Der Besuch von Mohamed bin Zayed in Deutschland: Ein neues Kapitel der deutsch-emiratischen strategischen Partnerschaft

Der Besuch von Mohamed bin Zayed in Deutschland: Ein neues Kapitel der deutsch-emiratischen strategischen Partnerschaft

Besuch von Mohamed bin Zayed in Deutschland – deutsch-emiratische strategische Partnerschaft

Der Besuch des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, in Deutschland findet zu einem für die Beziehungen zwischen beiden Ländern wichtigen Zeitpunkt statt. Er ist mehr als ein hochrangiger diplomatischer Besuch: Er steht für eine Partnerschaft, die zunehmend von den Realitäten einer sich wandelnden internationalen Ordnung geprägt wird – von Energieunsicherheit, geopolitischer Fragmentierung, anfälligen Lieferketten, technologischem Wettbewerb und dem wachsenden Bedarf an verlässlichen internationalen Partnern.

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Für Deutschland sind die VAE längst nicht mehr nur ein bedeutender Absatzmarkt am Golf oder ein Energiepartner. Das Land entwickelt sich zu einem strategisch wichtigen Wirtschafts- und Investitionszentrum mit globaler Reichweite. Für die VAE eröffnet Deutschland den Zugang zur größten Volkswirtschaft Europas, zu fortschrittlichen Technologien, hochentwickeltem Ingenieurwesen, Forschungsstrukturen und politischem Gewicht innerhalb der Europäischen Union.

Die Beziehungen sollten daher über den traditionellen Rahmen der deutsch-arabischen Wirtschaftsbeziehungen hinaus betrachtet werden. Handel, Investitionen, Energie, Technologie, Sicherheit und Diplomatie greifen zunehmend ineinander.

Deutschland und die VAE nahmen 1972 diplomatische Beziehungen auf und institutionalisierten ihre strategische Partnerschaft 2004. Seither wurde die Zusammenarbeit kontinuierlich auf Energie, Investitionen, Technologie, Innovation, Sicherheit, Diplomatie, Bildung und Kultur ausgeweitet. Die 2017 begründete Energiepartnerschaft und ihre Erweiterung zu einer Energie- und Klimapartnerschaft 2021 zeigen die Fähigkeit beider Länder, ihre Zusammenarbeit an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.

Die jüngste Phase ist jedoch qualitativ anders: Zunehmend geht es darum, das gewachsene politische Verständnis in langfristige wirtschaftliche und strategische Projekte zu überführen.

Ein bedeutendes Signal war der Besuch des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz in Abu Dhabi am 6. Februar 2026. Bei seinen Gesprächen mit Präsident Scheich Mohamed bin Zayed standen politische und wirtschaftliche Fragen im Mittelpunkt. Begleitet wurde der Besuch von Absichtserklärungen unter anderem in den Bereichen Energie, Batteriespeicherung, Chemie und Sport. Damit wurde deutlich, dass sich die Beziehungen von allgemeinen politischen Absichtserklärungen hin zu konkreten sektoralen Partnerschaften entwickeln.

Über den Handel hinaus: Eine Partnerschaft auf der Grundlage komplementärer Stärken

Die Wirtschaftsbeziehungen bleiben das Fundament der Partnerschaft. Das Auswärtige Amt bezeichnet die VAE als Deutschlands wichtigsten Wirtschaftspartner in der Region. Im ersten Halbjahr 2025 belief sich das bilaterale Handelsvolumen auf mehr als 6,2 Milliarden Euro, während die deutschen Importe aus den VAE um 50 Prozent zunahmen. Rund 2.000 deutsche Unternehmen sind in den VAE tätig; viele nutzen das Land als Ausgangspunkt für Aktivitäten im Nahen Osten, in Afrika und Teilen Asiens.

Die strategisch wichtigere Entwicklung geht jedoch über Handelszahlen hinaus. Deutschland und die VAE verfügen über komplementäre wirtschaftliche Stärken: Deutschland bringt industrielles Know-how, Ingenieurskompetenz, Fertigungsfähigkeiten sowie Forschungs- und Technologieexpertise ein. Die VAE verfügen über Kapital, Infrastruktur, Logistik, Energieressourcen, globale Vernetzung und ein zunehmend ausgereiftes Investitionsökosystem.

Daraus ergibt sich eine neue wirtschaftliche Formel: deutsche Technologie und industrielle Expertise kombiniert mit emiratischem Kapital, Infrastruktur und globalem Marktzugang.

