Expert:innen fordern bessere Daten, klare Verantwortung und KI-Lösungen, die Ärzt:innen im klinischen Alltag entlasten.

KI im Gesundheitswesen: Nutzen muss messbar sein

Wien, September 2026 – Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen verantwortungsvoll eingesetzt werden kann und Patienten tatsächlich davon profitieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt des w-HIT Breakfast „AI in Healthcare“ am 22. September 2026 in Wien.

Stimmungsbarometer:unverb. KI-Analyse*

Women in Health IT brachte Expert:innen aus Health IT, Digital Health, Life Sciences, Rechtswissenschaft, Technologie, Wirtschaft, Patientenorganisationen und öffentlichen Institutionen zusammen – und rückte dabei auch die Rolle von Frauen bei der Gestaltung von KI in den Fokus.

Künstliche Intelligenz braucht Diversität

KI wird zunehmend beeinflussen, wie Krankheiten erkannt, Therapien entwickelt und Entscheidungen im Gesundheitswesen getroffen werden. „Wenn wir über ein zukunftsfähiges Gesundheitswesen sprechen, müssen Frauen mitdiskutieren und aktiv mitgestalten – in Forschung und Entwicklung genauso wie als Anwenderinnen und in Entscheidungspositionen.

Mit w-HIT machen wir Expertinnen und Gestalterinnen sichtbar und geben ihnen eine starke Plattform für Kooperation“, sagt Dr. Irene Fialka, Präsidentin von Women in Health IT. Die Partnerschaft mit AI Factory AI, WOMENinICT und Women in AI unter dem Dach von SheGoesAI zeigte, welches Potenzial entsteht, wenn Expertise aus Technologie, Gesundheit, Wissenschaft, Wirtschaft und Chancengleichheit zusammenkommt.

KI verändert den Workflow – nicht die Verantwortung

KI ist im Gesundheitswesen längst angekommen – von der Onkologie bis zur Notfallmedizin. Sie kann Diagnosen unterstützen, Fälle priorisieren und Therapieentscheidungen erleichtern. Entscheidend sind dabei Vertrauen, transparente Trainingsdaten und die Integration in den klinischen Alltag.

„Vertrauen ist eine Voraussetzung für KI im Gesundheitswesen. Dafür müssen Nutzer:innen verstehen, wofür ein System trainiert wurde – und wofür nicht“, betonte Markus Holzer, Founder und früherer CEO von Contextflow. KI werde die Radiologie nicht ersetzen, sondern ihre Arbeitsabläufe verändern. Die medizinische Verantwortung bleibe beim Menschen. Anwendungen wie Cancer4D von Aileen Health zeigen bereits heute, wie KI beispielsweise Therapieentscheidungen bei Brustkrebs unterstützen kann. Damit solche Lösungen erfolgreich sind, müssen sie Ärzten Zeit sparen, statt zusätzliche Arbeit zu verursachen, und ihren gesundheitlichen Nutzen nachvollziehbar belegen.

Patienten sind Teil der KI-Revolution

Auch Patienten nutzen KI längst, etwa um Symptome und Erkrankungen zu recherchieren. Das kann Orientierung geben, aber auch Ängste schüren. Umso wichtiger werden Gesundheitskompetenz und menschliche Kommunikation.

Die Experten waren sich einig: Es liegt auch in ihrer Verantwortung, KI und deren Ergebnisse für Patienten verständlich und nutzbar zu machen. Keine gute KI ohne gute Daten Die Qualität von KI hängt wesentlich von der Qualität und Vielfalt ihrer Trainingsdaten ab. Besonders wichtig ist es, Verzerrungen und blinde Flecken zu erkennen – gerade bei Gruppen, die in Gesundheitsdaten traditionell unterrepräsentiert sind, darunter Frauen und Kinder.

