ARAG Experte Jan Lukas Kemperdiek über winterliches Radfahren

Radfahren im Winter: Was jetzt wirklich hilft

ARAG Experte Jan Lukas Kemperdiek über winterliches Radfahren

Zu weit weg, zu lange Fahrzeit, Wind und Wetter ausgesetzt – für viele gibt es gute Gründe, im Winter nicht mit dem Rad zur Arbeit, Uni oder Schule zu fahren. Ursprünglich als finnisch-kanadisches Gemeinschaftsprojekt entstanden, will eine Aktion das ändern: Der „Winter Bike to Work Day“ (Winter-Fahrradpendlertag) am zweiten Freitag im Februar soll Menschen motivieren, das Radfahren auch in der kalten Jahreszeit zu etablieren. Wie Radler sich darauf am besten vorbereiten, ordnet ARAG Experte Jan Lukas Kemperdiek ein.

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Was ist der größte Unterschied zwischen Radfahren im Sommer und im Winter?
Jan Kemperdiek: Der größte Unterschied liegt auf der Straße oder besser gesagt: auf dem Untergrund. Nasses Laub, Schnee, Eis und Rollsplitt erhöhen die Rutschgefahr deutlich. Besonders tückisch sind vereiste Brücken, schattige Waldwege oder frühmorgendliche Radstreifen, die noch nicht geräumt wurden. Bei eisiger Witterung können sich auf plattgewalztem Schnee gefährliche Spurrinnen bilden. Deshalb rate ich zu speziellen Winterreifen. Die sind breiter und haben ein grobes Profil. Insgesamt haben Radler damit einen besseren Grip. Wer regelmäßig bei Schnee und Eis unterwegs ist, kann sogar über Spikereifen nachdenken. Die bieten noch mehr Halt, erfordern aber vor allem auf trockenem Asphalt eine angepasste Fahrweise.

Darüber hinaus muss man sich bewusst sein, dass sich Bremswege bei Nässe und Kälte erheblich verlängern, besonders bei Felgenbremsen. Vorausschauendes Fahren, sanftes Bremsen und langsameres Kurvenfahren sind daher im Winter Pflicht. Es ist zudem sinnvoll, den Sattel etwas tiefer einzustellen, um bei Bedarf schneller einen Fuß auf den Boden setzen zu können.

Haben Radfahrer im Winter einen Anspruch auf geräumte Radwege und dürfen sie auf die Straße ausweichen, wenn diese nicht geräumt sind?
Jan Kemperdiek: Rechtlich sind Städte und Gemeinden verpflichtet, wichtige und gefährliche Radwege zu räumen. Das übernehmen sie in der Regel selbst. Bei kombinierten Geh- und Radwegen kann die Räumpflicht aber an die Anlieger abgegeben werden. Und es haftet der, der dieser Pflicht nicht nachkommt.

Was können Winterradler tun, um in der dunklen Jahreszeit besser sichtbar zu sein?
Jan Kemperdiek: Die eingeschränkte Sicht im Winter ist tatsächlich ein Problem. Kurze Tage, Nebel und Regen machen es schwerer, gesehen zu werden. Eine funktionierende Lichtanlage ist daher nicht nur sinnvoll, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Helles Vorder- und Rücklicht, idealerweise mit Standlichtfunktion, sowie Reflektoren an Pedalen und Speichen erhöhen die Sichtbarkeit. Zusätzlich rate ich zu reflektierender Kleidung oder Leuchtbändern.

Wie sieht denn die richtige Fahrradbekleidung im Winter aus?
Jan Kemperdiek: Die richtige Kleidung entscheidet darüber, ob Winterradeln Spaß macht oder zur Zitterpartie wird. Anders als im Sommer rate ich zum Zwiebelprinzip, denn mehrere dünne Schichten halten wärmer als eine dicke. Wichtig ist atmungsaktive Funktionskleidung, damit Schweiß auf der Haut nicht den Körper auskühlt. Besonders Hände, Füße und Kopf sollten gut geschützt sein, da sie schnell kalt werden. Und mit klammen Fingern bremst es sich schlechter. Daher gehören winddichte Handschuhe, warme Überschuhe und eine Mütze unter dem Helm zur Grundausstattung.

