Michael Sedlmair wird Institutsleiter am Fraunhofer IGD

Prof. Dr. Michael Sedlmair verstärkt seit Oktober 2026 die Institutsleitung des Fraunhofer IGD.

Seit 1. Oktober 2026 verstärkt Prof. Michael Sedlmair die Institutsleitung des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD. Gemeinsam mit Dr. Matthias Unbescheiden leitet er künftig das Institut mit seinen Standorten in Darmstadt und Rostock. Parallel übernimmt Sedlmair an der Technischen Universität Darmstadt den bisherigen Lehrstuhl Graphisch-Interaktive Systeme, den er unter dem Namen Visual Computing weiterführt. Inhaltlich setzt er einen Schwerpunkt auf menschenzentrierte Künstliche Intelligenz und die Frage, wie Visual-Computing-Technologien Menschen bei komplexen kognitiven und physischen Aufgaben unterstützen können.

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Mit Prof. Michael Sedlmair erhält das Fraunhofer IGD zum 1. Oktober 2026 einen weiteren Institutsleiter. Gemeinsam mit Dr. Matthias Unbescheiden verantwortet er künftig die wissenschaftliche und strategische Entwicklung des Instituts an den Standorten Darmstadt und Rostock. Zugleich übernimmt Sedlmair eine Professur an der Technischen Universität Darmstadt und führt den bisherigen Lehrstuhl Graphisch-Interaktive Systeme künftig unter dem Namen Visual Computing weiter.

Sedlmair kommt von der Universität Stuttgart, wo er ab 2018 zunächst als Tenure-Track-Professor und ab 2021 als W3-Professor tätig war und die Forschungsgruppe Augmented und Virtual Reality leitete. Ab 2024 war er zudem Geschäftsführender Direktor des dortigen Instituts für Visualisierung und Interaktive Systeme. Seine Forschung verbindet Visualisierung, Augmented und Virtual Reality sowie Mensch-Computer-Interaktion. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, wie Menschen mit komplexen Daten und Künstlicher Intelligenz interagieren und wie digitale Systeme menschliche Fähigkeiten unterstützen können.

Damit knüpft Sedlmair unmittelbar an zentrale Forschungsfelder des Fraunhofer IGD an. Visual Computing verbindet Methoden der Computergraphik, Visualisierung, Bildverarbeitung, Simulation und Künstlichen Intelligenz mit der Frage, wie Menschen digitale Informationen erfassen, verstehen und für Entscheidungen nutzen können. Dies gewinnt insbesondere dort an Bedeutung, wo große Datenmengen, komplexe Modelle oder KI-basierte Systeme in Arbeitsprozesse integriert werden – beispielsweise in Entwicklung und Produktion, Medizin und Pflege, Planung und Infrastruktur oder bei sicherheitskritischen Anwendungen.

Von der Grundlagenforschung in die Anwendung

„Das Fraunhofer IGD steht für die Verbindung von digitaler Spitzenforschung und konkreter Anwendung und bringt gemeinsam mit Unternehmen Technolo-gien auf den Markt, die unsere Wirtschaft und Gesellschaft voranbringen“, sagt Prof. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. „Mit Michael Sedlmair gewinnen wir einen international ausgewiesenen Wissenschaftler, der wissenschaftliche Exzellenz und unternehmerisches Denken verbindet. Seine Expertise in Visualisierung, immersiven Technologien und menschenzentrierter Künstlicher Intelligenz wird dazu beitragen, Forschungsergebnisse noch schneller in marktfähige Lösungen zur Stärkung der deutschen und europäischen Wirtschaft zu überführen.“

Dr. Matthias Unbescheiden, Institutsleiter des Fraunhofer IGD, ergänzt: „Michael Sedlmairs Profil ergänzt unsere bestehenden Kompetenzen sehr gut und setzt zugleich neue Impulse. Gerade die Verbindung von Visual Computing und Künstlicher Intelligenz stärkt unseren Ansatz, technologische Lösungen konsequent vom Menschen und seinen konkreten Anforderungen her zu entwickeln. Gemeinsam wollen wir diese Kompetenzen weiter ausbauen und noch stärker in Lösungen überführen, die Unternehmen und öffentliche Einrichtungen konkret unterstützen.“

Die Verbindung von Professur und Institutsleitung schafft dabei einen unmittelbaren Austausch zwischen universitärer Forschung und anwendungsorientierter Entwicklung und ist ein wesentliches Element des Fraunhofer-Modells. Während an der TU Darmstadt neue wissenschaftliche Methoden und theoretische Grundlagen entstehen, können diese am Fraunhofer IGD in Prototypen, Softwaretools und konkrete Anwendungen überführt werden. Umgekehrt fließen Erfahrungen und Fragestellungen aus Industrie- und Forschungsprojekten zurück in die universitäre Forschung und Lehre.

