Drei Formen der Abwertung, die Frauen oft erst spät erkennen
Abwertung in einer Partnerschaft beginnt nicht unbedingt mit einer offenen Beleidigung. Oft zeigt sie sich in kleinen Bemerkungen und alltäglichen Verhaltensweisen, die für sich genommen harmlos erscheinen. Erst wenn sie sich wiederholen, entsteht ein Muster, das das Selbstvertrauen der betroffenen Frau erheblich beeinträchtigen kann.
„Viele Frauen können zunächst gar nicht benennen, was in ihrer Beziehung nicht stimmt“, sagt die Diplom-Psychologin und Autorin Marion Lemper-Pychlau. „Sie merken nur, dass sie zunehmend an sich selbst zweifeln.“ Besonders häufig zeigt sich Abwertung in drei Verhaltensweisen.
1. Ständiges Korrigieren
Er weiß es besser. Sie erzählt etwas, und er verbessert ein nebensächliches Detail. Sie erledigt eine Aufgabe, und er erklärt ihr, wie es richtiger gewesen wäre. Sie äußert eine Meinung, und er belehrt sie über ihren Irrtum. Natürlich korrigieren sich Partner gelegentlich gegenseitig. Problematisch wird es, wenn daraus eine feste Rollenverteilung entsteht: Einer weiß, wie es richtig geht, der andere muss sich belehren lassen. Auf Dauer vermittelt dieses Verhalten mehr als nur sachlichen Widerspruch. Die unterschwellige Botschaft lautet: Mein Urteil ist deinem überlegen.
2. Spott, der angeblich nur Spaß ist
Eine bissige Bemerkung über ihr Aussehen, eine Eigenart oder einen Fehler, womöglich sogar vor anderen – und wenn sie verletzt reagiert, heißt es: „Du verstehst aber auch gar keinen Spaß.“ Humor und gegenseitiges Necken gehören zu vielen guten Partnerschaften. Entscheidend ist jedoch, ob beide darüber lachen können. Wird regelmäßig dieselbe Person zum Gegenstand des Spotts, kann Humor zum Mittel der Abwertung werden. Besonders problematisch wird es, wenn anschließend auch noch die verletzte Reaktion gegen die Frau verwendet wird: Dann gilt nicht die Bemerkung als unangemessen, sondern ihre Empfindlichkeit als Problem.
3. Ihre Wahrnehmung und ihre Gefühle werden nicht ernst genommen
„Du übertreibst.“ – „Das bildest du dir ein.“ – „Darüber muss man sich doch nicht aufregen.“ Wer solche Sätze immer wieder hört, kann irgendwann beginnen, dem eigenen Urteil zu misstrauen. Natürlich müssen Partner Situationen nicht gleich beurteilen. Auch muss niemand jedes Gefühl des anderen nachvollziehen können. Etwas anderes geschieht jedoch, wenn einer dauerhaft für sich in Anspruch nimmt zu entscheiden, welche Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen des anderen berechtigt sind.Abwertung entsteht deshalb nicht durch einen einzelnen unfreundlichen Satz. Jeder Mensch reagiert einmal gereizt, macht einen schlechten Witz oder widerspricht dem anderen unnötig scharf. Entscheidend ist das wiederkehrende Muster.
Warum wertet ein Mann seine Partnerin ab?
Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Ein unsicherer Selbstwert kann ebenso eine Rolle spielen wie Konkurrenz, das Bedürfnis nach Überlegenheit und Kontrolle, erlernte Beziehungsmuster oder ein traditionelles Rollenverständnis. Manchmal wird die Stärke der Partnerin selbst zum Problem: ihr beruflicher Erfolg, ihre Selbstständigkeit oder ihre Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen.