Die nächste Entwicklungsstufe sollte daher nicht allein an Handels- oder Investitionszahlen gemessen werden. Entscheidend ist, ob beide Länder gemeinsame Wertschöpfungsketten, Produktionspartnerschaften, Forschungsprojekte und Investitionen mit nachhaltigem Mehrwert schaffen.

Die VAE als Tor deutscher Unternehmen zu erweiterten Märkten

Eine strategisch bedeutende, mitunter unterschätzte Dimension ist die Rolle der VAE als regionale Plattform für deutsche Unternehmen. Für viele geht es bei ihrer Präsenz nicht primär um den emiratischen Binnenmarkt. Das Land bietet Zugang zu den Golfstaaten, dem Nahen Osten, Afrika und Südasien. Logistikinfrastruktur, Finanzdienstleistungen, internationale Vernetzung und das Investitionsumfeld machen die VAE zu einem natürlichen Standort für Unternehmen, die ihre Aktivitäten über Europa hinaus ausweiten wollen.

Damit erhält die bilaterale Beziehung eine geografische Dimension, die weit über Deutschland und die VAE hinausreicht. Umgekehrt kann Deutschland emiratischen Investoren Zugang zu Europas industriellen, technologischen und wissenschaftlichen Ökosystemen bieten. Diese wechselseitige Plattformfunktion könnte die Beziehungen im kommenden Jahrzehnt prägen.

Energiesicherheit trifft auf Energiewende

Energie steht weiterhin im Zentrum der deutsch-emiratischen Zusammenarbeit, doch ihre Bedeutung verändert sich. Traditionell waren die Beziehungen zwischen Europa und den Golfstaaten stark durch Öl und Gas geprägt. Heute ist Energiesicherheit zunehmend mit erneuerbaren Energien, Wasserstoff, Batteriespeicherung, CO₂-armen Technologien und der Dekarbonisierung der Industrie verbunden.

Für Deutschland haben die vergangenen Jahre die Risiken übermäßiger Abhängigkeit von einzelnen Energieversorgern deutlich gemacht. Diversifizierung, Verlässlichkeit und Resilienz sind deshalb zentral geworden.

Die VAE nehmen in dieser Landschaft eine besondere Position ein. Das Land bleibt ein bedeutender Produzent konventioneller Energieträger und investiert zugleich in erneuerbare Energien und CO₂-arme Technologien. Dadurch können beide Länder eine pragmatische Energiepartnerschaft verfolgen, die Energiesicherheit heute und Energiewende morgen nicht als Gegensätze betrachtet.

Die während des Deutschlandbesuchs von Bundeskanzler Merz im Februar angekündigten Vereinbarungen verdeutlichen diesen Ansatz. ADNOC und RWE vereinbarten eine Zusammenarbeit entlang der Gas- und LNG-Wertschöpfungskette, während Masdar und RWE Möglichkeiten der Kooperation bei Batteriespeichersystemen in Deutschland und Europa ausloteten.

Gerade Letzteres ist von Bedeutung: Die VAE entwickeln sich zunehmend von einem reinen Energielieferanten zu einem Investor und Partner beim Aufbau der Infrastruktur, die für Europas künftiges Energiesystem erforderlich ist.

Technologie könnte die nächste Phase bestimmen

Wenn Energie historisch zu den tragenden Säulen der Beziehungen gehörte, könnte Technologie zur prägenden Säule der nächsten Phase werden.

Die VAE haben künstliche Intelligenz, digitale Infrastruktur, Zukunftstechnologien und Innovation ins Zentrum ihrer wirtschaftlichen Transformation gestellt. Deutschland verfügt über international wettbewerbsfähige Kompetenzen in industrieller Automatisierung, Ingenieurwesen, fortschrittlicher Fertigung, KI, Robotik und industrieller Forschung.

Potenzielle Kooperationsfelder reichen von KI, Dateninfrastruktur und Robotik bis zu fortschrittlicher Fertigung, Cybersicherheit, Halbleitern, intelligenter Mobilität, Energietechnologien und industrieller Dekarbonisierung.

Das Ziel sollte nicht nur Technologietransfer sein. Ein ambitionierteres Modell würde gemeinsame Forschung und Entwicklung, Koinvestitionen und integrierte Innovationsökosysteme umfassen.

