Matomo-Studie zeigt wachsende „Trust Gap“ in der Webanalyse | KI erhöht den Druck auf Datenqualität, Transparenz und Datensouveränität
München, 17. Juli 2026 – Unternehmen verlassen sich auf Webanalyse, um Geschäftsentscheidungen zu treffen. Doch die Datengrundlage ist oft weniger belastbar, als viele annehmen. Laut der internationalen Studie „The Future of Web Analytics“ von Matomo haben bereits 84 Prozent der Unternehmen Geschäftsentscheidungen auf Basis von Analytics-Daten getroffen, die sie später infrage stellten oder als unvollständig bewerteten.
Für die Studie wurden insgesamt 300 Webanalyse-Experten aus Deutschland, Frankreich und den USA befragt. Die Ergebnisse machen eine wachsende „Trust Gap“ sichtbar: Unternehmen vertrauen ihren Analytics-Daten grundsätzlich, erkennen deren Schwächen jedoch häufig erst im Nachhinein, nachdem bereits Entscheidungen auf Basis der Daten getroffen wurden.
Auch in Deutschland zeigt sich dieses Spannungsfeld deutlich. 92,3 Prozent der Befragten geben an, ihren Analytics-Daten zu vertrauen. Gleichzeitig berichten 48 Prozent, bereits mehrfach Entscheidungen auf Grundlage von Daten getroffen zu haben, die sie später hinterfragten oder als unvollständig einstuften.
KI erhöht den Druck auf verlässliche Analytics-Daten
Mit der zunehmenden Verbreitung generativer Künstlicher Intelligenz (KI) gewinnt die Qualität von Webanalyse weiter an Bedeutung. Plattformen wie ChatGPT oder Perplexity entwickeln sich zu neuen Traffic-Quellen und verändern das Nutzerverhalten grundlegend. Für Analytics-Teams wird es dadurch schwieriger, Besucherströme korrekt zu erfassen und auszuwerten.
Zwar halten 95 Prozent der deutschen Befragten KI-generierten Traffic für relevant und 87 Prozent beobachten bereits Auswirkungen auf ihre Analytics-Daten. Gleichzeitig fehlt vielen Unternehmen die notwendige Transparenz: Nur 45 Prozent können automatisierten Traffic eindeutig von realen Nutzern unterscheiden. Das erschwert unter anderem die Analyse von Customer Journeys, die Zuordnung von Conversions und die verlässliche Bewertung von Kampagnenerfolgen.
Die Ergebnisse zeigen: KI ersetzt die Grundlagen der Webanalyse nicht – stattdessen macht sie verlässliche, nachvollziehbare und qualitativ hochwertige Daten wichtiger denn je.
Datenschutz vor Datenqualität: Nur 27 Prozent priorisieren vollständig korrekte Daten
Mit der zunehmenden Komplexität der Webanalyse durch KI rücken auch ihre Grundprinzipien wieder stärker in den Fokus. Gefragt nach den wichtigsten Eigenschaften einer idealen Analytics-Lösung nennen 46 Prozent der deutschen Befragten die vollständige Einhaltung von Datenschutzvorgaben als höchste Priorität. 100-prozentige Datengenauigkeit folgt mit 27 Prozent auf Platz zwei. KI-gestützte Automatisierung spielt dagegen kaum eine Rolle: Lediglich 2 Prozent sehen sie als wichtigste Anforderung.
Auch bei der Auswahl einer Analytics-Plattform stehen Datenqualität und Verlässlichkeit an erster Stelle. Für viele Unternehmen bilden sie weiterhin die Grundlage fundierter Geschäftsentscheidungen.
98 Prozent messen Datenhoheit hohe Bedeutung bei
Neben der Datenqualität kommt auch der Kontrolle über Daten zunehmend eine große Bedeutung zu. 98 Prozent der deutschen Befragten bezeichnen Datenhoheit und Datenkontrolle als einen wichtigen Bestandteil ihrer Analytics-Strategie.
