich von Heilbronn. Vor der Bildung des Landes Baden-Württemberg war sie die nördlichste Stadt Württembergs. Heute ist sie mit 24.084 Einwohnern (31. Dezember 2025) die bevölkerungsreichste Stadt des Main-Tauber-Kreises und ein Mittelzentrum im Regionalverband Heilbronn-Franken. Mergentheim wurde im Jahr 1058 erstmals urkundlich als „Mergintaim“ erwähnt und war von 1525 bis 1809 Dienstsitz des Hoch- und Deutschmeisters des Deutschen Ordens. Seit 1926 trägt die Stadt die Bezeichnung Bad; seit dem 1. April 1975 ist sie Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Assamstadt und Igersheim ist die Stadt die vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft Bad Mergentheim eingegangen. - Gesundheit (Wikipedia)
Gesundheit ist ein körperlicher und geistiger Zustand eines Menschen oder der Zustand einer Gruppe (bspw. Familiengesundheit, Bevölkerungsgesundheit). Dazu gibt es verschiedene Definitionen. Das Wiedererlangen von Gesundheit wird als Gesunden, Gesundwerden oder Genesen bezeichnet. Der gesunde körperliche Zustand wird als Salubrität bezeichnet. - Kultur (Wikipedia)
Kultur bezeichnet im weitesten Sinne alle Erscheinungsformen menschlichen Daseins, die auf bestimmten Wertvorstellungen und erlernten Verhaltensweisen beruhen und die sich wiederum in der dauerhaften Erzeugung und Erhaltung von Werten ausdrücken – als Gegenbegriff zu der nicht vom Menschen geschaffenen und nicht veränderten Natur. Wichtige Vordenker dieses Kulturbegriffs sind etwa Arthur Schopenhauer, Harald Høffding und Joseph Petzoldt. Es gibt – je nach Wissenschaft, Weltanschauung oder fachlichem Zusammenhang – eine Vielzahl enger gefasster Definitionen von Kultur. Über den wissenschaftlichen Diskurs hinaus wird die Bezeichnung Kultur in der Kulturpolitik synonym auf die „Schönen Künste“ (Bildende Kunst, Musik, Literatur) beschränkt. Gemeinsprachlich steht die Bezeichnung häufig entweder für Kultiviertheit (Umgangsformen, Sittlichkeit, Wohnkultur, Esskultur u. ä.) oder in Abgrenzung der (als typisch angenommenen) Ausdrucks- und Verhaltensweisen – den Kulturstandards – der eigenen ethnischen Gruppe (z. B. Bayern, Deutsche, Europäer) im Vergleich mit sogenannten anderen Kulturen (etwa Chinesen, Lateinamerikaner, Indigene Völker). Kulturen im Plural wird nicht nur im öffentlich-politischen Diskurs, sondern auch in der Ethnologie (Völkerkunde), für archäologische Kulturen sowie in der kulturvergleichenden Sozialforschung benutzt, um Menschengruppen nach kulturellen Merkmalen voneinander abzugrenzen. Für Varianten innerhalb einer Kulturgruppe wird häufig die Bezeichnung Subkulturen verwendet. In der Ethnologie wird das Konzept der unterscheidbaren Kulturen aufgrund seines konstruierten Charakters (Festlegung von Grenzen, wo in der Realität fließende Übergänge sind) heute zunehmend problematisch gesehen. Der Begriff der Kultur ist im Lauf der Geschichte immer wieder von unterschiedlichen Seiten einer Bestimmung unterzogen worden. Je nachdem drückt sich in der Bezeichnung Kultur das jeweils lebendige Selbstverständnis und der Zeitgeist einer Epoche aus, der Herrschaftsstatus oder -anspruch bestimmter gesellschaftlicher Klassen oder auch wissenschaftliche und philosophisch-anthropologische Anschauungen. Die Bandbreite der Bedeutungsinhalte ist entsprechend groß und … - Kunst (Wikipedia)
Das Wort Kunst (lateinisch ars, griechisch téchne) bezeichnet im weitesten Sinne jede entwickelte Tätigkeit von Menschen, die auf Wissen, Übung, Wahrnehmung, Vorstellung und Intuition gegründet ist (Heilkunst, Kunst der freien Rede). Im engeren Sinne werden damit Ergebnisse gezielter menschlicher Tätigkeit benannt, die nicht eindeutig durch Funktionen festgelegt sind. Nach Tasos Zembylas unterliegt der Kunstbegriff einem ständigen Wandel, der sich entlang von dynamischen Diskursen, Praktiken und institutionellen Instanzen entfalte. Kunst ist ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Das Kunstwerk steht