Nikolas Kitzki, CEO Ikarus Tours: Warum Expeditionsreisen in die Arktis und Antarktis?
Zwischen Sehnsucht, Stille und der Faszination des Unberührten
Gastbeitrag von Nicolas Kitzki
Die Sehnsucht nach echten Erlebnissen wächst. Ich werde oft gefragt, warum Menschen heute bereit sind, ans Ende der Welt zu reisen.
Warum zieht es immer mehr Reisende in die Arktis und Antarktis – in Regionen voller Eis, Wind, Kälte und scheinbarer Einsamkeit?
Für mich ist die Antwort darauf sehr emotional. Denn wer einmal dort war, versteht schnell, dass diese Reisen weit mehr sind als gewöhnlicher Urlaub. Es sind Reisen, die etwas im Menschen verändern können. Wir leben in einer Zeit permanenter Erreichbarkeit. Unser Alltag ist schnell geworden. Viele Menschen fühlen sich erschöpft von Terminen, Bildschirmen und einer ständigen Informationsflut. Genau deshalb wächst die Sehnsucht nach Orten, an denen die Natur noch stärker ist als der Mensch. Die Polarregionen gehören zu den letzten großen Wildnissen unserer Erde. Dort gibt es keine Hektik, keine Menschenmassen und keinen künstlichen Lärm. Stattdessen erlebt man eine Landschaft, die fast surreal wirkt: gewaltige Eisberge, endlose Weiten, gigantische Gletscher und eine Stille, die viele Menschen tief berührt.
Wenn die Natur plötzlich alles verändertIch erinnere mich noch sehr genau an meine ersten Momente in den Polarregionen. Morgens an Deck zu stehen, die klare kalte Luft einzuatmen und riesige Eisberge lautlos am Schiff vorbeiziehen zu sehen – das war ein Gefühl, das ich niemals vergessen werde. In solchen Momenten wird einem bewusst, wie klein der Mensch eigentlich ist.Besonders die Stille hat mich persönlich tief beeindruckt. In der Antarktis gibt es Momente, in denen man nur das Knacken des Eises hört oder das entfernte Geräusch eines Wals.
Diese Ruhe wirkt fast meditativ.Viele Gäste berichten mir nach ihrer Reise, dass sie sich innerlich verändert fühlen. Manche sagen sogar, dass sie seit Jahren nicht mehr so abschalten konnten wie dort.Gerade heute suchen Menschen wieder nach solchen intensiven Erfahrungen. Sie möchten nicht nur Sehenswürdigkeiten fotografieren oder klassische Urlaubsprogramme erleben.
Sie möchten etwas fühlen. Sie möchten Erinnerungen schaffen, die bleiben.
Eine Begegnung mit einem Wal, die ich nie vergessen werde
Eine Situation hat sich für mich besonders eingebrannt. Wir waren mit einem Zodiac unterwegs, irgendwo zwischen Eisbergen und spiegelglattem Wasser in der Antarktis. Es war vollkommen still. Fast surreal still. Plötzlich tauchte nur wenige Meter neben unserem Boot ein Buckelwal auf. Man hörte zuerst nur das tiefe Ausatmen, dieses kraftvolle Geräusch, wenn der Wal Luft ausstößt. Dann erschien langsam sein gewaltiger Körper aus dem Wasser. Ich weiß noch genau, wie alle Menschen im Zodiac plötzlich still wurden. Niemand sprach mehr. Der Wal bewegte sich unglaublich ruhig. Fast elegant. Für einige Sekunden schaute er direkt in unsere Richtung. Und obwohl ich rational natürlich weiß, dass es ein Tier ist, hatte ich in diesem Moment das Gefühl, als würde eine echte Begegnung stattfinden. Dieses Erlebnis hat mich tief berührt. Nicht wegen der Größe oder weil es spektakulär war, sondern wegen dieser unglaublichen Ruhe und Würde, die dieses Tier ausgestrahlt hat. Danach saßen viele Gäste minutenlang schweigend im Boot. Manche hatten Tränen in den Augen. Solche Momente zeigen, warum Expeditionsreisen so besonders sind. Man kann sie nicht planen. Man kann sie nicht künstlich erzeugen. Sie passieren einfach – und genau deshalb bleiben sie oft ein Leben lang im Herzen.
Nordlichter, Eisberge und emotionale Momente
Besonders emotional wird es oft auch, wenn die Nordlichter erscheinen. Ich habe Gäste erlebt, die nachts stundenlang an Deck standen, völlig sprachlos, während grüne und violette Schleier über den Himmel tanzten.Diese Momente kann man kaum beschreiben. Die Aurora Borealis wirkt fast unwirklich – wie ein Gemälde aus Licht. Und vielleicht liegt genau darin die Faszination der Polarregionen: Die Natur schafft dort Bilder und Emotionen, die größer sind als alles, was wir aus unserem Alltag kennen.
