Der neue DACH-Report zeigt, wie Holzbau schneller mehr Wohnraum schafft und welche Wachstumsmärkte bis 2030 entstehen.
Das neue „Trend Barometer 2026“ von Holzbauwelt.de identifiziert den mehrgeschossigen Wohnungsbau, die serielle Sanierung und Aufstockungen als zentrale Wachstumsfelder. Nicht die technische Machbarkeit, sondern Genehmigungen, Finanzierung, Standardisierung und digitale Prozessreife bremsen die Skalierung.
Stuttgart, 20. Juli 2026. Der Holzbau gewinnt in Deutschland, Österreich und der Schweiz strategisch an Bedeutung – obwohl der Neubau insgesamt nicht überall wächst. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Branchen-Report „Trend Barometer 2026 – Moderner Holzbau“ von Holzbauwelt.de. Der DACH-Vergleich zeigt: Die größten Marktchancen liegen nicht mehr allein im klassischen Hausbau, sondern im urbanen Geschosswohnungsbau, in der seriellen Sanierung des Gebäudebestands und in der Aufstockung bestehender Gebäude.
Der Report bündelt aktuelle Marktdaten, Branchenberichte, Förderinformationen und wissenschaftliche Untersuchungen. Er richtet sich insbesondere an Kommunen, Wohnungsunternehmen, Investoren, Projektentwickler, Architekturbüros, Fachplaner und Holzbauunternehmen.
„Die entscheidende Frage lautet 2026 nicht mehr, ob Holzbau technisch funktioniert. Entscheidend ist, in welchen Gebäudetypen und Projektclustern er wirtschaftlich skaliert werden kann“, sagt Sigurd Maier, Autor des Reports und Geschäftsführer von Holzbauwelt.de. „Der größte ungehobene Markt liegt im mehrgeschossigen Wohnungsbau, in der Bestandstransformation und in wiederholbaren seriellen Lösungen.“
Deutschland: Hohe Holzbauquote, aber Nachholbedarf im Mehrfamilienhausbau
In Deutschland erreichte die Holzbauquote bei genehmigten Wohngebäuden 2024 mit 24,1 Prozent einen neuen Höchststand. Dieser Wert wird bislang jedoch wesentlich vom Ein- und Zweifamilienhausbau getragen. Bei Mehrfamilienhäusern lag der Holzbauanteil im ersten Halbjahr 2025 erst bei 8,2 Prozent.
Genau darin sieht das Trend Barometer ein erhebliches Wachstumspotenzial: Steigende Grundstückspreise, fehlender Wohnraum und der Bedarf an kurzen Bauzeiten erhöhen den Druck, mehrgeschossige Wohngebäude stärker zu standardisieren und vorzufertigen. Holz- und Holzhybridkonstruktionen könnten dadurch vom bislang häufigen Einzelprojekt zu einer reproduzierbaren Lösung für den urbanen Wohnungsbau werden.
Unterschiedliche Ausgangslagen in Österreich und der Schweiz
Österreich verfügt über eine leistungsfähige Holzbaubranche, weist im mehrgeschossigen Wohnungsbau jedoch noch deutlichen Nachholbedarf auf. Bei neu errichteten Wohngebäuden mit zwei bis 15 Wohnungen betrug der Holzanteil 2023 4,6 Prozent. Bei Gebäuden mit mindestens 16 Wohnungen waren es lediglich 1,1 Prozent. Zudem bestehen große regionale Unterschiede: Während Holz in Vorarlberg stark etabliert ist, bleibt der Anteil in urbanen Märkten wie Wien deutlich niedriger.
Die Schweiz ist im mehrgeschossigen Holzbau bereits weiter. Bei Wohngebäuden ab drei Wohneinheiten erreichte Holz 2024 im Neubau einen Anteil von 8,4 Prozent. Werden Neubau und Umbau gemeinsam betrachtet, lag der Wert bei 10,8 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei höheren Gebäuden: Die Zahl bewilligter Wohngebäude mit Holztragwerk und mindestens fünf Geschossen stieg zwischen 2014 und 2024 von 100 auf 215.
Die nationalen Werte sind aufgrund unterschiedlicher statistischer Erhebungsmethoden nur eingeschränkt direkt vergleichbar. Sie zeigen dennoch, wie unterschiedlich Marktreife, Regulierung und regionale Holzbaukultur im DACH-Raum ausgeprägt sind.
Analytisches Szenario: Bis zu zwölf Prozent Holzanteil im Geschosswohnungsbau
Auf Basis der heutigen Marktanteile, der regulatorischen Entwicklung, der Förderkulissen und der industriellen Leistungsfähigkeit leitet der Report ein analytisches Basisszenario für das Jahr 2030 ab. Danach könnte der Holzanteil im mehrgeschossigen Wohnungsbau in Deutschland auf zehn bis zwölf Prozent, in Österreich auf fünf bis sieben Prozent und in der Schweiz auf zehn bis zwölf Prozent steigen.
