FBDi Branchenschau: Pragmatismus statt Paragrafenflut

Dringend gefordert sind stabile Perspektiven

FBDi Branchenschau: Pragmatismus statt Paragrafenflut

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Berlin, Januar 2026 – Die Elektronikdistribution steht an einem Punkt, an dem politische Rahmenbedingungen, Regulierungsdichte und wirtschaftliche Unsicherheiten zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit entscheiden. Eine aktuelle Umfrage des FBDi Verbands zeigt: Die Branche fordert dringend stabile Perspektiven – von klaren politischen Signalen über vereinfachte Regularien bis hin zu gezielten Impulsen für Innovation und Investition.
Zentrale Erwartung ist Planbarkeit. Nur wer langfristig kalkulieren kann, investiert in Technologien, Kapazitäten und Beschäftigung. Schwankende Vorgaben, kurzfristige Programme und Bürokratie behindern dies. Besonders kleine und mittlere Unternehmen geraten unter Druck, weil sie komplexe Berichtspflichten, Dokumentationen und Konformitäts-Anforderungen mit begrenzten Ressourcen bewältigen müssen. Der Ruf nach einem realistischeren Umgang mit Bürokratie zieht sich durch alle Rückmeldungen.
Als größtes Hindernis gelten Regulierungen wie Lieferkettengesetz, Cyber Resilience Act, PFAS-Verbot, CSRD- und ESG-Berichtspflichten, RoHS oder REACH. Sie führen zu komplexen Prozessen, doppelter Datenerfassung und langen Genehmigungszeiten. Viele Befragte verlangen einheitliche EU-Normen, vereinfachte Meldeverfahren und digitale Plattformen, um Vorgaben praktikabler umzusetzen.
Zugleich wächst die Sorge, dass Europa durch übermäßige Regulierung seine industrielle Basis schwächt. Fehlende Harmonisierung, nationale Sonderwege und widersprüchliche Auslegungen schaffen Wettbewerbsnachteile gegenüber Drittstaaten. Die Branche fordert daher, Regularien auf Wirksamkeit zu prüfen und Überregulierung konsequent abzubauen – etwa nach dem Prinzip „One in, two out“.
Regulierung darf kein Selbstzweck sein, sondern soll gesellschaftliche Ziele wie Nachhaltigkeit oder Sicherheit fördern, ohne Unternehmen zu blockieren. Eine engere Abstimmung zwischen Wirtschaft und Politik, längere Übergangsfristen und Testphasen für neue Vorgaben könnten laut Umfrage zu mehr Praxistauglichkeit führen.
Parallel sucht die Branche nach Wachstumspfaden. Investitionen in Forschung, Digitalisierung, Energieeffizienz, KI und Halbleitertechnologien gelten als Schlüssel für den industriellen Wiederaufschwung Europas. Wettbewerbsfähige Energiepreise, funktionierende Infrastruktur und qualifizierte Fachkräfte sind zentrale Standortfaktoren. Gefordert ist eine konsistente Industriepolitik, die Innovation ermöglicht und Produktion in Europa stärkt – statt sie durch komplexe Vorgaben zu bremsen.
Die Elektronikdistribution verlangt keine Abkehr von Regulierung, sondern Augenmaß, Verhältnismäßigkeit und Effizienz. Nötig ist eine europäische Wirtschaftspolitik, die Rahmenbedingungen schafft, anstatt Hürden zu errichten – ein moderner Ordnungsrahmen, der Innovation begünstigt, Planungssicherheit schafft und Dynamik freisetzt. Statt neuer Auflagen braucht es Entlastung durch klare, digitale und effizient gesteuerte Prozesse.
„Politische Instrumente sollen Wachstum ermöglichen, nicht hemmen“, betont Andreas Falke, Geschäftsführer des FBDi. „Die Elektronikdistribution fordert, dass Europa seinen Anspruch als führender Technologiestandort mit intelligenter, pragmatischer und zukunftsorientierter Regulierungspolitik untermauert.“
FBDi Fachverband der Bauelemente Distribution e.V.

Stimmungsbarometer:unverb. KI-Analyse*

Fachverband der Bauelemente Distribution e.V. ( www.fbdi.de):
Der 2003 gegründete FBDi e.V. ist eine etablierte Größe in der deutschen Verbandslandschaft und bündelt die Interessen seiner Mitglieder aus der Distribution, die rund drei Viertel des Umsatzvolumens elektronischer Komponenten in Zentral-Europa (DACH) vertreten. Dabei überblickt er die gesamte Wertschöpfungskette der Elektronik.
Neben der Aufbereitung und Weiterentwicklung von Daten zum zentraleuropäischen Distributionsmarkt erzeugen Competence Teams zu wichtigen Themen der Regulatorik in der Elektronikindustrie (u.a. CE, Richtlinien und Verordnungen) eine hohe marktnahe Kompetenz. Diese qualifiziert den FBDi zum gefragten Partner für Politik, Elektronik-Hersteller und -Kunden.
Über die Mitgliedschaft im internationalen Distributionsverband IDEA erfolgt der Austausch mit anderen Verbänden auf europäischer Ebene.