Auch Begegnungen mit Tieren bleiben unvergesslich.
Wenn hunderte Pinguine neugierig auf Besucher reagieren oder Eisbären in der Ferne auftauchen, entsteht eine Verbindung zur Natur, die sehr tief gehen kann.Diese Begegnungen sind nicht inszeniert. Sie sind echt. Und genau das macht sie so besonders.Die Polarregionen lehren uns DemutWas mich persönlich immer wieder bewegt, ist die Demut, die diese Landschaften auslösen. Vor einem gigantischen Gletscher oder zwischen meterhohen Eisbergen verlieren viele Alltagsprobleme plötzlich an Bedeutung.Die Natur zeigt uns dort ihre ganze Kraft – aber auch ihre Verletzlichkeit.Gerade in der Arktis und Antarktis werden die Auswirkungen des Klimawandels sichtbar. Eislandschaften verändern sich, Gletscher ziehen sich zurück und Ökosysteme geraten unter Druck.
Viele Gäste reisen deshalb nicht nur aus Abenteuerlust in die Polarregionen, sondern auch aus echtem Interesse an Natur und Umwelt. Sie möchten verstehen, wie sensibel diese Regionen sind.Moderne Expeditionsreisen sind deshalb weit mehr als klassische Kreuzfahrten. An Bord begleiten Wissenschaftler, Historiker und Polar-Experten die Reisen mit Vorträgen und Hintergrundwissen. Dadurch entsteht oft ein völlig neuer Blick auf unseren Planeten.
Reisen, die Menschen verändern können
Interessant ist auch, dass sich das Publikum verändert hat. Früher galten Polarreisen oft als extreme Abenteuer für wenige Spezialisten. Heute erfüllen sich Menschen aller Altersgruppen diesen Traum.Viele sparen jahrelang auf diese Reise. Manche feiern dort einen besonderen Geburtstag oder einen neuen Lebensabschnitt. Andere möchten sich einfach bewusst einen Lebenstraum erfüllen.Was mich besonders bewegt: Viele Gäste kommen verändert zurück.
Nicht selten höre ich nach einer Expedition Sätze wie: „Diese Reise hat meinen Blick auf die Welt verändert.“ Oder: „Ich habe dort wieder gespürt, was wirklich wichtig ist.“Genau das macht für mich die besondere Kraft der Arktis und Antarktis aus. Es geht nicht nur um spektakuläre Fotos oder außergewöhnliche Reiseziele. Es geht um echte Emotionen, um Ehrfurcht und um die Begegnung mit einer Natur, die uns wieder erdet.Vielleicht zieht es deshalb immer mehr Menschen in diese Regionen. Weil die Polarwelt uns etwas schenkt, das in unserer modernen Gesellschaft selten geworden ist: echte Stille, echte Schönheit und das Gefühl, wieder ganz bei sich selbst zu sein.
Über den Autor
Nicolas Kitzki ist Geschäftsführer von POLARNEWS und CEO von IKARUS TOURS. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit Expeditionsreisen in die Arktis und Antarktis sowie nachhaltigem Polar-Tourismus.
JANE UHLIG ist Medien- und Pressebüro für Berichterstattung und bietet aktuelle Nachrichten über Unternehmen, Gesellschaft, Projekte, Mode, Events, Prominente und Lifestyle. www.janes-magazin.de
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- a++ (Wikipedia)
A sowie a (gesprochen: [ʔaː]) ist der erste Buchstabe des klassischen und modernen lateinischen Alphabets. Er entspricht dem Alpha im griechischen und dem Buchstaben А im kyrillischen Alphabet. Er steht für unterschiedlich ausgesprochene Vokallaute. Der Buchstabe A hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 6,51 % und ist somit der sechsthäufigste Buchstabe in deutschen Texten hinter dem R und vor dem T. Im Morsealphabet werden A und a mit •– dargestellt. Von Fremdwörtern und Namen abgesehen, ist das A der einzige Buchstabe in der deutschen Sprache, der zweifach am Anfang eines Wortes stehen kann, etwa im Wort Aal. - Expeditionsschiff (Wikipedia)
Ein Forschungsschiff ist ein mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Labors für Wissenschaftler ausgerüstetes Seefahrzeug zur Erforschung des Meeres und des erdnahen Raumes wie auch des Weltraums. Forschungsschiffe übernehmen vielfältige Forschungsthemen auf den Meeren. Sie haben – nach herrschender Rechtsmeinung – Aufgaben ausschließlich zu wissenschaftlichen Zwecken in den verschiedenen Forschungsdisziplinen: Arktis, Antarktis, Eis, Polarforschung, Geologie, Meteorologie, Ozeanografie, Schiffbau, Fischereiwissenschaft, Meeresbiologie und Unterwasserarchäologie. Darüber hinaus finden maritime Arbeiten in den Bereichen Geophysik, Geochemie und Glaziologie mittels Forschungsschiffen statt. Speziell für wissenschaftliche Forschungszwecke ausgerüstete See-Expeditionen fanden zunehmend ab dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts statt. - Nachhaltiger Tourismus (Wikipedia)