Gleichzeitig bevorzugen 68 Prozent ein Hosting der Analytics-Daten innerhalb der Europäischen Union, sind aber mit globalen Anbietern einverstanden, sofern geeignete Sicherheitsmaßnahmen gewährleistet sind. 14 Prozent gehen noch einen Schritt weiter und fordern, dass Analytics-Daten ausschließlich innerhalb der EU gespeichert und verarbeitet sowie von europäischen Anbietern gehandhabt werden.
Für deutsche Unternehmen beruht Vertrauen in Webanalyse damit nicht allein auf präzisen Daten. Ebenso entscheidend ist die Transparenz darüber, wo Daten gespeichert werden, wie sie verarbeitet werden und wer die Kontrolle darüber hat.
„Mehr Daten sorgen nicht automatisch für mehr Vertrauen. Entscheidend ist, ob Unternehmen ihre Daten nachvollziehen, überprüfen und mit gutem Gewissen für Entscheidungen nutzen können. Mit der weiten Verbreitung KI-gestützter Anwendungen wachsen die Anforderungen an Transparenz, Datenschutz und Datenqualität gleichermaßen. Unternehmen, die Vertrauen systematisch in ihre Analytics-Strategie integrieren, legen den Grundstein für bessere Entscheidungen, stärken das Vertrauen ihrer Kunden und fördern zugleich die europäische Datensouveränität“, sagt Adam Taylor, CEO von Matomo.
Über die Studie „The Future of Web Analytics”
Für die Studie befragte Censuswide im Mai 2026 im Auftrag von Matomo insgesamt 300 Fach- und Führungskräfte aus Deutschland, Frankreich und den USA. Je 100 Befragte stammen aus einem der drei Märkte. Die Teilnehmenden arbeiten in den Bereichen Web Analytics, Digital Analytics, IT, Data und Marketing und sind unmittelbar für Webanalyse, Datenmanagement oder Analytics-Strategien verantwortlich. Vertreten sind Unternehmen unterschiedlicher Branchen wie Technologie, Finanzdienstleistungen, E-Commerce, Gesundheitswesen, Industrie und aus dem öffentlichen Sektor.
Die vollständige Studie kann hier heruntergeladen werden: https://matomo.org/future-of-web-analytics-report/
Über Matomo
Matomo ist eine Open-Source-Plattform für datenschutzkonforme und verantwortungsvolle Webanalytics. Mehr als 1,4 Millionen Websites in über 190 Ländern nutzen die Software, die in über 50 Sprachen verfügbar ist.
Als quelloffene und vollständig auditierbare Technologie unterstützt Matomo Unternehmen jeder Größe, auch in regulierten Branchen, sowie öffentliche Einrichtungen bei der rechtskonformen Auswertung digitaler Nutzungsdaten. Das Hosting kann entweder auf eigenen Servern (On-Premise) oder in der Matomo Cloud erfolgen. Die Plattform erfüllt zentrale Anforderungen an DSGVO-Compliance, IT-Governance und digitale Souveränität.
Das Ziel von Matomo: eine offene, digitale Analyseplattform, die gemeinsam mit der Community entwickelt wird und allen Nutzenden die größtmögliche Flexibilität bei der Datenverarbeitung ermöglicht.
