Das Hamburger Social-Startup myProtectify gUG erhält seine erste große Stiftungszusage: Die BNP Paribas Stiftung, die deutsche Stiftung der BNP Paribas Gruppe, unterstützt das gemeinnützige Unternehmen über eine Laufzeit von drei Jahren. Die Zuwendung fließt direkt in die strategische Weiterentwicklung des KI-Hilfe-Chats „Maya“, der von Gewalt betroffenen Menschen einen schnellen, anonymen und barrierefreien Zugang zu bestehenden Hilfsangeboten ermöglicht. Die langfristige Förderung sichert die technische Optimierung der Anwendung und ermöglicht in drei aufeinander aufstrebenden Phasen den entscheidenden Ausbau des Angebots in den Bereich der präventiven Aufklärung.
Angesichts alarmierender Zahlen bei physischer und psychischer Gewalt im häuslichen Umfeld wächst der Bedarf an modernen, extrem niederschwelligen Erstkontakt-Angeboten rasant. Das gemeinnützige Hamburger Startup myProtectify gUG schließt mit seiner empathischen Begleiterin „Maya“ genau diese Lücke zwischen dem ersten Erkennen einer Krisensituation und dem Weg in professionelle Beratungsstellen. Mit der ersten großen Stiftungszusage der BNP Paribas Stiftung über die kommenden drei Jahre gewinnt die Initiative die nötige langfristige Stabilität.
Dreistufiger Entwicklungsplan für besseren Schutz und echte Prävention
Die auf drei Jahre angelegte Förderung der BNP Paribas Stiftung ermöglicht es dem interdisziplinären Team mit Expert*innen aus den Bereichen Psychologie, UX-Design und künstlicher Intelligenz, den Hilfe-Chat in drei klar definierten, aufeinander aufbauenden Phasen entscheidend voranzutreiben. Im ersten Schritt stehen die umfassende Evaluation und die technologische Verfeinerung des bestehenden Systems im Fokus, um die Qualität der automatisierten Erstberatung kontinuierlich zu steigern. Daran schließt sich eine intensive, nutzendenzentrierte Testphase an, bei der das Feedback von Betroffenen und Fachberatungsstellen direkt in die Optimierung der Benutzeroberfläche einfließt.
Das langfristige Ziel liegt in der dritten Phase: dem Schritt von der reinen Krisenintervention hin zur aktiven Aufklärung. Die digitale Begleiterin wird dafür um fundierte, präventive Module erweitert. Künftig erhalten Ratsuchende direkt in der Anwendung wertvolle Unterstützung zu den Themen gesunde Beziehungen und persönliche Grenzen. Zudem lernt das System, erste psychologische Warnzeichen – sogenannte Red Flags – frühzeitig zu identifizieren und verständlich zu vermitteln, damit Betroffene Gefahrensituationen rechtzeitig erkennen und selbstbestimmt handeln können.
Starke Partnerschaft für Bildung, Kultur und Selbstbestimmung
Für myProtectify bedeutet die Förderung weit mehr als eine finanzielle Absicherung. Die BNP Paribas Stiftung gilt als verantwortungsvolle Partnerin für soziale Initiativen, die sich gezielt dafür einsetzt, die Chancen von Menschen durch Bildung und Kultur zu verbessern. Gerade in Zeiten des spürbaren gesellschaftlichen Wandels leistet die Stiftung einen wesentlichen Beitrag dazu, dass junge und schutzbedürftige Menschen sich zu offenen, selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Mitbürger*innen entwickeln können. Der Ausbau eines barrierefreien, digitalen Hilfsangebots zahlt exakt auf diesen Auftrag ein.
