Warum Deutschlands Milliardenprojekte scheitern

Neues Buch fordert einen radikalen Perspektivwechsel bei Infrastrukturprojekten

Warum Deutschlands Milliardenprojekte scheitern

Berlin/Eschborn, im August 2026. Alle reden über Digitalisierung, Lean Construction und Genehmigungen. Doch die eigentliche Ursache vieler gescheiterter Immobilien-Projekte liegt beim Auftraggeber selbst in einer frühen Phase. Die Autoren der neuen „Theorie des rationalen Bauherrn“ zeigen, warum Bauherren über Erfolg oder Misserfolg entscheiden – und welche fünf Prinzipien Milliardenprojekte robuster machen.

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Deutschland investiert so viel in Infrastruktur wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Straßen, Schienen, Energieversorgung, Krankenhäuser, Wohnungsbau oder Verteidigung – in den kommenden Jahren werden öffentliche und private Bauherren Milliardenbeträge verantworten.

Doch nahezu jedes Großprojekt scheint demselben Muster zu folgen: steigende Kosten, verzögerte Fertigstellungen und langwierige Streitigkeiten. Die öffentliche Debatte konzentriert sich dabei fast ausschließlich auf Bauunternehmen, Lieferengpässe, Genehmigungen oder Fachkräftemangel.

Das neue Fachbuch „Theorie des rationalen Bauherrn“ stellt diese Sicht nun grundlegend infrage. Die Autoren Friedrich Prem, Dr. Christoph Pfeiffer und Prof. Dr. Christian Rieck vertreten in ihrem jetzt erschienenen Werk eine provokante These:

Viele Großprojekte scheitern nicht auf der Baustelle – sondern lange vorher.

Nicht die Ausführung sei der entscheidende Risikofaktor, sondern die Art, wie Bauherren Projekte organisieren, Verantwortung vergeben und Anreizsysteme gestalten. „Die größten Risiken entstehen häufig dort, wo Entscheidungen getroffen werden – nicht dort, wo gebaut wird.“

Während Politik und Wirtschaft seit Jahren über Digitalisierung, Lean Construction oder schnellere Genehmigungen diskutieren, fehle bislang eine wissenschaftlich fundierte Theorie darüber, welche Rolle der Bauherr selbst für den Projekterfolg spielt.

Genau diese Lücke will das Buch schließen. Dabei verbinden die Autoren jahrzehntelange Erfahrung aus komplexen Bau- und Infrastrukturprojekten mit Erkenntnissen aus Spieltheorie, Prinzipal-Agenten-Theorie und Systemtheorie. Daraus entwickeln sie ein Modell, das erklärt, warum selbst technisch hervorragend geplante Projekte scheitern können, wenn Verantwortlichkeiten, Informationsflüsse und Anreizsysteme falsch ausgestaltet sind.

Die Autoren beschreiben fünf zentrale Stellschrauben, mit denen Bauherren Informationsasymmetrien reduzieren, Fehlanreize vermeiden und Projekte robuster steuern können. Ihr Anspruch reicht dabei bewusst über das Bauwesen hinaus: Die entwickelten Prinzipien sollen überall dort gelten, wo Organisationen komplexe Investitions- und Veränderungsprojekte verantworten.

Angesichts der anstehenden Infrastrukturinvestitionen liefert das Buch damit nicht nur einen Beitrag zur Bauwirtschaft, sondern zur aktuellen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Debatte über die Zukunft öffentlicher Investitionen. Neues Buch fordert einen radikalen Perspektivwechsel bei Infrastrukturprojekten.

Über die Autoren

Mit ihrer Kombination aus jahrzehntelanger Erfahrung in der Steuerung von Großbauprojekten, wissenschaftlicher Expertise in Ökonomie und Spieltheorie sowie strategischer Organisationsentwicklung verbinden die Autoren Praxis und Forschung zu einem neuartigen Ansatz für das Management komplexer Bauvorhaben.

Friedrich Prem zählt zu den führenden Experten für strategisches Bauherrenmanagement im deutschsprachigen Raum. Auf Basis jahrzehntelanger Erfahrung bei der Steuerung komplexer Großbauprojekte entwickelte er einen Ansatz, der Bauherren in den Mittelpunkt des Projekterfolgs stellt.

Dr. Christoph Pfeiffer ist promovierter Wirtschaftswissenschaftler und Spezialist für strategische Verhandlungen sowie komplexe Entscheidungsprozesse. Seine Expertise verbindet ökonomische Analyse mit der praktischen Gestaltung von Organisations- und Anreizsystemen in anspruchsvollen Projekten.

Prof. Dr. Christian Rieck ist Wirtschaftswissenschaftler, Professor für Finanzdienstleistungen und einer der bekanntesten deutschsprachigen Experten für Spieltheorie. Als Bestsellerautor und gefragter Medienexperte macht er ökonomische Zusammenhänge verständlich und zeigt, wie rationale Entscheidungen unter komplexen Bedingungen entstehen.

Bibliographie

Friedrich Prem, Christoph Pfeiffer, Christian Rieck
Theorie des rationalen Bauherrn
Warum die wirksamste Verbesserung am Bau nicht auf der Baustelle beginnt
Rieck-Verlag, Eschborn, Juli 2026, 214 Seiten, 48,- Euro
ISBN-13:‎ 978-3691422016

Rieck-Verlag GmbH, Mergenthaler Allee 73-75, 65760 Eschborn

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Christian Rieck hat seinen Verlag schon vor über zwanzig Jahren gegründet, damals noch als Student. Heute ist er Professor für Betriebswirtschaftslehre in Frankfurt, begehrter Redner und Referent zu betriebswirtschaftlichen Fragen und nach wie vor Verleger aus Leidenschaft. Zudem ist er bekannt für seinen YouTube-Kanal ProfRieck, auf dem er Denkanstöße und Spieltheorie-Vorlesungen veröffentlicht.
Der Verlag publiziert Sachbücher und Ratgeber. Begonnen hat es mit Büchern rund um Automobile und Motorräder, wovon auch noch die Schraube als Verlagslogo zeugt. Heute bilden auch Management-Bücher zu spieltheoretischen und volkswirtschaftlichen Inhalten einen Schwerpunkt des Verlagsprogramms. Immer geht es darum, einer breiten Öffentlichkeit komplexe Zusammenhänge einfach und prägnant zu präsentieren. Und darum, praktisch verwertbare Ratschläge zu geben.

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