Zum 30-jährigen Jubiläum räumt der Dachverband mit hartnäckigen Missverständnissen auf – Genetische Veranlagung statt Faulheit oder mangelnder Intelligen
Klagenfurt, Januar 2026 – Etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung sind von Legasthenie oder Dyskalkulie betroffen. Dennoch kursieren noch immer zahlreiche Missverständnisse über diese Phänomene. Der Erste Österreichische Dachverband Legasthenie (EÖDL), der 2026 sein 30-jähriges Bestehen feiert, nimmt dies zum Anlass, grundlegend über Legasthenie und Dyskalkulie aufzuklären und mit verbreiteten Irrtümern aufzuräumen.
Was Legasthenie nicht ist
Hartnäckige Vorurteile erschweren betroffenen Menschen noch immer das Leben und führen zu falschen Förderansätzen. Der EÖDL stellt klar: Legasthenie ist keine Frage der Intelligenz. Viele legasthene Menschen sind überdurchschnittlich intelligent. Berühmte Beispiele wie Albert Einstein, Leonardo da Vinci und Walt Disney belegen eindrucksvoll, dass Legasthenie und herausragende Begabung keineswegs im Widerspruch zueinander stehen.
Legasthenie ist auch keine Krankheit, die „geheilt“ werden müsste. Vielmehr benötigen betroffene Kinder eine andere Art des Lernens, die ihren besonderen Bedürfnissen entspricht. Ebenso falsch ist die Annahme, Legasthenie sei das Ergebnis von Faulheit, mangelndem Üben oder schlechter Erziehung. Und schließlich handelt es sich bei Legasthenie keineswegs um eine „Modediagnose“ – sie ist wissenschaftlich anerkannt und betrifft einen erheblichen Teil der Bevölkerung.
Was Legasthenie ist: Die wissenschaftliche Definition
Legasthenie ist genetisch bedingt, also angeboren, und wird häufig vererbt. Wenn ein Elternteil legasthen ist, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass auch das Kind betroffen ist. Das Kernmerkmal liegt in different ausgeprägten Sinneswahrnehmungen: Das Gehirn legasthener Menschen verarbeitet Informationen – besonders beim Umgang mit Symbolen wie Buchstaben und Zahlen – auf andere Weise.
Die wissenschaftliche Definition nach Dr. Astrid Kopp-Duller aus dem Jahr 1995 beschreibt das Phänomen präzise: Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr. Seine Aufmerksamkeit lässt nach, wenn er auf Symbole wie Buchstaben oder Zahlen trifft, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens und/oder Rechnens.
Der entscheidende Unterschied: Legasthenie versus LRS
Für die richtige Förderung ist die Unterscheidung zwischen Legasthenie und Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) von fundamentaler Bedeutung. Legasthenie ist genetisch bedingt und von Geburt an vorhanden. Sie begleitet den Menschen ein Leben lang, lässt sich jedoch durch gezieltes Training gut managen. Die Förderung muss alle drei Bereiche der AFS-Methode umfassen: Aufmerksamkeit, Funktionen (Sinneswahrnehmungen) und Symptom.
Eine Lese-Rechtschreibschwäche hingegen ist erworben und durch äußere Umstände entstanden, etwa durch längere Krankheit, Schulwechsel oder familiäre Probleme. Sie kann vorübergehend sein und wird durch verstärktes Üben am Symptom verbessert. Bei einem Kind mit LRS führt intensives Schreiben- und Lesenüben zu guten Erfolgen. Bei einem legasthenen Kind wird diese Maßnahme alleine nicht zum Ziel führen – hier ist der ganzheitliche Ansatz der AFS-Methode erforderlich.
Dyskalkulie: Die oft übersehene Problematik
Was für das Lesen und Schreiben die Legasthenie ist, ist für das Rechnen die Dyskalkulie. Leider wurde diesem Bereich von der Wissenschaft lange Zeit weniger Beachtung geschenkt, weshalb Dyskalkulie oft als die „vergessene“ Problematik bezeichnet wird.
Dyskalkulie bezeichnet anhaltende Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechnens. Betroffene haben Probleme mit dem Zahlenverständnis, der Mengenerfassung und den Grundrechenarten. Wie die Legasthenie ist auch die Dyskalkulie genetisch bedingt und keineswegs auf mangelnde Intelligenz zurückzuführen. Laut der Universität Bielefeld sind etwa 10 bis 15 Prozent aller Schüler von Rechenproblemen betroffen – eine Zahl, die die gesellschaftliche Relevanz dieses Themas unterstreicht.
Früherkennung als Schlüssel zum Erfolg
Je früher Legasthenie oder Dyskalkulie erkannt werden, desto besser können betroffene Kinder gefördert werden. Es gibt typische Anzeichen, auf die Eltern und Lehrer achten können. Der EÖDL stellt umfassende Informationsmaterialien zur Verfügung, die bei der Früherkennung helfen. Das pädagogische AFS-Testverfahren, das weltweit bereits über 250.000 Mal durchgeführt wurde, ermöglicht eine zuverlässige Feststellung und bildet die Grundlage für einen individuellen Förderplan.
30 Jahre Aufklärungsarbeit und Spezialistenausbildung
Der EÖDL setzt sich seit seiner Gründung 1996 für ein besseres Verständnis von Legasthenie und Dyskalkulie ein. In drei Jahrzehnten wurden über 17.000 diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainer in 64 Ländern ausgebildet, die betroffenen Menschen professionell helfen. Die sechsfache Auszeichnung als „Top Anbieter für Weiterbildung“ durch FOCUS-BUSINESS und die ISO 9001:2015 Zertifizierung bestätigen die Qualität der Arbeit des Verbandes.
Über den EÖDL
Der Erste Österreichische Dachverband Legasthenie wurde 1996 gegründet und ist die führende Institution im deutschsprachigen Raum für Aufklärung, Forschung und Ausbildung im Bereich Legasthenie und Dyskalkulie. Der Verband hat die AFS-Methode entwickelt und bildet Spezialisten aus, die betroffenen Menschen professionell helfen können.
Weitere Informationen und kostenlose Ressourcen: www.legasthenie.at www.legasthenie-lrs-dyskalkulie.com
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
Erster Österreichischer Dachverband Legasthenie gGmbH
Frau Livia Pailer-Duller
Feldmarschall Conrad Platz 7
9020 Klagenfurt am Wörthersee
Österreich
fon ..: +43 463 55660
web ..: https://www.legasthenie.at
email : lpd@legasthenie.com
Der EÖDL ist Österreichs größte Legasthenieinstitution. Unabhängig und gemeinnützig bieten wir Hilfe in ganz Österreich. Wenden Sie sich an einen Spezialisten in Ihrer Nähe.
Pressekontakt:
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- Wissenschaft, Forschung, Technik (Wikipedia)
Das Wort Wissenschaft (mittelhochdeutsch wizzen[t]schaft beinhaltet Wissen, Vorwissen, Genehmigung; lateinisch scientia) bezeichnet die Gesamtheit des menschlichen Wissens, der Erkenntnisse und der Erfahrungen einer Zeitepoche, die systematisch erweitert, gesammelt, aufbewahrt, gelehrt und tradiert wird. Wissenschaft ist die Methodik des überprüfbaren Erkenntnisgewinns. Sie nutzt dazu die Arbeitsmittel Beobachtung, Experiment, Analyse, Theorie, Veröffentlichung, Kritik, Überprüfung, Überarbeitung und Weiterentwicklung. Alte obsolete Wissensstände können ihrerseits Untersuchungsgegenstand im Rahmen der Wissenschaftsgeschichte werden.