Preisverleihung Forschen für ein Leben ohne Lungenhochdruck

Dresden. Zum 15. Mal wurde der Forschungspreis der gemeinnützigen René Baumgart-Stiftung für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der pulmonalen Hypertonie ausgeschrieben.

BildZum 15. Mal wurde der mit 5.000 EUR dotierte Forschungspreis der gemeinnützigen René Baumgart-Stiftung für wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der pulmonalen Hypertonie ausgeschrieben.

Im Rahmen des 59. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. in Dresden wurde der Preis an Frau Phd Diana Zabini vom Ludwig-Boltzmann-Institut, Graz, für ihre Arbeit „Loss of SMAD3 promotes vascular remodeling in pulmonary arterial hypertension via MRTF disinhibition“ verliehen.

Herr Prof. Dr. med. Horst Olschewski von der Universitätsklinik Graz sprach die Laudatio. Hans-Dieter Kulla, 1. Vorsitzender des gemeinnützigen Selbsthilfevereins pulmonale hypertonie e.v. und Anne-Christin Kopp, Cousine des Namensgebers der Stiftung, überreichten den Preis.

Insgesamt wurden sieben hochqualifizierte Arbeiten eingereicht, die eine Entscheidung der Jury nicht leicht machten, berichtet Olschewski. Die prämierten Arbeiten entsprechen den wichtigen Bewertungskriterien wie Originalität, Innovation und klinische Relevanz.

Die ausgezeichnete Arbeit

Titel der Arbeit: „Loss of SMAD3 promotes vascular remodeling in pulmonary arterial hypertension via MRTF disinhibition“

Die pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH) ist eine seltene, schwerwiegende Erkrankung, die mit einem erhöhten pulmonalen Gefäßwiderstand aufgrund von Lungengefäßveränderungen einhergeht. Diese Gefäßveränderungen entstehen unter anderem durch eine erhöhte Proliferation von Glattmuskelzellen und Endothelzellen sowie durch Hypertrophie von Glattmuskelzellen. Die Familie der transformierenden Wachstumsfaktor-Rezeptoren (TGF-b Rezeptoren) ist für ihre wichtige Rolle bei der Entwicklung der pulmonalen Hypertonie bekannt. Ihr Ligand TGF-b, welcher die Proliferation, Migration, Apoptose und Immunsuppression reguliert, ist bei PAH Patienten erhöht und klinische wie experimentelle Daten weisen darauf hin, dass TGF-b an der Pathogenese der PAH von kritischer Relevanz ist. Die wesentlichen post-Rezeptor Mediatoren des TGF-b Signalwegs sind die SMAD Proteine (SMAD: portmanteau seiner Homologe SMA (für small body size) und MAD (mothers against decapentaplegic) in C. elegans und Drosophila).

Im Zuge eines Erwin Schrödinger Stipendiums (FWF) konnte Dr. Diana Zabini in Dr. Wolfgang Küblers und Dr. Andras Kapus Laboren in Toronto, Kanada und im Zuge eines Rückkehrer Stipendiums (FWF) am Ludwig Boltzmann Institut für Lungengefäßforschung in Graz, Österreich, nachweisen, dass SMAD3 in den Lungengefäßen von PAH Patienten sowie in PAH Tiermodellen signifikant reduziert ist. Behandlung von Glattmuskelzellen und Endothelzellen der Lunge mit TGF-b über längeren Zeitraum konnte dieses Phänomen rekapitulieren. Die erniedrigte Expression von SMAD3 in den Gefäßzellen führte zu erhöhter Proliferation, Migration und Hypertrophie, d.h. zu Antwortmustern, welche typischerweise zu einer Verdickung der Gefäßwände und somit zu Lungenhochdruck führen. Zabini und Mitarbeiter konnten zusätzlich feststellen, dass die verringerte Expression von SMAD3 zu einer Disinhibition des Co-Aktivators Myocardin-related Transkriptionsfaktors (MRTF) führt. Dieser aktiviert den Serum-Response Faktor (SRF), einen Transkriptionsfaktor der wiederum nicht nur die Expression von sogenannten frühen Genen (c-fos, Erg1), welche am Proliferationsprozess beteiligt sind, kontrolliert, sondern vor allem auch die Glattmuskel-Aktin (SMA) Expression und die Glattmuskelzelldifferenzierung steuert, und somit insbesondere die Glattmuskelhypertrophie vermittelt, die in der Folge zur Gefäßverengung beiträgt. Applikation eines MRTF-Inhibitors im PAH-Tiermodell konnte diese in vitro Resultate auch in vivo untermauern, insofern als der Inhibitor zu einer verringerten

Gefäßverengung sowie verringertem Lungenhochdruck im Vergleich zur Kontrollgruppe führte.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Ergebnisse dieses Forschungsprojektes wichtige neue Einblicke in die molekularen und zellulären Mechanismen, welche zu den Lungengefäßveränderungen in der pulmonalen Hypertonie beitragen, geschaffen und MRTF als neues Target für zukünftige therapeutische Interventionen identifiziert hat.