Eine solche Zusammenarbeit würde beiden Ländern zugutekommen: Deutschland kann seine industrielle Wettbewerbsfähigkeit stärken, während die VAE ihre Position als globales Zentrum für Innovation und Zukunftstechnologien ausbauen. So könnte sich die Beziehung von einer Käufer-Verkäufer-Struktur zu einer Partnerschaft gemeinsamer Entwicklung und Investitionen entwickeln.

Wirtschaftliche Sicherheit wird zunehmend zur strategischen Sicherheit

Eine weitere wichtige Entwicklung ist die zunehmende Verknüpfung von wirtschaftlicher und geopolitischer Sicherheit. Energieversorgung, maritime Verkehrswege, Logistik, Lieferketten und finanzielle Stabilität sind keine isolierten Politikfelder mehr. Eine Störung in einem Bereich kann sich rasch auf andere auswirken.

Dies ist für die VAE besonders relevant, da ihr globales Wirtschaftsmodell stark von Handel, Logistik, Häfen, Energie und internationaler Vernetzung abhängt. Länger anhaltende Störungen maritimer Verkehrswege am Golf können daher Welthandel, Versicherungskosten, Energieflüsse und globale Lieferketten beeinträchtigen.

Für Deutschland sind die Auswirkungen ebenso erheblich. Als führende Industrie- und Exportwirtschaft ist Deutschland auf stabile Handelswege und widerstandsfähige globale Wertschöpfungsketten angewiesen. Instabilität am Golf kann letztlich auch die europäische Industrie treffen.

Europa sollte die Sicherheit am Golf daher zunehmend als Bestandteil seiner umfassenderen wirtschaftlichen Sicherheit betrachten und nicht als entferntes regionales Problem.

Hier entsteht ein bedeutendes Feld der Interessenübereinstimmung zwischen Berlin und Abu Dhabi: Deutschland hat ein unmittelbares Interesse an Energie- und Lieferkettensicherheit, während die VAE ein unmittelbares Interesse an maritimer Sicherheit und am Schutz der Infrastruktur haben, auf der der globale Handel beruht.

Eine diplomatische Brücke zwischen Europa und dem Golf

Die strategische Bedeutung der deutsch-emiratischen Beziehungen reicht auch in den Bereich der Diplomatie hinein.

Deutschland verfügt innerhalb der EU und der NATO über erhebliches politisches und institutionelles Gewicht. Die VAE haben ein breit diversifiziertes Netzwerk internationaler Beziehungen aufgebaut, das die Vereinigten Staaten, Europa, China, Indien, Japan, Russland und weitere Akteure umfasst. Diese Ansätze unterscheiden sich, können sich jedoch ergänzen.

Deutschland kann Perspektiven der Golfregion mit europäischen Entscheidungsprozessen verbinden. Die VAE wiederum können ihr internationales Beziehungsnetz und ihre Fähigkeit einbringen, den Dialog mit unterschiedlichen Akteuren aufrechtzuerhalten.

Damit könnte die bilaterale Beziehung zu einem Kanal werden, über den europäische und Golfinteressen bei Energiesicherheit, regionaler Stabilität, Handel, humanitären Herausforderungen und Konfliktdiplomatie besser abgestimmt werden.

Ein umfassenderer Handelsrahmen?

Die Möglichkeit eines umfassenderen Handelsrahmens stellt eine weitere potenziell wichtige Entwicklung dar.

Während seines Besuchs im Februar 2026 signalisierte Bundeskanzler Merz deutsches Interesse an einer engeren Zusammenarbeit in der Außenhandelspolitik, einschließlich der Möglichkeit eines Freihandelsabkommens mit den VAE. Ein solches Abkommen müsste allerdings im Rahmen der gemeinsamen Handelspolitik der Europäischen Union und nicht als rein bilaterale Vereinbarung betrachtet werden. Dennoch ist das politische Signal von erheblicher Bedeutung.

Ein solcher Rahmen würde weit über Zölle hinausgehen und könnte Investitionen, Dienstleistungen, Technologie, Lieferketten und regulatorische Zusammenarbeit umfassen.

Für Deutschland könnte dies zusätzliche Chancen für Industrie, Ingenieurleistungen, Technologie und Infrastruktur schaffen; für die VAE würde ein verbesserter Zugang zum europäischen Markt ihre Position als globaler Handels- und Investitionsstandort stärken.

Die menschliche Dimension

Strategische Partnerschaften können nicht allein von Regierungen und Unternehmen getragen werden. Bildung, Kultur und Forschung bilden eine wichtige gesellschaftliche Grundlage.