Die Erklärung für ein Verhalten ist jedoch nicht mit seiner Rechtfertigung gleichzusetzen. „Es kann für eine Frau sehr hilfreich sein zu verstehen, warum ihr Partner sie abwertet“, betont Lemper-Pychlau. „Aber dieses Verständnis verpflichtet sie nicht dazu, die Abwertung hinzunehmen.“
Neues Buch: „Abwertung in der Partnerschaft“
In ihrem Buch „Abwertung in der Partnerschaft – Wenn Frauen kleingemacht werden“ beschäftigt sich Marion Lemper-Pychlau mit den oft schwer erkennbaren Formen der Geringschätzung in Paarbeziehungen. Sie zeigt, wie Abwertung funktioniert, welche psychologischen Mechanismen dahinterstehen können und warum es Betroffenen mitunter schwerfällt, das Verhalten überhaupt als problematisch einzuordnen. Dabei geht es unter anderem um Macht und Konkurrenz, Selbstwert, erlernte Beziehungsmuster, Angst und Loyalität. Das Buch zeigt außerdem, was fortgesetzte Abwertung mit einer Frau machen kann und warum sie mit der Zeit möglicherweise beginnt, an sich selbst und ihrem eigenen Urteil zu zweifeln. Vor allem geht es darum, Abwertung als solche zu erkennen, ihre Dynamik zu verstehen, das eigene Selbstvertrauen zurückzugewinnen, Grenzen zu setzen und wieder selbst zu entscheiden, was man in einer Partnerschaft hinnehmen will – und was nicht.
Über die Autorin
Marion Lemper-Pychlau ist Diplom-Psychologin, Beraterin und Autorin zahlreicher psychologischer Sachbücher. Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sie sich beruflich mit menschlichem Verhalten, Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung. In ihren Büchern und Podcasts vermittelt sie psychologische Zusammenhänge verständlich und lebensnah.
Für Interviews, Hintergrundgespräche und Statements zu Abwertung, Selbstwert, Kommunikation und den psychologischen Mechanismen hinter dem Kleinmachen anderer Menschen steht Marion Lemper-Pychlau zur Verfügung.
Buchdaten
Marion Lemper-Pychlau: Abwertung in der Partnerschaft – Wenn Frauen kleingemacht werden. Taschenbuch, 184 Seiten, 14,95 Euro, ISBN 978-3-912781-09-0. Auch als E-Book erhältlich.
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Winners’ Lodge · Marion Lemper-Pychlau · Frankfurter Straße 14 · 61462 Königstein · E-Mail: post@winners-lodge.de· www.winners-lodge.de
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- Beziehung (Wikipedia)
Beziehung steht für: Liebesbeziehung bzw. Partnerschaft fachsprachlich eine Relation Strukturierungselement eines Entity-Relationship-Modells Siehe auch: Soziale Beziehung Sexbeziehung Eltern-Kind-Beziehung etc. Geschäftsbeziehung Handelsbeziehung Internationale Beziehungen Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel mit Beziehung beginnt Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel Beziehung enthält - Geringschätzung (Wikipedia)
Verachtung ist eine starke Geringschätzung, basierend auf der bewussten oder unbewussten Überzeugung des Unwertes der von ihr betroffenen Personen (auch Personengruppen) oder Institutionen. Nach Meyers Enzyklopädie von 1905 ist Verachtung „das Gefühl, das der Voraussetzung persönlichen Unwertes bei sich selbst (Selbstverachtung) oder bei anderen (Verachtung anderer) entstammt“. Das Wort verachten stammt vom mittelhochdeutschen verahten. Ihr Gegenteil ist die Achtung. - Kommunikation (Wikipedia)
Kommunikation (lateinisch communicatio ‚Mitteilung‘) ist der Austausch oder die Übertragung von Informationen, die auf verschiedene Arten (verbal, nonverbal und paraverbal) und auf verschiedenen Wegen (Sprechen, Schreiben) stattfinden kann, auch im Wege der computervermittelten Kommunikation. „Information“ ist in diesem Zusammenhang eine zusammenfassende Bezeichnung für Wissen, Erkenntnis, Erfahrung oder Empathie. Mit „Austausch“ ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen gemeint; „Übertragung“ ist die Beschreibung dafür, dass dabei Distanzen überwunden werden können, oder es ist eine Vorstellung gemeint, dass Gedanken, Vorstellungen, Meinungen und anderes ein Individuum „verlassen“ und in ein anderes „hineingelangen“. Dies ist eine bestimmte Sichtweise und metaphorische