Dabei handelt es sich ausdrücklich nicht um eine amtliche Prognose, sondern um eine Markteinschätzung. Zusätzliches Wachstum wird möglich, wenn Kommunen, Wohnungsunternehmen und Generalunternehmer verstärkt auf standardisierte Holz- und Hybridbausysteme setzen.
Der Gebäudebestand wird zum wichtigsten Zukunftsmarkt
Den größten zusätzlichen Umsatzhebel bis 2030 sieht das Trend Barometer im Gebäudebestand. Für Deutschland gelten nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur rund 30 Prozent aller Mehrfamilienhäuser als optimal für eine serielle Sanierung geeignet. Weitere 15 Prozent sind technisch grundsätzlich geeignet.
Durch vorgefertigte Fassaden-, Dach- und Technikmodule können gegenüber frühen Pilotprojekten 50 bis 70 Prozent der Baustellenzeit und 30 bis 40 Prozent der Kosten eingespart werden. Gleichzeitig lassen sich viele Maßnahmen im bewohnten Zustand umsetzen.
Auch Aufstockungen gewinnen an Bedeutung. Aufgrund ihres vergleichsweise geringen Gewichts eignen sich Holzbausysteme besonders für die Schaffung zusätzlichen Wohnraums auf bestehenden Gebäuden. Damit wird der Bestand zum „neuen Bauland“ – ohne zusätzliche Flächenversiegelung und häufig ohne den Erwerb neuer Grundstücke.
„Serielle Sanierung und Aufstockung verbinden drei der drängendsten Aufgaben der Bau- und Wohnungswirtschaft: zusätzlichen Wohnraum, energetische Erneuerung und eine schnellere Umsetzung“, erklärt Maier. „Wirtschaftlich wird diese Lösung vor allem dann, wenn Bestandshalter ähnliche Gebäudetypen bündeln und nicht jedes Gebäude erneut als Einzelprojekt planen.“
Prozessreife wird zum Wettbewerbsfaktor
Der Report zeigt zugleich, dass die Digitalisierung in vielen Unternehmen und Projekten noch nicht ausreichend entwickelt ist. In einer untersuchten Marktstichprobe hatten 33 Prozent der Befragten keine BIM-Erfahrung, 59 Prozent arbeiteten regelmäßig ohne gemeinsame digitale Datenumgebung und nur 13 Prozent nutzten vertraglich vereinbarte BIM-Standards. Gleichzeitig wurden je nach BIM-Reifegrad Kostenvorteile zwischen drei und 16 Prozent festgestellt.
Damit wird die Prozessqualität zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Nur wenn Planung, Genehmigung, Werkplanung, Produktion und Montage aufeinander abgestimmt sind, können die Vorteile der industriellen Vorfertigung tatsächlich genutzt werden.
Holzbau entwickelt sich zum strategischen Systemmarkt
Das zentrale Ergebnis des Trend Barometers lautet: Holzbau wächst nicht automatisch durch die Wahl eines anderen Baustoffs. Er gewinnt dort, wo Vorfertigung, Standardisierung, Klimaziele und verlässliche Prozesse zusammenkommen.
Für Kommunen bedeutet dies schneller realisierbare Projekte, geringere Belastungen im Wohnumfeld und besser strukturierbare Vergaben. Investoren und Bestandshalter profitieren von früherer Nutzung beziehungsweise Vermietung, geringeren Projektrisiken und besseren Stückkosten durch Wiederholung.
Der vollständige Report steht kostenfrei auf Holzbauwelt.de zum Abruf bereit:
Download: https://www.holzbauwelt.de/fileadmin/content/startseite/features/Trend_Barometer_2026_Holzbauwelt_final.pdf
Kurze Zitate und einzelne Kennzahlen können unter Angabe der Quelle „Holzbauwelt.de / Sigurd Maier: Trend Barometer 2026 – Moderner Holzbau im DACH-Raum“ redaktionell verwendet werden. Weitergehende Länder-Auswertungen, Grafiken und Interviewanfragen können direkt an Holzbauwelt.de gerichtet werden.
Über Holzbauwelt.de:
Holzbauwelt.de bündelt Fachinformationen, aktuelle Branchenentwicklungen, Referenzprojekte und Anbieterkompetenz rund um den modernen Holzbau. Das Portal unterstützt Bauherren, Planer, Investoren, Projektentwickler, Kommunen und Wohnungsunternehmen bei der Orientierung im Holzbau und vernetzt sie mit spezialisierten Unternehmen und Systempartnern.