Die zentrale Botschaft der Diskussion: KI darf bestehende blinde Flecken des Gesundheitssystems nicht reproduzieren. Damit sie einen echten Mehrwert schafft, braucht es vielfältige Daten, klare Verantwortung und Lösungen, deren Nutzen für Patienten und das Gesundheitswesen messbar ist.

Women in Health IT ist ein österreichisches Netzwerk für Frauen an der Schnittstelle von Gesundheit, Digitalisierung, Technologie und Innovation. w-HIT stärkt die Sichtbarkeit von Frauen, fördert Vernetzung und Erfahrungsaustausch und unterstützt Frauen dabei, die digitale Transformation des Gesundheitswesens aktiv mitzugestalten. Im Mittelpunkt stehen Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und der Aufbau von Brücken zwischen unterschiedlichen Bereichen und treibenden Kräfte des Gesundheits- und Innovationsökosystems.

Kontakt
Verein Women in Health IT – Frauen in der digitalen Gesundheitstechnologie Österreich
Irene Fialka
co INITS Universitäres Gründerservice Wien GmbH Maria-Jacobi-Gasse 1
1030 Wien
+4317157267
e7473d2527ddfa61b56b2925e358ab87e0e9681c
https://w-hit.org

Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • digital health (Wikipedia)
    Digital Health ist ein umfassender Begriff für die Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnologien im Zusammenhang mit der gesundheitlichen Versorgung. Auch wenn die Abgrenzung zum älteren Begriff E‑Health nicht immer eindeutig ist, wird Digital Health im Allgemeinen als breiter aufgefasst und umfasst neben E-Health neuere Anwendungsfelder wie Big Data, Genomik und Künstliche Intelligenz in der Medizin. Digital Health ist ein interdisziplinärer Bereich, an dem viele Akteure beteiligt sind, darunter Mitarbeiter in Krankenhäusern, Wissenschaftler und Forscher aus den Bereichen Gesundheits- und Ingenieurwesen, Sozialwissenschaften, öffentliche Fürsorge, Ökonomie und Management.
  • innovation (Wikipedia)
    Innovation (wörtlich „Neuerung“ oder „Erneuerung“; von lateinisch innovare ‚erneuern‘ abgeleitet) wird in der Umgangssprache im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen und für deren wirtschaftliche Umsetzung verwendet. Im engeren Sinne resultieren Innovationen erst dann aus Ideen, wenn diese in neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren umgesetzt werden, die tatsächlich erfolgreich Anwendung finden und den Markt durchdringen (Diffusion). Der komplementäre Prozess zur Innovation ist die Exnovation, die Abschaffung von nicht mehr wirksamen oder gewünschten Prozessen, Produkten oder Technologien. In die Wirtschaftswissenschaft wurde der Begriff durch Joseph Schumpeter mit seiner Theorie der Innovationen eingeführt; hier ist er als Aufstellung einer neuen Produktionsfunktion definiert. Die Innovation ist ein willentlicher und gezielter Veränderungsprozess hin zu etwas Erstmaligem, „Neuem“. Wirtschaft und Gesellschaft wandeln sich, wenn Produktionsfaktoren auf eine neuartige Art und Weise kombiniert werden. Auch in der Geisteswissenschaft und der Kultur wird der Begriff Innovation verwendet. Das forschende Suchen nach neuen Erkenntnissen oder künstlerischen Lösungswegen und Lösungen setzt Neugier, Kreativität und Lust auf Erneuerung voraus. Merkmal künstlerischer Avantgarden ist es, bisher unbekannte („innovative“) Ausdrucksformen zu finden und zu nutzen.
  • Künstliche Intelligenz (Wikipedia)
    Künstliche Intelligenz (kurz KI, englisch artificial intelligence, kurz AI) ist ein Forschungs- und Anwendungsgebiet der Informatik. Es handelt sich dabei um verschiedene Klassen von Problemlösungsverfahren, die anhand von Eingaben aus ihrer Umgebung Handlungen ausführen.
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