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- Datenqualität (Wikipedia)
Informationsqualität ist das Maß für die Erfüllung der „Gesamtheit der Anforderungen an eine Information bzw. ein Informationsgut, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung gegebener Informationsbedarfe beziehen“. Aussagen zur Qualität einer Information beziehen sich zum Beispiel darauf, wie genau diese die Realität ‚beschreibt‘ oder wie verlässlich sie ist, inwieweit sie also als Grundlage für eine Planung des eigenen Handelns verwendbar ist. Der Begriff Datenqualität als Qualitätsmaß für Daten insbesondere hinsichtlich ihres Ursprungs steht der ‚Informationsqualität‘ sehr nahe. Da die Grundlage für Informationen ‚Daten‘ sind, wirkt sich die ‚Datenqualität‘ auf die Qualität der Informationen aus, die aus den entsprechenden Daten gewonnen werden: „schlechte“ Informationen resultieren aus schlechten Daten. - Datensouveränität (Wikipedia)
Datenhoheit, auch als Datensouveränität oder Data Sovereignty bekannt, bezeichnet die virtuelle bzw. physische Verfügungsgewalt und die Kontrolle über die Verbreitung und Verwendung von Daten, obwohl an Daten kein Eigentum begründet werden kann. - Matomo (Wikipedia)
Matomo ist eine weitverbreitete Open-Source-Webanalytik-Plattform und konkurriert mit Google Analytics. Die Webanwendung Matomo kann in der Cloud des Anbieters sowie auf einem eigenen Server betrieben werden. Bei der Speicherung datenschutzrechtlich sensibler Logdaten kann die Variante mit eigenem Server mehr Nutzerprivatsphäre gewährleisten, da die Daten nicht automatisch mit Dritten geteilt werden. Aufgrund der Option des Selbst-Hostens und der Anpassungsmöglichkeiten wird Matomo häufig auch eingesetzt, um nutzerseitige Ad- und Tracking-Blocker zu umgehen. In Deutschland ist Matomo nach Google Analytics das meistverwendete Webanalytik-Werkzeug und hat hier einen Marktanteil von 16,6 Prozent. Das Open-Source-Tool ermöglicht genaue Analysen der Gesamtperformance und des Nutzerverhaltens. Jede Customer-Journey wird 1:1 aufgezeichnet, so dass die Bewegungsdaten eines jeden Besuchers bis auf die Personenebene betrachtet werden können. Auch ein individuelles Customer-Tracking ist umsetzbar, mit dem jede Interaktion eines Besuchers nachvollzogen werden kann. Während Google Analytics auf maximal zehn Millionen Aktionen pro Monat limitiert ist, werden bei Matomo für die Auswertung alle Daten herangezogen. Außerdem existieren keine Speicherlimits, denn Matomo begrenzt die Anzahl der Websites pro Account nicht. - Web Analytics (Wikipedia)
Web Analytics, Webanalyse, Webanalytik (auch Clickstream-Analyse, Datenverkehrsanalyse, Web-Controlling oder Webtracking) ist die Sammlung von Daten und deren Auswertung bzgl. des Verhaltens von Besuchern einer Website. Ein Analytic-Tool, auch Trackingtool genannt, untersucht typischerweise, woher die Besucher kommen, welche Bereiche auf einer Internetseite aufgesucht werden und wie oft und wie lange welche Unterseiten und Kategorien angesehen werden. Die Ergebnisse der Auswertung werden zum Beispiel zur Optimierung der Website eingesetzt. Grundlegend kann bei Web Analytics zwischen Auswertungsverfahren zur permanenten Messung der Site-Effektivität und Methoden zur Auffindung von Schwachpunkten in der Site unterschieden werden. Neben einer Reihe von freien Produkten bieten etwa 150 Unternehmen entsprechende Lösungen an. - Webanalyse: (Wikipedia)
Web Analytics, Webanalyse, Webanalytik (auch Clickstream-Analyse, Datenverkehrsanalyse, Web-Controlling oder Webtracking) ist die Sammlung von Daten und deren Auswertung bzgl. des Verhaltens von Besuchern einer Website. Ein Analytic-Tool, auch Trackingtool genannt, untersucht typischerweise, woher die Besucher kommen, welche Bereiche auf einer Internetseite aufgesucht werden und wie oft und wie lange welche Unterseiten und Kategorien angesehen werden. Die Ergebnisse der Auswertung werden zum Beispiel zur Optimierung der Website eingesetzt. Grundlegend kann bei Web Analytics zwischen Auswertungsverfahren zur permanenten Messung der Site-Effektivität und Methoden zur Auffindung von Schwachpunkten in der Site unterschieden werden. Neben einer Reihe von freien Produkten bieten etwa 150 Unternehmen entsprechende Lösungen an.