Pressekontakt:
Sigurd Maier Geschäftsführer Holzbauwelt.de Goldbergstraße 47a 70327 Stuttgart
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- Bauen (Wikipedia)
Bauen steht für: das Herstellen von Dingen aller Art, siehe Fertigung speziell das Herstellen von Bauwerken, siehe Bauwesen dem Namen nach: Bauen UR, Ortschaft im Kanton Uri in der Schweiz Bauen (Zeitschrift), eine deutsche Fachzeitschrift Neues Bauen, eine Bewegung in der Architektur und im Städtebau Bauen ist der Familienname folgender Personen: Antonio Bauen (* 1958), Schweizer Politiker (Grüne) Siehe auch: Bau Baun, Bauer Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel mit Bauen beginnt Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel Bauen enthält - Geschosswohnungsbau (Wikipedia)
Beim Geschosswohnungsbau (österreichisch Geschoßwohnungsbau) handelt es sich um den Bau (sowohl im Sinne von „bauen“ als auch im Sinne von „Gebäude“) von Wohnungen in mehrstöckiger Bauweise. Umgangssprachlich wird diese Bauform meist als Wohnblock oder einfach Block bezeichnet. Objekte des Geschosswohnungsbaus sind Wohngebäude mit mehreren abgeschlossenen Wohneinheiten auf mehr als einer Etage, die von mindestens einem Treppenhaus erschlossen werden. Der Begriff wird überwiegend in Architektur und Stadtplanung verwendet und gilt als Sonderform des Geschossbaus innerhalb des Wohnungsbaus. - Holzbau (Wikipedia)
Als Holzbau wird der Bereich des Bauwesens bezeichnet, der den Baustoff Holz nutzt, aber auch ein in Holzbauweise errichtetes Bauwerk selbst. Neben Vollholz werden auch Holzwerkstoffe eingesetzt. Der Holzbau ist ein altes und eigenständiges Fachgebiet, das sich mit seinen spezifischen Techniken und Werkstoffen von anderen Bereichen des Bauwesens, wie beispielsweise dem Mauerwerksbau, dem Stahlbetonbau oder dem Stahlbau, abgrenzt. Unterschieden wird zwischen dem über Jahrhunderte überlieferten zimmermannsmäßigen Holzbau und dem seit Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten Ingenieurholzbau. Der Holzbau wird häufig in Kombination mit anderen Bautechniken angewendet. Es gibt beispielsweise Holzbalkendecken im Mauerwerksbau, Holzdachstühle auf Bauten aus Mauerwerk oder Beton, Dachbinder aus Holzfachwerken oder Holzleimbinder für Hallen und viele andere Anwendungsgebiete. Welche Bedeutung der Holzbau in der jeweiligen regionalen Bauszene hat und welche Bauten üblicherweise als Holzbau realisiert werden, variiert von Kulturkreis zu Kulturkreis und von Region zu Region. Im mitteleuropäischen Bereich, insbesondere in den Regionen des deutschen Sprachraums, werden zum Beispiel Scheunen, Schuppen und einfache Hütten besonders oft als reine Holzbauten errichtet, während Wohn-, Geschäfts- und Bürobauten eher selten in Holzbauweise erstellt werden. In den letzten Jahren wurden viele Häuser in Holz-Systembauweise gebaut. Die Systembauweise kennzeichnet sich dadurch, dass ganze Wandelemente unter kontrollierten Bedingungen fabrikmäßig vorgefertigt und anschließend auf der Baustelle montiert werden. Diese Art von Holzhäusern ist im Allgemeinen energieeffizienter und kostengünstiger als traditionelle Holzbauten. Die häufigsten Bauweisen, die in der Systembauweise angewendet werden, sind die Holztafelbauweise und die Holzrahmenbauweise. Holzbau hat negative Emissionen. In großem Umfang angewandt würde er helfen, das Zwei-Grad-Ziel der globalen Erwärmung einzuhalten. Verschiedene Studiengänge im Bereich Holzbau und im sich damit überschneidenden Bereich Holztechnik werden angeboten. - Serielle Sanierung (Wikipedia)
Eine serielle Sanierung ist eine (energetische) Sanierung mit in der Fabrik vorgefertigten Bauelementen. Wesentlicher Vorteil einer seriellen Sanierung ist eine schnellere Montage auf der Baustelle. Derzeit ist die präzise Vorfertigung der Bauteile jedoch noch teurer, weswegen die Bundesregierung versucht serielle Sanierungen mit einem speziellen Bonus in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sowie Unterstützungen für Pilotprojekte und den Aufbau von Produktionskapazitäten anzureizen. Es handelt sich mit 15 % um den höchsten Bonus, den es für Sanierungen gibt. Entwickelt wurde das Konzept der seriellen Sanierung im niederländischen Konzept des Energiesprongs. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Unterform einer seriellen Sanierung mit dem Ziel eines Nullenergiehauses.