„Die Zusage der BNP Paribas Stiftung ist für uns ein unschätzbar wichtiger Vertrauensbeweis und ein großer Meilenstein für myProtectify“, erklärt myProtectify CEO Ann Rheinheimer. „Gewalt passiert oft zu Hause hinter verschlossenen Türen und Betroffene bleiben lange alleine. Mit unserem KI-Chat Maya bieten wir emotionale Unterstützung rund um die Uhr. Dank der dreijährigen Förderung können wir unsere Vision Wirklichkeit werden lassen: Wir entwickeln das Produkt von einem informativen Chat zu einer präventiven Begleiterin weiter, die ansetzt, bevor Eskalationen entstehen. Wir freuen uns sehr, die BNP Paribas Stiftung als Partnerin an unserer Seite zu haben.“
„Die BNP Paribas Stiftung engagiert sich seit über einem Jahrzehnt für Chancengleichheit und die Stärkung von Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe. Im Rahmen unseres neuen Förderprogramms zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen fördern wir mit myProtectify einen Partner, der nicht nur akute Krisenintervention leistet, sondern durch präventive Aufklärung und digitale Niedrigschwelligkeit strukturelle Barrieren abbaut”, betont Dr. Eva Voß, Head of Diversity & Inclusion BNP Paribas Germany und Vorständin der BNP Paribas Stiftung. “Mit der dreijährigen Kooperation wollen wir das Bewusstsein schärfen und insbesondere dazu beitragen, dass Betroffene von häuslicher Gewalt frühzeitig gehört, gestärkt und begleitet werden. “
myProtectify ist ein gemeinnütziges Unternehmen (gUG) mit Sitz in Hamburg und Berlin. Die Idee zu myProtectify entstand aus den Erfahrungen der Gründerin Sogol Kordi. Sie war selbst mehrere Jahre in einer Gewaltbeziehung und weiß, wie schwer es ist, sich aus dieser Situation zu befreien. Das Ziel des Unternehmens ist die Bereitstellung digitaler Hilfsangebote für Betroffene von häuslicher Gewalt. Der anonyme, kostenlose KI‑Hilfe-Chat Maya bietet rund um die Uhr Unterstützung – mit emotionaler Begleitung, verständlichem Wissen zu Gewalt, individuellen Plänen aus der Gewalt heraus und der Empfehlung von passenden Beratungsstellen. Zusätzlich bietet myProtectify Awareness-Workshops für Organisationen an, um das Tabu rund um häusliche Gewalt zu brechen. Ziel ist immer, Betroffene auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu begleiten – einfach, sicher und jederzeit erreichbar.
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- Chatbot (Wikipedia)
Ein Chatbot (IPA: [ˈt͡ʃɛtˌbɔt] ), auch Chatterbot oder kurz Bot, ist ein textbasiertes Dialogsystem, das Chatten mit einem technischen System erlaubt. Er hat je einen Bereich zur Textein- und -ausgabe, über die sich in natürlicher Sprache mit dem System kommunizieren lässt. Chatbots können, müssen aber nicht in Verbindung mit einem Avatar benutzt werden. Technisch sind Chatbots näher mit einer Volltextsuchmaschine verwandt als mit künstlicher oder gar natürlicher Intelligenz. Mit der steigenden Computerleistung können Chatbot-Systeme allerdings immer schneller auf immer umfangreichere Datenbestände zugreifen und daher auch intelligente Dialoge für den Nutzer bieten, wie zum Beispiel das bei OpenAI entwickelte ChatGPT oder das von Google LLC vorgestellte Language Model for Dialogue Applications (LaMDA). Solche Systeme werden auch als virtuelle persönliche Assistenten bezeichnet. Es gibt auch Chatbots, die gar nicht erst versuchen, wie ein menschlicher Chatter zu wirken (daher keine Chatterbots), sondern ähnlich wie IRC-Dienste nur auf spezielle Befehle reagieren. Sie können als Schnittstelle zu Diensten außerhalb des Chats dienen, oder auch Funktionen nur innerhalb ihres Chatraums anbieten, z. B. neu hinzugekommene Chatter mit dem Witz des Tages begrüßen. Heute wird meistens durch digitale Assistenten wie Google Assistant und Amazon Alexa, über Messenger-Apps wie Facebook Messenger oder WhatsApp oder aber über Organisationstools und Webseiten auf Chatbots zugegriffen. - Häusliche Gewalt (Wikipedia)
Häusliche Gewalt beinhaltet alle Formen körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt und umfasst familiäre sowie partnerschaftliche Gewalt. Häusliche Gewalt liegt vor, wenn die Gewalt zwischen Personen stattfindet, die in einer familiären oder partnerschaftlichen Beziehung zusammenwohnen. Sie liegt auch vor, wenn sie unabhängig von einem gemeinsamen Haushalt innerhalb der Familie oder in aktuellen oder ehemaligen Partnerschaften geschieht. Damit beinhaltet die Häusliche Gewalt zwei Ausprägungen, nämlich die Partnerschaftsgewalt und die innerfamiliäre Gewalt. Bei der Partnerschaftsgewalt werden die Opfer und Tatverdächtigen betrachtet, die in einer partnerschaftlichen Beziehung waren oder sind, bei der innerfamiliären Gewalt die Opfer und Tatverdächtigen, die in einer verwandtschaftlichen Beziehung zueinander stehen (ohne (Ex-)Partnerschaften). Andere, oft synonym verwendete Begriffe sind Gewalt in engen sozialen Beziehungen bzw. im sozialen Nahraum, Gewalt in der Familie, innerfamiliäre Gewalt und Gewalt in Ehe und Partnerschaft. Die polizeiliche Kriminalstatistik in Deutschland erfasst seit 2011 Taten zwischen Ehepartnern, eingetragenen Lebenspartnern, Partnern nicht ehelicher Lebensgemeinschaften und ehemaligen Partnern unter dem Begriff Partnerschaftsgewalt. Seit 2017 umfasst die Auswertung auch eine Betrachtung der Opfermerkmale „Behinderung (körperlich/geistig)“ und „Gebrechlichkeit/Alter/Krankheit/Verletzung“.