Wenn Hightech ohne Metalle stillsteht – die Rohstoffe der Zukunft werden zur Stellschraube
Stellen Sie sich eine moderne Fabrik vor: vollautomatisiert, emissionsfrei, vernetzt, und plötzlich steht sie still, weil ein winziger Bestandteil fehlt. Neodym, Dysprosium, Terbium oder seltene Erden, die kaum sichtbar, aber unersetzlich sind. Ohne diese Metalle keine permanentmagnetischen Motoren für Elektrofahrzeuge, keine Rotoren für Windturbinen, keine Radar- oder Steuertechnik für Verteidigungssysteme. Und hier beginnt eine neue Wahrheit: Eine Welt, die von Digitalisierung, Dekarbonisierung und Automatisierung lebt, gerät ins Stocken, wenn die Rohstoffe fehlen.
Genau an dieser Stelle greift die Analyse von Uli Bock ein: Er spricht davon, dass Rohstoffe längst nicht mehr nur Waren sind, sondern strategische Werte, ein Teil eines globalen Machtspiels. In Zeiten, in denen eine einzige Nation mehr als achtzig, neunzig Prozent der Veredelungskapazitäten kontrolliert, wird aus Metall eine Art geopolitischer Hebel. China kontrolliert laut aktuellen Studien rund 70Prozent der globalen Förderung seltener Erden und nahezu 90Prozent der Veredelung und Trennung dieser Materialien. Für Europa heißt das: Nicht nur einzelne Rohstoffmärkte geraten ins Wanken, sondern zentrale industrielle Wertschöpfungsketten.
Wie China seinen Rohstoffvorsprung sichert – und warum Europa alarmiert reagiert
China hat sich über Jahrzehnte systematisch eine Dominanz aufgebaut, die heute weit über den reinen Abbau hinausgeht. Ein Bericht des Atlantic Council zeigt: Nicht nur Mining, sondern insbesondere Verarbeitung und Veredelung sind nahezu vollständig in chinesischer Hand. Weil Verarbeitung, Trennen und Magnetherstellung in China dominiert werden, können Rohstoffe aus anderen Ländern kaum wirtschaftlich genutzt werden, wenn die Verarbeitung weiterhin in China stattfindet. Ein Artikel nennt 85Prozent der globalen Veredelungskapazitäten in chinesischer Hand, obwohl China nur etwa ein Drittel der bekannten Reserven hält.
Für Europa und den Westen heißt das: Wer sich auf Import-Rohstoffe verlässt, bleibt abhängig von einer fremden Wertschöpfungskette. Jede politische Entscheidung, jede Export-Lizenzvergabe in China hat direkte Auswirkungen auf unsere Industrie. Eine aktuelle Meldung illustriert diese Dynamik: China hat im Oktober 2025 neue Exportkontrollen für seltene Erden angekündigt und verteidigungstechnisch relevante Magneten mit Lizenzpflicht versehen.
Diese strategischen Schritte zeigen: Der Rohstoffhebel wird bewusst eingesetzt. Uli Bock warnt, dass viele Investoren noch an die Alte Welt denken: Gold als Krisenabsicherung, aber die Neue Welt heißt Rohstoffe plus Technologie. „Wenn Sie heute in Metalle investieren, die morgen Teil der Wertschöpfung sind, haben Sie anders investiert als jemand, der nur auf den Krisenschutz setzt“, so Bock.
Europas Ausgangslage – Herausforderung und Chance zugleich
Für Europa sind diese Entwicklungen keine abstrakten Bedrohungen – sie sind handfeste Realität. Denn laut dem „StudyontheCriticalRawMaterials for the EU2023“ ist die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen eklatant. Eine Analyse besagt, dass Europa bis zu 98Prozent seiner schweren Seltenen Erden von China bezieht. Die Folge: Es geht nicht nur um Kosten oder Verfügbarkeit, sondern um strategische Autonomie. Unternehmen in der Elektromobilität, im Bereich erneuerbare Energien und in der Verteidigung merken heute schon die Spannung: Ein Lieferengpass bei Magneten oder Batteriematerialien kann Produktionslinien stoppen. Diese Abhängigkeit macht Europa verletzlich, und gleichzeitig eröffnet sie Chancen für diejenigen, die früh handeln. Bock spricht von derjenigen Phase, in der Europa nicht nur aufholen kann, sondern muss. Und diese Notwendigkeit erzeugt Anlagechancen: Rohstoffe als Teil einer europäischen Wertschöpfungskette.