Sanfter Tourismus (auch: nachhaltiger Tourismus) ist eine Form des Reisens, die drei wesentliche Anliegen verfolgt: so wenig wie möglich auf die bereiste Natur einzuwirken bzw. ihr zu schaden, die Natur möglichst nah, intensiv und ursprünglich zu erleben, sich der Kultur des bereisten Landes möglichst anzupassen. Sanfter Tourismus gehört zum Konzept einer starken Nachhaltigkeit, verbunden mit der Forderung, die verbleibenden Bestände an Naturkapital zu erhalten und darüber hinaus in diese zu investieren. Neben dem ökologischen Aspekt spielen der soziokulturelle und der wirtschaftliche Aspekt hier eine wichtige Rolle: Laut der Welttourismusorganisation (UNWTO) ist Tourismus nachhaltig, wenn seine gegenwärtigen und zukünftigen ökonomischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen vollumfänglich berücksichtigt und die Bedürfnisse der Besucher, der Industrie, der Umwelt und der Einheimischen integriert werden. - Naturtourismus (Wikipedia)
Naturtourismus ist ein spezielles Nachfragesegment des Tourismus, welches sich dadurch auszeichnet, dass naturbezogene Aktivitäten wie beispielsweise Wandern, Trekking, Radfahren, Klettern, Jagen, Natur beobachten oder Natur genießen ausgeübt werden. Dazu werden ästhetisch attraktive, symbolisch bedeutungsvolle und/oder physisch herausfordernde Natur- und Kulturlandschaften oder Tierhabitate aufgesucht. Naturtourismus ist im großen Maßstab besonders in Nationalparks und ähnlichen Großschutzgebieten anzutreffen. Hier spielt er bisweilen eine wichtige Rolle für die Akzeptanz, Finanzierung und letztlich für die Erhaltung der Gebiete, obwohl negative Wirkungen auf die ökologischen Zusammenhänge (sowie soziokulturelle, sofern indigene Völker mit einbezogen werden) kaum vermeidbar sind. Beim sogenannten Öko- oder sanftem Tourismus wird versucht, diese Auswirkungen so weit wie möglich zu minimieren. Dies gilt etwa für in Europa für die zertifizierten Wildnisgebiete der European Wilderness Society. - Südgeorgien (Wikipedia)
Südgeorgien (englisch: South Georgia, spanisch: Isla San Pedro oder Georgia del Sur) ist sowohl der Name einer einzelnen Insel als auch die Bezeichnung der Inselgruppe, zu der sie gehört. Das Gebiet zählt politisch zum britischen Überseegebiet Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln und wird, wie die Falklandinseln, von Argentinien beansprucht. - Umweltschutz (Wikipedia)
Umweltschutz bezeichnet die Gesamtheit aller Maßnahmen zum Schutze der Umwelt, um die Gesundheit des Menschen zu erhalten. Der Umweltschutz hat mehrere Funktionen und beinhaltet verschiedene Prinzipien. Er beugt Beeinträchtigungen der Umwelt vor (Prävention), drängt sie zurück (Repression) und stellt Naturressourcen wieder her, soweit das möglich ist (Reparation). Ihre Verursacher sollen Verantwortung für den Umgang mit der Umwelt übernehmen (Verursacherprinzip) und deren Nutzung nicht zu einseitigem Vorteil erfolgen (Kooperationsprinzip). Zum Umweltschutz gehören auch ethische und ästhetische Aspekte. Das Augenmerk des Umweltschutzes liegt sowohl auf einzelnen Teilbereichen der Umwelt (wie Boden, Wasser, Luft, Klima), als auch auf den Wechselwirkungen zwischen ihnen. Angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung und des Strebens nach einem möglichst hohen Lebensstandard in Verbindung mit einer zunehmenden globalen Vernetzung sowie technischem und wissenschaftlichem Fortschritt steigt die globale Wirtschaftsleistung permanent an. Dies hat zu einem zunehmenden anthropogenen Einfluss auf die gesamte Biosphäre geführt, die den Umweltschutz immer wichtiger werden lässt. So gibt etwa der renommierte Wissenschaftliche Beirat der deutschen Bundesregierung „Globale Umweltveränderungen“ in seinem Gutachten von 1999 dem Schutz der Umwelt „die höchste Priorität aus überlebensstrategischen Gründen“ und mahnt dazu, „die Begrenztheit des Handelns zu erkennen“. Der Umweltschutz ist im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (GG) Artikel 20 a als Staatsziel verankert. Die Schweizerische Bundesverfassung fordert in Artikel 74 „den Schutz des Menschen und seiner natürlichen Umwelt“.