Die Technik leidet ja bekanntlich mit, wenn es kalt und nass ist. Was sollten Radfahrer dabei beachten?
Jan Kemperdiek: Ein technisch einwandfreies Rad ist im Winter nicht nur komfortabler, sondern vor allem sicherer. Neben Kälte und Nässe setzt auch Streusalz dem Fahrrad deutlich mehr zu als sommerliche Bedingungen. Ketten und Schaltungen brauchen im Winter mehr Pflege, um Rost und Verschleiß vorzubeugen. Daher empfiehlt es sich, das Rad regelmäßig zu reinigen und bewegliche Teile neu zu schmieren. Auch der Reifendruck sollte häufiger kontrolliert werden, da kalte Luft den Druck schneller sinken lässt. E-Bike-Fahrer sollten im Winter einkalkulieren, dass Kälte die Akkuleistung reduziert und die Reichweite spürbar sinkt.

Welche Vorbereitungen können Ganzjahresradler noch treffen, um im Winter sicher unterwegs zu sein?
Jan Kemperdiek: Wer das ganze Jahr über radelt, sollte sich auch mental und organisatorisch auf den Winter einstellen. Dazu gehören z. B. Alternativrouten ohne Gefälle, genügend Zeit für den Weg und ein Plan B bei extremen Wetterlagen. Und ist der Weg objektiv zu gefährlich, rate ich unbedingt dazu, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen.

Benötigen Winterradler einen besonderen Versicherungsschutz?
Jan Kemperdiek: Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Unfall, greift die gesetzliche Unfallversicherung nur auf dem direkten Weg zur Arbeit oder Schule. In der Freizeit sind Radfahrer nicht abgesichert. Daher kann eine private Unfallversicherung sinnvoll sein, wenn man regelmäßig bei schwierigen Bedingungen unterwegs ist.