Pulmonal arterielle Hypertonie (Lungenhochdruck)

Lungenhochdruck, medizinisch auch pulmonal arterielle Hypertonie (PAH), ist eine seltene, schwerwiegende Erkrankung, die durch eine starke Verengung der Lungengefäße gekennzeichnet ist.

Die Betroffenen leiden bereits bei geringster Belastung oder sogar in Ruhe unter Atemnot, blauen Lippen, Beinödemen, Brustschmerzen, und klagen allgemein über schnelle Erschöpfung und Ermüdung.

Die richtige Diagnose wird zumeist erst gestellt, wenn es durch die fortschreitende Druck- und Volumenbelastung des rechten Herzens zu dessen chronischem Versagen kommt. Diagnose: Bluthochdruck im Lungenkreislauf. Dieses Krankheitsbild tritt isoliert oder als Begleiterkrankung verschiedener Herz- und Lungenerkrankungen auf. Obgleich die pulmonale Hypertonie (PH) noch nicht geheilt werden kann, konnten in den letzten Jahren doch große Fortschritte in der Diagnostik und Therapie dieser Krankheit erzielt werden.

Die René Baumgart-Stiftung

Die René Baumgart-Stiftung wurde im Jahr 2001 vom gemeinnützigen Selbsthilfeverein pulmonale hypertonie e.v. gegründet und mit einen Kapitalstock von 70000 EUR ausgestattet. Seit 2004 wird jährlich ein Forschungspreis ausgelobt. Die René Baumgart-Stiftung fördert die klinische Forschung zur pulmonalen Hypertonie bei Kindern und Erwachsenen. Ziel ist es, durch Ursachenforschung neue Erkenntnisse über den Lungenhochdruck zu gewinnen, so dass eine frühzeitige Diagnose gestellt und mittel- und langfristig neue Therapieoptionen entwickelt werden können, die PH-Patienten nicht nur eine Stabilisierung oder Linderung der Beschwerden versprechen, sondern eine vollständige Heilung.
Der Namensgeber der Stiftung, René Baumgart, wurde 1971 in Aalen geboren. Als René 10 Jahre alt war, starb seine Mutter an Idiopathischer Pulmonal Arterieller Hypertonie (IPAH). René Baumgart erhielt seine Diagnose IPAH im Alter von 19 Jahren. Er erlernte den Beruf des Druckers und meldete sich nach bestandener Gesellenprüfung zur Meisterprüfung an. Kurz vor seinem Abschluss verstarb er im Alter von 23 Jahren an der tückischen Krankheit.

Eine Information der René Baumgart-Stiftung

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Prof. Dr. med. Werner Seeger
Direktor der Inneren Medizinischen Klinik II
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
Vorsitzender des Vorstands der René Baumgart-Stiftung
Tel.: 0641 99 42 350 Sekretariat
E-Mail: Werner.Seeger@innere.med.uni-giessen.de

René Baumgart-Stiftung
Rheinaustr. 94
76287 Rheinstetten
Tel.: 07242 9534 143
Fax: 07242 9534 142
info@rene-baumgart-stiftung.de
www.rene-baumgart-stiftung.de

pulmonale hypertonie e.v.
info@phev.de
www.phev.de

Journalistenpreis
Der Selbsthilfeverein lobt jährlich einen Journalistenpreis in Höhe von 3000 EUR aus. Weitere Informationen unter www.phev.de

BU: Preisverleihung des Forschungspreises, vlnr. Prof. Dr. med. Horst Olschewski – Universitätsklink Graz, Anne-Christin Kopp – Cousine des Namensgebers der Stiftung, Phd Diana Zabini – Ludwig-Boltzmann-Institut, Graz, Hans-Dieter Kulla – 1. Vorsitzender des pulmonale hypertonie e.v.

Über:

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