Entschuldigung, aber richtig

Warum echte Kommunikation mehr braucht als ein schnelles „Sorry“

Entschuldigung, aber richtig

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Tschuldigung„, „war nicht so gemeint“ oder „Sorry, passt schon“: Solche Sätze gehören heute fast schon zum Standardrepertoire des Alltags. Man hört sie in Unternehmen, in der Politik, in sozialen Medien und im privaten Umfeld. Doch oft haben diese Formulierungen mit einer echten Entschuldigung nur noch am Rand zu tun. Sie klingen zwar nach Einsicht, sind aber in Wahrheit häufig rhetorische Ausweichmanöver. Genau hier wird sichtbar, wie eng Kommunikationund Glaubwürdigkeit zusammenhängen.
Eine Entschuldigung ist mehr als ein sprachlicher Reflex. Sie ist ein Beziehungssignal. Wer sich entschuldigt, sagt nicht nur etwas über einen Vorfall, sondern auch über die eigene Haltung. Deshalb entscheidet sich gerade in solchen Momenten, ob Kommunikation verbindend wirkt oder ob sie zusätzlich verletzt. Eine Entschuldigung kann Vertrauen wiederherstellen – oder es endgültig beschädigen.
Besonders verbreitet sind jene Formulierungen, die Verantwortung vermeiden. Der Satz „Falls Sie sich angegriffen gefühlt haben sollten, entschuldige ich mich in aller Form“ ist dafür ein klassisches Beispiel. Auf den ersten Blick wirkt er korrekt und höflich. Auf den zweiten Blick verschiebt er das Problem jedoch elegant auf die Wahrnehmung des Gegenübers. Nicht das eigene Verhalten steht im Zentrum, sondern das Empfinden der anderen Person. Das ist sprachlich geschickt, aber menschlich oft zu wenig. Glaubwürdigkeit entsteht eben nicht dort, wo man sich absichert, sondern dort, wo man Verantwortung übernimmt.
Eine tragfähige Entschuldigung ist im Grunde einfach. Sie besteht erstens aus der klaren Benennung des Fehlers: „Ich habe dich verletzt“ oder „Es tut mir leid“. Zweitens braucht sie die Übernahme von Verantwortung: „Das war mein Fehler.“ Und drittens darf sie die ehrliche Frage enthalten: „Was brauchst du jetzt?“ Diese drei Schritte sind kein rhetorischer Luxus, sondern Ausdruck reifer Kommunikation. Wer so spricht, geht ein Risiko ein – aber genau darin liegt die Kraft.
Denn eine echte Entschuldigung kostet etwas. Sie kostet Stolz, Sicherheit und manchmal auch das Gefühl, die Deutungshoheit zu behalten. Man kann nicht gleichzeitig recht behalten und sich aufrichtig entschuldigen. Genau deshalb sind Alibi-Entschuldigungen so beliebt. Sie beruhigen kurzfristig, ohne dass man die eigene Komfortzone verlassen muss. Doch was kurzfristig bequem ist, wird langfristig teuer: für Beziehungen, für Teams und für die eigene Glaubwürdigkeit.
Gerade im beruflichen Kontext ist das entscheidend. Führungskräfte, Mediensprecher oder öffentliche Personen stehen immer wieder vor Situationen, in denen Fehler passieren. Dann zeigt sich, ob Kommunikation nur aus Formulierungen besteht oder ob sie auch Haltung transportiert. Wer versucht, mit glatten Phrasen davonzukommen, wirkt oft berechnend. Wer dagegen Verantwortung übernimmt, zeigt menschliche Grösse. Das macht nicht schwächer, sondern stärker. Glaubwürdigkeit wächst nicht aus Perfektion, sondern aus dem sichtbaren Willen, für eigenes Fehlverhalten einzustehen.
Dabei darf sogar Humor eine Rolle spielen – allerdings nicht als Fluchtmittel. Humor kann Spannungen lösen, Menschen wieder einander annähern und peinliche Situationen menschlicher machen. Aber Humor ersetzt keine Entschuldigung. Wer zu früh witzelt, bevor Verantwortung übernommen wurde, wirkt leicht zynisch oder respektlos. Erst wenn Klarheit da ist, kann Humor eine Brücke sein. Gute Kommunikation weiss also, wann Ernsthaftigkeit gefragt ist – und wann Humor helfen darf, Beziehung wieder möglich zu machen.
Genau an diesem Punkt setzt auch Referent Stefan Häseli seit Jahren an. Referent Stefan Häseli beschäftigt sich in seinen Beiträgen immer wieder mit der Frage, wie Sprache wirkt und warum glaubwürdige Botschaften nicht nur korrekt, sondern auch menschlich sein müssen. Für Referent Stefan Häseli ist klar: Eine gute Entschuldigung ist kein PR-Instrument, sondern ein Beziehungsangebot. Wer Verantwortung sprachlich übernimmt, zeigt Haltung. Und Haltung ist die Grundlage von Glaubwürdigkeit.
In einer Zeit, in der vieles beschleunigt, verkürzt und weichgespült wird, bleibt die echte Entschuldigung ein starkes Zeichen. Sie verlangt Klarheit statt Floskeln, Mut statt Absicherung und echte Kommunikation statt sprachlicher Kosmetik. Vielleicht zeigt sich Glaubwürdigkeit tatsächlich genau dort am stärksten: nicht in der Fehlerlosigkeit, sondern in der Bereitschaft, für das eigene Unperfektsein einzustehen. Und vielleicht ist das am Ende die glaubwürdigste Form von Stärke.

