Alzheimer-Patienten profitieren von früher Diagnosestellung

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Nuklearmedizinische Bildgebungsverfahren machen Erkrankung sichtbar bevor Symptome einsetzen

(Wien, 19. April 2018) Ob ein Mensch an Alzheimer erkrankt ist, lässt sich schon lange bevor die Symptome einsetzen feststellen. Möglich macht dies die Positronen-Emissionstomographie (PET), mit der sogenannte Plaques im Gehirn sichtbar gemacht werden. Forscher haben nun untersucht, ob eine solche Diagnose dem Patienten wirklich nützt oder ihn nicht eher belastet. Denn heilbar ist Alzheimer nach wie vor nicht. Erste Ergebnisse zeigen aber, dass PET-Diagnosen bei 65% der Patienten zu einer Verbesserung der medizinischen Versorgung und Beratung beitrugen. „Alzheimer-Patienten profitieren eindeutig von nuklearmerdizinischer Bildgebung“, sagt Dr. Valentina Garibotto, Expertin der Europäischen Gesellschaft für Nuklearmedizin/ European Association of Nuclear Medicine (EANM).

Alzheimer ist die häufigste Demenzart und eine der Hauptursachen für Pflegebedürftigkeit in der älteren Generation. Die Krankheit bewirkt einen Abbau geistiger Fähigkeiten, der sich meistens langsam entwickelt und fortschreitet. Gedächtnis und Urteilsvermögen sind eingeschränkt, hinzukommen kann ein Persönlichkeitsverfall. Die PET-Untersuchung zielt auf Beta-Amyloid, den Hauptbestandteil von Plaques, die eines der Kennzeichen von Alzheimer sind. Neu entwickelte Tracer (radioaktiv markierte Substanzen, die dem Patienten injiziert werden) machen diese Plaques auf dem Computerbildschirm sichtbar. Dank dieser Methode lässt sich das wahrscheinliche Vorhandensein einer Alzheimer-Demenz mit größerer Sicherheit feststellen als mit den sonstigen üblichen Diagnosetechniken.

Großangelegte Studien in USA und Europa
Zwar steht die Genauigkeit der nuklearmedizinischen Bildgebung außer Zweifel, aber ihr Nutzen für die Alzheimer-Patienten wird des öfteren in Frage gestellt: Da die Krankheit nicht geheilt werden kann, könnte man meinen, das gewonnene diagnostische Wissen sei nicht nur nutzlos, sondern sogar eine Belastung für den Patienten, solange er noch fit ist. Um hier Klarheit zu schaffen und die Auswirkungen von PET-Untersuchungen auf die Versorgung und gesundheitliche Entwicklung von Alzheimer-Patienten zu erforschen, laufen momentan zwei Studien: die IDEAS-Studie (Imaging Dementia-Evidence for Amyloid Scanning) in den USA (www.ideas-study.org) und die AMYPAD-Studie (Amyloid Imaging to prevent AD) in Europa (amypad.eu). IDEAS ist 2016 gestartet und hat 18.000 Teilnehmer. Erste Ergebnisse zeigen, dass die Resultate von PET-Scans konkreten Nutzen erbringen: Bei etwa 65% der Patienten haben sie zu Änderungen in der medizinischen Versorgung und der Betreuung geführt. Dazu gehörte unter anderem die Umstellung von Medikamenten. Sie ist möglich, weil die Amyloid-Bildgebung den Ärzten erlaubt, mit großer Genauigkeit festzustellen, ob bei Patienten mit leichten Symptomen tatsächlich Alzheimer die Ursache ist oder ob eine andere Art der Demenz oder eine sonstige Krankheit in Betracht zu ziehen ist.

Frühe Diagnose verbessert die Medikamentengabe
Abhängig von den Ergebnissen der PET-Untersuchung wechselten die Ärzte also entweder zu speziellen Alzheimer-Medikamenten (insbesondere Aceltycholinesterase-Hemmer) oder sie stoppten umgekehrt diese Medikation zu Gunsten besser geeigneter Mittel wie beispielsweise Antidepressiva oder Antipsychotika. PET-Untersuchungsergebnisse, die Alzheimer anzeigten, hatten außerdem zur Folge, dass Patienten sowie ihre Angehörigen und Freunde in Fragen der Sicherheit und der Zukunftsplanung angemessen beraten wurden, so dass sie vermeidbaren Risiken vorbeugen können. So würde man beispielsweise einen Diabetiker, bei dem auch Alzheimer festgestellt wurde, künftig mit der Verabreichung seiner Insulin-Dosen nicht mehr allein lassen. „Diese Zwischenergebnisse liefern bereits überzeugende Beweise dafür, dass Alzheimer-Patienten aus einer genaueren Diagnose beträchtlichen Nutzen ziehen, wobei wir erwarten, dass der weitere Studienverlauf dieses Bild vervollständigen wird“, sagt Dr. Valentina Garibotto vom EANM-Ausschuss für neurologische Bildgebung.

Nuklearmedizinische Bildgebung zentral für Alzheimer-Forschung
Weitere wichtige Erkenntnisse dürfte die gerade begonnene AMYPAD-Studie bringen. Es handelt sich um eine gemeinsame Forschungsinitiative, die Teil der European Innovative Medicines Initiative (IMI) ist. Übergreifendes Ziel ist festzustellen, welchen Nutzen die PET-Amyloid-Bildgebung für die Diagnose und die Therapieplanung bei Alzheimer, vor allem in klinischen Studien, hat. „Wissen und Verständnis bezüglich der Alzheimer-Demenz haben in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zugenommen und die PET-Bildgebung spielte und spielt eine immer wichtigere Rolle. Dementsprechend wird sich das nächste EANM-Fokus-Treffen vollständig der neurologischen Bildgebung bei Alzheimer widmen. Unter dem Titel „Molekulare Bildgebung bei Demenz – die Zukunft ist da“ wird es international profilierte Experten einladen, um die Fachwelt auf den neuesten Stand zu bringen“, sagt Dr. Garibotto.

www.whatisnuclearmedicine.com
www.eanm.org

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