BLOGPOST: Brennpunkt Journalismus: Glaubwürdigkeit ganz oben auf der Agenda

Vor welchen Herausforderungen steht der Journalismus in Zeiten von Fake News und digitaler Transformation? Dieser Frage gingen wir in unserem aktuellen Medien-Trendmonitor nach. Mehr als 1.700 Medienmacher haben an der großen Umfrage teilgenommen. Erfahren Sie, was die Befragten momentan am meisten bewegt.

Für eine satte Mehrheit der Journalisten ist demnach die eigene Glaubwürdigkeit aktuell die größte Herausforderung. Weit über die Hälfte der befragten Teilnehmer treibt die Sorge um, dass die Menschen den Medien nicht mehr vertrauen. Dabei bewegt besonders die älteren Journalisten das Thema. Für 61 Prozent der über 55-Jährigen ist Glaubwürdigkeit die dringlichste Herausforderung, bei den unter 35-Jährigen sieht das jeder Zweite so (52 Prozent). Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass an zweiter Stelle die Themen Fake News und Unabhängigkeit stehen. Ein knappes Drittel (29 Prozent) der Umfrageteilnehmer glaubt, dass gezielte Falschinformationen ebenso wie eine bewusste Einflussnahme durch Dritte die Glaubwürdigkeit und Souveränität der „Vierten Staatsgewalt“ unterlaufen.

Dass junge Menschen zunehmend als Zielgruppe der etablierten Medien wegbrechen, sorgt immer noch 27 Prozent der befragten Journalisten. Die Meinung der Berufseinsteiger weicht in diesem Punkt allerdings von der der erfahrenen Redakteure ab: So machen sich nur 15 Prozent der Jungen (1-5 Jahre Berufserfahrung) um die Medienferne der Jugendlichen sorgen, bei den Alteingesessenen (über 20 Jahre Berufserfahrung) sind es hingegen doppelt so viele (30 Prozent).

Wie Medien ihr Geld verdienen und welche digitalen Geschäftsmodelle sie finden werden, um für die Zukunft gerüstet zu sein, treibt fast jeden vierten Journalisten um (26 Prozent, 22 Prozent). Dabei sorgen sich die Jungen wesentlich stärker um den Erfolg der digitalen Erlösquellen (34 Prozent der unter 35-Jährigen) als die Alten (19 Prozent der über 55-Jährigen). Auch die grundsätzliche Frage, wie mit der Digitalisierung umzugehen ist, um nicht bei der Transformation abgehängt zu werden, bewegt 22 Prozent der Journalisten.

Fast ebenso viele Befragte beschäftigt das Zeitungssterben (21 Prozent). Die Tageszeitungsredakteure sehen das naturgemäß etwas kritischer: Immerhin für jeden Dritten gehört der Niedergang seiner Gattung zu den größten Herausforderungen im Journalismus (32 Prozent). Bemerkenswert: Den Roboter-Journalismus fürchtet kaum einer der befragten Journalisten. Nur magere acht Prozent der Umfrageteilnehmer sehen in den Algorithmen eine Gefahr für ihre Zunft.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Berichtsband „Brennpunkt Journalismus: Was Journalisten in Deutschland heute bewegt“. Berichtsband kostenlos herunterladen unter:

https://www.newsaktuell.de/medien-trendmonitor-2017

Dieser Beitrag ist ein Original-Blogpost aus TREIBSTOFF:

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