Deutschland unterhält anerkannte deutsche Schulen in Abu Dhabi, Dubai und Sharjah. Das Goethe-Institut verfügt seit 2006 über ein Regionalbüro in Abu Dhabi und seit 2007 über ein Sprachzentrum in Dubai. Ebenso tragen rund 20 akademische Kooperationsinitiativen zwischen Universitäten und Institutionen beider Länder zu den zwischenmenschlichen Verbindungen bei.

Diese Netzwerke schaffen Kontinuität, wenn sich politische und wirtschaftliche Prioritäten verändern, und bilden damit eine wichtige Grundlage für eine langfristige Partnerschaft.

Eine Partnerschaft mit europäischer Bedeutung

Die Bedeutung der deutsch-emiratischen Beziehungen reicht über die bilaterale Ebene hinaus.

Deutschland ist Europas größte Volkswirtschaft und eine seiner wichtigsten Industriemächte. Die VAE gehören zu den international am stärksten vernetzten Volkswirtschaften der Golfregion und ein bedeutendes Zentrum für Energie, Investitionen, Logistik und Handel.

Die Partnerschaft beider Länder steht im Schnittpunkt strategischer Prioritäten Europas: Energiesicherheit, Investitionen, resiliente Lieferketten, technologische Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität.

Die VAE können Europa Kapital, Energie, Logistik und Zugang zu globalen Märkten bieten; Deutschland kann den VAE industrielle Technologien, Ingenieurkompetenz, Forschungskapazitäten und Zugang zum europäischen Wirtschaftsraum bieten. Diese Komplementarität schafft Potenzial für eine Brücke zwischen Europa und der Golfregion.

Die entscheidende Bewährungsprobe besteht darin, den politischen Schwung in dauerhafte Institutionen, Investitionen und gemeinsame Projekte zu überführen.

Der Besuch von Präsident Scheich Mohamed bin Zayed in Deutschland sollte daher nicht nur als Meilenstein der bilateralen Diplomatie betrachtet werden. Er bietet die Gelegenheit, die nächste Generation der deutsch-emiratischen Beziehungen zu definieren.

Entscheidend ist, ob Deutschland und die VAE Energiesicherheit stärken, Zukunftstechnologien entwickeln, widerstandsfähige Lieferketten aufbauen, Investitionen vertiefen und zur regionalen Stabilität beitragen.

Die Zukunft der deutsch-emiratischen Partnerschaft liegt darin, ihr volles Potenzial zu entfalten und sie zu einer noch engeren, zukunftsorientierten und nachhaltigen Partnerschaft für Deutschland, die VAE und Europa weiterzuentwickeln.

Weiterführende Informationen:

– The Germany-UK Defense Treaty: Toward Independent European Security – https://trendsgroup.org/insight/the-germany-uk-defense-treaty-toward-independent-european-security/

– Analytical Review of the MSR 2025: A Multipolar World Between Optimism and Challenges – https://trendsgroup.org/insight/analytical-review-of-the-msr-2025-a-multipolar-world-between-optimism-and-challenges/

– Germany’s Role in Shaping the Future of European and International Energy Policy – https://trendsgroup.org/publication/germanys-role-in-shaping-the-future-of-european-and-international-energy-policy/

– German Insights – Issue No. 4 – https://trendsgroup.org/report/german-insights-04/

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Kontakt
TRENDS Research & Advisory
Dr. Mohammad Abu Ghazleh
4th & Fifth Floor, Ali & Sons Real Estate Company Building Zone 48, Rawdhat Area, C55 Airport Road C55
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https://trendsresearch.org/

Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • Abu Dhabi (Wikipedia)
    Abu Dhabi ([ˈabu ˈdaːbi], arabisch أبو ظبي, DMG Abū Ẓaby [ɐˈbuˈðˤɑbj] ‚Vater der Gazelle‘) ist die Hauptstadt des Emirats Abu Dhabi und der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE).
  • Energiesicherheit (Wikipedia)
    Energieversorgungssicherheit bezeichnet die Fähigkeit eines Energiesystems, Verbraucher zuverlässig, ausreichend und dauerhaft mit Energie zu versorgen. Dies bezieht sich sowohl auf die Menge der Energie (marktseitige Versorgungssicherheit) als auch durchgehende Verfügbarkeit (netzseitige Versorgungssicherheit wie Netzstabilität). Häufig wird vereinfachend von Energiesicherheit gesprochen. Dies ist ein weiter gefasster Begriff, der je nach Definition zusätzlich geopolitische, wirtschaftliche oder infrastrukturelle Aspekte umfassen kann. Die Energiepolitik zielt auf die Gewährleistung von Energieversorgungssicherheit ab, die durch eine Gestaltung der Rahmenbedingungen erfolgt. Energiesicherheit hat ökonomische, ökologische, soziale und geopolitische Bedeutung, weshalb die kurz- wie langfristige Gewährleistung der Energiesicherheit ein wichtiges Politikziel ist. Die jederzeitige Verfügbarkeit von Energie ist weltweit für alle Wirtschaftssubjekte (Privathaushalte, Unternehmen, Staat) für Produktion und privaten Verbrauch unentbehrlich. Die Energiesicherheit wird durch die vier Faktoren „Vorhandensein“ (englisch availability), „Erschwinglichkeit“ (englisch affordability), „Akzeptanz“ (englisch acceptability) und „Zugänglichkeit“ (englisch accessibility) charakterisiert. Energiesicherheit kann definiert werden als „Zustand der Wirtschaft, welcher die Deckung des aktuellen und perspektivischen Bedarfs der Verbraucher an Brennstoffen und Energie auf eine technisch wie wirtschaftlich sinnvolle Weise und entsprechend der Anforderungen des Umweltschutzes sicherstellt“. Der Fokus der IEA ist im Wesentlichen auf Energiesicherheit, ökonomische Entwicklung und Umweltbewusstsein gerichtet. Durch den Russisch-Ukrainischen Krieg sowie den Irankrieg erlangte die Erhöhung der Energiesicherheit durch den Ausbau erneuerbarer Energien stark an Bedeutung, da beide Kriege globale Energiepreisschocks auslösten. Erwartet wird, dass die deutsche bzw. europäische Energiesicherheit durch die Politik der Regierung Trump zudem stärker in den Fokus rückt.
  • energiewende (Wikipedia)
    Energiewende, auch Energietransition, bezeichnet im Deutschen den Übergang von einer fossilen Energieversorgung zu einem nachhaltigen Energiesystem auf Basis erneuerbarer Energien. In einigen Ländern – etwa Deutschland – umfasst dieser Prozess auch den Ausstieg aus der Kernenergie. International ist überwiegend der englische Begriff energy transition gebräuchlich, während Energiewende im engeren Sinne meist die deutsche Ausprägung dieses Transformationsprozesses bezeichnet. Der Begriff wurde nach dem 1980 erschienenen Buch Energiewende – Wachstum und Wohlstand ohne Erdöl und Uran des Öko-Instituts kulturell rezipiert und teilweise als Lehnwort in andere Sprachen übernommen (beispielsweise „The German Energiewende“ oder „A Energiewende alemã“). Ziel der Energiewende ist, die von der konventionellen Energiewirtschaft verursachten ökologischen, gesellschaftlichen und gesundheitlichen Probleme zu minimieren und die dabei anfallenden, bisher im Energiemarkt kaum eingepreisten, externen Kosten vollständig zu internalisieren. Angesichts der maßgeblich vom Menschen verursachten Globalen Erwärmung ist heutzutage besonders die Dekarbonisierung der Energiewirtschaft durch Beendigung der Nutzung von fossilen Energieträgern wie Erdöl, Kohle und Erdgas von Bedeutung. Ebenso stellen die Endlichkeit fossiler Energieträger sowie die Gefahren der Kernenergie wichtige Gründe für die Energiewende dar. Die Lösung des globalen Energieproblems gilt als zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Die Energiewende umfasst die drei Sektoren Strom, Wärme und Verkehr, ferner auch die perspektivische Abkehr von fossilen Rohstoffen etwa zur Herstellung von Kunststoff oder zur Stickstoffdünger-Synthese (Haber-Bosch-Verfahren). Ein mit der Energiewende verbundener Kohle- und Ölausstieg bedeutet auch, dass wesentliche Mengen dieser vorhandenen Energieträger nicht gefördert werden dürfen. Wesentliche Elemente der Wende sind der Ausbau der erneuerbaren Energien, verbunden mit dem Aufbau von Energiespeichern, die Steigerung der Energieeffizienz sowie Energieeinsparung. Zu den erneuerbaren Energien zählen Bioenergie, Erdwärme, Wasserkraft, Meeresenergie, Sonnenenergie (Solarthermie, …