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Themenrelevante Wikipedia-Infos:
  • Bürokratie (Wikipedia)
    Bürokratie (deutsch „Herrschaft der Verwaltung“) ist eine staatliche oder nicht-staatliche Verwaltung, die durch klare Hierarchien, Entscheidungen nach Gesetz und Vorschriften und geplantem Verwaltungshandeln innerhalb festgelegter Kompetenzen gekennzeichnet ist.
  • Distribution (Wikipedia)
    Distribution (von lateinisch distributio ‚Verteilung‘) steht für: Distribution (Logik), Eigenschaft der in einem Syllogismus verwendeten Begriffe Distribution (Sprachwissenschaft), Verteilung beliebiger Daten im Gegenstandsbereich Distribution (Software), Softwarepaketierung und -verteilung Distribution (Mathematik), besondere Art eines Funktionals Distribution (Geometrie), Unterbündel des Tangentialraums Distribution, in einer Volkswirtschaft die Einkommensverteilung Siehe auch: Distributionslogistik (Warenverteilung) Distributionspolitik, Entscheidungen zum Warenvertrieb Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel mit Distribution beginnt Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel Distribution enthält
  • Elektronik (Wikipedia)
    Die Elektronik ist ein Teilgebiet der Elektrotechnik. Sie ist die Wissenschaft und Technik von der Steuerung des elektrischen Stromes durch elektronische Schaltungen – das sind Schaltungen, in denen mindestens ein aktives Bauelement (zum Beispiel eine Vakuumröhre oder ein Halbleiter-Bauelement) arbeitet. Aktive elektronische Bauelemente verhalten sich prinzipiell hinsichtlich ihrer Kennlinie nichtlinear, während sich passive elektrische und elektronische Bauelemente meist eher linear verhalten. Elektronik befasst sich auch mit dem Entwurf, der Konstruktion und dem Funktionsprinzip elektronischer Bauelemente. Die Mikroelektronik umfasst integrierte Schaltkreise, deren Strukturgrößen im Mikrometer- und Nanometerbereich liegt und die zunehmend diskret (das heißt, aus einzelnen aktiven und passiven Elementen) aufgebaute elektronische Schaltungen ablösen. Dessen ungeachtet findet eine zunehmende Miniaturisierung der Bauteile und Baugruppen statt. Elektronik erzeugt und verarbeitet elektrische Signale (Informationsverarbeitung, Signalverstärkung und -konditionierung, früher als Schwachstromtechnik bezeichnet). Leistungselektronik wandelt elektrische Energie hinsichtlich ihre Spannung, ihres Stromes oder ihrer Schwingungsform und -frequenz. Die Elektronik verwendet vorrangig Transistoren, Dioden sowie passive Bauelemente wie Kondensatoren und Widerstände. Elektronische Schaltungen werden meist auf Leiterplatten aufgebaut (Leiterplattenbestückung) und zu elektronischen Baugruppen, Geräten und Apparaten zusammengebaut. Die Optoelektronik ist ein Teilgebiet der Elektronik und erzeugt, verwendet und detektiert Licht im Zusammenhang mit der Funktion einer elektronischen Schaltung.
  • innovation (Wikipedia)
    Innovation (wörtlich „Neuerung“ oder „Erneuerung“; von lateinisch innovare ‚erneuern‘ abgeleitet) wird in der Umgangssprache im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen und für deren wirtschaftliche Umsetzung verwendet. Im engeren Sinne resultieren Innovationen erst dann aus Ideen, wenn diese in neue Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren umgesetzt werden, die tatsächlich erfolgreich Anwendung finden und den Markt durchdringen (Diffusion). Der komplementäre Prozess zur Innovation ist die Exnovation, die Abschaffung von nicht mehr wirksamen oder gewünschten Prozessen, Produkten oder Technologien. In die Wirtschaftswissenschaft wurde der Begriff durch Joseph Schumpeter mit seiner Theorie der Innovationen eingeführt; hier ist er als Aufstellung einer neuen Produktionsfunktion definiert. Die Innovation ist ein willentlicher und gezielter Veränderungsprozess hin zu etwas Erstmaligem, „Neuem“. Wirtschaft und Gesellschaft wandeln sich, wenn Produktionsfaktoren auf eine neuartige Art und Weise kombiniert werden. Auch in der Geisteswissenschaft und der Kultur wird der Begriff Innovation verwendet. Das forschende Suchen nach neuen Erkenntnissen oder künstlerischen Lösungswegen und Lösungen setzt Neugier, Kreativität und Lust auf Erneuerung voraus. Merkmal künstlerischer Avantgarden ist es, bisher unbekannte („innovative“) Ausdrucksformen zu finden und zu nutzen.
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