meist am Ende dieses Prozesses, kann aber auch der Prozess bzw. das Verfahren selbst sein. So wie die Kunst im gesamten ist das Kunstwerk selbst gekennzeichnet durch das Zusammenwirken von Inhalt und Form. Ausübende der Kunst im engeren Sinne werden Künstler genannt. Die ursprüngliche Bedeutung des Begriffs Kunst wurde auf alle Produkte menschlicher Arbeit angewandt (vgl. Kunstfertigkeit) als Gegensatz zur Natur, was beispielsweise bei Kunststoff, Künstliche Ernährung, Künstliches Aroma, Künstliche Intelligenz ersichtlich wird. Jedoch versteht man seit der Aufklärung unter Kunst vor allem die Ausdrucksformen der schönen Künste: bildende Kunst mit den klassischen Gattungen Malerei und Grafik, Bildhauerei, Architektur und etlichen Kleinformen sowie seit dem 19. Jahrhundert dem Kunstgewerbe, Gebrauchskunst oder angewandte Kunst genannten Grenzbereich zum Kunsthandwerk Musik mit den Hauptsparten Komposition und Interpretation in Vokal- und Instrumentalmusik, Gattungen der Musik (nach Funktion oder Besetzung) Literatur mit den Hauptgattungen Epik, Dramatik, Lyrik und Essayistik darstellende Kunst mit den Hauptsparten Theater, Tanz und Film Ausdrucksformen und Techniken der Kunst haben sich seit Beginn der Moderne stark erweitert, so mit der Fotografie in der bildenden Kunst oder mit der Etablierung des Comics als Verbindung bildender Kunst mit der Narrativität der Literatur. Bei den darstellenden Künsten, Musik und Literatur lassen sich heute auch Ausdrucksformen der Neuen Medien wie Hörfunk, Fernsehen, Werbung und Internet hinzuzählen. … - Literatur (Wikipedia)
Als Literatur bezeichnet man seit dem 19. Jahrhundert den Bereich aller mündlich (etwa durch Versformen und Rhythmus) oder schriftlich fixierten sprachlichen Zeugnisse. Man spricht in diesem „weiten“ Begriffsverständnis im Hinblick auf die hier gegebene schriftliche Fixierung etwa von „Fachliteratur“ oder, im Bereich der Musik, von „Notenliteratur“ (etwa Partituren) bzw. ganz allgemein von „Literatur“ im Sinne der Gesamtheit oder von Teilen schriftlich notierter Musik. Die öffentliche Literaturdiskussion und -analyse ist demgegenüber seit dem 19. Jahrhundert auf Werke ausgerichtet, denen besondere Bedeutung als Kunst zugesprochen werden kann, und die man im selben Moment von Trivialliteratur und ähnlichen Werken ohne vergleichbare „literarische“, sprich künstlerische Qualität, abgrenzt. Die Literatur zählt zu den Gattungen der Kunst. Das Wort Literatur wurde bis in das 19. Jahrhundert hinein regulär für die Wissenschaften verwendet. Mit Literatur sind üblicherweise veröffentlichte Schriften gemeint. Die Gesamtheit der veröffentlichten Schriften eines Fachgebietes bzw. zu einer bestimmten Thematik oder Zielsetzung bildet ein „Schrifttum“. Nur eingeschränkt und nicht über den Buchhandel zugängliche Publikationen werden als graue Literatur zusammengefasst. - Reise (Wikipedia)
Unter einer Reise versteht man im Sinne der Verkehrswirtschaft die Fortbewegung von Personen über einen längeren Zeitraum zu Fuß oder mit Transport- oder Verkehrsmitteln außerhalb des Wirtschaftsverkehrs, um ein einzelnes Reiseziel zu erreichen oder mehrere Orte zu besuchen (Rundreise). Im fremdenverkehrswirtschaftlichen Sinne umfasst eine Reise sowohl die Ortsveränderung selbst als auch den Aufenthalt am Zielort. Wissenschaftlich werden Reisen unter anderem nach Reisegrund, Zweck und Dauer kategorisiert sowie die Motivationen für das (Ver-)Reisen untersucht. Meist erhoffen sich Reisende entweder, durch eine Reise glücklicher zu werden, oder sich durch die Reise persönlich weiterzuentwickeln. Der Begriff der Reise kann auch metaphorisch verstanden werden. Neben der physischen Fortbewegung kann eine Reise etwa den Wandlungsprozess im Leben eines Menschen beschreiben. Demnach ist die Reise nicht als Entfernungsüberbrückung, sondern als Bild für das Leben eines Menschen zu verstehen, das beispielsweise die Persönlichkeitsformung zum Ziel hat.