Warum die Aufholjagd jetzt beginnt – Europas Rohstoffstrategie in Echtzeit
Noch vor wenigen Jahren war das Thema Rohstoffautonomie ein Randthema. Heute ist es systemrelevant. Die EUhat mit dem Critical Raw Materials Act (CRMAct) einen klaren Rahmen gesetzt, der ab 2024 gilt und der den Aufbau eigener Kapazitäten entlang der Wertschöpfungsketten vorsieht. Mit dem Plan „RESourceEU“ will die Europäische Union explizit ihre Abhängigkeit von China reduzieren. Investitionen in Aufbereitung, Recycling, Magnetwerkstoffe und Rohstoffverarbeitung in Europa werden substanziell gefördert.
Für Anleger bedeutet das: Es entsteht eine neue Anlage- und Wertschöpfungsklasse. Nicht mehr allein Rohstoffe kaufen und lagern, sondern in Wertschöpfung investieren – in Projekte, Unternehmen und Infrastruktur, die Europas Rohstoff-Unabhängigkeit mitgestalten. Bock sieht hier die Chance: Wer heute in Projekte investiert, die Metalle für Hightech-Anwendungen liefern, Recycling korrekt abbilden und in Europa verarbeitet werden, kann über Rendite hinaus einen strategischen Beitrag leisten. Doch er warnt auch klar: Es reicht nicht, blind Bergbau-Aktien zu kaufen oder ein paar Barren im Keller zu lagern. Transparent muss die Kette sein: Herkunft, Verarbeitung, Umweltstandards, Recycling. Wer das ignoriert, investiert womöglich in eine Abhängigkeit 2.0.
Anlageperspektiven, Risiken und das Spiel mit der Zeit
Wenn man heute über rare earths und strategische Rohstoffe nachdenkt, dann geht es um mehr als Rohstoffpreise. Es geht um Struktur, Zeit und Risiko. Ein Hersteller meldet zwar neue Batteriematerialien, doch ohne Verarbeitung oder Magnetproduktion in Europa bleibt das Risiko bestehen. Studien zeigen, dass die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen bis 2060 global von heute etwa79Mrd.Tonnen Material auf rund167Mrd.Tonnen steigen dürfte. Für den Anleger heißt das konkret: Wer heute früh in Rohstoffe investiert, die Teil der neuen Industrialisierung sind – nicht nur zur Absicherung -, kann profitieren. Doch er muss auch verstehen:
Technologie-Metalle sind volatil, stark reguliert und politisch hochsensibel.
Europa hat einen Rückstand – Verarbeitungskapazitäten fehlen, Umweltauflagen sind streng, Genehmigungen dauern – das erhöht Risiko und mögliche Rendite.
Transparenz wird zum Wettbewerbsfaktor: Wer Herkunft und Verarbeitung nicht klar dokumentiert, hat Nachteile.
Bock fasst zusammen: „Die Frage ist nicht mehr, ob Rohstoffe wichtig sind – sondern ob Sie Teil der Wertschöpfungskette sind.“ Wer das erkennt, kann vorsetzen statt aufholen.
Fazit – Europa, Rohstoffe und Ihr Investment: Teil der Wertschöpfung oder Teil der Abhängigkeit?
Die Aufholjagd Europas bei den Seltenen Erden ist keine Option mehr, sie ist eine Notwendigkeit. China hat das Spiel über Jahrzehnte dominiert, aber die Dynamik hat sich gewandelt. Technologie-, Umwelt- und Sicherheitsanforderungen zwingen den Westen zur Neuausrichtung. Für Investoren bedeutet das: Eine historische Chance trifft auf eine strukturierte Herausforderung. Wenn das Investment Teil einer europäischen Wertschöpfungskette sein kann, nicht nur ein Stück Metall im Tresor, dann wird das Engagement strategisch relevant. Gleichzeitig gilt: Nicht jedes Rohstoffinvestment ist gleich. Die Kriterien der Verarbeitung, der Nachhaltigkeit und der europäischen Wertschöpfung entscheiden über den Erfolg. Wer heute in High-Tech-Metalle investiert, die morgen unser Industrie-Rückgrat bilden, hat nicht nur Renditechancen, sondern Gestaltungskraft.