Stimmungsbarometer:unverb. KI-Analyse*

Vortragsredner, Keynote Speaker

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Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • Glaubwürdigkeit (Wikipedia)
    Glaubwürdigkeit ist ein Maß der Bereitschaft des Adressaten, die Aussage einer anderen Person als gültig zu akzeptieren. Erst im Weiteren wird der Person und ihren Handlungen Glauben geschenkt. Glaubwürdigkeit ist eine attributionale Eigenschaft, die anderen zugeschrieben wird. Vor allem die Rechtswissenschaften, Psychologie, Politikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft widmeten sich dem Thema in den letzten Jahrzehnten. Glaubwürdigkeit ist von zentraler Bedeutung für die Wirksamkeit von Handlungsmotiven und spielt daher in der Öffentlichkeitsarbeit, Marktforschung und Meinungsforschung (Public Relations) eine wichtige Rolle. Das Synonym lautet Kredibilität, abgeleitet vom lateinischen Wort credibilis (glaubhaft, glaubwürdig). Englische Ausdrücke sind belief oder credibility. Decken sich das angestrebte Bild und die Rezeption (das Fremdbild) bei der Zielgruppe nicht, spricht man von Credibility Gap (Glaubwürdigkeitslücke) oder Unglaubwürdigkeit.
  • Humor (Wikipedia)
    Humor ist die Begabung eines Menschen, der Unzulänglichkeit der Welt und der Menschen, den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen. Diese engere Auffassung ist in der sprichwörtlichen Wendung „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“ ausgedrückt, die dem Schriftsteller Otto Julius Bierbaum (1865–1910) zugeschrieben wird. In einer weiteren Auffassung werden auch jene Personen als humorvoll bezeichnet, die andere Menschen zum Lachen bringen oder selbst auffällig häufig lustige Aspekte einer Situation zum Ausdruck bringen.
  • Kommunikation (Wikipedia)
    Kommunikation (lateinisch communicatio ‚Mitteilung‘) ist der Austausch oder die Übertragung von Informationen, die auf verschiedene Arten (verbal, nonverbal und paraverbal) und auf verschiedenen Wegen (Sprechen, Schreiben) stattfinden kann, auch im Wege der computervermittelten Kommunikation. „Information“ ist in diesem Zusammenhang eine zusammenfassende Bezeichnung für Wissen, Erkenntnis, Erfahrung oder Empathie. Mit „Austausch“ ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen gemeint; „Übertragung“ ist die Beschreibung dafür, dass dabei Distanzen überwunden werden können, oder es ist eine Vorstellung gemeint, dass Gedanken, Vorstellungen, Meinungen und anderes ein Individuum „verlassen“ und in ein anderes „hineingelangen“. Dies ist eine bestimmte Sichtweise und metaphorische Beschreibung für den Alltag – bei genaueren Beschreibungen des Phänomens Kommunikation wird die Anwendung dieser Metapher allerdings zunehmend schwieriger. (Für nähere Informationen zum Thema „Wissenschaftlich-theoretische Erklärungsversuche zur Beschreibung von Kommunikation“ siehe Artikel Kommunikationsmodell.) Das Wort „Kommunikation“ wird neben der ursprünglichen Bedeutung als Sozialhandlung auch für andere Vorgänge in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet. Der zunehmende Einsatz von Kommunikationstechnologie führte zum Beispiel dazu, dass auch technische Aspekte in den Kommunikationsbegriff eingingen. Unter Kommunikation werden somit auch „Datenübertragung“, „wechselseitige Steuerung“ und in einfachen Fällen auch „Verbindung“ von Geräten verstanden; in anderen Situationen wiederum wird Kommunikation auf Institutionen oder Unternehmen sowie deren Zielgruppen bezogen. Dann werden nicht länger Lebewesen, sondern stattdessen organisierte Einheiten (oder „Systeme“) als Kommunikatoren (Produzenten und Rezipienten) angesehen. Dies gilt beispielsweise dann, wenn im Zusammenhang mit Journalismus, Publizistik oder Marketing von Kommunikation die Rede ist (vgl. diesbzgl. speziell Kommunikator (Medien)). Kommunikation ist alltäglich und verläuft scheinbar selbstverständlich, sodass sie nicht weiter problematisch erscheint. Für die meisten Situationen reicht dies auch aus; es wäre zu aufwendig, die …
  • Referent (Wikipedia)
    Referent steht für: Referent (Behörde), Funktionsbezeichnung Referent (Linguistik), das Bezugsobjekt, auf das sich die Bedeutung eines Wortes bezieht Person, die ein Referat hält, siehe Referat (Vortrag) Mitarbeiter einer Organisation, siehe Referat (Organisation) Leiter eines Referats an einer österreichischen Hochschule, siehe Referat (ÖH) Leiter eines Referats eines Allgemeinen Studierendenausschusses, siehe Allgemeiner Studierendenausschuss #Referate und Referenten frühere Bezeichnung für einen Referatsleiter ein (auf Honorarbasis bezahlter) Leiter eines Fortbildungskurses, siehe Dozent Siehe auch: Forschungsreferent (Berater, Unterstützer) Pressereferent (Kommunikationsmanager) Reverend (Begriffsklärung) Referat
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