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Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • ARAG (Wikipedia)
    ARAG bezeichnet die ARAG SE, ein Versicherungskonzern die ARAG (Range), bestehend aus den Häfen Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen und Gent
  • Bremsweg (Wikipedia)
    Der Bremsweg wird definiert als Weg, der vom Augenblick des Einleitens der Bremsung bis zum Stillstand des Fahrzeugs bzw. bis zum Erreichen der Endgeschwindigkeit des Bremsvorgangs zurückgelegt wird. Entscheidend für die Länge des Bremsweges sind die anfängliche Geschwindigkeit und die erreichte Bremsverzögerung. Die für den Bremsweg benötigte Zeit ist die Bremszeit (auch als Bremsdauer bezeichnet). Diese (effektive) Bremszeit enthält die Zeit, bis die Bremsreibungskraft volle Stärke erreicht, sowie ggf. Durchschlags-, Umsteuer- und Schlupfzeiten (also Zeiten einer ungebremsten Bewegung). Der Anhalteweg ist länger als der Bremsweg, denn in ihm ist zusätzlich der Reaktionsweg enthalten, der ungebremst zurückgelegt wird und – neben der Geschwindigkeit – von der Reaktionszeit abhängt. Für Kraftfahrzeuge (ausgenommen Krafträder) mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 25 km/h hat gemäß § 41 Abs. 4 StVZO die Mindestbremsverzögerung 5 m/s² zu betragen. Bei Schienenfahrzeugen sind Bremswege aufgrund der niedrigeren Bremsverzögerung von etwa 1 m/s² deutlich länger als bei Straßenfahrzeugen.
  • eisig (Wikipedia)
    Hugo Eisig (* 20. Februar 1847 in Bruchsal; † 10. Februar 1920 in Zürich) war ein deutscher Zoologe, Meeresbiologe und Fachautor.
  • experte (Wikipedia)
    Ein Experte (auch Fachexperte oder Sachkundiger oder Spezialist) ist eine Person, die über überdurchschnittlich umfangreiches Wissen auf einem Fachgebiet oder mehreren bestimmten Sacherschließungen oder über spezielle Fähigkeiten verfügt. Neben dem theoretischen Wissen kann dessen kompetente Anwendung, also praktisches Handlungswissen, für einen Experten kennzeichnend sein. Experten sind auf der Grundlage fachlichen Wissens und Könnens imstande, „Aufgaben und Probleme zielorientiert, sachgerecht, methodengeleitet und selbständig zu lösen und das Ergebnis zu beurteilen“. Schlüsselbegriffe der Fachkompetenz sind danach Zielorientierung, Sachgerechtheit (Gegenstandsbezogenheit), Methodenkompetenz, Selbständigkeit und die Fähigkeit zu situationsgerechter Anwendung und Ergebnisbeurteilung.
  • Felgenbremse (Wikipedia)
    Mit einer Fahrradbremse wird die Geschwindigkeit eines Fahrrads begrenzt. Die Bewegungsenergie wird dabei durch Reibung in Wärme umgewandelt. Frühe Fahrräder wie Hochräder wurden ursprünglich über die Pedale gebremst. Bei Fahrrädern ohne Freilauf (Fixies) ist dies auch heute noch möglich. Zusätzlich wurden meist auch am Vorderrad reibende Löffelbremsen montiert. Siehe: Geschichte des Fahrrads Heute werden Fahrradbremsen überwiegend über Bremshebel am Lenker betätigt. Rücktrittbremsen werden international nur noch selten verwendet. Von der Vielzahl unterschiedlicher Ausführungen werden heute vor allem Felgenbremsen und Scheibenbremsen sowie gelegentlich noch Trommelbremsen verwendet. Um die Jahrtausendwende waren V-Brakes am verbreitetsten. Höherwertige Mountainbikes sowie E-Bikes werden inzwischen überwiegend mit hydraulischen Scheibenbremsen ausgestattet, einfachere Mountainbikes auch mit seilzugbetätigten Scheibenbremsen. Felgen- und Scheibenbremsen wirken auf freiliegende Bremsflächen. Die Bremsbacken von Rücktritt- und Trommelbremsen liegen nicht sichtbar innerhalb eines Gehäuses.
  • Glätte (Wikipedia)
    Glätte steht für: Glätte, Substantiv zu glatt Blei(II)-oxide: Bleiglätte (Bleioxid) Silberglätte (Bleioxid von heller Farbe) Goldglätte (rötliches Bleioxid)
  • Radeln (Wikipedia)
    Roadeș (deutsch Radeln, ungarisch Rádos) ist ein Dorf im Kreis Brașov in der Region Siebenbürgen in Rumänien. Es ist Teil der Gemeinde Bunești (Bodendorf).
  • radfahren (Wikipedia)
    Fahrradfahren – auch Radfahren oder Radeln, schweizerisch Velofahren – bezeichnet die Fortbewegung auf einem Fahrrad, den Radverkehr. Das Fahrrad dient als Verkehrs- und Transportmittel oder als Radsportgerät in der Freizeit, zur Erhaltung der Gesundheit oder zum Leistungssport.