  • Investitionen (Wikipedia)
    Unter einer Investition (lateinisch investire ‚einkleiden‘) versteht man in der Wirtschaft allgemein den Einsatz von Kapital oder Sachgütern für einen bestimmten Verwendungszweck durch Wirtschaftssubjekte bei sich selbst oder bei anderen Wirtschaftssubjekten. Gegensatz ist die Desinvestition.
  • KI (Wikipedia)
    KI steht für: sumerische Gottheit, siehe Uraš (Göttin) Adam Air, ehemalige indonesische Fluggesellschaft nach dem IATA-Code Canadian Regional Airlines (IATA-Code), kanadische Fluggesellschaft Kaliumiodid, chemische Verhältnisformel Kanzerogenitätsindex, Gefahreneinstufung von Mineralfasern Karolinska-Institut, medizinische Hochschule bei Stockholm Kategorischer Imperativ, grundlegendes ethisches Prinzip des Philosophen Immanuel Kant Kiribati, Ländercode nach ISO 3166 Knabeninstitut Wilhelmsdorf, heute Gymnasium Wilhelmsdorf in Wilhelmsdorf (Württemberg) Kombiinstrument, Instrumentenblock in Kraftfahrzeugen Kommunistische Internationale, auch Komintern Konfidenzintervall, statistischer Vertrauensbereich Konfigurationsidentifizierung, Teil des Konfigurationsmanagements Konstanzer Inventar, Sammlung kriminologischer und kriminalstatistischer Informationen Kontraindikation, in der Medizin ein Umstand, der gegen eine Maßnahme spricht Kreditinstitut Künstliche Insemination, künstliche Befruchtung bei Rindern und anderen Tieren Künstliche Intelligenz, Teilgebiet der Informatik Trabajos Aéreos del Sahara (ICAO-Code), ehemalige spanische Fluggesellschaft Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau, Kleinfahrzeugkennzeichen der Binnenschifffahrt KI als Unterscheidungszeichen auf Kfz-Kennzeichen: Deutschland: kreisfreie Stadt Kiel Griechenland: Kilkis Nordmazedonien: Kičevo Österreich: Bezirk Kirchdorf, Oberösterreich Serbien: Kikinda Slowakei: Košice (noch nicht vergeben) Tschechien: Karviná (auslaufend) KÍ steht für: KÍ Klaksvík, färöischer Fußballverein aus Klaksvík K.I steht für: AEG K.I (AEG G.I), (das „I“ steht aber für „römisch eins“), deutsches Doppeldecker-Bombenflugzeug Fokker K.I (Fokker M.9), (das „I“ steht aber für „römisch eins“), deutsches Zweirumpf-Experimentalflugzeug Ki steht für: Ki, Papuasprache, siehe Amto Ki (Papua), Distrikt (Distrik) in der indonesischen Provinz Papua Selatan Einheitenvorsilbe mit dem Zahlenwert 1024, siehe Binärpräfix Ki (Album) des kanadischen Musikers Devin Townsend Ki (Klan), alte Familie in Japan Begriff für Kraft bzw. Lebensenergie in der japanischen Philosophie, siehe Qi Kikuyu (Sprache) nach ISO 639-1 Ki ist …
  • Technologie (Wikipedia)
    Technologie im heutigen Sinne ist die Wissenschaft und Lehre von der Technik zur Planung und Herstellung von Industrieprodukten. Sie erforscht und vermittelt im Wesentlichen technisches Know-how zur Gestaltung verfahrens- und anwendungstechnischer Prozesse in Industriebetrieben einschließlich der Planung und Bereitstellung der erforderlichen Betriebsmittel und technischen Dokumentationen. Der Begriffsinhalt hat sich im Laufe der Zeit verschoben. Das Wort besaß früher die Bedeutung einer Kunstlehre zur Gewerbekunde. In neuerer Zeit überwiegen Bedeutungen wie „Lehre vom Handwerk“, „Wissenschaft von der Technik“ oder „technisches Know-how“, doch unterscheiden sich die verschiedenen Begriffsauffassungen teilweise beträchtlich. Technologie ist insgesamt betrachtet naturwissenschaftlich-technisches Wissen, welches die Grundlage für Produkte und Produktionsverfahren darstellt. Technischer Fortschritt bringt Produkt- oder Finanzinnovationen hervor; wer einen Vorsprung in der Anwendung neuer Techniken gegenüber der Konkurrenz aufweist, heißt Technologieführer.
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