Europa kann nicht länger auf Importförderung bauen. Wer als Anleger nicht nur Rendite, sondern Relevanz will, sollte jetzt handeln, mit Blick auf Technologie, Wertschöpfung und Unabhängigkeit. Denn es geht nicht nur um Geld, es geht um das Vermögen Europas an Innovation, Stabilität und Zukunft.
Autor: Uli Bock, Ulm, Experte Schulung & Marketing
Über den Autor:
Uli Bock ist Autor und Experte für Schulung und Marketing bei der Augeon AG. Mit seiner umfangreichen Erfahrung in der Markenkommunikation und der Unternehmensentwicklung hilft er, effektive Marketingstrategien und Schulungskonzepte zu gestalten. Seine Fachartikel bieten wertvolle Einblicke in innovative Marketingansätze und moderne Weiterbildungsmethoden.
Die augeon AG, mit Sitz in der Schweiz, hat sich der Aufklärung und Unterstützung von Menschen bei der Neubewertung und Neuordnung ihrer Vermögensstrategie verschrieben. In Zusammenarbeit mit Branchenexperten haben wir eine umfassende Konzeption entwickelt, die es ermöglicht, hart verdiente und bereits versteuerte Vermögenswerte außerhalb des traditionellen Bankenkreislaufs sicher anzulegen. Dies erlaubt Einzelnen, nach der Bewältigung bevorstehender Herausforderungen auf bewährte Vermögenswerte zurückzugreifen.
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- Neodym (Wikipedia)
Neodym (Nomenklaturempfehlung war zeitweise Neodymium) ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Nd und der Ordnungszahl 60. Im Periodensystem steht es in der Gruppe der Lanthanoide und zählt damit auch zu den Metallen der Seltenen Erden. Die Elementbezeichnung leitet sich von den griechischen Worten νέος neos ‚neu‘ und δίδυμος didymos ‚Zwilling‘ (als Zwilling von Lanthan) ab. Das Metall wird in Form der Legierung Neodym-Eisen-Bor für starke Permanentmagnete verwendet. - Palladium (Wikipedia)
Palladium ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Pd und der Ordnungszahl 46. Das seltene, silberweiße Übergangsmetall bildet zusammen mit Platin, Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium die Gruppe der Platinmetalle, grau- bis silberweiße Metalle mit verwandten chemischen und physikalischen Eigenschaften. Im Periodensystem steht Palladium in der 5. Periode und der 10. Gruppe oder Nickelgruppe. Früher wurde es in die 8. Nebengruppe eingeordnet. Palladium kommt zusammen mit den anderen Platinmetallen in sehr geringen Konzentrationen in der Erdkruste vor. Umfangreiche Vorkommen wurden in Russland, Südafrika, Kanada, Simbabwe und den Vereinigten Staaten gefunden, wo es zum Teil gediegen als Begleiter von Gold und Platinmetallen vorkommt. Das Metall wurde 1802 von William Hyde Wollaston entdeckt, der Verfahren zur Verarbeitung von Platinerzen untersuchte. Er benannte es nach dem damals gerade entdeckten Asteroiden Pallas, der zu dieser Zeit als Planet galt. Der Asteroid wiederum wurde nach dem Beinamen der griechischen Göttin Athene benannt. Palladium ist neben Platin und Rhodium ein wirtschaftlich wichtiges Platinmetall. Die Automobilindustrie ist seit Mitte der 1990er Jahre der größte Palladiumverbraucher, vor allem bei der Herstellung von Drei-Wege-Katalysatoren. Auch in der chemischen Industrie wird es als Katalysator für eine Vielzahl von Reaktionen eingesetzt. Daneben findet es Anwendung in der Elektronik, der Zahnmedizin, in Brennstoffzellen und vielen weiteren Gebieten, etwa in der Schmuckindustrie, wo es mit Gold zu Weißgold legiert wird. Palladium verfügt über einzigartige wasserstoffabsorbierende Eigenschaften und ist in der Lage, bei Raumtemperatur und Atmosphärendruck große Mengen Wasserstoff zu absorbieren. Die Analyse von Luft- und Staubproben sowie der Vergleich der Palladiumgehalte in aktuellen Schneeproben mit denjenigen aus alten Eisbohrkernen belegen einen Anstieg der Palladiumkonzentration in der Umwelt. Dies ist auf die Zunahme von Bergbau, Verhüttung und Verwendung von Palladium seit den 1990er Jahren zurückzuführen. - Platin (Wikipedia)