Beschreibung für den Alltag – bei genaueren Beschreibungen des Phänomens Kommunikation wird die Anwendung dieser Metapher allerdings zunehmend schwieriger. (Für nähere Informationen zum Thema „Wissenschaftlich-theoretische Erklärungsversuche zur Beschreibung von Kommunikation“ siehe Artikel Kommunikationsmodell.) Das Wort „Kommunikation“ wird neben der ursprünglichen Bedeutung als Sozialhandlung auch für andere Vorgänge in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet. Der zunehmende Einsatz von Kommunikationstechnologie führte zum Beispiel dazu, dass auch technische Aspekte in den Kommunikationsbegriff eingingen. Unter Kommunikation werden somit auch „Datenübertragung“, „wechselseitige Steuerung“ und in einfachen Fällen auch „Verbindung“ von Geräten verstanden; in anderen Situationen wiederum wird Kommunikation auf Institutionen oder Unternehmen sowie deren Zielgruppen bezogen. Dann werden nicht länger Lebewesen, sondern stattdessen organisierte Einheiten (oder „Systeme“) als Kommunikatoren (Produzenten und Rezipienten) angesehen. Dies gilt beispielsweise dann, wenn im Zusammenhang mit Journalismus, Publizistik oder Marketing von Kommunikation die Rede ist (vgl. diesbzgl. speziell Kommunikator (Medien)). Kommunikation ist alltäglich und verläuft scheinbar selbstverständlich, sodass sie nicht weiter problematisch erscheint. Für die meisten Situationen reicht dies auch aus; es wäre zu aufwendig, die … - Partnerschaft (Wikipedia)
Partnerschaft bezeichnet eine gleichzeitig sexuelle und soziale Gemeinschaft zwischen zwei Menschen (Zweierbeziehung). Als Oberbegriff bezeichnet Partnerschaft seit den 1970er-Jahren alle auf Dauer angelegten sexuellen Beziehungen, ohne Ansehen der Rechtsform der Beziehung und ohne Ansehen der sexuellen Orientierung oder der Haushalts- und Wohnverhältnisse der Beteiligten. Der Begriff „Partnerschaft“ kann also umfassen: Ehen, eingetragene Partnerschaften, eheähnliche Gemeinschaften („wilde Ehen“) und feste Liebesbeziehungen gleichgeschlechtliche und gemischtgeschlechtliche Gemeinschaften Lebensgemeinschaften, Beziehungen von Paaren ohne gemeinsamen Haushalt, Fernbeziehungen die Einzelbeziehungen (Dyaden), die einer Dreiecksbeziehung (oder noch größeren Systemen) zugrunde liegen, etwa im Kontext von Vielehen oder von Polyamorie Eine Partnerschaft ist zumindest in ihrem Ursprung sexuell motiviert, wobei „Sexualität“ im Sinne der Verhaltensbiologie zu verstehen ist und nicht zwingend im Sinne von genitalen Sexualpraktiken. Auch ist die langfristige Entwicklung der Sexualität des Paares als Definitionskriterium ohne Belang; der Begriff kann sexuell aktive Paare ebenso einschließen wie sexuell inaktive Paare oder Paare, die in einer offenen Beziehung leben. Lebensgemeinschaften und Lebensbünde von Freunden, Geschwistern und andere, zwischen denen keine sexuellen Beziehungen bestehen, werden jedoch nicht als Partnerschaft bezeichnet. Reine Sexbeziehungen genügen den Definitionskriterien für eine Partnerschaft deshalb nicht, weil hier die soziale Zusammengehörigkeit fehlt. In einem engeren Sinne bezeichnet Partnerschaft auch die Selbstverpflichtung zweier Menschen, eine auf dauerhaften Bestand angelegte sexuelle Beziehung einzugehen. Während traditionelle soziologische Definitionen häufig eine Interaktion auf Augenhöhe voraussetzen, schließen moderne ökonomische und psychologische Ansätze auch bewusste, einvernehmliche Asymmetrien mit ein. So wird Asymmetrie in der Kommunikationstheorie (etwa als komplementäre Beziehung nach Paul Watzlawick) oder in nutzenzentrierten Modellen der ökonomischen Arbeitsteilung als rationale, komplementäre Wahl begründet, sofern sie den … - Selbstvertrauen (Wikipedia)