Sedlmair bringt dafür umfangreiche Erfahrung aus interdisziplinären und industrienahen Forschungsprojekten mit. Seine Arbeiten reichen von immersiver und kontextbezogener Visualisierung über multimodale Interaktion bis zur Verbindung von Visualisierung und Machine Learning. In mehreren Projekten arbeitete er zudem mit Unternehmen aus der Automobilindustrie zusammen.

Visual Computing als Schlüsseltechnologie

Für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen wird es zunehmend entscheidend, komplexe Daten und KI-basierte Ergebnisse nicht nur automatisiert zu verarbeiten, sondern auch nachvollziehbar und nutzbar zu machen. Visual Computing schafft dafür Schnittstellen zwischen Menschen, Daten und digitalen Modellen. Es kann beispielsweise helfen, Entwicklungsprozesse effizienter zu gestalten, komplexe Simulationen verständlich aufzubereiten, Fachkräfte durch immersive Assistenzsysteme zu unterstützen oder KI-Entscheidungen transparenter zu machen.

Mit der erweiterten Institutsleitung stärkt das Fraunhofer IGD diese Kompetenzen an beiden Standorten. In Darmstadt profitiert insbesondere die enge Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt und dem regionalen Forschungs- und Innovationsökosystem. Zugleich sollen die Kompetenzen in gemeinsamen Forschungs- und Transferprojekten auch am Standort Rostock weiterwirken. Das Fraunhofer IGD verbindet damit wissenschaftliche Forschung mit konkreten Anforderungen aus Wirtschaft und öffentlichem Sektor – in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus.

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Offizielle Amtseinführung
03. Dezember 2026

Die offizielle Amtseinführung von Prof. Michael Sedlmair findet im Rahmen der jährlichen Computer Graphics Night am Fraunhofer IGD in Darmstadt statt.

Über das Fraunhofer IGD:
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD setzt seit über 30 Jahren Standards im Visual Computing, der bild- und modellbasierten Informatik. Die rund 260 Mitarbeitenden des Fraunhofer IGD unterstützen Unternehmen und Institutionen der Branchen Manufacturing and Mobility, Gesundheit und Pflege, Bioökonomie, Infrastruktur und Public Services sowie Maritime Wirtschaft. Das Fraunhofer IGD bietet konkrete technologische Lösungen und hilft bei der strategischen Entwicklung. Die Forscherinnen und Forscher betreiben Problemanalyse, konzipieren Soft- und Hardwaresysteme, entwickeln Prototypen und realisieren und implementieren visuell-interaktive Systeme. Schwerpunkte sind Mensch-Maschine-Interaktion, Virtual und Augmented Reality, künstliche Intelligenz, interaktive Simulation, Modellbildung sowie 3D-Druck und 3D-Scanning. Das Fraunhofer IGD betreibt seit 1987 Spitzenforschung und begleitet an seinen zwei Standorten Darmstadt und Rostock den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel mit anwendungsorientierten Lösungen.

Kontakt
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Daniela Welling
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt
+49 6151 155-146
098d9a40eb2190f0d88fbf10be48a06df889f1d6
https://www.igd.fraunhofer.de

Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • augmented reality (Wikipedia)
    Unter erweiterter Realität (auch englisch augmented reality [ɔːɡˈmɛntɪd ɹiˈælɪti], kurz AR) versteht man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung. Diese virtuelle Erweiterung kann alle menschlichen Sinnesmodalitäten ansprechen. Augmented Reality ist Teilbestand des übergeordneten Sammelbegriffs Extended Reality, welcher noch weitere immersive Medien mit hohem Grad an Immersion (Mixed Reality und Virtual Reality) unter sich vereint. In Abgrenzung zu Mixed Reality wird unter Augmented Reality nur eine Überlagerung der realen Welt mit virtuellen Zusatzinformationen verstanden. Beispielsweise die Ergänzung der realen Welt mit Texten, Bildern, Videos oder virtuellen Objekten mittels Überlagerung. Bei Fußball-Übertragungen ist Erweiterte Realität beispielsweise das Einblenden von Entfernungen bei Freistößen mithilfe eines Kreises oder einer Linie.
  • Künstliche Intelligenz (Wikipedia)
    Künstliche Intelligenz (kurz KI, englisch artificial intelligence, kurz AI) ist ein Forschungs- und Anwendungsgebiet der Informatik. Es handelt sich dabei um verschiedene Klassen von Problemlösungsverfahren, die anhand von Eingaben aus ihrer Umgebung Handlungen ausführen.
  • TU Darmstadt (Wikipedia)
    Die Technische Universität Darmstadt ist eine 1877 in Darmstadt gegründete technische Universität. Sie ist seit 2004 die erste vollständig autonome Universität der Bundesrepublik Deutschland. Das heißt, sie legt alleine ihre Forschungsschwerpunkte fest und beruft ihre Professoren. Mit rund 25.000 Studenten und 5000 Beschäftigten, davon etwa 350 Professoren, zählt sie zu den mittelgroßen Universitäten in Deutschland und gehört dem Universitätsverbund der TU9 an. Die Technische Universität Darmstadt, die Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main bilden gemeinsam die Rhein-Main-Universitäten (RMU). Ab 2027 werden diese als Exzellenzverbund im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder zusätzlich gefördert. Auf europäischer Ebene ist die TU Darmstadt seit 2019 Mitglied der Europäischen Universitätsallianz Unite! (University Network for Innovation, Technology and Engineering). Die Technische Universität Darmstadt gründete 1882 den weltweit ersten Lehrstuhl für Elektrotechnik. 1883 folgte die weltweit erste Fakultät für Elektrotechnik und damit die Einführung des weltweit ersten Studiengangs für Elektrotechnik. Absolventen und Mitarbeiter der TU Darmstadt begründeten die Informatik, die Wirtschaftsinformatik und die Künstliche Intelligenz als wissenschaftliches Fachgebiet in Deutschland maßgeblich mit. Die Anfänge der Informatik als wissenschaftliche Disziplin in Deutschland gehen auf das Institut für Praktische Mathematik an der TH Darmstadt zurück, das sich mit analoger wie digitaler Rechentechnik befasste und von 1929 bis 1967 bestand. 1976 führte die TH Darmstadt den ersten Studiengang für Wirtschaftsinformatik in Deutschland ein.
  • Virtual Reality (Wikipedia)
    Als virtuelle Realität, kurz VR, wird die Darstellung und gleichzeitige Wahrnehmung einer scheinbaren Wirklichkeit und ihrer physikalischen Eigenschaften in einer in Echtzeit computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung bezeichnet. Geprägt wurde der Begriff Virtuelle Realität von dem Autor Damien Broderick in seinem 1982 erschienenen SF-Roman The Judas Mandala. 1987 erschien der Begriff erstmals als theoretisches Konzept im Oxford English Dictionary. Mittlerweile ist Virtual Reality Teilbestand des übergeordneten Sammelbegriffs Extended Reality (XR), welcher noch weitere immersive Medien mit hohem Grad an Immersion (Mixed Reality und Augmented Reality) unter sich vereint. Der hohe Grad an Immersion in VR kann zu temporären Erkrankungen führen, die der Seekrankheit ähneln und VR-Krankheit oder Simulator-Krankheit heißen.
  • Visualisierung (Wikipedia)
    Mit Visualisierung oder Veranschaulichung (Sichtbarmachen) meint man im Allgemeinen, abstrakte Daten (z. B. Texte) und Zusammenhänge in eine graphische bzw. visuell erfassbare Form zu bringen. Dazu gehört etwa die Umsetzung eines Marketingkonzepts durch einen Werbespot, die Entwicklung eines Drehbuchs aus einem Drama, oder die gestenreiche Darstellung bzw. Präsentation eines Sachverhalts bei einem Vortrag oder die Prozessvisualisierung im technischen Bereich. Im Speziellen bezeichnet Visualisierung den Prozess, sprachlich oder logisch nur schwer formulierbare Zusammenhänge in visuelle Medien zu übersetzen, um sie damit verständlich zu machen. Weiterhin wird Visualisierung eingesetzt, um einen bestimmten Zusammenhang deutlich zu machen, der sich aus einem gegebenen Datenbestand ergibt, der aber nicht unmittelbar deutlich wird. Dabei werden Details der Ausgangsdaten weggelassen, die im Kontext der gewünschten Aussage vernachlässigbar sind. Zudem sind stets gestalterische Entscheidungen zu treffen, welche visuelle Umsetzung geeignet ist und welcher Zusammenhang gegebenenfalls betont werden soll. Visualisierungen implizieren daher stets eine Interpretation der Ausgangsdaten, werden aber auch durch textliche oder sprachliche Angaben ergänzt, um eine bestimmte Interpretation zu kommunizieren. Schließlich wird Visualisierung auch rein illustrativ benutzt, um etwa ein Gegengewicht zum Textkörper zu bilden, ohne eine eigene Aussage zu transportieren. Als Medien für Visualisierung kommen zum Beispiel manuelle, gedruckte und Computergrafik, Datentabellen, Film- und Computeranimation sowie immersive Medien wie XR (Virtual Reality, Mixed Reality, Augmented Reality) zur Anwendung.
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