Platin (Deutschland: [ˈplaːtiːn], Österreich: [plaˈtiːn]) ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Pt und der Ordnungszahl 78. Es besitzt eine hohe Dichte und ist ein kostbares, schmiedbares, dehnbares, grauweißes Übergangsmetall. Es besitzt eine bemerkenswerte Korrosionsbeständigkeit und gilt als Edelmetall. Im Periodensystem steht es in der Gruppe 10, nach alter Zählung in der 8. Nebengruppe oder Nickelgruppe. Sein Name leitet sich vom spanischen „platina“ ab, einer Verkleinerungsform von „plata“ (Silber). Es ist eines der seltensten Elemente der Erdkruste und kommt in einigen Nickel- und Kupfererzen oder gediegen, etwa im Schwemmsand verschiedener Flüsse, vor. Südafrika ist ein wichtiger Platinproduzent; jährlich werden nur wenige hundert Tonnen gefördert. Aufgrund seiner vielfältigen Verwendung zählt es zu den wichtigen Edelmetallen. Platin wird zur Herstellung von Schmuck, Autoabgaskatalysatoren, Laborgeräten und Kontaktwerkstoffen verwendet. Einige Platinkomplexe wie Cisplatin werden in der Chemotherapie bei bestimmten Krebsarten eingesetzt. - Seltene Erden (Wikipedia)
Zu den Metallen der Seltenen Erden (ugs. Seltene Erden) gehören die beiden chemischen Elemente Scandium und Yttrium der 3. Nebengruppe des Periodensystems sowie die Lanthanoide – insgesamt also 17 Elemente. Nach den Definitionen der anorganischen Nomenklatur heißt diese Gruppe chemisch ähnlicher Elemente Seltenerdmetalle. Im Deutschen gibt es des Weiteren den Begriff Seltene Erdelemente und passend dazu das dem englischen REE (rare-earth elements) nachempfundene Akronym SEE. - Silber (Wikipedia)
Silber (in der Pharmazie auch lateinisch Argentum) ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Ag und der Ordnungszahl 47. Es zählt zu den Übergangsmetallen. Im Periodensystem steht es in der 5. Periode und der 1. Nebengruppe (Gruppe 11) oder Kupfergruppe. Das Elementsymbol Ag leitet sich vom lateinischen Wort argentum für „Silber“ ab. Silber gehört zu den Edelmetallen. Es ist ein hellgraues, weiches, edles, eher ungiftiges sowie gut verformbares (duktiles) Schwermetall mit der höchsten elektrischen Leitfähigkeit aller Elemente im unmodifizierten Zustand (Kohlenstoff in der Form von Graphen besitzt nochmals eine höhere Leitfähigkeit) und der höchsten thermischen Leitfähigkeit aller Metalle. Lediglich Supraflüssigkeiten und ungestörte kristalline Ausprägungen des Kohlenstoffs (Diamant, Graphen und graphennaher Graphit, Kohlenstoffnanoröhren) und des Bornitrids weisen eine bessere thermische Leitfähigkeit auf. Silber reflektiert zudem das Licht besser als jedes andere Metall. Silber war bereits vor der Antike bekannt. Es wird unter anderem für Legierungen und Katalysatoren verwendet, doch es gibt auch einige medizinische sowie hygienische Anwendungen. Früher wurde Silber oft auch als Metall für Besteck und Münzen verwendet (heutzutage nur in einem begrenzten Maße). Das meiste Silber wird in Mexiko produziert. Reines Silber kommt in der Natur vor.