Unter Selbstwert (auch: Selbstwertgefühl, Selbstwertschätzung, Selbstachtung) versteht man in der Psychologie die Bewertung, die man an sich selbst vorgenommen hat. Die Begriffe werden wenig trennscharf verwendet, wobei Selbstvertrauen (Selbstsicherheit) sich auf die Kompetenzüberzeugungen (Fähigkeiten des Individuums) bezieht und als Teilkomponente des Selbstwertes verstanden werden kann, der sich darüber hinaus auch auf Eigenschaften beziehen kann, die nichts mit Kompetenzen zu tun haben. Der Selbstwert könnte sich beispielsweise auf Persönlichkeit und die Erinnerungen an die Vergangenheit und das Ich-Empfinden oder auf das Selbstempfinden beziehen. Auf das Selbstvertrauen wird in der Verhaltenstherapie vor allem unter dem Begriff Selbstwirksamkeitserwartung Bezug genommen. Sowohl ein gesteigertes als auch ein geringes Selbstwertgefühl (Insuffizienzgefühl) kann ein Symptom einer psychischen Störung sein. Unterschieden wird nicht nur, ob der Selbstwert einer Person hoch oder niedrig ist, sondern auch ob er stabil oder instabil, kontingent oder nicht-kontingent, explizit (bewusst kognitiv) oder implizit (unbewusst affektiv erfahrungsbedingt), sicher oder fragil ist. Laut Leary und Mitarbeitern dient der Selbstwert als ein Indikator für die soziale Integration eines Menschen (Soziometer-Theorie). Nach dem kognitiven Modell von Aaron T. Beck wird der Selbstwert auch stark von Denkprozessen (Grundannahmen, automatische Gedanken, verzerrte Informationsverarbeitung) beeinflusst. Äußere Faktoren können das Selbstvertrauen prägen, wenn bei bestimmten Anforderungen hinreichend objektive Gründe gegeben sind, wie zum Beispiel Methodenkompetenz, ausreichende Kenntnisse oder Erfahrungen, wiederholte Tätigkeiten in ähnlichen Situationen oder Ähnliches. Selbstwert ist darüber hinaus auch eine politisch-moralische Kategorie, die beispielsweise die Gewissheit begründet, in einer bestimmten Situation „im Recht“ zu sein, bzw. ein zustehendes Recht wahrzunehmen, einzufordern oder zu erstreiten. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Selbstwert auch unpräziser Weise mit Selbstbewusstsein gleichgesetzt. Seltener wird der Begriff Eigenwert benutzt, der heute eine Eigenschaft linearer … - Selbstwert (Wikipedia)
Unter Selbstwert (auch: Selbstwertgefühl, Selbstwertschätzung, Selbstachtung) versteht man in der Psychologie die Bewertung, die man an sich selbst vorgenommen hat. Die Begriffe werden wenig trennscharf verwendet, wobei Selbstvertrauen (Selbstsicherheit) sich auf die Kompetenzüberzeugungen (Fähigkeiten des Individuums) bezieht und als Teilkomponente des Selbstwertes verstanden werden kann, der sich darüber hinaus auch auf Eigenschaften beziehen kann, die nichts mit Kompetenzen zu tun haben. Der Selbstwert könnte sich beispielsweise auf Persönlichkeit und die Erinnerungen an die Vergangenheit und das Ich-Empfinden oder auf das Selbstempfinden beziehen. Auf das Selbstvertrauen wird in der Verhaltenstherapie vor allem unter dem Begriff Selbstwirksamkeitserwartung Bezug genommen. Sowohl ein gesteigertes als auch ein geringes Selbstwertgefühl (Insuffizienzgefühl) kann ein Symptom einer psychischen Störung sein. Unterschieden wird nicht nur, ob der Selbstwert einer Person hoch oder niedrig ist, sondern auch ob er stabil oder instabil, kontingent oder nicht-kontingent, explizit (bewusst kognitiv) oder implizit (unbewusst affektiv erfahrungsbedingt), sicher oder fragil ist. Laut Leary und Mitarbeitern dient der Selbstwert als ein Indikator für die soziale Integration eines Menschen (Soziometer-Theorie). Nach dem kognitiven Modell von Aaron T. Beck wird der Selbstwert auch stark von Denkprozessen (Grundannahmen, automatische Gedanken, verzerrte Informationsverarbeitung) beeinflusst. Äußere Faktoren können das Selbstvertrauen prägen, wenn bei bestimmten Anforderungen hinreichend objektive Gründe gegeben sind, wie zum Beispiel Methodenkompetenz, ausreichende Kenntnisse oder Erfahrungen, wiederholte Tätigkeiten in ähnlichen Situationen oder Ähnliches. Selbstwert ist darüber hinaus auch eine politisch-moralische Kategorie, die beispielsweise die Gewissheit begründet, in einer bestimmten Situation „im Recht“ zu sein, bzw. ein zustehendes Recht wahrzunehmen, einzufordern oder zu erstreiten. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Selbstwert auch unpräziser Weise mit Selbstbewusstsein gleichgesetzt. Seltener wird der Begriff Eigenwert benutzt, der heute eine Eigenschaft linearer …