  • Schnee (Wikipedia)
    Schnee besteht aus feinen Eiskristallen und ist die häufigste Form des festen Niederschlags.
  • Spikereifen (Wikipedia)
    Als Spikes bezeichnet man in das Profil von Reifen eingearbeitete Stifte, die dem Fahrzeug vor allem bei eisglatter Fahrbahn mehr Haftung verleihen sollen. Die Verwendung von Spikereifen unterliegt national unterschiedlichen rechtlichen Regelungen.
  • Verkehr (Wikipedia)
    Verkehr ist die gezielte Ortsveränderung von Personen und materiellen Gütern sowie von Nachrichten, Informationen, Energie und Wasser auf dafür vorgesehenen Wegen. Gleichzeitig ist der Verkehr die Gesamtheit dieser Personen und Dinge, die sich auf den dafür vorgesehenen Wegen bewegen oder befördert werden. Bestimmte Verkehrsarten legen die Form der Bewegung (Transport), der Objekte (Entitäten) und des Verkehrssystems fest, z. B. Straßenverkehr, Personenverkehr, Güterverkehr, Nachrichtenverkehr, Individualverkehr, Verkehrsmittel oder Verkehrsweg.
  • Winter (Wikipedia)
    Der Winter (von althochdeutsch wintar, zurückführbar wie gotisch wintrus auf eine germanische Wurzel; etymologisch unklar (s. u.), vermutet wurden früher unter anderem eine Herkunft von indogermanisch ṷi- „glänzen“, ṷed- „befeuchten, fließen“ und Verwandtschaft mit „Wasser“ als „das Fließende“ sowie ein Zusammenhang mit einer Wurzel mit der Bedeutung „weiß“) ist die kälteste der vier Jahreszeiten in den subtropischen, gemäßigten und polaren Klimazonen der Erde. Je nachdem, ob er gerade auf der Nord- oder der Südhalbkugel herrscht, spricht man vom Nordwinter oder Südwinter. Der Nordwinter findet gleichzeitig mit dem Südsommer statt.
  • winterlich (Wikipedia)
    Joachim Winterlich (* 17. März 1942 in Kurort Oberwiesenthal) ist ein deutscher Skisprung-Trainer und ehemaliger Nordischer Kombinierer aus der DDR. Von 1965 bis 1967 für den SC Traktor Oberwiesenthal startend, gelang ihm mit dem Erreichen des dritten Platzes in der Nordischen Kombination der Sprung aufs Siegertreppchen bei den nationalen DDR-Titelkämpfen. Winterlich, der an der Deutschen Hochschule für Körperkultur studierte und 1977 seinen Abschluss erlangte (Titel seiner Diplomarbeit: „Qualifizierung des Nachwuchsprogrammes der 1. Förderstufe des DSLV der DDR für die Nordische Kombination“), war nach seiner eigenen sportlichen Karriere als Skisprung-Trainer tätig. Er trainierte Jens Weißflog und war Nationaltrainer und Assistenz-Trainer in mehreren Ländern. So betreute er als Trainer Italien bei der WM 1993 in Falun, war Coach der Mannschaften der DDR in den 1980er Jahren, der Schweiz in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre und bis 2007 Kasachstans. Seinen dortigen Vertrag, der bis 2010 lief, erfüllte er jedoch nicht, sondern wechselte zum bulgarischen Verband, wo er seither Chef-Trainer der bulgarischen Mannschaft ist. Winterlich trug auch abseits des Trainings zur Weiterentwicklung des Skispringens bei. Er wirkte bei der Umgestaltung der Schanzenanlage in Garmisch-Partenkirchen mit und war der Entwickler einer für die Sommerwettbewerbe im Skispringen bedeutsamen Glas-Keramik-Anlaufspur. Winterlich wurde zudem technischer Berater für Ski-Anlaufspur-Systeme der Firma CeramTec ETEC GmbH.
  • Winterreifen (Wikipedia)
    Der Autoreifen (auch Pneu, insbesondere in der Schweiz; über französisch pneu „Reifen“ von griechisch πνεῦμα pneuma „Luft, Wind, Atem“) ist ein Luftreifen und bildet mit der Radschüssel und der Felge das komplette Rad eines Autos. Autoreifen werden hauptsächlich aus Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR) und anderen synthetischen Kautschuken hergestellt, seltener aus Naturkautschuk. In der EU müssen Hersteller mittels eines Reifenlabels auf allen seit dem 1. November 2012 hergestellten (und verkauften) Autoreifen über deren Kraftstoffverbrauch, Nasshaftung und Geräuschklassifizierung informieren. Zu anderen Bauarten von Reifen und Rädern siehe: Reifen#Bauarten
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